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neuesten Berichten hat ein kleines dänisches Kriegsschiff die preußische Festung Swinemünde und die große Zahl der deut­schen Schiffe, welche dort im Hafen lagen, ein paar Tage lang geradezu geäfft und ausgespottet, ohne daß man das Schiff nur mit einem einzigen Schuß hätte strafen können.

Eine kleine dänische Korvette erschien nämlich unversehens vor jenem Hafen, jagte durch ihre bloße Erscheinung ein Kauffahrtheischiff, welches eben auslaufen wollte, wieder zurück und begrüßte ein anderes preußisches Schiff, welches nicht sofort seine Flagge aufzog, mit einem Schusse.

In der darauf folgenden Nacht ließ es ein paar Brand­raketen anfsteigen und Signalschüsse erschallen, wodurch Bürger­schaft und Festungsbesatzung in den größten Allarm gcricth, ver­schwand aber dann, nachdem es sich solchergestalt genugsam lustig gemacht.

Bei dieser Gelegenheit ergab sich's denn, daß zwar Kano­nen zur Vertheidigung vorhanden sind in der wichtigen See- sestung Swinemünde, aber keine schützenden Wälle, hinter denen' man sie auffahren kann, ja nicht einmal hinreichende Mannschaft zu ihrer Bedienung! Alles, was man im Augenblicke zur Sicherung des Hafens, in welchem reiche Schiffsladungen lagen, thun konnte, war, daß man eine Kette vor den Eingang spannte, und die Tonnen, welche das Fahrwasser bezeichnen, wegnahm.

So ist es mit der Vertheidigung der deutschen Seeküste bestellt!

Jene Korvette hat einmal erkundet, wie es um Swine­münde aussieht und sich ein bischen lustig gemacht; vielleicht kommt bald ein halbes Dutzend anderer dänischer Schiffe nach, welche mehr thun, als sich blos lustig machen.

Gießen, 14. April. Das Programm der demokra­tisch-monarchischen Partei zu Wiesbaden vom 7. April hat auch hier seinen Widerhall gefunden. Hofgerichtsadvokat L. Welcker (ein Bruder des badischen Abgeordneten) hat einenZuruf eines Vaterlandöfreundes an seine Mitbürger in Oberheffen" ergehen lassen, der dieselben Punkte weiter aus­führt, wie sie im Programm vom 7. April enthalten sind, und zugleich jenes Wiesbadener Bekenntniß vollständig wiedergibt, als ihmaus der Seele geschrieben."

H Man »heim, 16. April. Die neuesten Nachrichten aus dem Seekreise lauten günstig. Hecker soll mit300 Mann nach Donaueschingen marschirt seyn. Von dort aus ließ er den Befehlshaber der württembergischen Truppen auffordern, sich von der badischen Grenze zurückzuziehen, widrigenfalls er ihm mit einer Macht von Tausenden entgegen­rücken werde. Die Württembergerhaben sich aber aus dieser Drohung nichts gemacht, sondern sind sofort in Donaueschingen einmarschirt. Hecker zog unterdessen mit seinen Dreihundert zum anderen Thore hinaus. Er soll seinen Weg nach der Schweiz genommen baben.

In Karlsruhe wird eben wegen eines Verhaftsbefehls gegen Hecker in der Kammer verhandelt; gegen Struve ist ein solcher bereits erlassen.

In unserer Stadt geht es im Augenblicke sehr stürmisch zu. Wir sind von Militär gänzlich entblöst. Die Republikaner rühren sich wieder und durchziehen mit ihrem Feldgeschrei die Stadt. An Katzenmusiken und ähnlichem Skandal fehlt es gleich­falls nicht. Das wird nun so einige Tage fortdauern, obgleich man denken sollte, daß die Nachrichten von dem Mißlingen des Putsches" im Oberlande diè Gemüther einigermaßen abkühlen müßten.

Das gegenüberliegende Ludwigshafen ist von Bayern besetzt. In Karlsruhe liegen Hessen und Bayern.

Aus einem leitenden Artikel der Deutschen Ztg. heben wir folgende Stelle über den Aufruf im Seekreise aus:

Ueber den Ausgang dieses Streiches sind wir nicht besorgt. Wie die Stadt Konstanz im Momente der Gefahr ihren ein» geschüchterten Bürgersinn wiederfand, so werden unsere badischen Städte sammt und sonders den gleichen Muth bewähren und jede ähnliche Schilderhebung im Keime zu ersticken wissen. Wie die ehrlichen Bauern von Wollmadingen naiv erklärten,die Feldarbeit erlaube jetzt Derartiges nicht," so wird unser Land­volk in seiner unermeßlichen Mehrheit einen verbrecherischen Unsinn, dessen Kosten es nur tragen müßte, ernst von sich abweisen. Ganz Deutschland wird nur Einen Ruf der Empö­rung laut werden lassen, wenn es hört, wie der badische Son­derbund nun auch im Anfachen eines Bürgerkrieges seinem Schweizer Vorbild nachgekommen ist, und der Fünfzigerausschuß zu Frankfurt, wie er gegen jede befürchtete Reaktion von Oben

energisch auftritt, wird auch gegen die Anarchie von Unten sein moralisches Gewicht in die Wagschalc zu legen wissen."

