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Seekreises sprechen überhaupt nur von fordern, und drohen, von der Regierung sich loszusagen. Der beabsichtigte Einmarsch derfremden Truppen" sey ein Handstreich, ein Verrath! Auch bei Tuttlingen wurde der Einmarsch verhindert, und bei Möhriugen die Donaubrücke abgetragen. Eine Depu­tation von Freiburg versicherte den Seekreis der freudigsten Unterstützung.

Heute Mittag traf Struve in Konstanz ein. Es hieß, er habe die Sage gebracht, daß Mathy in Mannheim von den dortigen Turnern abgefaßt und in Verwahrung gebracht worden sey. Heute Abend wird auch Hecker erwartet. Ueber Mathy ergießen sich die Seeblätter in einer Weise, die alle Schranken niedertritt.

7* Köln, 13. April. Der gesetzliche Zustand ist immer noch nicht zurückgekehrt bei vielen Rheinanwohnern. Vor eini­gen Tagen wurde von mehreren Orten nicht blos auf die Schleppdampfschiffe, sondern auch aus einzelne verhaßte Personen geschossen.

In Folge dessen hat man sich endlich entschlossen, mit der Strenge des Gesetzes einzuschreiten und gegen offene Gewalt Gewalt zu brauchen. Nach einer Bekanntmachung des Ober­präsidenten der Nheinprovinz vom heutigen ist das Militär beor­dert, zum Schutze der Schleppschiffe energisch einzuschreiten.

Berlin, 12. April. (B. N.) Durch königliche Propo- sstion ist für die sogenannten alten Provinzen, wo bisher, mit Ausnahme von Berlin, noch heimliches und schriftliches Gerichts­verfahren besteht, öffentliches und mündliches Verfahren mit Geschwornengerichten in baldige Aussicht gestellt worden.

H Posen, 10. April. Die Lage der Dinge gestaltet sich immer trauriger bei uns. So entschieden, wie die polnische Nationalität ihr Recht fordert, so entschieden verlangt auch die deutsche das ihrige. Die Kommission, welche zur nationalen Wiederherstellung des Großherzogthums zusammengesetzt ist, wird von beiden Seiten nicht als kompetent anerkannt. Ein blutiger Krieg, um so blutiger, da viele der Kämpfenden gar nicht recht wissen werden, worum es sich eigentlich handelt, ist unvermeid­lich. In Schroda haben sich an 20,000 Polen verschanzt. Der Befehl der Entwaffnung soll vollzogen werden man hoffte bisher noch immer auf ein friedliches Auskunftsmittel bereits ist eine bedeutende Schaar Fußvolk und Reiterei, sowie auch Geschütz dorthin abgegangen, um die Verschanzung im Sturm zu nehmen. Dies wird der Anfang des Bürgerkriegs seyn.

Rendsburg, 10. April, Mittags. (Wes.-Z.) Das erste Dragoner-Regiment rückt in schönster Ordnung von Schleswig her durch die Stadt in's Holsteinische; einzelne Abtheilungen Infanterie folgen es ist ein Rückzug! Unsere Armee, der ungeheuern Uebermacht weichend, hält noch Stich zwischen Schles­wig und Flensburg, sie dürfte aber, um nicht nutzlos sich aus­reiben zu lassen, noch heute auf Rendsburg sich zurückziehen; wenigstens ist hier Quartier angesagt worden. Wir Laien in der Kriegskunst wissen das zwar nicht zu beurtheilen; sollte jedoch der Prinz von Augustenburg in der zu erwartenden Zahl der Feinde sich verrechnet haben, so hätten wir uns in ihm ver­rechnet, denn das konnte ein Kind vorhersehen, daß die Dänen uns überlegen seyn würden.

Wir hören diesen Augenblick Geschützdonner von Norden her. Es heißt, man wolle die Dänen noch einmal angreifen und dann nach Rendsburg sich zurückziehen. Demnach können wir erwarten, morgen früh von unsern Wällen aus die dänischen Heerschaaren zu erblicken. Das Herzogthum Schleswig ist alsdann als von den Dänen erobert zu betrachten und Deutschland wird nur noch fromme Betrachtungen anzustellen haben ganz nach alter Weise; o, der Schmach!

Nachmittags 2 Uhr. Auch unsere Artillerie kehrt auf hier zurück. Endlich spricht man von dem Ausrücken der Preußen zu heute Abend; Gott gebe es! (Aus Schleswig fehlen alle di­rekte Nachrichten.)

