Erzeugungsschlacht an vier Fronten. „Grüne Woche" für Bauer und Städter. — Erstrebtes und Erreichtes auf dem Wege der Nahrungssreiheit.
„Je besser man das deutsche Volk ernähren kann, um so höher steigt auch der Wert unserer kulturellen Leistungen." So äußerte sich in diesen Tagen der Reichsbauernführer Darre einem Berliner Pressevertreter gegenüber. Dieses Wort wird in sinnfälliger Weise veranschaulicht und ergänzt durch die große Landwirtschaftsausstellung „Grüne Woche 193 6", mit der die Reihe der großen Ausstellungen in der Reichshauptstadt eröffnet wird.
Seit Jahren ist die Grüne Woche in der Reichshauptstadt heimisch. Aber in der Form mtb der Gestalt, wie wir sie heute kennen, war sie früher unbekannt. In den Jahren 1926 bis 1932 war sie überwiegend ein Land- Wirtschaftsmarkt, auf dem zudem hauptsächlich landwirtschaftliche Maschinen und all die Dinge vertreten waren, die der Bauer für seinen Betrieb benötigte. Von der einfachen Fackmnsstcllnng, die sich nur an einen engen Interessentenkreis wandte, ist die Grüne Woche heute zu einer Lehrschau großen Stiles geworden, die sich nicht an den Bauer allein, sondern an das ganze Volk, an alle deutschen Volksgenossen als Verbraucher und als Mt- glieder der deutschen Schicksalsgemeinschaft richtet. In denkbar einfachster und schlichtester Form werden dort die großen Fragen der Landwirtschaftspolitik des Dritten Reiches dargestellt. Nicht zuletzt die H a u s f r a u lernt verstehen, daß es keineswegs eine Selbstverständlichkeit ist, daß sie Tag um Tag ihre Brötchen rechtzeitig und in genügender Zahl, Kartoffeln, Fleisch, Obst und Gemüse in gewünschten Mengen für die Ihrigen zur Verfügung hat.
Auf der Grünen Woche wird in wenigen Darstellungen der Begriff der Erzeugungsschlacht erklärt. Was ist die Erzeugungsschlacht, von der heute überall die Rede ist? Wie wird diese friedliche Schlacht vom deutschen Bauer geschlagen? Das Ziel dieser friedlichen Erzeugungsschlacht ist eine möglichst weitgehende Versorgung des deutschen Volkes mit den notwendigen Lebensmitteln aus eigener Scholle. Darüber hinaus soll du^ch die Er- zcuguugsschlacht auch unsere Nohstoffgrundlage verbreitert werden.
An vier Fronten wird die Erzeugungsschlacht hauptsächlich geschlagen. Es gilt, die Erzeugung von Futtermitteln, dann die von Fetten, von Gespinstfasern und von Wolle zu steigern. Gerade unser Bedarf an ausländischen Futtermitteln kostet uns auch heute noch eine Menge Devisen. 1935 wurden insgesamt an Eiweiß- und Kohlehydraten für Futterzwecke rund eine Million Tonnen ein- geführt. Das Ziel der Erzeugungsschlacht geht dahin, die kostspielige Einsuhr durch Eigenerzeugung zu ersetzen. Eiweißhaltige Pflanzen können vor allem dadurch gewonnen werden, daß die Weidewirtschaft in gründlicher und neuzeitlicher Weise betrieben wird, ferner durch Ausdehnung des Zwischenfruchtbaues und schließlich durch vermehrte Verwendung von Zuckerfuttermittcln. Der deutsche Fettbedarf wird heute erst zu 50 v. H. aus der heimischen Scholle gedeckt. Auch hier fehlen uns noch etwa eine Million Tonnen, und zwar 190 000 Tonnen Tran und Fischmehl, 670 000 Tonnen Ole und Kalksorten, 140 000 Tonnen Käse, Butter und Schweinefett. Soweit Butter und Schweinefett in Betracht kommen, gilt es vor allem, durch eine gründliche Viehkontrolle die Leistung jedes einzelnen Tieres möglichst zu steigern. Ein Liter mehr Milchertrag je Kuh und Tag würde bereits eine zusätzliche Buttermenge von 120 000 Tonnen im Jahr ergeben. Das ist fast die doppelte Menge, die Deutschland an Butter aus dem Ausland einführt. Diese Zahl zeigt auf der anderen Seite, daß es bei energischem Zusammenwirken aller Kräfte ein leichtes sein wird, über kurz oder lang das Ziel ver Selb st Versorgung auch auf dem Gebiet der Butter zu verwirklichen.
