-Seite mit mehr als siebenmalhundertt ausend Reichsbankthalern angeben.
Schleswig-Holstein. (Köln. Z.) Das unselige Zögern der Preußen und des 10. Armee-Korps hat seine beklagens- werthen Früchte getragen. Um es kurz zu sagen: die Deutschen haben ihre bisherigen Stellungen verlassen müssen, die Dänen sind an der Landspitze bei HolniS gelandet, eine Freischaar ist durch sie abgeschnitten, der König von Dänemark ist in dem eingenommenen Flensburg, die Hälfte von ganz Schleswig ist in den Händen der Feinde.
Altona, 10. April (Köln. Z.) In aller Eile melde ich Ihnen, daß gestern Abend nach einem lebhaften Gefechte, wobei auch die dänischen Schiffe mitgewirkt haben, Flensburg in d ie H ä n d e der Dänen gefallen ist. Einzelne Daten fehlen noch. Eine deutsche Freischaar, unter Kommando des Hauptmanns Michelsen, ist abgeschnitten und nach Westen gedrängt worden. Wenn ihr nicht schleunige und anfthnliche Hülfe zukommt, so ist sie verloren.
Rendsburg, 6. April. (Wes.-Z.) Bei Holniß wird seit gestern gefochten. Unsere Truppen schießen vom Dorfe Bockholm aus auf die Fahrzeuge des Feindes mittelst des aufgestellten schweren Geschützes sowohl, als durch Pelotonfeuer. Gestern gelang es, die Fahrzeuge stark zu beschädigen und den Mast des einen derselben abzuschießen. Wie viele Feinde getödtet worden, ist unbekannt, von unseren Truppen sind zwei Leute kampfunfähig gemacht worden. Heute wird das Gefecht fortgesetzt, worüber indeß noch keine näheren Nachrichten haben eintreffen können.
Wien, 8. April. (A. Z.) Die Regierung hat soeben bei der österreichischen Nationalbank ein Anlehen von 30 Millionen Gulden gegen entsprechende Verhypothezirung von Staatsgütern dem Vernehmen nach zu 3 Proz. abgeschlossen.
Soeben erfahre ich aus ziemlich sicherer Quelle, daß bestimmte Befehle abgegangen, sich Venedigs um jeden Preis wieder zu bemächtigen.
Grätz, 6. April. (D. A. Z.) Gestern sind auch hier Volkstumulte wie in Wien ausgebrochen, und Brand und Eigenthumsverletzungen bezeichneten ihre Spur. Das Mauthge- bäude an der Eggenberger Linie wurde in Brand gesteckt, um eine Gefällenwache, die aus dem Fenster feuerte, bei verschlossenen Thüren zu verbrennen. Bäckerläden wurden vom Pöbel geplündert, welcher auch gegen die Fleischer heranzog, die sich jedoch mit geschwungenen Beilen, unterstützt von der National- garde, kräftigst vertheidigten.
Frankreich.
Paris, 10. April. Gestern war an der Börse von einem großartigen Finanzplan die Rede. Nach diesem Plan sollen alle Banken aufgehoben werden und fortan nur eine einzige Zen- tral-Anstalt als „N ati onalbank" bestehen.
Vier Männer mit einer Fahne versammelten gestern der Börse gegenüber 2 bis 3000 Leute um sich und forderten die zahlreich darunter befindlichen Arbeiter auf, alle Fabriken, Werkstätten, Läden rc. zu besuchen und die dort beschäftigten ausländischen Arbeiter mit Gewalt auszutreiben. Die Aufforderung wurde sehr kalt ausgenommen, und als einer der anwesenden, Arbeiter rief, daß sie das Barrikaden-Motto: „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" nimmer entweihen wollten, erscholl allgemeiner Beifall. Der Fahnenträger und seine Begleiter wurden sofort festgenommen, nach der Polizei-Präfektur gebracht und eingesteckt.
— Der genaue Tert der Abdankungsakte Ludwig Philipps war bisher nicht bekannt. Er lautet: „Ich entsage dieser Krone, zu deren Tragung die Nationalstimme mich berufen hatte, zu Gunsteu meines Enkels, des Grafen von Paris. Möge ihm dre große Aufgabe gelingen, welche ihm heute zufiel."