Rendsburg, 10. April. (B.-H.) Unsere Truppen haben heute auch die Stadt Schleswig geräumt, die von den Dänen heute Nacht besetzt sein wird. Unser Rück­zug ist nach Wittensee gegangen, wo unsere Armee aufgestellt ist. Durch die Verrätherei der Bürger im Norder- theil der Stadt Flensburg ist am meisten gegen uns gewirkt worden. Einzelne Abtheilungen unserer Truppen ha­

ben viele Verluste erlitten, mehrere Offiziere sind gefallen. Aber der Feind hat den durch eine Kombination günstiger Umstände errungenen Vortheil sehr theuer erkaufen müssen. Eine günstige endliche Entscheidung unserer Sa­che wird von keinem Vaterlandsfreunde bezwei­felt. Noch aber gilt es mehr als Einen blutigen Kampf.

Die gestern angekommene preußische Artillerie, 4 Kanonen und zwei Haubitzen, ist heute Morgen um*/2 Uhr mit der Eisenbahn nach Rendsburg befördert worden. Im Ganzen befinden sich 7500 Mann preußischer Infanterie in Rendsburg und der Umgegend. Ein Regiment und zwei Batterien werden noch aus Preußen erwartet, so wie 2 Re­gimenter Kavallerie.'

Tyrol

Aus Tyrol, 10. April. (D. Z.) So eben kömmt uns die Nachricht zu, daß brescianische Freischaaren die Landesgrenze überschritten haben. Wir müssen uns nun allen Ernstes zur Wehr setzen, sonst wird das Gelüste der Wâlschen nach unseren Pässen mit jedem Schritte größer, den sic aus unsern Boden thun.

Frankreich.

Paris, 11. April. Der National zeigt sich sehr zufrieden über die Ernennung Arago's zum Kriegsminister und Charras zum Unterstaatssekretär.Diese glückliche Kombination, sagt er, gibt dem Lande und der Armee die Bürgschaft, daß man sich endlich in dieser Verwaltung, welche plötzlich berufen wer­den kann, eine große Rolle in den Geschicken Euro- pa's zu spielen, von dem alten Systeme "gründlich los machen will."

Die D. Z. fügt hinzu: Der National pflegt solche Aeuße­rungen nicht absichtlos zu thun ; wir nehmen daher um so mehr davon Notiz, als jene Worte ganz im Einklang mit dem stehen, was wir in den jüngsten Blättern als Besorgniß ausgesprochen haben.

Donaufürftenthnnrer

(A. Z.) Die Pest her Ztg. vom 8. April enthält die Nachricht, daß während des Druckes des Blattes sich die Kunde verbreite, die Türken seyen aus Belgrad verjagt, Fürst Bibesko abgesetzt. Drei Dampfschiffe, welche aus der untern Donaugegend erwartet wurden, waren ausgeblieben.

Sprechsaal für Stadt und Land.

i* Wäre es nicht möglich auch hier, wie in andern Städten, eine Bürger- Artillerie zu errichten, wenn dieselbe auch nur 23 Geschütze stark würde? Zweckmäßig wäre es gewiß, zumal in dem Falle, daß unsere Truppen ins Feld'rucken'Müß­ten. In unserem Zeughause befinden sich 20 Geschütze , von welchen 8 für den Felddienst und 6 für die Reserve bestimmt sind. Von den übrigen sechs mochten sich gewiß noch 2 bis 3 für die Nationalgarde tauglich erweisen.

Erklärung.

In No. 32 der Nass. Ztg. werden zwei Angriffe gegen mich gerichtet, auf die ich einfach nur Folgendes erwidere:

1) Die Gründung desBürgervereins" wurde von Herrn Schulinspektor Ebenau vorgeschlagen, wie die ganze Adlerver­sammlung vom 7. d. M. bezeugen kann. Ob derselbe dabei aus eigenem oder fremdem Antriebe gehandelt habe, wird er selbst am besten wissen.

2) Rücksichtlich der Verleumdung, Briefe an die Nass. Ztg. unterschlagen zu haben, habe ich bereits eine gerichtliche Klage anhängig gemacht. A. Schellenberg.

271 Vor einiger Zeit ist ein weißes Taschentuch, in dessen einer Ecke die Ziffern: B. w. d. B. mit der Nummer 12 befindlich, sowie ein paar schwarze Glace-Handschuh in unserm Lokale liegen geblieben und können diese Gegenstände daselbst wieder in Empfang genommen werden.

L. Schellenberg'sche Hofbuchhaudlnng.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl. Druck und Verlag der L. Schelleuberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.