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Minister hat für Köln die Summe von 100,000 Thlrn. ange­wiesen, um dadurch den Gewerbtreibenden zur Fort­setzung ihrer Thätigkeit Hülfe zu leisten. Es wird sich durch Vermittlung der königl. Handelskammer ein Konnte bilden, um die zweckmäßigste Vertheilung vorzunehmen.

$ Köln, 10. April. Bei uns geht es jetzt wie bei Ka­stell, wo die Lohnkutscher die Schienen der Taunuseisenbahn aus­gehoben haben, damit die Einspänner wieder nach Frankfurt fahren können. So hat hier ein provisorischer Ausschuß in- Schiffahrtsangelegenheiten die Anforderung an die Verwaltung der hiesigen stehenden Schiffbrücke gestellt, daß dieselbe abgefah­ren werde, damit die Schiffer durch das UeberfahreN in Nachen wieder Verdienst erhielten. ,

Hannover, 5. April. Von heute an findet v ollst an - dige Öffentlichkeit der Verhandlungen in der Volkskammer statt; denn das lästige Kartenansgeben wird mit dem heutigen Tage aufhören. Heute Abend wurde hier die zwette Ver­sammlung des Bürgervereins im Saale des Ballhofs ge- gehalten, der mehrere Tausend Menschen beiwohnten. Es ist dies ein durch bir Bestrebungen einiger Bürger hervorgerufenes Institut, das bezweckt, uns aus unsrer politischen Kindheit in ein etwas reiferes Alter zu versetzen, und den Keim polttlscher Volksbildung in sich trägt.

Leipzig, 1. April. (Weser Ztg.) Im Erzgebirge ist die Hungerpest ausgebrochen. Mit in Folge dessen haben dort bereits Erz esse von Seiten der Fabrikarbeiter statt- gefunden, indem dieselben mehrere Fabiken zerstört haben und sich gegenwärtig, wohl an 1000 Mann stark, nach Chemnitz wälzen sollen, um dort ihr Werk fortzusetzen.

* Berlin, 8. April. Die Provinzialstände der Provinz Preußen haben in einer Eingabe an den König den Wunsch ausgesprochen, daß diese Provinz in den deutschen Bund ausgenommen werden möge. Sie sagen:Die Provinz Preußen, als Deutschlands Grenzwächter gegen Osten, kann diese vorgeschobene gefährliche Stellung mit unbeschränkter Hingebung nur in dem Bewußtseyn behaupten, daß sie auch staatsrechtlich dem großen deutschen Vaterlande angehöre, mit welchem sie durch Sprache, Bildung und Gesinnung in der weit überwiegenden Mehrzahl ihrer Be­wohner geistig schon vereinigt ist."

Die königliche Erwiderung liegt bereits vor; wir ersehen daraus, daß das Staatsministerium bereits beauftragt ist, sofort die zur Aufnahme der gedachten Provinz in den deutschen Bund erforderlichen Einleitungen zu treffen.

Berlin, 7. April. (K. Ztg.) Die Wahlen zum Bundes­tage ftnb' im Ganzen gut ausgefallen. Jede Provinz hat die Hälfte der Deputaten außerhalb des Landtages gewählt. Der Rhein zählt die Minister seiner Provinz unter den Deputaten, ferner Arndt, Leue, Raveaux, Venedey; Königsberg Schön, Kosch, leider nicht Jacoby. Brandenburg ist diesmal geistreich gewesen und hat Alexander von Humboldt berufen.

Rendsburg, 5. April, Morgens halb 12 Uhr. (W.-Z.) So eben treffen mit einem Extrazuge die Preußen hier ein, empfangen von dem unendlichen Jubel der Bewohner Rends­burgs.

Rendsburg, 5. April. (R. T.) Von der Armee em­pfangen wir vielfache Berichte über Mißhandlungen, welche Seitens dänischer Freischaaren Personen schleswig-holsteinischer Gesinnung erlitten haben. Wir wollen hoffen, daß jene Berichte mindestens übertrieben sind. Es heißt, daß eine angesehene Dame entkleidet und von einer Bande umtanzt, angesehene Männer geprügelt seyen, der Bürgermeister Schow in Ketten liege, daß man überall, so weit die Dänen Schleswig besetzt haben, die Vaterlandsfreunde aufspüre und sie mit sich schleppe.

Die Freischaaren der Jüten, bewaffnet mit Sensen und in Holzschuhen, sind bis auf eine Meile von Tondern vor­gedrungen und gehen besonders auf Pferde- und Beamtenraub aus; das reguläre dänische Militär soll bis jenseits Apenrade zurückgegangen seyn.

Rußland.

St. Petersburg, 28. März. (B. N.) Nach den neue­sten Nachrichten, die in der vergangenen Woche aus Berlin und Wien hier eingingen, hat der Kaiser, wie man jetzt von mehreren Seiten bestimmt vernimmt, die diesseitigen Kriegsrüstungen, zu denen bei Eingang der Nachricht von der Pariser Revolution so großartige Vorbereitungen ge­troffen wurden, völlig einzustellen befohlen.

