nach Posen abgereist ist. Die Zustande in Warschau und das dort mehr als je waltende Knutungs- und Knechtungsspstem sollen die Plötzliche Abreise beschleunigt haben.
Hamburg, 27. März. (Köln. Ztg.) Diese Nacht ist Herr Claussen aus Kiel mit einem Ertrazuge nach Berlin hier durchgegangen, um sich Artillerie zur Vertheidigung des kieler Hafens zu erbitten. Jede Stunde können dänische Kriegsschiffe erscheinen, und kein einziges Fahrzeug einer deutschen Flotte ist im Stande, ihnen entgegen zu treten. Der Krieg, wenn auch nur ein kurzer, ist, wie die Sachen jetzt stehen, mit Dänemark unvermeidlich. Von allen Seiten eilen bereits Freischaren nach Rendsburg, und der altonaer Bahnhof sicht wie ein Feldlager aus. „
Nach neuern Nachrichten hat der König von Dänemark die Eroberung Schleswigs für Dänemark beschlossen. In einer vom 24. März datirten Proklamation an die Einwobner Kopenhagens spricht er aus, daß er den schleswig- schen Abgesandten die Antwort gegeben habe, er könne und werde Schleswig nicht losreißen lassen von Dänemark. Die Kriegsrüstungen in Rendsburg werden mit dem außerordentlichsten Eifer betrieben.
Frankreich.
t Paris, 27. März. Die provisorische Regierung hat die Vertagung der Wahlen in einem Dekrete verkündigt. Sie Wahlen werden demgemäß am 23. April, die Nationalversammlung am 4. Mai stattfinden.
Eine Anzahl Abgeordneter der Polen begab sich zu Lamartine, um die Unterstützung der Negierung für die Befreiung ihres Landes anzusprechen.' Lamartine machte die Nothwendigkeit einer friedlichen Stellung der Republik geltend. In seiner länger« Rede, mit welcher er dem Wortführer jener Polen antwortete, heißt es unter Anderem: „Sind denn die auswärtigen Ergebnisse der Negierungspolitik so schlecht, daß man sie wit Gewalt zwingen sollte, dieselbe zu wechseln und an der Grenze unserer Nachbarn mit dem Bajonett in der Hand zu erscheinen statt mit -der Frââ-Und__deiL-Irreden ? Nein, Diese zugleich feste mrd_sriMiche Politik gedeiht der Republik zu gut als daß wir sie wecksâ-msschten vor der Stunde, wo die Mächte selbst sie wechseln werden." MsH^Pwlen sich entfernten, sagte Einer: „Wir werden gehen und werden ohne Waffen gehen." Dann entfernten sie sich mit dem Rufe „Es lebe die Republik!" , ,
Der Vertheidigungsausschuß hat entschieden, daß bet St jon ein Lager von 90,000 Mann gebildet und die Reserve von 1846 und 1847 dorthin geschickt werden soll.
Z t a l i e n.
(Allg. Ztg.) Der siegreiche Ausstand Venedigs und der Lombardei und ihr Abfall von der österreichischen Monarchie bestätigen sich im vollsten Umfang. Auch Parma und Modena -wurden natürlich von der ™..... :a.......k s'”'
der Umsturz des bisherigen Regimentes, die Vertreibung der Herzoge eine noch unendlich leichtere Arbeit als in der Lombardei, die durch eine Armee von fast hunderttausend Mann österreichischer Kerntruppen gehütet war. Und diese Armee ward in einigen wenigen Tagen besiegt, nach furchtbarem, aber vergeblichem Widerstand! Im Picmontesischen und Genuesischen bilde- teu sich zahlreiche Freischaaren, um den Lombarden zu Hülfe zu ziehen, und Karl Albert hatte beschlossen sich selbst an die Spitze des an der Grenze zusammengezogenen sardinischen Armeekorps zu stellen.
