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Lichi aus der Kmsternès.

Zum 3. Sonntag nach Epiphanias.

Gott, der da hieß das Licht aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein nt unsere Herzen gegeben, das; durch uns entstünde die Erleuch­tung von der Erkenntnis der Klarheit Gottes in dem Angesichte Jesu Christi." 2. Kor. 4, 6.

Jetzt sind die Tage, in denen wir schon deutlich merken, daß das Licht wieder zum Siege kommt; früher wird es am Morgen hell, und später senkt sich der Abend nieder. Schnell wandeln sich die Jahreszeiten; unser Leben führet schnell dahin, als flögen wir davon. Aber das Licht siegt über die Finsternis. So ist es Gottes Wille und Ordnung; so war es am ersten Tage.Es war finster auf der Tiefe" so gibt das Buch der Bücher Zeugnis vom Ursprung aller Dinge.Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht!" Gott wollte, daß Licht sei: der Wille zum Licht ist in seinem Innern, Gott, der da hieß, das Licht aus der Finsternis hervor­leuchten . . .", das ist der Gott, dessen Klarheit im Angesichte Jesu Christi leuchtet. Es brach hervor, da Finsternis das Erdreich bedeckte und Dunkel die Völker, das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht". Die Klarheit des Herrn umleuchtete die Hirten in der Nacht von Bethlehem, und der helle Stern wies den Weisen den Weg zu bcm, der das Licht der Welt ist. Er hat sich als das Licht der Welt erwiesen in Wort und Tat: in seiner Glaubensverbundenheit mit Gott und in seiner Liebesverbundenheit mit den Brüdern, in seiner sündlosen Heiligkeit und Verankerung in der ewigen Welt. Und keine Leidensnacht, noch so dunkel, hat das Licht, das in ihm ist, überwältigen können Ja - gerade in seinem Leiden bricht wieder das helle Licht Gottes aus ihm hervor; so wie er trägt keiner schwerstes Unrecht und tiefste Not; er trägt nicht, er 1 u t das Leiden, und sein Tod ist Tat, Opfer, Zeugnis, Sühne, Versöhnung, Heil. Hier mußte das Auferstehen kommen. Wer ihn kennt, zweifelt nicht an der Tatsache seiner Auferstehung, wie wundersam und un- erforschlich sic ist. Ein heller Schein geht von ihm aus in die Herzen derer, die da glauben. Gott s ch e n k 1 den Glauben; niemand vermag ihn an sich zu raffen in eigener Kraft, darum dürfen wir auch über niemanden lieblos und selbstsicher urteilen, der nicht glaubt tute wir, vielleicht noch nicht.

Gott hat einen hellen Schein in unsere Herzen ge­geben, daß durch u n s entstünde die Erleuchtung von der Erkenntnis der Klarheit Gottes in dem Angesichte Jesu Christi." Die an ihn glauven, haben eine ganz wundervolle Aufgabe und eine erschütternd große Verant­wortung. Licht soll von uns ausgehen; das muß unsere Hauptsorge sein, daß wir Licht verbreiten, sein Licht in andere Herzen geben. Gott will, daß Licht werde, und will das durch uns tätigen, durch die Eltern an den Kindern, durch die Gatten untereinander, auf Glaubens­und Volksgenossen und weil darüber hinaus.

Pfarrer Lic. Lichtenstein.

Union-Theater:

Das letzte Fort".

