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ru welchem Behufe schon am 2. d. M. ein Infanterie-Regiment von Stuttgart und ein Reiter-Regiment von Ludwigsburg mit einer reitenden Batterie ausrückten.

Prag, 26. März. (A. Z.). Unser Erzbischof, der für die Nothleidenden 4000 fl. C. M. beisteuerte, rügte kürzlich in einem an den Neustädter Curatclerus erlassenen Circular, daß einige Seelsorger die Kanzel dazu mißbraucht hätten, das Volk ru reizen und Ausfälle gegen die Konstitution zu machen."

Wien, 1. April. Nachmittags. (A. Z.) Heute wurde von Seiten der Staatskanzlei und der Kriegskanzlei die Kriegs­erklärung gegen Sardinien beschlossen.

Der Landsknecht (Fürst Schwarzenberg) hat sich erboten, den Oberbefehl über die nach Italien abgehenden Freischaaren- korps zu übernehmen. _

Wien, 1. April. (A. Z.) Traurig lauten die Nachrichten aus Italien welches definitiv verloren scheint. Der Stoß, welchen dadurch Wiens und Böhmens Handel und Industrie erhalt, ist fast tödtlich zu nennen; ein großer Theil der L>chaf- und Baum­wollmanufakturen muß die Arbeiten einstellen, und Tausende von Arbeiterfamilien werden ohne Verdienst und Brod fein. ^ch befürchte deßhalb schon für die nächste Woche nicht hier allem, sondern besonders in den Industriebezirken von Böhmen ernste Arbeiterunruhen, welchen sich Bauernunruhen als natürliches Gefolge anschließen dürften. Die Regierung fühlt die Wichtigkeit Italiens sehr wohl, und scheint Alles aufbieten zu wollen, es zu erhalten oder wieder zu gewinnen. ,

Berlin, 4. April. In der heutigen Sitzung des Verei­nigten Landtages ist nachfolgendes Allerhöchstes Propositionsdekret der Versammlung übergeben worden: , ,

Wir Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden Komg von Preußen rc. -c., entbieten Unseren zum zweiten Vereinigten Landtage versammelten getreuen Ständen Unseren Königlichen

Die deutsche Bundesversammlung hat in ihrer Sitzung vom 30 v M. den Beschluß gefaßt, die Bundesregierungen aufzu­fordern, in ihren sämmtlichen, dem deutschen Staatensystem ange­hörigen Provinzen auf verfassungsmäßig bestehendem oder sofort einznführenden Wege Wahlen von Nationalvertretern anzuord­nen, welche am Sine der Bundesversammlung in einem möglichst kurzen Termine zusammenzutreten haben, um zwischen den Regie­rungen und dem Volke das deutsche Verfassungswerk zu Stande zu bringen. Zugleich hat die deutsche Bundesversammlung sich über einen provisorischen Vertrctungsmaßstab geeinigt, nach welchem Preußen zu der deutschen Nationalvertretung für Unsere, dem deutschen Bunde jetzt angehörigen Provinzen 113 Vertreter abzusenden hat. Da es unumgänglich nöthig ist, daß die nach obigem Beschlusse in kürzester Frist zu erwartende Versammlung -der" deutschen Nationalvertreter nicht ohne die Therlnahm e preußi­scher Repräsentanten zusammentrcte, und außerdem bereits mit meh­reren deutschen Staaten die Verabredung getroffen ist, daß die zur deutschen Nationalvertretung abzuordnenden Repräsentanten durch die bestehenden Ständekammern gewählt werden sollen, so fordern Wir Unsere zum Vereinigten Landtage versammelten getreuen Abgeordneten der Ritterschaft, Städte und Landgemeinden aus Unseren zum deutschen Bunde gehörigen Provinzen hierdurch auf, die für letztere zu der Versammlung der deutschen National­repräsentation abzuordnenden 113 Vertreter unverzüglich zu wäh­len. Von dieser Vertreterzahl fallen, nach dem Bevölkerungs- Verhältnisse der verschiedenen Provinzen, auf

Brandenburg 19

Pommern Schlesien Sachsen Westfalen

11 28 16 14

Rheinprovinz . ... 25 Vertreter.

Für den Fall, daß die Provinzen Preußen und Posen m Folge Unsres Patents vom 18. v. M. den Wunsch aussprechen sollten, dem deutschen Bunde einverleibt zu werden, richten Wir zugleich an Unsere zum Vereinigten Landtage versammelten getreuen Abgeordneten, der Ritterschaft, Städte und Landgemein­den aus diesenbeiden Provinzen die Aufforderung eine angemessene Anzahl von Abgeordneten welche für die Provinz Preußen 23 und für die Provinz Posen 12 betragen würde, für die deutsche National-Vertretung zu wählen. Diese Wahlen sind, von den einzelnen Provinzen abgesondert, vermittelst absoluter ^tim- menmehrheit zu vollziehen und nur aus Bewohner her betref­fenden Provinz zu richten. Im Uebrigen wollen wir Unseren getreuen Ständen dabei keinerlei Beschränkungen auferlegen und auch das Wahlverfahren selbst ihrem eigenen Interesse überlassen. , _ .