N u st l a n d
Petersburg, 22. März. (D. A. Z.) Bestimmtem Vernehmen nach soll von höchster Seite an die betreffenden Autoritäten die Ordre erlassen seyn : die Ostseeprovinzen, vor allen die Provinz Livland, in welcher in den bm'Iéèten Zähren der Proselytismus der griechischen Kirche so manche Wirren in kirchlicher und bürgerlicher Hinsicht erregt hatte, ruhig und unangefochten zu lassen und sie in den ihnen von Alters her überkommenen Rechten und Immunitäten keineswegs zu stören.
St. Petersburg, 31. März. Das heutige Journal de St. Petersbourg enthält eine Erklärung über das kaiserliche Manifest. Es sagt bei dieser Gelegenheit unter Anderm: Die unruhigen Geister können sich beruhigen. So wenig in Deutschland wie in Frankreich will Rußland in die Veränderungen sich einmischen, welche dort in der Art und Weise der Regierungen stattgefunden haben oder noch stattsinden können. Es denkt an keinen Angriff. Es will den Frieden; es hat ihn nöthig , um ohne Unterlaß an der Entwickelung seiner inneren Wohlfahrt zu arbeiten......Nur die Gränzbestimmungen und den Zustand des Besitzes, die es verbürgt hat, wird es nicht aus den Augen verlieren, und es ist fest entschlossen, nicht zu dulden, daß das politische und territoriale Gleichgewicht, wenn es verändert werden sollte, gegen seine Ansicht verändert werde."
Bekanntmachungen.
Rheinische Dampfschiffahrt.
Die Dampfschiffe der Cölnischen Gesellschaft fahren täglich
von BIEBRICH
7% Uhr Morgens nach t»7u, im Anschluss an die Eisenbahnzüge nach Aachen, Düsseldorf, Elberfeld und Hamm.‘
10Uhr Morgens nach Cöln.
171 Uhr Mittags nach Mannheim*
Wiesbaden, den 19. Februar 1848. DIE AGENTUR.
Dampfschiffahrt für den Nieder- und Mittelrhein.
Düsseldorfer r §
Vom 1. März 1848 fahren die Boote täglich
Gesellschaft.
von BIEBRICH
Morgens 67, Uhr nach Coin und miss chlor s, im Anschluss an den 4 Uhr Eisenbahnzug nach "Elberfeld etc.
Morgens 8 Uhr nach Cöln und miss chlorst im Anschluss an den 6 Uhr Eisenbabnzug nach Aachen.
Jeden Montag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag nach Arnheim (Amslertlamj und Hotterdam.
jeden Montag und Donnerstag nach Arnheim (Amsterdam) Mollertlam und Condon.
von Main» Morgens 6 Uhr täglich nach Mannheim (Mehl und Strasburg
Wiesbaden im Februar 1848. DIE AGENTUR.
28] In der L. Schellenberg'schen Hof- buchhandlnng in Wiesbaden ist zu haben : Deutsche Nationalhymne für 1 8 4 8.
Tert von L. O. Sternau. Musik von H. Doru. Preis 18 kr.
Der Tert allein ohne Composition ist für 4 kr. zu haben.
2,1 PASSING EVENTS
mit
nimmt siwlemew.
Von dieser neuen Zeitschrift in englischer Sprache erscheinen von Anfang April 1848 an wöchentlich 2 Nummern, jede von einem Bogen in groß 4to zur Hälfte politischen, zur Hälfte literarischen Inhaltes. Der Prä». Preis ist nur 1 fl. 12 fr. per Quartal von 26 Bogen, wozu noch jeder Abonnent eine Prämie /bestehend in 3 Stahlstichen (36 kr. an Werth) gratis empfängt.
Durch alle Buchhandlungen (in Wiesbaden durch die L. Schellenberg'sche Hofbuch- handlung) und Postämter zu beziehen.
Englische Kunstanstalt von A. H. Payne in Leipzig.
29] Ich lasse, vom 26. April Morgens 9 Uhr aufangend, meine Mobilien, wegen "Verleihung meiner Wirthschaft, in meinem Hause zur Krone dahier in Biebrich öffentlich versteigern.
Reinhard Stritter.
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl. — Druck und Verlag der L. Schellenberg'schcu Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.