Ein segelnder Film der Paramount-Produktion in deut­scher Sprache, der die allgemein beifällige Aufnahme ehrlich verdient. Wir werden mitten hinein geführt in den Klëin- krieg zwischen den Erenzmächten und den kriegerischen Kur­den, die daswilde Kurdistan" das Herz Vorderasiens bewohnen. Das letzte Fort ist heißumstritten, das Hin und Her in den wasserlosen Wüsten und Steppen erinnert uu- willkiirlich an die abessinischen Kämpfe der Gegenwart. Auf diesem bewegten Hintergründe hebt sich leuchtend und klar die Geschichte eines Schicksals, eines Eeroisienkampfes zwi­schen Liebe, Freundschaft und Pflicht ab. Marten Andrews, der mutige Führer einer englischen Tank-Abteilung, wird von aufständischen Kurden gefangen genommen. Zu seinem Erstaunen wird er von dem merkwürdig europäisch aus- sehenden Führer der Kurden nachts befreit. Ein Lands­mann gibt sich in dem Geheimagenten zu erkennen er ist Geheimagent seiner Regierung. In dem weiteren drama­tischen Verlaufe der Handlung wird Andrews kampfun­fähig, kommt nach Kairo ins Lazarett. Tie bildschöne Vilma Haydon ist seine Pflegerin. Nicht ahnend, daß er die Frau seines besten Freundes, des Geheimagenten, vor sich hat, wirbt er um sie, und hier beginnt nun der seelische Kampf zwischen Liebe, Freundschaft und Pflicht. Der Ge­heimagent kommt auf Urlaub, was seither ein Geheimnis bleiben mußte, enthüllt Stevenson seinem Freunde. Miß­trauen wird zu tödlichem Haß. Stevenson (gen. Smitt) meldet sich zurück, er will sich rächen, aber er erkennt, daß er seinem Freunde Unrecht getan und auf den Tod ver­wundet, versöhnt er sich mit Andrews. Tas Spiel ist so überzeugend, packend und abenteuerlich, dabei getragen von einem hohen Ethos, daß man den Film den besten dieser Art zurechnen muß. In dem überaus reichhaltigen Bei­programm ist besonders die Entwicklung des Fernsprech­wesens hervorzuheben. -u-

25jähriges Arbeitsjubiläum.

Sein 25jähriges Arbeitsjubiläum an der Eisenbahn feiert heute der Maler und Lackierer Albert Lomb, Fulda, Künzeller Straße 30.

Elf Landwirte wegen Verstoßes gegen die Milch-

Lieferungspflicht verurteilt.

Limburg, 24. Jan. Vor dem Amtsgericht in Limburg hatten sich elf Landwirte aus der Kreisgemeinde Nieder­brechen wegen Vergehens gegen die Verordnung über den Zusammenschluß der deutschen Milchwirtschaft vom 27. März 1934 zu verantworten. Trotz wiederholter Aufklärung durch den Milchversorgungsverband, die Gemeindebehörde und die Presse hatten die Landwirte die über den eigenen Be­darf hinaus erzeugte Milch verbuttert und die Butter ver­kauft, sowie teilweise auch Trinkmilch an Verbraucher direkt abgesetzt. Die Angeklagten versuchten sich damit zu ent­lasten, daß ihnen die Bestimmungen über die Milchliefe­rungspflicht nicht genügend bekannt gewesen seien. Das. Gericht stellte jedoch fest, daß allen Angeklagten die durch den Milchversorgungsverband angeordnete Milchlieferungs­pflicht bekannt war und verurteilte die Angeklagten zu Geldstrafen von 10 bis 40 Mark.

Damit hat sich auch das Amtsgericht Limburg der be­reits von anderen Gerichten vertretenen Auffassung an­geschlossen, daß nach Anordnung der Milchpflichtlieferung durch den Milchversorgungsverband das Inverkehrbringen von selbsterzeugter Butter und von Trinkmilch gesetzlich unzulässig ist und neben der Verhängung von Ordnungs­strafen durch den MilchversorMNSWSrbanÄ auch durch das Gericht bestraft werden könne.

Raubmordversuch in Frankfurt.

Eine Frau in ihrer Wohnung zu erwürgen versucht.

Der Täter ein mehrfach vorbestrafter Dieb.