Galizien
Lemberg, 22. März. Die Berliner Zeitungshalle schreibt: Am 20. Abends war hier die ganze Stadt illuminirt und man sah an vielen Orten Transparente mit der Aufschrift: „Es lebe Polen! es lebe der konstitutionelle König von Polen!" Am 22., Nachmittags gegen 2 Uhr, versammelten sich die Studenten aller Fakultäten und die Schüler der Gewerbschule vor dem Schloß des Gouverneurs. Graf Stadion erschien und las ein Patent vor, des Inhalts, daß Schußwaffen an die Bürger ausgetheilt werden sollen, unter der Bedingung, daß sie den Kaiser von Oesterreich als König von Polen anerkennten, daß sie sich derselben nur gegen die Feinde des Vaterlandes bedienten, daß sie die Deutschen und Israeliten als ebenbürtige Bürger ansähen u. s. w. Diesen Revers mußte Jeder unterschreiben, der ein Gewehr verlangte, worauf er es erhielt. Man erwartet von Jaroslaw die Ankunft des dortigen Waffendepots. Die nunmehr bewaffneten Bürger und Studenten zogen im Triumphe und unter Vivatrufen des Volkes durch die Stadt, Tücher und Fahnen wehten von allen Fenstern, Blumenkränze wurden der Bürgergarde zugeworfen, und der Rus: „Es lebe die Nationalgarde!" „Es lebe die Jugend Polens!" „Es lebe der König von Polen!" nahm kein Ende.
Sprechsaal für Stadt und Land *.
$ Wiesbaden, 00. März. (ElllgSfckNvk.^ Grrrgrmflrff— ; der in diesen Tagen hier abgehaltenen Generalversammlung der ' Aktionäre der Taunus-Eisenbahn ist auch der oft ausgesprochene
Wunsch nach billigeren Fahrpreisen wieder geltend gemacht worden. Wenn derselbe sich auch rechtfertigen läßt, so erinnerte die Art, wie er vorgetragen wurde, nur zu sehr daran, daß von vielen Seiten geglaubt wird, alle Wünsche jetzt als „Forderungen" stellen zu können. Dahin rechnet Einsender auch das an die Direktion der Taunus-Eisenbahn gerichtete Ansinnen, drei Tage hindurch alle Reisenden, welche zu der jetzt in Frankfurt gepflogenen Berathung gehen wollten, unentgeltlich zu befördern.
* Unter dieser Ueberschrift werden wir kleinere Notizen, Nachrichten. Wünsche u. dgl. mitthcilen, die mehr locale Verhältnisse einzelner Städte " Landes auö der Umgegend betreffen. D. R.
Bekanntmachungen.
1] Von der bei Engclhorn & Hochdanz in Stuttgart erscheinenden
Allgemeinen Musterzeitung/
Album für weibliche Arbeiten und Mode».
Preis vierteljährlich 54 kr. ist die erste Nummer des 2tcn Quartals für 1818 bereits ausgegeben, und werden hierauf, so wie auf das verflossene Quartal und die Jahrgänge 1844 bis 1847, von jeder Buchhandlung Bestellungen angenommen; namentlich von
LH. W. Kreidet & L. Schellenbergffchcn Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.
2] Um einem häufig an mich gestellten Verlangen zu entsprechen, habe ich zu'Ende deS vorigen Jahres eine
MufikaLLen-LeLH MustaLL in einer den hiesigen Verhältnissen angemessenen Ausdehnung eröffnet. — Dieselbe enthält in 1800 Nummern Musitalien für Pianoforte und für Gesang mit Begleitung in folgende Unterabiheilungen zerfallend: *'
I. Für Pianosorte au s Händen. Sonaten, Variationen,. Potpdurri’s, Etüden &c. Opernmusik, Ouvertüren, Tänze und Märsche.
II. Für Pianoforte zu 4 Händen. Opernauszüge, Sonaten, Fantasien, Potpourri’s, Variationen, Ouvertüren «Lc.
III. Für Gesang. Romanzen, Arien, Lieder und Balladen für eine Stimme mit Be- gleitnna des Pianoforte. Einzelnes mit weiteren Instrumenten. Opernauszüge, Duette.
Bei der Wahl wurde darauf Rücksicht genommen, daß sowohl die Werke unserer großen Meister, wie die leichtere», mehr zur Unterhaltung bestimmten und die dem Lernenden entsprechenden Compositionen und Arrangements in einer ge
nügenden Anzahl vorhanden sind. —Der Katalog, aus dem auch die sehr niedrig gestellten Abonnements-Bedingungen zu ersehen si>ü>, wiM zeigen, wie weit es mir gelungen, diese Abgcht zu verwirklichen. Derselbe liegt zur unentgeldlicheu Empfangnahme bereit.
Wiesbaden, den 1. April 1848.
Buchhandlung von Christian Wilhelm Kreidel.
4] Ein gewandter Junge wird dahier als Lauf
bursche gesucht. Näheres im Verlag d. BI.
Verantwortlicher Redakteur; W. H. Riehl. — Druck und Verlag der L. S'chellenberg'scheu Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.