Das dritte bedeutsame Gebiet der Erzeugungsschlacht ist das der G e s p i n st f a s e r. Flachs und Hanf, die früher in reichen Mengen bei uns angebaut wurden, sind in den letzten Jahren vor der nationalsozialistischen Erhebung immer mehr und mehr im Anbau zurückgegangen. Während z. B. 1878 in Deutschland noch über 130 000 Hektar Flachs und etwa 21 000 Hektar Hanf angebaut wurden, betrugen 1933 die entsprechenden Anbauflächen nur noch 4900 und 211 Hektar. Seit 1933 ist sowohl für Flachs wie für Hanf die Anbaufläche ganz bedeutend vermehrt worden. Von der Flachsfaser können wir sagen, daß der beabsichtigte heimische Anteil an der Bedarfsdeckung wohl in diesem Jahr erreicht werden wird. Für Hans ist in der Zwischenzeit die Anbaufläche bis auf 3600 Hektar wieder erweitert worden, und man rechnet für die nächsten Jahre mit einer weiteren stetigen Aufwärtsentwicklung bis zu 25 000 und 30 000 Hektar. Ein derartig erweiterter Anbau würde großenteils ausreichen, um den deutschen Hanfbedarf zu decken.
Als mindestens ebenso wichtiger Rohstoff kommt neben Flachs und Hans vor allem die Wolle in Frage. Es ist eine bedauerliche Tatsache, daß wir 93 v. H. unseres Wollbedarfes aus dem Ausland einführen müssen. Nicht immer waren diese Prozentzahlen so hoch, vor 40 und 50 Jahren, als Deutschlands Schafbestand noch 28 bis 30 Millionen betrug, war auch der Wollanfall bedeutend reichlicher. 1933 betrug der Schafbestand nur noch 3,8 Millionen, und die Wollversorgung war entsprechend zurückgegangen. Den unermüdlichen Bestrebungen des Nationalsozialismus gelang es, den Bauer über die Bedeutung der Schafhaltung aufzuklären, so daß heute bereits wieder ein Schafbestand von 4,5 Millionen besteht. Die Vermehrung des Schafbestandes muß jedoch nach den Absichten des Reichsernährungsministers wenigstens auf 10 Millionen Tiere gebracht werden, um so mehr, als jeder landwirtschaftliche Betrieb die Schafhaltung ermöglicht. Berücksichtigt man, daß in der deutschen Textilindustrie eine Million Arbeiter beschäftigt sind, denen sofort Lohn und Brot verlorengehen würde, wenn wir nicht mehr in der Lage wären, die entsprechenden Wollmengen aus dem Ausland einzuführen, so wird man verstehen, daß nicht nur vom Standpunkt des letzten Verbrauchers, sondern auch vom Standpunkt der Arbeitsbeschaffung und Arbeitserhaltung die Förderung der Schafzucht unerläßlich ist. Neben dem Begriff der Erzeugungsschlacht wird dem Besucher der Grünen Woche das heute oft gebrauchte Wort der Marktordnung nahegebracht, das nicht mehr und nicht weniger besagt, daß die Erzeugung weitgehend dem Bedarf angepaßt wird.
Dank dem energischen Bemühen des Reichsbauern- führers um die Durchführung der Erzeugungssteigerung war es bereits im letzten Jahre möglich, 1,5 Milliarden Devisen für landwirtschaftliche Einfuhr zu sparen und für die Beschaffung industrieller Rohstoffe zur Verfügung zu stellen. Es war weiter möglich, dem Bauer wieder eine gesunde Eristenzgrundlage zu sichern. Der Bauer seinerseits, der die Gewißheit hat, für seine Erzeugnisse Abnehmer imb feste Preise zu haben, hat die Pflicht, mit aller Kraft an dem Ziel der Erzeugungssteigerung mitzuarbeiten. „Wir können", io
Der eisige Tod geht um.
