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Michelsen, die Stadt erreichte, hatte von einer dänischen Kriegsbrigg, die eine Stunde früher im Hafen angekommen war, ein heftiges Feuer auszuhalten. Die Brigg bestrich den Strand- wea, welcher von Süden in die Stadt führt, mit unausgesetzten Kartätschenschüssen, indessen wußte Mafor Michelsen seine Leute solche Deckung nehmen zu lassen L daß er ohne Aufenthalt und ebne den geringsten Verlust die Stadt erreichte.

' Schleswig, 29. März, Abends. (H. C.) So eben treffen Reisende aus Kopenhagen undHaderöleben hier ein, deren Mit­theilungen zufolge die Stadt Hadersleben am 29. d. Mittags Von den Odenseer Dragonern und den in Nyborg garnisonircn- den Jägern mit etwa 1400 Mann besetzt worden ist. In Hadersleben hat man von den dortigen Männern, die bisher unablässig für die schleswig-holsteinische Sache gekämpft, den Dr. Marcus festgenommen; Dr. Meier und Andere flüch­teten sich noch zur rechten Zeit.

Der bekannte Advokat Blaunfeld aus Flensburg wollte 400 Gewehre von Polnis nach Alfen den Dänen zuführcn. Er wurde dabei ergriffen und ist hier gestern Nacht nach Rendsburg durchgebracht.

Die Gegend hinter Neuwerk (Rendsburg) ist unter Wasser gesetzt. Man sagt, daß die Eisenfabrik von Hotter und ein Theil von Pöseldorf abgebrannt werden soll, um ein Bombar­dement von dieser Seite schwieriger zu machen.

Nach Privatnachrichten über Lübeck (hier kommt die Post nicht mehr an) setzt der König selbst sich mit einer imposanten Trup­penmacht in Bewegung, um über den Kolding zu gehen. Die Armee wird auf 15,000 Mann angegeben, indessen möchte der größte Theil aus Freischaaren bestehen. Die Begeisterung der Dänen für die Unterjochung der Schleswiger soll sehr groß seyn.

Die Seeräuberei der Dänen hat begonnen; eine Kriegsbrigg ist vor Apenrade angekommen und hat unter An­drohung des Bombardements den Bürgermeister Skau gezwungen an Bord zu kommen. Der Bürgermeister ging an Bord und die Dänen fuhren mit ihm davon.

Pole 11.

Aus Polen meldet man, daß dort trotz aller Grenzbewa­chung die Nachrichten aus Deutschland Eingang gefunden haben. Jetzt knüpft man Leute, welche Zeitungen vorlesen, an den Bäumen auf und nimmt den Bauern selbst die Sen­sen und Sicheln fort. Die Schmiede sind eidlich verpflichtet, keine scharfe und spitzige Instrumente zu verfertigen.

Rußland.

St. Petersburg, 26. März. Hier ist so eben folgendes Manifest des Kaisers erschienen: Nach einem langen und segensreichen Frieden ist der Westen Europa's Plötzlich von Un­ruhen bewegt, welche der gesetzlichen Gewalt und der gesellschaft­lichen Ordnung den Untergang drohen. In Frankreich entstanden, hat sich der Aufruhr und die Anarchie schnell dem nachbarlichen Deutschland mitgetheilt, und die zerstörende Flut hat, im Ver­hältniß der Nachgiebigkeit der Regierungen wachsend, die mit uns verbündeten Staaten, Oesterreich und Preußen, ergriffen.

Jetzt, mit Mißachtung aller Schranken, bedroht dieß blinde und unverständige Treiben auch das von Gott Uns anvertraute Rußland. Doch, es wird fern von ihm bleiben! Wir sind be­reit, unter Anrufung des Herrn, und dem erhabenen Beispiel Unserer Vorfahren folgend, unseren Feinden zu begegnen, wd sie uns auch entgegentreten mögen, und ohne Rücksicht auf uns selbst, vereint mit unserem heiligen Vaterlande, die Ehre des -russischen Namens und die Unverletzbarkeit Unserer Gren­zen zu vertheidigen.

