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werden, für die Erreichung der VereinSzwecke zu wirken, und kann dieser Vorstand etwa auf die Dauer von einem Jahr ge­wählt werden.

Hierauf schritt man zur Wahl eines Vorstandes; die meisten Stimmen fielen aus Frau Prokurator Hergenhahn, Frau Medizinal­rath Zais, Frau C. Oeffner, Frau Katharine Altstätter, Fräulein Helene Schirmer, Frau Kaufmann Vigelius und Frau Johannette Lugenbühl.

Neunzig Frauen haben bereits ihre Namen in die Listen des Vereines eingezcichnet , doch ist die Einzeichnung damit noch keineswegs geschlossen. Ueber die Bedeutung und die zu erwar­tende Wirksamkeit des Vereins werden wir morgen Ausführlicheres berichten.

0 Vom Main, 10. April. Immer mehr häufen sich die Klagen, daß ein geordneter Zustand in unserem Lande nicht zurückkehren will, daß die Autorität der gesetzlichen Behörden gebrochen ist und die Achtung vor dem Gesetze immer mehr zu verschwinden scheint. Viele sehen mit banger Besorgniß in die Zukunft und glauben die vollständige Anarchie vor der Thüre. Uns liegen zwar solche übertriebene Besorgnisse fern, aber wir gestehen gern zu, daß es uns die höchste Zeit dünkt, mit aller Energie auf die Wiederherstellung der Herrschaft des Gesetzes hinzuwirken. Als Mittel zu diesem Zwecke ist in einer früheren Nummer Ihrer Zeitung die Besetzung der Beamtenstellen mit tüchtigen volkstümlichen Männern angegeben worden; aber hiermit allein ist es nicht gethan. Der Beamte kann nicht segensreich wirken, alle seine Macht ist gelähmt, wenn er nicht in der Zentral-Staatsgewalt eine kräftige Stütze findet. Hier ist der faule Fleck. Schon viel zu spät ist erkannt worden, daß der frühere Staatsminister von Dungern nicht der Mann war, das Staatsschiff auf der neuen Bahn, in welche es der Geist der Zeit getrieben, mit kräftiger Hand zu leiten. Aber es ist nicht genug, daß derselbe vom Ruder abgetreten; es ist drin­gend nöthig, daß ein anderer tüchtiger Steuermann an seine Stelle gesetzt werde. Jeder Verzug kann die schlimmsten Folgen herbeiführen. Dennoch zögert man mit einem Schritte, welcher schon vor fünf Wochen hätte gethan werden sollen. Sucht man noch immer den Mann, welchen man an die Spitze der Regie­rung stellen soll? Wir dächten, er wäre leicht zu finden. Es ist nicht unseres Amtes, dem Fürsten Minister zu empfehlen, aber in einer Zeit, wo das Vertrauen des Volkes das erste Erforder­niß eines Ministeriums ist, frage man nur die allgemeine Stimme des Landes und man wird Antwort erhalten!

' Weilburg, 10. April. An manchen Orten unsers Herzogthums hängt der Gewerbestand wesentlich von den Staats- dienern ab und es ist gewiß der prekären Stellung, in welcher sich namentlich die jüngeren Mitglieder dieser Körperschaft in materieller Hinsicht befanden, mit zuzuschreiben, wenn das seit Jahren ungelöschte Soll des Gewerbestandes fetzt sehr unange­nehm zu Tage kommt. Wir halten die geringen Besoldungen, die man nach dem Muster Preußen's auch bei uns eingeführt hat, gradezu für ein Mittel, Servilismus zu erzeugen, da der Unglückliche, der zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel bekam, unter so gedrückten Verhältnissen alle Lust zur Pflicht ver­lor und als wahrer Automat sein Pensum heruntcrschrieb, bis ihn das Ende der Bureaustunden an den Schoppen und die Karten gemahnte, denen er sich sofort überließ, um sich nach der Langweile des Tages in seiner Weise zu amüsiren.

Die nächste Zeit muß uns durch Abschaffung der geheimen Berichte und durch gute Verordnungen über die Absetzbarkeit der Staatsdiener eine größere Garantie für ihre Rechtlichkeit geben, sorge man dafür, daß nicht durch materielle Verhältnisse sich Servilismus von Neuem einschleiche. Es wird sich so Vieles ersparen lassen, wenn die Staatsverwaltuirg auf weniger schlep­pende Weise betrieben und Unnöthiges abgeschafft wird, daß wir glauben, man könne füglich 500 fl. als Anfangsgehalt festsetzen.

Darmstadt, 9. April. (D. Z.) Unser konstitutionell frei­sinniges Ministerium Gagern hat fetzt auch im Land selbst eine Opposition gefunden in der despotisch-republikanischen Partei. Anführer dieser Partei ist in unserem Hessen der Abg. Zitz aus Mainz, Einer Derjenigen, welche in Frankfurt aus der Nota- belnversammlung ausgetreten sind, weil ihr Einzelwille nicht all­gemeiner Beschluß wurde.

Göttin gen, 5. April. (Wes-Ztg.) Da die Studenten bei ihrem Auszuge insgesammt äußerten, daß sie, im Falle das Kuratorium ihre billigen und gerechten Wünsche genehmigen würde, auch wieder zusammen von Northeim aus in Göttingen einziehen wollten, so haben die göttinger Bürger, von denen das ehrenwerthe Benehmen der Studenten mit großem Beisall ausgenommen ist, einstimmig in der Bürgerversammlung beschlos­

sen, die Studenten von Northeim aus in glänzendem Zuge in die Stadt zurückzuführen und dabei Festlichkeiten zu veranstalten.

