Einzelbild herunterladen
 

Für einen Alten Ehrwürdigen Freund, der nicht allein ein wahrer Sorgfältiger Reeler Freund ist son­dern Seit 30 Jahr auch unser Haus Arzt ist.

Diesem Lieben Mann, wird den 31ten May Sein Jubi- lehum als 50 Jähriger Präcisier Arzt gefeuert.

Zu diesem Zweck wünschte ich, ein Passendes aus der Seele gegriffenes Gedicht, wo nehmlich ich, die Mutter u. Ihre Kinder darin begriffen Sind, nebst Pouquet dem ge­feuerten zu überschicken,

Der Rahmen von dem gefeuerten ist N. N. Doctor Me- dizine wie auch.....scher Geheimerath."

Ichgriff in meine Seele," riß das Gedicht heraus, es ist kostbar gedruckt und mit einemPouquet" übersandt wor­den; den Brief aber habe ich mir aufbewahrt zum Andenken, daß ich auch eine Qual ausgestanden, wenn auch nicht die, welche in den Göthe'schen Worten angedeutet ist. S.

Der Trödler.

(Fortsetzung.)

Diese Idee nun, die aus meiner frühzeitigen Achtung gegen den Handwerksstand und aus den Erfahrungen her­stammt, die ich bei meiner eigenen armen Mutter machte, ist eS, die ich hier mitzutheilen die Ehre habe, und mit deren Kundgebung ich die Anfrage verbinde, ob nicht mehrere ver- ehrlicheVereinsmitglieder sie theilen und bereit sind, von Zeit zu Zeit ein den milden Gebern entbehrlich gewordenes und nicht mehr nöthiges Jnventarienstück abzulassen. Tasfelbe mag noch so gering und unscheinbar seyn, so gibt es doch feinen Erlös, welcher, angelegt und zweckmäßig verwaltet, zu seiner Zeit den dürftigen Wittwen aus dem Handwerksstande seine Früchte geben wird. Ich erbiete mich, die Sammlung der Geschenke zu übernehmen, den Erlös redlich zu verwalten und darüber für Jeden verständliche Rechnungs-Ilcbersichten zu führen. Gott segne, was ich in Seinem Namen ange- saugen habe."

In der Vereinsversammlung am 18. März 1833 berich­tete der liebe Armenfreund von zweimal fünf Gulden, die er für seine Wittwen in der Sparkasse anlegte, und von einem Kapital von fünfzig Gulden, welche der Schneidermeister Reb- Hahn zu Blumenrod für dieselben vermachte, und fügte hinzu: Gott sey Dank! Die Sache hat Eingang, gute Auf- und Theilnahme gefunden. Einige Zunftmeister haben bereits die erhaltenen Sachen, welche beschädigt waren, reparirt und wieterhergestellt, Andere haben sich erboten, verdorbene Sachen, welche in Zünfte einschlagen, wieder brauchbar zu machen. In der vorigen Woche bin ich nicht nur von dreien wackeren, tüchtigen Bürgern und ^r geschätzten Männern, sondern auch von Frauen auf der Straße freundschaftlichst angeredet und

aufgefordert worden, sie von der Sache in genauere Kenntniß zu setzen. Es geschah, und sie haben dann von selbst Beiträge versprochen und überhaupt ihre thätige und mitwirkende Theil­nahme zugesichert.

Schon ungefähr acht Monate darauf konnte dèr weise und unermüdet thätige Stifter derGewerbs-Wittwen-Pensions- Anstalt" dem versammelten Gewerbsverein die Dokumente von 144 Gulden Kapital und einen kleinen bauten Kassenbestand vorlegen und auf die vorhandenen und gehörig verzeichneten Geschenksvorräthe Hinweisen. Dabei bemerkte er schließlich, daß sich der Herr Auktionator Berg für die Anstalt sehr in# teressire, dieselbe bei den ihm vorkommenden Erbschafts-Tara- tions-Geschäften schon fruchtbringend empfohlen und eine fut die gute Sache gehaltene Auktion bereits unentgeltlich besorgt habe. Für künftige Versteigerungen hätte der wohllöbliche Magistrat ein Lokal, sowie überhaupt alle mögliche Unterstützung geneigteft und wohlwollend zugesichert.

Das darauf folgende Jahr 1834 nahm tie Einwohner Koburgs mehr als gewöhnlich für solche Leute'kn Anspruch, welche unter Hagelschlag und Brandunglück gelitten hatten; und darum war es kein Wunder, daß der liebe Zizmann gegen das Ende Desselben seinen verehrlichen Vereinsmitgliedern nur von einem Zuwachs von etwas über 86 Gulden, ungerechnet die vorräthigen und noch zu versilbernden Gegenstände, be­richten konnte. Er Durste aber dabei auch mit gutem Gewissen bemerken, daß sich unter dem bisher gesammelten Kapital von 231 Gulden 51V« Kr. kein einziger Heller bestnde, der nicht gerne gespendet worden wäre, oder dem GanzE-ffdhÄvkbch werden könnte, er durfte seinen Bericht getrost mit den Worten schließen:Ter Herr möge die Barmherzigkeit, an den Wittwen gethan, nach Seiner Vatergüte vergelten, und die Sache immer und immer mehr zu Seiner Ehre und zu Seines Namens Verherrlichung wachsen und dereinst Früchte tragen lassen!"

(Fortsetzung folgt.)

Miszellen.

Haag, 9. April. Metternich soll jetzt Vorhaben, sich auf lângeoe Zeit in tiefer Hauptstadt niederzulasieu.

Theater zu Wiesbaden.

Donnernag den >3. April. Zum Erstenmale: Der Rückfall. Original- Lustspiel in 4 Akten von A. P. Werner.

Freitag der 14. April, zum Vortheil der Mad. Flindt, zum Erstenmale wiederholt: Die Karlsschüler. Schauspiel in 5 Akten von H. Laube. Schiller: Herr Breuer, vom Stadttheater in Frankfurt, aus Gefälligkeit fit die Benesiziantiu, als Gaü.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl. Druck und Verlag der L. Schelleuberg'fcheu Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.