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welche nicht von der Regierung ausgeht , nicht von ihr sank- tionirt ist. ,

Von den bestehenden Komite'S kann J$ nur ^ie bestä­tigen, welche lediglich lokale Zwecke, die öffentliche Sicherheit, im Auge haben und deren Fortbestehen die- Ortsbehörden wünschen, alle anderen müssen sich sofort aller und jeder öffent­lichen Handlung enthalten. ES droht für jetzt noch keine Ge­fahr von Außen. Träte sie unS nah, so würde ich der Erste seyn, welcher die Vaterlandsliebe der Eingeborenen zu jeder Anstrengung aufforderte. Für jetzt -kann Jeder ruhig in seine Heimath zurückkehren. Eure Gefahr ist auch die mistige, und wir werden dann ihr zusammen entgegent^eten. WaS bis jetzt geschehen, ist nur unzeitig^ Verschwendung von Geld und Kräften.

Wer sich dem Dienste der Waffen aber widmen will, kann sich bei den Landwehr-Kommandeuren melden, er wird, wenn er dienstfähig ist, eingestellt werden.

Polen! Die edelsten Männer unter Euch haben mir ihre Mitwirkung für die Herstellung der Ordnung, wie ich sie ver­langen muß, zugesagt; ich werde mich in ihrer Begleitung bald überzeugen, ob meine Wünsche überall erfüllt sind und dann soll es schnell anS Werk gehen. Bis dahin kann nur vorbereitend berathen werden. Ich werde dazu Männer jeden Standes, jeder Sprache in angemessenem Verhältnisse heranziehen und hoffe ficker Sr. Majestät Regierung nur solche Vorschläge zu machen, welche das Zeichen gerechter Abwägung aller Inte­ressen an ihrer Stirne tragen.

Noch einmal also Ordnung, Ruhe, Gesetz! Ohne Ord­nung keine Freiheit, und Polen! bedenkt, welches unverhoffte, volle Maaß bürgerlicher und politischer Freiheit Ihr durch die großen Gaben der letzten Wochen mit uns genießt, mehr als einer von uns zu erleben hoffte. Wollt Ihr zu derselben zu­rückkehren, Euch geordnet und ruhig in Eure Heimath bege­ben, so verbürge ich Euch für das Geschehene die vollständigste Amnestie bei Sr. Majestät zu erwirken.

Posen, den 6. April 1848.

Der Königl. Kommissarius und Präses der Kommission zur Reorganisation deö Großherzogthums Posen.

v. W il lisen. General-Major.

Schleswig, 7. April. (Wes. Z.) Das erste Blut ist in unserm Kriege mit Dänemark geflossen und zwar in einem Vor­postengefechte bei Hockerup, bei welchem den Dänen einige Leute darunter ein Offizier getödtet worden und sie bis auf Rinkeniß in der Nähe von Gravenstein zurückgetrieb en sind. Unter unseren Soldaten ist Ein Mann verwundet. Die Unsrigen werden jetzt vorwärts gehen, namentlich um Graven- stein und die angränzende Gegend zu nehmen. An der Land­spitze bei Holniß versuchten die Dänen zu landen, haben aber davon abstehen müssen.

Das Gerücht von einem Waffenstillstand zwischen den Her- zogthümern und Dänemark entbehrt alles Grnndes.

(B.-H.) Tie Feinde scheinen von der Insel Alsen aus eine Landung bei Holniß am Flensburger Meerbusen zu ver­suchen, um unsere Truppen in der Stellung bei Bau zu um­gehen. Wahrscheinlich wird schon heute bet Holniß gekämpft. Unsere Truppen sind beordert, vorwärts zu gehen, um die Land­schaft Sundewith mit Gravenstein von den Feinden zu säubern. Die preußischen Truppen werden sich ohne Zweifel an dem Kampfe betheiligen, sobald sich ergeben haben wird, daß die Sendung eines außerordentlichen preußischen Abgeordneten nach Kopenhagen erfolglos gewesen ist. Die deutschen Angestellten in Kopenhagen, welche noch zurückgeblieben waren, sind nun fast ohne Ausnahme davon gegangen.

Wien, 6. April. (Allg. Ztg.) Zichy ist wegen seiner fei­gen Uebergabe Venedigs vor ein Kriegsgericht gestellt. Hoffen wir, daß ein strenges Urtheil gefällt werde zur Warnung für olle Feiglinge, die sich ohne Verdienst durch Hofgunst oder Weibersürsprache in hohe Militärämter eingeschlichen.

Unsere Armee wird nun auf den vollständigen Kriegs­fuß gesetzt. Es ist bereits der Befehl ergangen, alle Beur­laubten einzuberufen und die neunten Divisionen zu errichten.

Wien, 5. April. (A.A.) Die Oesterreichische Zei­tung spricht sich in leitenden Artikeln auf das Entschiedenste für ein freiwilliges friedliches Aufgeben der Lombardei aus.Wenn es einmal," sagt sie unter Anderem,erkannt ist, und wer zweifelt noch daran, daß die Verbindung der Lombardei mit Oesterreich eine künstliche, für die Gesammtzwecke der Monarchie nicht nothwendige ist, wenn man erkannt hat, daß Italien nicht

durch Liebe, sondern nur durch Waffengewalt zu behaupten sey, so überlasse man dieses Land seinem Willen. Nicht durch den Verlust der Lombardei kann das Vaterland in Ge­fahr gerathen, wohl aber durch eine Behauptung derselben mit Waffengewalt."