Berlin, 8. April. In der fünstvergangenen Nacht wurde unsere Bürgerwehr durch Generalmarsch erschreckt und beun­ruhigt; mehrere Tausend eilten sogleich zu dem Sammelplatz vor dem Schlosse, und binnen einer halben Stunde war eine höchst ansehnliche, Achtung gebietende Macht vereinigt. Alles forschte nun nach dem Grunde, und siehe da, es ermittelte sich heute früh Folgendes: Eine Person wollte ausglaub­würdiger Quelle" gehört haben, das Schloß solle in der Nacht gestürmt und die Schloßwache überrumpelt werden, zu welchem Zwecke sich 2000 Menschen irgendwo vereinigt hätten. Es war nirgends etwas zu erblicken, vielmehr die Stadt ganz ruhig.

Telegraphische Depesche. Berlin, 9.April 1848, Abends 9 Uhr. Der Herr Minister-Präsident an den Herrn Oberpräsidenten Eichhorn. Nach neuem Beschlusse des Bun­destages werden statt der Wahlen durch den vereinigten Landtag andere angeordnet werden. (gez. Camphausen.)

Köln, 10. April 1848.

Posen, 3. April. (B. N.) Seit ungefähr 8 Tagen waren bereits große Truppenmassen zur vollkommenen Einschließung der Stadt und Festung verwendet worden. Am 2. rückten plötzlich neue Truppenmassen unter klingendem Spiel in die Stadt, na­mentlich 2000 Mann schlesischer Landwehr. Am 3. folgten, wie­der schlesische Landwehr und Jäger. Es wird hier eine Armee von 15,000 Mann konzentrirt, aber detachirt wird nichts, ob­wohl in Schroda, Buk und andern Städten nur die polnische Republik gilt. Das Militär verharrt im Bertheidigungsziistand, um die Entschließungen des Königs abzuwarten. In der gestri­gen Nacht geschah von polnischen Edelleuten eine Art Angriff auf eine Husarenvedette, der mit Verhaftung der Polen endete. Am 3. wurde dann der Belagerungszustand erklärt. Leider kam es dabei zu einigen betrübenden Ereignissen. Ein Pole, der sich vergriff, wurde von einem Husaren niedergehauen. Am Abend wurde durch einzelne Wehrmänner und pommersche Infanteristen ein improvisirter Angriff auf die Polen in und vor dem Rath­hause gemacht, den bewaffneten Posten wurden die Säbel ent­rissen und zerbrochen. Die erstern zogen ihre Säbel oder hieben mit Fäusten in die Polen ein, bis herbeieilende Jnsanteriepikets Volk und Militär auseinander brachten. Abends um 9 Uhr war Alles wieder ruhig.

Rendsburg, 7. April. (Wes.-Z.) In den dänischen Blättern wird das Heranziehen der preußischen Hülfstruppen so gedeutet, daß der Bundesverpflichtung gemäß die Absicht sey, die aufrührerische Bewegung im Herzogthum Holstein nieder zu halten.

Die Stadt Tondern ist von den Dänen, nachdem sie da­selbst einige Männer verhaftet und fortgeschleppt haben, sogleich wieder geräumt worden. Unsere dahin abgesandten Truppen werden dort keinen Feind mehr vorgefunden haben. Ueberall, wohin die Dänen kommen, werden die Männer feden Standes, welche in ihrem Kreise sich ausgezeichnet haben, und sonach als die Vertreter der schleswig-holsteinischen Ueberzeugung gelten, vom Feinde fortgeschleppt und in strenger Haft gehalten. Die Familien derselben bleiben gänzlich ohne Nachricht von deren Schicksal.

Während von Kopenhagen aus die amtliche Zusicherung er­theilt wird, daß der Handelsverkehr mit den Herzogthüinern nicht gestört werden solle, während im Namen des Königs proklamier wird, daß der Kampf nur gegen die aufrührerischen Unterthanen geführt werde, berichten dänische Blätter gleichzeitig, daß mehrere schlesw.-holst. Handelsschiffe, darunter eins mit einer Ladung von 1000 Tonnen Kohlen von den Dänen aufgebracht, und daß das Dampfschiff Caroline Amalie (nach andern Nachrichten auch das Dampfschiff Christian VIII.) aufgebracht worden. Wir können unsere Handels- und Transportflotte zwar nicht vertheidigen; wenn aber die Dänen das Privateigenthnm hiesiger Einwohner beeinträchtigen, so erkennen sie fa zureichend an, daß sie nicht gegen Aufrührer, sondern gegen einen selbst­ständigen Staat Schleswig-Holstein Krieg führen.

In der Nacht vom 4. auf den 5. April ist ein preußischer Kourier durchgegangen, wie man vernimmt, um bei dem Kopen­hagener Ministerium nochmalige Schritte zur Anerkennung der Selbstständigkeit der Herzogtümer zu thun, damit Preußen nicht gezwungen werde, zum offenen Friedenöbruche zu schreiten.

Schleswig, 5. April. Ueber die gegenwärtige Stel­lung und Starke der kriegführenden Parteien ist Folgendes zu bemerken: Die Dänen, etwa 8000 Mann im Ganzen stark, von denen aber hie und da Besatzungen zurück- stehen, befinden sich etwas südlich von Apenrade; ihre Vorposten bilden eine Linie von da bis hinüber zum südlichen Theile Alfens. Unsere Armee ist noch mit dem noch in hiesiger «tadt emquar-