Furchtbare Schnee- und Kältekatastrophe. — Zahlreiche Menschen erfroren.
über den Mittel- und Rordweststaaten von USA. toben furchtbare Schncestürme, bie von einer entsetzlichen Kältewelle begleitet sind. Zahlreiche Ortschaften sind durch Schneeverwehungen vollkommen von der Außenwelt ab geschnitten. Eisenbahnzüge und Autos bleiben im Schnee stecken. Und wehe den Menschen, die von der Kälte überfallen werden! Die Zahl derer, die erfrieren, erhöht sich stündlich. Zu Hunderten liegen Männer, Frauen und Kinder mit erfrorenen Gliedmaßen in den Kranken Häusern.
Am furchtbarsten wütet die Kälte im Staate M i n n c s ota, wo bis zu 4 6 Gr a d u lU e r d e m G c - frierp u n k t gemessen wurden. Ein mörderischer Frost herrscht auch in Chika g o wo alle Schulen geschlossen werden mußten. Aus der kleinen Gemeinde Neptun im Staate Ohio wird berichtet, daß
eine Dorfschule bis zur halben Höhe des Gebäudes eingcschneit war.
Drei L e h r e r u n d 3 5 K i n d e r waren dreißig Stunden ein g e s p e r r t, da aus der benachbarten Stadt erst Schneepflüge herangeholt werden mußten.
In Ne iv N o r k herrscht ebenfalls grimmige Kälte, die durch einen orkanartigen Sturm noch empfindlicher wird. Die 30 000 Notstandsarbeiter, die die Straßen von Schnee- und Eismasscu befreien sollten, konnten ihre Arbeit nicht aufnehmen. Ein Streik d er He i z e r u n d Fahr st u h l s ü h r e r in den Wolkenkratzern und Wohn
erklärte Reichsbauernführcr Darre, Ende 1935 in Goslar, „diese Schlacht nur gewinnen, wenn wir uns rückhaltlos zur Lei st u n g bekenne n." Und man muß hinzufügen: wenn auch der letzte Verbraucher tatkräftig an der Erreichung dieses Zieles durch Anpassung an die augenblicklichen Marktverhältnisse mitarbeitet.
Pour-le-mérite^
ehrten den großen König. Feierliche Kranzniederlegung durch Gcneralseldmarschall von Mackensen.
Die Ritter des Ordens Pour le mérite, die zur Zeit in Berlin zu einer Tagung versammelt sind, veranstalteten am Freitag, dem 24. Januar, vor dem Ehrenmal eine feierliche Gefallenenehrung, an die sich eine Kundgebung vor dem Reiterstandbild Friedrichs des Großen, des Stifters dieser höchsten preußischen Kriegsauszeichnung, anschloß. Nachdem sich die Ritter des Ordens, im ganzen 160, im Zeughaus versammelt hatten, begaben sie sich unter Führung des Generalfeldmarschalls v o n M a ck e n s e n im geschlossenen Zuge zum Ehrenmal. Dort hatte eine Ehrenkompanie des Berliner Wachregiments Aufstellung genommen, deren Front der Generalfeldmarschall abschritt. Dann legte Mackensen, dem die übrigen Ordensritter in das Ehrenmal gefolgt waren, einen Lorbeerkranz mit schwarzsilberner Schleife nieder. .Im Anschluß daran erfolgte die Kranzniederlegung am Denkmal Friedrichs des Großen, die ebenfalls der greise Generalfeldmarschall vornahm.
Die Ritter des Pour le mérite unter dem Bilde des Führers und Reichskanzlers. Neben Generalfeldmarschall von Mackensen der Schöpfer des Bildes, Professor Schrödter. (Scherl Bilderdienst.)
Der deutsche Fèngsporè 1936.
Ein reichhaltiges Programm im Zeichen der Olympischen Spiele.