Wir werden uns vorläufig neutral und beobach­tend zu den europäischen Geschicken verhalten, unsere eigenen Zustände ordnen, was am Zweckmäßigsten scheint; sollte aber,

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl. Druck und Verlag

waS jetzt noch nicht zu erwarten ist, der Westen Europas n eine kriegerische Stellung übergehen, die auch unsere Grenzen bedrohen könnte, so werden wir bei der ersten ihnen nahenden Gefahr schlagfertig jeyn.

Sprechsaal für Stadt und Land.

Von Dienstag den 11. April an liegen in sämmtlichen Buch­handlungen Wiesbadens Listen zur Unterzeichnung offen für alle diejenigen, welche mit mir die Meinung theilen , daß durch recht­zeitige Bezahlung von Geldforderungen das Bürgerleben gehoben und gekräftigt werden könne, und welche mit mir die Ueberzeu­gung hegen, zur Erreichung dieses Zweckes sei es nützlich und erforderlich, daß Jeder sich selbst die Pflicht auferlege, nach Kräften zur Verwirklichung der Sache beizutragen, und daß er sich frei und offen hierzu bekenne.

Die Fassung des zu Unterschreibenden ist folgende:

Wir Endesunterzeichnete halten dafür, daß, wenn, das Ganze gedeihen soll, vorab der Einzelne seine Pflicht zu erfüllen habe, und so sind wir denn namentlich auch überzeugt, dass es Ehrensache eines freien Bürgers seyn müsse, Gewerbtreibende, Kaufleute rc. in Geldforderungen freiwillig und rechtzeitig zu be­friedigen, auf daß Vertrauen und Festigkeit wieder heimisch werde in Handel und Wandel. Damit aber unsere Ueberzeu­gung, sofort zur That werde, so bekennen wir hiermit, daß wir selbst sämmtliche Forderungen, bei denen nicht besondere Zahlungs­bedingungen gemacht sind, längstens drei Monate nach erhal­tener Rechnung, wenn irgend möglich, befriedigen wollen, auf Bürgerehre und Mannespflicht.

Wiesbaden, den 9. April 1848."

Die Unterschriften werden wöchentlich in der N a ssau i sch e n Allgemeinen Zeitung bekannt gemacht. .

Wiesbaden, den 10. April 1848.

Prof. Dr. Fresenius.

A Wiesbaden, 9. April. In der gestern im Adler ab- gehaltenen Volksversammlung hat ein großer Theil der Anwe­senden offenbar zu Beschlüssen seine Zustimmung gegeben, die er bei ruhigerer Ueberlegung versagt haben würde. Die Verhand­lung über den zu gründenden Bürgerverein ging von der.gewiß falschen Vorausfttzung aus, daß die Unterzeichnendes Programms vom 7. April auch Mitglieder des neuen Vereins werden wollten. Dieses Progamm aber und der Verein sind zwei ganz verschie­dene Dinge. Einsender fragt, ob überhaupt ein solcher Verein nöthig sey ; er für seine Person verneint die Frage und ist über­zeugt, daß Viele seine Ansicht theilen und trotz ihrer zu dem Programm gegebenen Unterschrift dem Vereine nicht beitreten werden.

H Sollte nicht zur Zeitersparniß eine Anzahl Männer von der Volksversammlung im Adler gewählt werden, welche die vorkommenden Gegenstände zuerst unter sich bespricht und die Debatten leitet? Damit wäre einVerein" unnöthig gemacht und der wesentliche Zweck desselben doch erreicht.

Dr. F. Sandberger.

0 Wiesbaden, 10. April. Gestern Mittag ereignete sich's, daß ein Kind des Hrn. Aug. Pallat in der Metzgergasse an dem Hinterhause des Hrn. Lederhändler Freytag in's Wasser fiel, und an 40 Schritte fortgetrieben wurde. Durch die beiden. Töchter des Hrn. Kahlstätter wurde es, bereits besinnungslos, wieder herausgezogen und durch rasch angewandte Mittel, bürsten, reiben rc. wieder in's Leben gerufen. Der Vater jenes Kindes fühlt sich gedrungen, den beiden Retterinnen seinen wärmsten Dank öffentlich auszusprechen; zugleich aber stellt man die An­frage, ob es nicht dringend geboten sey, an der für Kinder sehr gefährlichen Stelle ein Gitterwerk oder dergleichen zum Schutze anzubringen?

Beiträge für die Bewaffnung der deutschen Brüder in Schleswig-Holstein.

Von einer patriotischen Gesellschaft auf dem Mühlchen (bei Herrn Käßberger) 4 fl.; ferner von Hr. Hoflithograph Zingel 1 fl., von Hr. I. Pohl 3 fl., vorn Verleger und Redakteur der Nass. Allg. Ztg. 5 fl. 30 kr.; zusammen 13 fl. 30 kr.

der L. Schclleuberg'schcu Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.