Frankfurt a. M 24. Jan. Eine Frau aus dem Stadt­teil Bornheim lernte vor einiger Zeit den 26jährigen Hermann Schwaderlatt kennen. Schwaderlatt besuchte die Frau des öfteren in Ihrer Wohnung, um mit ihr Rom- mée zu spielen. Am 22. d. M. besuchte er sie abends gegen 20 Uhr wieder zu diesem Zweck. Als ihn die Wohnungs­inhaberin nach 23 Uhr zum Verlassen der Wohnung auf­forderte, weigerte er sich, die Wohnung zu verlassen. Der Wohnungsinhaterin Hub zuletzt nichts anderes übrig, als dem Schwaderlatt einen Stuhl in den Vorplatz ihrer Wohnung zu stellen, damit er dort die Nacht verbringen könnte. Die Wohnungsinhaberin selbst schloß sich in ihr Zimmer ein. Als sie am andern Morgen aus ihrem Zim­mer kam, gab sie dem Schwaderlatt noch Frühstück und ver­langte nunmehr, daß er ihre Wohnung verlasse. Auch jetzt kam Schwaderlatt oieser Aufforderung nicht nach. Er schlug d'w Frau nieder und versuchte sie unter einer Bett- deck zu ersticken, was ihm aber nicht gelang. Dann steckte er seine Hand in ihren Mund, um sie auf diese Weise zu er­sticken. Krätige Bisse in seine beiden Daumen brachten

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Verurteilung einer Diebesbande.

Frankfurt a. M., 24. Jan. In einer Wohnung in der Heinrichstraße war der Sitz einer Diebesbaude, die sich heute vor dem Schöffengericht zu verantworten hatte. Hier beriet man sich, kochte und zusammen und hielt sich auch nachts auf, wenn man nicht gerade aufFahrt" war, die scheinbar zumeist ins Blaue unternommen wurde, aber doch nie ganz ziellos gewesen sein dürfte. Dem Kreis der Diebesbande gehörten der Friedrich Rosmelle, der Otto Repp,, der Karl Homm, der Gustav Hofmann und die Maria Windrupp, genannt Ria, an. Rosmelle und Homm haben früher schon gemeinsam Einbrüche begangen und wurden dafür bestraft. Repp ist achtmal wegen Diebstahls und zweimal wegen Hehlerei verurteilt worden: er ist mit 29 Jahren der Siel teste, die andern Angeklagten sind wesent­lich jünger. Hauptsächlich in der Zeit von August bis Okto­ber vorigen Jahres betätigten sich die Mitglieder der Diebesbande. Es wurden Kellereinbrüche ausgeführt, wo­bei man Töpfe mit eingelegten Eiern, eingemachte Früchte und Gemüse, Spirituosen usw. erbeutet. Alles wanderte in die Zentrale der Gesellschaft, in Rosmelles Wohnung, wo aufgeteilt oder alles gemeinsam verzehrt wurde. Ria begleitete in mehreren Fällen Angeklagte, die sich aus Tour" begeben hatten, und half die Beute mit abschleppen. Ihre Hauptfunktion scheint darin bestanden zu haben, die Mittäter bis an die Stätte, wo sie einen Beutezug zu machen gedachten, zu geleiten und dann Schmiere zu stehen. Als Schmalhans Küchenmeister im Heim der Bande war und wirklich bitterer Hunger in dem Kreise zu herrschen schien, machte sich Ria mit Homm auf, um Lebensmittel zu holen. In Niedërursel stahl Homm aus einem Garten zwei junge Gänse, denen er sofort die Hälse umdrehte. Auf dem Nachhauseweg holte man sich noch vom Felde die nötigen Kartoffeln und das Gemüse dazu, und dann gab es zu Hause einen feinen Schmaus. Die zuletzt begangene Tat war ein Einbruch in ein Herrenkonfektionsgeschäft. 'Man begab sich nachts in den ersten Stock und packte zwölf An­züge, ein Dutzend Hosen, zwei Pullower und drei Lederol­mäntel ein. Als man das Haus verlassen wollte, war Ge­fahr in Verzug. Eine Hausbewohnerin hatte Licht im ersten Stock bemerkt und einen auf der Straße patrouillie­renden Schutzmann aufmerksam gemacht. Dieser stand eine Weile vor der Tür, im Hausflur aber standen die Diebe angsterfüllt in einer Nische. Vielleicht wäre die Situation für die Diebe günstig gewesen, wenn Rosmelle nicht plötzlich einen Nervenklaps erlitten hätte. Er sprang auf einmal die Treppe hinauf, obwohl er wissen mußte, daß er dort nicht weiter konnte. Das verursachte Geräusch aber sagte dem draußen steheirden Beamten, daß doch etwas nicht ge­heuer sei, und als die Täter dann ins Freie wollten, wur­den sie von drei Polizeibeamten in Empsang genommen. Tâs Gericht verurteilte Rosmelle zu zwei Jahren neun Monaten Gefängnis, Homm zu einer gleich hohen Strafe, Hofmann zu zwei Jahren Gefängnis, Repp zu drei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust sowie Sicherungs­verwahrung und die Maria Windrupp zu acht Monaten Gefängnis.