Das Programm der fliegerischen Veranstaltungen im neuen Jahre wird nach den Mitteilungen, die Reichslustsportführer Oberst Mahnke der Presse machte, außerordentlich reichhaltig sein. Im Zeichen des Olympia- Jahres tragen bereits jetzt alle Segelflugzeuge die fünf olympischen Ringe, und so wird der deutsche Flugsport auch mit verschiedenen Veranstaltungen für die Olympischen Spiele eingesetzt werden. Vom 3. bis 6. Februar findet ein internationaler S t e r n f l n g nach G a r m i s ch - P a r t e n k i r ch e n , dem Schauplatz der Olympischen Winterspiele, statt. Mitte März wird in Berlin die Wassersport- und Luftsportausstellung eröffnet, mit der der 2. Fliegerhandwerkerwettbewerb verbunden ist. In drei verschiedenen Ballonwettbewerben wird der Deutsche Ballonmeister ermittelt. Der Deutschland- flug, dessen Start am 17. Mai in Tempelhof erfolgt, wird diesmal quer durch Deutschland führen. Am 21. Mai fittbet die
Eröffnung des Wcltflughafens Frankfurt (Mainstatt. In München wird am 12. Juli die Deutsche Kuust- flugmeisterschaft ausgetragen. Letzter Ankunftstermin für die Teilnehmer am Olympia-Sternflug ist der 29. Sylt
blocks der Stadtteile Manhattan und Bronx hat die Leiden der Bevölkerung noch verschärft.
Die Schneckatastrophe im Staate Illinois führte zur Entdeckung einer grauenhaften Mord und Selbst - mordtragödie, der eine sicbenköpsige Familie zum Opfer fiel.
In der Nähe von Danvielle sorgten sich Nachbarn um das Schicksal des Farmers William Albers, dessen Haus durch starke Verwehungen avgeschnitten wurde. Bei 29 Grad Kälte bahnten sich die Helfer einen Weg durch die Schneemassen. Als Albers die Rettungskolonne bemerkte, lief er in das Farmhaus zurück, und kurz darauf schlugen helle Flammen aus dem Gebäude. Später fand man d i e Fran des F a r in e r s und seine f ü ns Kind e r ermordet auf. Albers hatte durch einen Schuß in die Schläfe seinem Leben ein Ende gemacht.
Auch in Noiöengèand grimmige Käèie.
Auch in einigen Teilen Nordenglands herrscht grimmige Kälte, begleitet von heftigem Schneetreiben. Mehrere Dörfer sind seit Tagen völlig eingeschneit unb von der Außenwelt abgeschnitten. Tausende von Schafen sind auf den Weiden in Schnee und Kälte u m- g e k o m m e n. Erschöpfte Tiere, die noch aus den Schneehaufen lebend ausgegraben werden, gleichen großen Eis- klumpen, bekleidet mit einem hartgefrorenen Schneekleid.
Die Landung erfolgt auf dem neuen Luftsportslughafen Rangsdorf bei Berlin. Am 31. Juli wird in Bertin- Tempelhof ein Olympia-Großflugtag durchgeführt, bei dem die Internationale Kunstflugmcisierschaft unter Teilnahme der fünf besten Kunstflieger der Welt ausgetragen wird. Am gleichen Tage soll auch
das Neue Zeppelin-Luftschiff „L. Z. 139" die Reichs- Hauptstadt besuchen
und vermutlich in Staaken eine Landung vornehmen. Am 1. August, bem Tage der Eröffnung der Olympischen Spiele wird ein Segelflugschlepp von 12 Segelslugzeugen die Olympischen Kampfstätten überfliegen, ebenso das neue Zeppelin-Luftschiff, von dem aus eine musikalische Nachtsendung über die meisten Sender der Welt gegeben wird. Vom 16. bis 30. August findet der 17. Rhön- Segelflug-Wettbewerb statt.
Stadt und Land begegnen einander.
Erster Rundgang durch die „Grüne Woche 1936".
Berlin, 24. Januar.
Das Land ist wieder in die große Stadt gezogen. Verschwunden ist der Spuk früherer Zeiten, in denen man Gegensätze zwischen Stadt und Land konstruierte, und in denen der Bauer und der Arbeiter sich haßerfüllt, irregeleitet gegenüberstanden. Verschwunden ist die Zeit, da man den Bauer nur aus den Witzblättern kannte, mit dem Rasierpinsel am Hut. Und doch gehören Bauer und Arbeiter zusammen.