Sollte die auf Grund des neuen Wahlgesetzes zu bildende

Versammlung der Vertreter Unseres Volkes, wie jedoch kaum zu erwarten ist, früher als die Versammlung der deutschen National- Repräsentanten zusammen treten, so behalten Wir Uns vor, mit derselben über eine den veränderten Verhältnissen angemessene Vertretung Unseres Volkes bei der deutschen Nationalrepräsen- tation eine Vereinbarung zu treffen. Wenn übrigens bei Kon- stituirung der neuen deutschen Bundesverfassung ' die Bildung eines theilweise aus Mitgliedern der ersten deutschen Stände- Kammern bestehenden Oberhauses vereinbart werden möchte, so werden wir zur Vollziehung dieser Wahl, sofern nicht bis dahin eine andere erste preußische Kammer gebildet seyn sollte, Unsere Herrenkurie besonders zusammen berufen.

Gegeben Potsdam, 3. April 1848.

Friedrich Wilhelm.

Camphausen. Graf v. Schwerin, v. Auers­wald. Bornemann. Arnim. Hansemann. v. Reyher.

Von der Elbe, 31. März. (H. C.) Aus guter Quelle vernehmen wir, daß der Prinz von Hessen in diesen Tagen in­kognito durch Hamburg mit einer Spezialmission nach England gegangen ist. Man setzt nämlich in Kopenhagen seine letzte Hoffnung auf diese Macht als Vermittlerin, da man überzeugt ist , England wolle keine Schwächung Dänemarks, indem es dasselbe als Bollwerk und Vorposten gegen Rußland ansehe.

Wir hören heute Abend, daß das lang erwartete preußische Hülfskorps morgen in's Holsteinische einrückcn werde.

Kiel, 2. April, Abends. W.-Ztg.) An der holsteinischen Ostseeküste bewaffnet man sich jetzt eben so, wie an der schleâ- wigschen. Die Probstei, die im Westen von dem Kieler Hafen begrenzt wird, hat sich bereits besonders stark gerüstet. Außer einer Abtheilung Scharfschützen, die jedes Dorf dort hat, sind alle ehemaligen Soldaten mit Gewehren, die Uebrigen mit Lan­zen bewaffnet. Einen ansehnlichen Heerbann soll jenes, von einem äußerst kräftigen Menschenschläge bewohnte Ländchen so aufzubieten im Stande seyn. Eine Signalkette ist ebenfalls dort wie überall an den Küsten errichtet.

Ein Gerücht, das jedoch ziemlich unverbürgt ist, sagt Lau- rids Skau, den bekannten Führer der dänischen Partei im nördlichsten Schleswig und jetzigen Anführer einer kleinen däni­schen Freischaar , als gefangen in den Händen unserer im Nor­den stehenden Truppen befindlich.

G r o ß d r i 1 a n n i e rt.

London, 28. März. (A. Z.). Auf übermorgen Abends ist eine Versammlung der Deutschen in London.;u- sammenberufen, um an die an demselben Tage zu Frankfurt am Main sich versammelndenVertreter des deutschen Volks" eine Adresse zu erlassen. Die Ereignisse in Deutschland nehmen die Aufmerksamkeit der Engländer fortwährend vorzugsweise in I Anspruch, mehr als die irgendeines fremden Landes. Indessen ist das Vertrauen allgemein, daß unser Vaterland aus der Kriese neuverjüngt und mit erhöhter Stärke hervortreten werde.

t a I i en

Mailand, 31. März. (A. Z.) Der Kern der großen österreichischen Armee unter Radetzky, nun auf etwa 10 brs 12,000 Mann reduzirt, ist in vollem Rückzüge. Es qt außer Zweifel, daß es zwischen dem Oglio, Mincio und Adda, nämlich zwischen Brescia, Mantua und Verona zum eutschen­denden Zusammenstoß kommen muß. Der Rest der öster­reichischen Truppen ist abgemattet, hungernd und muthlos; sein Soldat gehorcht, sobald es sich darum handelt durch Städte zu riehen, denn sie fürchten die Dachziegel und Steine aus den Fenstern mehr noch als die Kanonen! (Der Korrespondent ist ein Italiener, bemerkt die A. Z.).

Briefe aus Neapel vom 29. Marz melden den Rück­tritt des Ministeriums. Neapel wollte ebenfalls Trup­pen in die Lombardei schicken, ein Brief aus Livorno sagt 20,000 Mann. Einige hundert Freiwillige von dort waren bereits am 11. März zu Dampfschiff in Genua angekommen.

(Allg. Z.)

Rußland.

Riga. (A.Z.) In Livland ist die Cholera ausgebrochen. Schon laufen von den kleinern Städten Berichte em, ;. B. aus sen­den, wo in diesen Tagen ein Krankheitsfall vorkam. ^aju die beunruhigenden Nachrichten aus dem Auslande. Ucberall Hort man russischerseits von Bewegungen und ^ruppcnmarschen. Unser sonst so ruhiger Charakter ist durch dre von Osten heremdnngende Krankheit und die' politischen Nachrichten aus dem Auslande fieberhaft erregt. Einiges erfahrt man durch d.e Ze- "»gm, al er so entstellt, daß man das Wahre nicht heraus finden kann.