Aachen, 15. April, Abends halb 9 Uhr. (K. Z.) Unsere Stadt ist in großer Bewegung; die Bürgergardisten sind sämmt­lich unters Gewehr getreten. Um 7 Uhr etwa begannen am Kölnthore ernstliche Reibungen zwischen einigen Kriegsreservisten und einer Anzahl Arbeiter; sie wurden sehr blutig; man ent­waffnete die Soldaten, und ihrer zwei sollen getödtet worden seyn. Die Arbeiter schrieen;Militär fort!" und durchziehen in großen Haufen, zum Theile mit Haken und Spaten bewaff­net, einzelne Straßen. Das Militär ist bereits in den Kasernen konsignirt, und man hat versprochen, daß die Kriegsreservisten morgen von hier abziehen sollen. Die Reservisten des 34. Regi­ments zogen vorgestern hier erst ein und forderten sogleich die Stimmung gegen sich dadurch heraus, daß sie mit einer schwarz und weißen Fahne einmarschirten und mehreren Bürgern in fre­chem Uebermuthe die schwarz-roth-goldene Kokarde abnffen, auch sonst Unziemlichkeiten sich Herausnahmen.

O Berlin, 15. April. Ueber die Stellung unserer Trup­pen in Schleswig sind die Urtheile sehr getheilt. Die Einen erklären es für eine Schmach, daß man so lange zugesehen, wohl gar das Urtheil der auswärtigen Diplomatie über den Beginn der Feindseligkeiten abgewartet habe, während indessen die tapfere Schaar der Schleswig-Holsteiner dem Verderben preisgegeben wurde.

Von militärischer Seite erheben sich dagegen Stimmen, welche behaupten, es würde ein strategischer Unsinn ge­wesen seyn, wenn die Preußen über Rendsburg hinausgerückt wären. Es handle sich hier nicht um ein Zaudern, sondern ein­fach um einen Akt militärischer Einsicht, und es zeige im Gegen­theil von großer Tollkühnheit und Unklugheit, daß die schleswig- Holsteinischen Freischaaren so weit nördlich über Flensburg hinaus- gegangen seyen.

In der Strafanstalt zu Spandau ist gestern ein sehr ernst­licher Arbeiteraufruhr ausgebrochen. Die Beamten wurden ver­jagt, was den ausbrechenden Sträflingen in die Hände fiel, zerstört, und zuletzt begannen sie gar das Dach abzubrechen und die Ziegeln als Waffen gegen die herbeirückenden Soldaten zu gebrauchen. Darauf begannen diese scharf zu schießen, einer der Züchtlinge wurde getödtet, Andere verwundet. Doch ist man ihrer endlich Herr geworden. Es soll Keinem gelungen seyn, zu entweichen.

Während auf der Einen Seite aus Posen die betrübendsten Nachrichten einlaufen über die Gewaltthätigkeiten der Polen gegen Deutsche, darf man sich's andererseits doch auch nicht ver­hehlen, daß nicht minder große Erzeffe gemeldet werden, welche namentlich von preußischen Soldaten mit empörender Willkühr gegen Polen verübt worden seyn sollen.

Berlin, 14. April. DieA. Pr. Z." theilt die amtliche Verlustliste der Truppen in dem Kampfe am 18. und 19. März in Berlin mit. Nach dieser wären a. getödtet oder bis _ zum 12. April an Wunden gestorben 3 Offiziere, 17 Unteroffiziere und Gemeine; b. verwundet 14 Offiziere, 14 Unteroffiziere, 225 Gemeine, 1 Chirurg. DieA. Pr. Z." nennt die Namen und Truppentheile der Einzelnen.

Breslau, 12. April. (B. Z.) Die Nachricht von der entdeckten Militärverschwörung unter der russischen Gar­nison in Warschau bestätigt sich. Eine Menge Offiziere, zum Theil aus der Citadelle, sind in Folge dessen verhaftet worden.

Aus Prag schreibt man derOesterreich. Zeitung:"Mit aller ihrer Klugheit haben die Deutschen sich die Czechen über den Kopf wachsen lassen, und diese gewinnen immer mehr Boden. Die Furcht vor einer Bartholomäusnacht hat sich hier der Deutschen im höchsten Grade bemächtigt. Kein Mensch dürfte es hier wagen, die deutschen Farben zu tragen! Und doch ist mehr als die Hälfte des Grundbesitzes in den Händen der Deutschen; Handel, Industrie, Intelligenz in Böhmen sind ganz deutsch!"

Hamburg, 13. April. (K. Z.) Dem bekannten Litera­ten Prinz ward 1843 wegen der von ihm herausgegebenen Lieder eines Hanseaten" das Bürgerrecht verweigert; jetzt, nachdem das deutsche Parlament in Frankfurt bereits ein allge­meines deutsches Heimathrecht berathen hat, jetzt weist man in Hamburg noch einen Mann wegen eines im Jahre 1843 herausgegcbcuen Buches auS, obgleich seine Frau eine eingeborne Hamburgerin, die Tochter eines hamburgischen ^taato- beamten ist. ,

Altona, 14. April. (Köln. Ztg.) Die Antwort des Königs von Dänemark an den preußischen Parlamentär lautete wörtlich. Sagen Sie dem, der Sie sendet, daß ich das getreten !chl"-