Wir sind überzeugt, daß jeder Russe, jeder Unserer treuen Unterthanen, mit Freuden der Stimme seines Kaisers folgen, und daß Unser alter Kriegsruf:Für Glaube, Czar und Vaterland," auch jetzt uns auf diesem Wege zum Siege führen wird: dann rufen wir im Gefühle der Dankbarkeit, wie jetzt im Gefühle des Vertrauens auf Gott einstimmig:Gott mit uns! Höret ihr's Alle, die ihr in fremden Landen seyd, und füget Euch, denn Gott ist mit uns!"*)

Gegeben zu St. Petersburg, am 14. (26.) März 1848, im 23sten Jahre unserer Regierung. Nikolai.

*) Jesaias Cap. 8, V. 9., nach der slavonischen Ucbersetzung.

Sprechsaal für Stadt und Land.

Erklärung.

Um Verwechslungen vorzubeugen, erklärt hiermit der Unter­zeichnete, daß die unter der gestern ausgegebenen Bekanntmachung des sog. Komite's der republikanischen Gesellschaft befindliche Namens-UnterschriftWerren" nicht von ihm herrührt.

Wiesbaden den 5. April 1848.

Werren,

Hauptmann und Regiments-Auditeur.

Bekanntmachungen.

Rheinische Dampfschiffahrt

GESELLSCHAFT.

Die Dampfschiffe der Cölnischen Gesellschaft fahren täglich

von BIEBRICH

7% Uhr Morgens nach Coin, im Anschluss an die Eisenbahnzüge nach Aachen, Düs- seldorf, Elberfeld und Hamm.

107, Uhr Morgens nach Cöln.

171 Uhr Mittags nach II <mit ft eint .

Wiesbaden, den 19. Februar 1848. DIE AGENTUR.

Dampfschiffahrt für den Nieder- und Mittelrhein.

Düsseldorfer Gesellschaft.

Vom 1. März 1848 fahren die Boote täglich

von BIEBRICH

Morgens 67, Uhr nach Cöln und Düsseldorf, im Anschluss an den 4 Uhr Eisenbahn­zug nach Elberfeld etc. ,

Morgens 8 Uhr nach vSln und Düsseldorf, im Anschluss an den 6 Uhr Eisenbabnzug nach Aachen.

jeden Montag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag nach Arnheim (Amsterdams) und Hotter dam,

jeden Montag und Donnerstag nach Arnheim (Amsterdam) Rotterdam und London.

von Main® Morgens 6 Uhr täglich nach Mannheim (Hehl und Straslmrg), Wiesbaden im Februar 1848. DIE AGENTUR.

5] Freut Euch des Lebens!

Taschen-Liederbuch

' für das deutsche Volk.

Eine ausgewählte Sammlung von 830 der beliebtesten und bekanntesten Volks-, Studenten-, Jäger-, Soldaten-, Lie- : des -, Trink-, Wander-, Gesellschaftslieder.

Plauen, bei Aug. Schröter. Eleg. ge­bunden 27 kr.

Durch gut getroffene Wahl, Billigkeit und schöne Ausstattung zeichnet sich dieses Liederbuch ganz besonders aus.

Vorräthig in der

Buchhandlung von Chr. W. Kreidel in Wiesbaden.

31 An Stotternde!

Der seit mehreren Jahren in den Universitäts- 1 flöhten München und Heidelberg, in letzter Zeit in Frankfurt a. M. bestandene uno rühmlichst bekannt gewordene

Heilkurjus für Stotternde Heden Alters j

ist von heute an für kurze Zeit in Mainz eröffnet. 1

Das Lokal ist Franziskauergassc im Hause de- Herrn Specht, woselbst sich die Patienten inner­halb 14 Tagen (Sonntags ausgenommen) melden | können.

Mainz, den 20. März 1818.

18] Einige Malter Johanniskartoffeln zu ver­kaufen bei Friedr. Chr. Herrmann.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl, Druck und Verlag der L, Schellenbcrg'schcn Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.