Ein verhängnisvolles Stelldichein.

Mit dem Schrubber die Schädeldecke ein - geschlagen.

Marburg, 24. Jan. Anfangs Dezember vorigen Jahres hatte die Hausangestellte eines Einwohners in Leidenhofen noch in vorgerückter Abendstunde gemeinsam mit ihrer Freundin zwei junge Liebhaber mit auf ihr Zimmer ge­nommen. Infolge festen Zuschlagens einer Tür erwachte die Hausfrau und stellte bei näherem Zusehen den Bur­schenbesuch auf der Gesindestube fest. Der von ihr aus dem Schlafe geweckte Hausherr forderte nunmehr in erregter Stimmung von dem Mädchen die Oeffnung der Stubentür. Angesichts dieser Sachlage war die Bestürzung der in der Mädchenstube befindlichen beiden Liebespaare natürlich groß. Ein Versuch, durch das Fenster rasch ins Freie zu gelangen, schlug infolge der vor dem Fenster befindlichen Gitterstäbe fehl, so daß sie sich wohl oder übel zur Oeffnung der Tür entschließen mußten. In seinem Aerger über den unerwünschten nächtlichen Besuch ergriff der Hausherr einen in der Küche stehenden Schrubber und schlug auf einen der in Richtung Haüsausgang flüchtenden Burschen ein. Un­glücklicherweise traf dabei ein Schlag den jugendlichen Hans Willershausen aus 'Hachborn so erheblich an den Kopf, daß er auf der Stelle lautlos zusammenbrach. Besinnungslos mußte der junge Mann noch in der gleichen Nacht in die Marburger Klinik gebracht und operiert werden. Durch den Schlag mit dem Schrubber wir an der linken Schläfenseite die Schädeldecke in der Größe eines Dreimarkstückes ein­gedrückt. Der Vorfall hatte zur Folge, daß sich der Haus­herr wegen Körperverletzung vor dem Einzelrichter zu ver­antworten hatte.

Ter Angeklagte gab an, daß er dem Burschen nur einen Denkzettel, nicht aber eine so schwere Körperverletzung habe verabsolgen wollen. Ein ärztlicher Sachverständiger gab an, daß es nur einem glücklichen Zufall zu verdanken sei, wenn keine ernsteren Folgen des Schlages eingetreten seien. Voraussichtlich werde der Verletzte keine späteren nachtei­ligen Folgen davontragen. Das Gericht sah in Anbetracht der dem Vorfall zugrunde liegenden Umstände und der be­greiflichen Erregung des Angeklagten von einer Gefängnis­strafe ab und erkannte auf 200 Mark Geldstrafe. Dazu durften allerdings. noch hie SchadLnehnsten dss Vdâtzten