Frankreich.

Paris, 9. April. Die hiesigen Journale enthalten eine amtliche Mittheilung, laut welcher die provisorische Negierung auf den Vorschlag der Regierungs-Kommission für die Arbeit, und in Erwägung, daß die Zahl der im Auslande lebenden französischen Arbeiter jene der in Frankreich lebenden ausländischen Arbeiter weit übersteigt, die fremden Arbeiter, welche Frankreich beschäftigt, unter die Schirmwache der französischen Arbeiter stellt, und die Ehre der gastfreundlichen Republik dem Edelmuthe des Volkes anvertraut. Diese Erklärung der Regierung kommt wohl etwas zu spät, da bereits die meisten fremden Arbeiter aus Frankreich ausgetrieben wor­den sind.

In voriger Nacht hat die Polizei, zu deren Unterstützung Pikets der mobilen Nationalgarde und der Stadtgarde zu Pferde bereit standen, den Kräuterhändler Barbier verhaftet, in dessen Hause man 25 Flinten, zwei Kisten mit Pulver und Patronen nebst einer Masse von Säbeln versteckt fand. Zwei im Hause befindliche Kerle entsprangen. Es ist von einem Komplott die Rede. Ueber seine Mitschuldigen befragt, erklärte Barbier, daß er lieber den Kopf verlieren, als sie angeben werde.

I t a l i e «.

Mailänder Bulletin vom 3. April Morgens: Die öster­reichischen Garnisonen von Padua und Vicenza konzentriren sich in dem 40,000 Mann starken Heer, welches bei Lonato eine Schlacht liefern zu wollen scheint. (Lonato, Peschiera, Verona bilden alle den Schlüssel des Gardasees von der Lombardei aus, der Gardasee selbst wiederum den Schlüssel zu Südtyrol: daher die Wichtigkeit der dortigen Stellung). Das piemontesische Haupt- quar Her hat heute in Cremona übernachtet. Die Brigade Trotti traf gestern in Pontevico ein; die Hauptmasse der piemontesi- schen Truppen unter Karl Albert richtete sich nach Pizzighettone, Soresima und Cremona. Bei Gavando soll die Vorhut der freiwilligen Lombarden mit den Oesterreichern handgemein ge­worden seyn. Vom 3. April Abends: Die Piemontesen sollen eine österreichische Wache bei der Brücke S. Nuroco (bei Bres­cia) über den Chiese vertrieben haben. Karl Albert war am 2. April Abends in Cremona. Am 3. April ruckte ein starkeck Korps Piemontesen nach Castenedolo zum Angriffe gegen die dort liegenden Oesterreicher. Momara und Arcioni standen bei Gavardo. Sechshundert Brescianer waren in die Thäler Ty- rols eingedrungen. (A. Z.)

Aus,dem nördlichen Jura, 6. April. (Karlsr. Z.) Wir erhalten in diesem Augenblick Briefe aus der Waadt, welche die wichtige Nachricht bringen, daß in Chambery die Republik ausgerufen worden ist und daß dieser Theil Savoyens sich an Frankreich anschließen will. Das südliche Ufer des Genfer Sees wünscht mit der Schweiz vereinigt zu werden. Die treulose Politik Karl Alberts hat somit bereits ihren Lohn gëfMTtff, :-

Sprechsaal für Stadt und Land.

+ Wiesbaden, 10. April. Der am Schluffe meines gestrigen Berichtes über die letzte Versammlung im Adler er­wähnte Antrag ist in 9io. 12 d. Bl. von dem Antragsteller selbst, Hr. Prof. Dr. Fresenius, mitgetheilt und somit als allgemein bekannt vorauszusetzen. Ich erlaube mir daher nur, einige Bemerkungen daran zu knüpfen. Es wäre unrecht, wollte man die gute Absicht des Antrags verkennen; ob sie aber erreicht werde, ist eine andere Frage. Wer bezahlen kann, wird in der Regel ohnehin bezahlen; er hat also wohl nicht nöthig, durch Namensunterschrift sich noch besonders zu verpflichten, und Mancher wird schon aus bcin Grunde nicht unterzeichnen, weil er dadurch/ wie mir wenigstens scheint, ein Zeugniß des Mißtrauens gegen sich selbst ausstellen würde. Durch den Zusatz,wenn irgend möglich" werden einer­seits wohl Bedenken für die Unterzeichner gehoben, andererseits aber auch der Zweck der ganzen Sache nicht wenig beeinträch­tigt. Das Ganze erinnert an den Kaufmann von Venedig und dessen Verhältniß zum Juden Shylock. Die aus unreiner Absicht schlechten Zahler werden sicher auch nicht unterzeichnen; ihre Zahl dürfte auch wohl nicht so groß seyn, und sie haben schon durch die bloße Besprechuug des Gegenstandes eine Mahnung bekommen, die sich Mancher zu Herzen nehmen wird.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Niehl. Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.