Von dieser Schicksalsverbundenheit zwischen Stad: und Land gibt die „Grüne Woche 1936" ein eiudringM Bild. Daß Stadt und Land zusammengehören, haben wir in den letzten Monaten besonders stark verspürt, als zeitweilig eine Verknappung wichtiger Lebensmittel eintrat. So steht die Grüne Woche in einer Sonderschau gerade unter dem Eindruck dieser Tatsache und zeigt in einprägsamen Bildern die Wege und Möglichkeiten zur Überwindung der Mängel und zur Gewinnung unserer Nahrungssreiheit. Ohne viel Text, nur durch die Bildwirkung, erfahren wir, durch welche Mittel wir der Schwierigkeiten Herr werden können. Wenn z. B. jede Kuh pro Jahr 300 Liter Milch mehr liefert, bedeutet dies eine Mehrerzielung von 120 000 Tonnen Butter. Was diese Zahl bedeutet, wird klar, wenn wir bedenken, daß wir pro Jahr 62 000 Tonnen Butter aus dem Ausland einführen müssen. Dieses eine Schlaglicht erhellt den Kampf des deutschen Bauern um die Gewinnung unserer Unabhängigkeit vom Ausland.
Die entscheidende Erkenntnis des letzten Jahres ist die, daß Nahrungssreiheit und W e h r f r e i h e i t eng zusammengehören, daß sie sich gegenseitig bedingen. Wie natje der Bauer und der Soldat zueinander stehen, zeigt eine weitere Sonderschau der Grünen Woche „Wehrhaftes Bauerntum". Gleichsam ein Blick auf die deutsche Geschichte, mit den Augen des Bauern gesehen. Hier wird endlich einmal aufgeräumt mit jenen alten Bildern unserer Ahnen, die mit Büffelhörnern auf dem Haupte halb nackt umherlaufen. S t e i n z e i ch n u n g e n aus dem fünften Jahrtausend vor Christi Geburt zeigen, daß eine hohe Kultur in dem germanischen Siedlungsraum vorhanden gewesen ist. Sie zeigen, daß der germanische Bauer der Schöpfer des Pfluges gewesen ist. Mit der Waffe in der Hand hat er zu allen Zeiten seine Scholle verteidigt. Später ist dieses Vorrecht des Bauern, als freier Mann die Waffe zu tragen, zum Schutze der Heimat, verlorengegangen, bis man in der preußischen Geschichte wieder zurückgreift auf den Bauer au Stelle des Söldners; und die Schöpfung der allgemeinen Wehrpflicht ist vollzogen werden durch einen Bauernsohn, S ch a r n h o r st. Wieder hat der Sohn eines alten Bauerngeschlechts die verlorengegangene Wehrpflicht erneuert in unserer Zeit: Adolf Hitler. In der neuen Armee stehen wieder Bauern und Soldaten zusammen.
Eindringlich wird dem Städter in der großen Ehrenhalle der Ausstellung, wo auf einem Bilde Arbeiter und Bauer sich die Hände reichen, um gemeinsam am Wiederaufstieg des Reiches zu arbeiten, die Zusammengehörigkeit von Stadt und Land vor Augen geführt.
Der alte Charakter der Grünen Woche, nämlich eine Messe zu sein, ist zurückgetreten gegenüber dem neuen Bild, wonach die große Ausstellung des deutschen Bauerntums eine Lehr- und Leistungsschau ist, die einmal zeigen soll, was der deutsche Bauer leistet im Lebenskampf unseres Volkes, und zum anderen soll sie aufklärend wirken aus den Städter, damit beide, Arbeiter und Bauer, erkennen, daß sie zusammengehören auf Gedeih und Verderb. In den Sonderschauen, die auf alles überflüssige Beiwerk verzichten und in großen Linien die entscheidenden Tatsachen zur Darstellung bringen, kommt dieses Anliegen zum Ausdruck. Wie ein Motto steht über der diesjährigen Grünen Woche das Wort des Führers: „Das Dritte Reich wird ein Bauernreich sein, oder es wird untergeben, wie die Reiche der Hoheustanfen und Hohen- zollern untergegangen sind!" —ay.