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Was die oben erwähnte Möglichkeit der langen Beibe­haltung eines Topinamboursfeldes betrifft, so ist diese aller­dings schon vielfältig bewährt, indem die freiwillig aufschie- ßendcn Pflanzen das Feld hinlänglich besetzen; indessen be­merkt Schwerz in dieser Beziehung Folgendes:

Ein Stück Feld, das anhaltend geerntet werden kann, weder Arbeit, noch Dünger, noch Samen erheischt, das, für sich selbst nichts bedürfend, nur da zu seyn scheint, um den übri­gen Feldern aufzuhelfen, gleicht einem Mährchen aus einem landwirthschaftlichen Schlaraffenland, und ist doch wahr. Nur muß erinnert werden, daß eine solche Erzeugung nur auf recht guten Feldern und wer wollte ihr unter solchen Bedingun­gen nicht mit Freuden das trefflichste einräumen? stattfin­den kann. Auf schlechterem Boden geht das Perenniren zwar auch vor sich, es muß aber alle drei Jahre Dung aufgebracht werden. Doch hält man im Elsaß für besser, die Topinambours ulle Jahre von neuem zu pflanzen. Sie werden so meiner Erfahrung nach im zweiten Jahre schöner, als im ersten."

(Schluß folgt.)

Der Trödler. (Schluß.)

Ein anderer Vortrag, den derselbe am 30. November 1835 im Gewerbsverein hielt, hat wohl für den freundlichen Leser nichts Merkwürdiges, als daß darin schon 1375 fl. 43 kr. als baares Vermögen der Wittwen nachgewiesen werden.

Einmal hatte der liebe Zizmann den Milgliedernder Abend­gesellschaft in Koburg für 8 fl. 49 kr. zu danken, welche diesel­ben für seine Wittwenkasse zusammengelegt hatten. Er that dieß aus dem Stegreif und sagte unter Anderem:Mein Herz ist woll der aufrichtigsten Dankgefühle, aber meine Zunge zu schwach, sie auszudrücken. Erlauben Sie mir daher, hochge­ehrteste Herren, um meiner Schuldigkeit nur einigermaßen nach­zukommen, Ihnen ein zwar bekanntes, aber sehr treffendes Gleichniß zu wiederholen. Es lautet: Ein Mann hatte drei Freunde. Zween derselben liebte er sehr, der dritte war ihm fast gleichgültig, ob eS gleich gerade dieser am aufrichtigsten mit ihm meinte. Einmal wurde der Mann vor Gericht ge­fordert, wo er von einem neidischen Verleumder hart verklagt war.Wer unter euch," sprach er da zu seinen Freunden, will mit mir gehen und für mich zeugen? denn ich bin hart verklagt worden und der König zürnet sehr." Der erste seiner Freunde entschuldigte sich sogleich, daß er nicht mit ihm gehen könne wegen anderer Geschäfte. Der zweite begleitete ihn bis zur Thüre deö RichthauseS. Da wandte er sich und ging zurück aus Furcht vor dem zornigen Richter. Der dritte, auf den er am wenigsten gebaut hatte, ging mit in das Richt­haus, redete für ihn, und zeugte so freudig, daß ihn der Richter sogleich loSließ und noch obendrein sehr beschenkte. Drei Freunde hat der Mensch in dieser Welt. Wie bewähren

und benehmen sie sich in der Stunde seines Todes, wenn ihn der Herr vor Gericht fordert? Das Geld, scheinbar sein bester und nützlichster Freund, verläßt ihn zuerst. Seine Ver­wandten und Freunde begleiten ihn bis zur Thüre des Gra­bes, und wenden sich da und kehren wieder in ihre Häuser zurück. Der dritte, an den er in seiner wahren Wohlthätig­keit am wenigsten denkt, sind seine Almosen, aus Liebe zu Gott gereicht. Sie begleiten ihn bis zum Thron des Richters, ja, sie gehen ihm voran, sprechen für ihn und finden Barm­herzigkeit und Gnade."

Am 26. März 1838, nachdem eine Verlosung aus dem allgemeinen Konto vorgenommen worden war, schloß der Ar­menfreund seinen Vortrag in dem Gewerbsverein mit den Wor­ten:Gott, Vater und Versorger der Wittwen und Waisen, habe Dank für Deine große Güte, und lenke auch ferner die Herzen Deiner Kinder, daß sie, ohne sich wehe zu thun, die Sache fördern. Segne auch ferner unsere Anstalt, darum bitte ich Dich als Verwalter derselben aus kindlichem und zu­versichtlichem Herzen. Ja, Du Gott der Liebe, Du wirst sie segnen, Du wirst auch die segnen, welche dabei Deine willi­gen und freundlichen Werkzeuge sind. Das ist meine Zuver­sicht, und ich freue mich schon auf den nicht mehr fernen Tag, wo die erste Frucht gepflückt und einer auf Dich hoffenden armen Wittwe in Deinem Namen und zu Deiner Ehre gereicht werden wird. Ja, segne auch fernerhin! Denn wo Du, Vater, nicht Segen und Gedeihen gibst, da bauen und streuen und pflanzen Deine Kinder umsonst."

Aehnliche Gebetsworte sprach der liebe Zizmann am 17. November des nämlichen Jahres in dem Gesellenverein, und gedachte dann einer Summe von 44 fl., die man zum größten Theil der regierenden Frau Herzogin verdankte. Denn sie hatte sich zur Theilnahme an einer musikalisch-deklamatorischen Abendunterhaltung zum Besten der Wittwen herabgelaffen und zum Eintritt fünfzehn Thaler gespendet.

In den Versammlungen des GewerbvereinS vom 4. No­vember und 23. Dezember 1839 trat der Treue im Kleinen und Kleinsten auf,freudig, wie ein frommer Bergmann, der aus dem finstern Schacht emporfährt, eine reiche Stufe seiner Grubenherrschaft vorlegt, sich freut, gen Himmel blickt und Gott für das Gefundene dankend preist." Denn er konnte seinen Mitarbeitern und den Theilnehmern an dem milden und wohlthätigen Werke berichten, daß das für die armen Wittwen gesammelte Kapital schon auf 2423 baare Gulden angewachsen sey, und daß aus dem allgemeinen Konto, dem schon 820 fl. 52 kr. gut geschrieben wären, in den nächsten Tagen wieder 25 fl. durch das Looö auf einen der besondern Konti übergetragen werden könnten.

Doch der freundliche Leser wird indeß begierig geworden seyn, zu erfahren, wie der liebe Zizmann seine Trödelwaaren sammelt und wieder an den Mann bringt. ES geschieht auf eine ihm ganz eigenthümliche Weise. Er besucht zum Crem-