ihn aber von diesem Vorhaben ab. Der Frau gelang es nun, sich loszumachen, um aus der Wohnung zu flüchten. Der Täter ergriff sie aber noch innerhalb der Wohnung erneut und warf sie auf die Erde. In feiner Hand hatte er die Schnur von einem Bademantel, mit der er nun fein Vorhaben ausführen wollte. Auch das gelang ihm aber nicht, weil die Frau die Schnur festhielt. Jetzt ergriff er aus einem Schirmständer einen Schirm und schlug mit der Krücke aus die Frau ein. Im letzten Augenblick gelang es der Frau, in das Treppenhaus zu flüchten. Dort brach sie aber erneut zusammen. Der Täter versuchte nun, die Frau an den Beinen wieder in die Wohnung zu ziehen. Das gelang ihm nur deswegen nicht, weil inzwischen ein Hausbewohner hinzukam.

Der Täter oibt die Einzelheiten der Tat zu, behauptet aber, daß er die Frau nur habe knebeln wollen, um dann von ihr Geld zu verlangen, da er mittellos gewesen sei. Der Täter ist schon mehrfach wegen Diebstahls vorbestraft und hat nack einem im letzten August in Höchst begangenen Fahrraddiebstahl in einem Frankfurter Cafe einen Selbst­mordversuch unternommen, indem er Salzsäure trank. Zur Zeit besteht noch gegen den Täter wegen eines andern Diebstahls zwecks Strafverbüßung ein Haftbefehl.

Gießen, 24. Jan. (17 jährig es Mädchen läßt sich vom Zug überfahren.) Heute früh fand man auf der Bahnstrecke Gießen Fulda noch innerhalb des Gie­ßener Stadtoezirks die Leiche eines 17 Jahre alten Mäd­chens aus Gießen, das sich in der letzten Nacht von einem Eisenbahnzug hatte überfahren lassen und dabei den gesuch­ten Tod fand. Die Beweggründe zu der Tat des jungen Mädchens sind noch unbekannt.

Gießen, 24. Jan. (Hügelgräberfunde i m Kreise Gießen.) Bei Kulturarbeiten in der Ge­markung des Kreisortes Harbach stieß man in den letzten Tagen auf Hügelgräber, die gegenwärtig unter der Leitung des Denkmalpflegers für Bodenaltertümer der Provinz Oberhessen, Dr. Richter, der auch die Ausgrabungen auf dem Glauberg leitet, ausgegraben und näher erforscht werden. Bis jetzt hat man bereits interessante Funde aus der älte­ren Eisenzeit gemacht. Die Ausgrabungen sind noch im Gange.

Rasseschänder Cohen.

Vier Jahre Z u ch l h a u s für den Sittlich- keitsverbrecher.

Vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Kleve hatte sich am Donnerstag der 42 Jahre alte ver­heiratete Jude Hugo Cohen aus Calcar zu verant­worten, der angeklagt war, in den Jahren 1925 bis 1934 sich an seinen zum Teil fast noch im Kindesalter stehenden Hausangestellten sittlich schwer vergangen zu haben. Ent­sprechend dem Anträge des Staatsanwaltes verurteilte das Gericht den Angeklagten zu vierJahren Zucht­haus und sechs Jahren Ehrenrechtsvcrlust. In der Be­gründung folgte der Vorsitzende den Ausführungen des Anklagevertreters in vollem Umfange.

Die Beweisaufnahme in der Verhandlung, die unter Ausschluß der Öffentlichkeit geführt wurde, ließ zweifels­frei das schamlose Treiben des Angeklagten er­kennen. Der Vertreter der Anklage hob hervor, daß der Fall Cohen aus dem Rahmen dèr üblichen Sittlichkeits­prozesse berauSfaUe, nicht nur wegen der Schwere und der Zahl der Verbrechen, sondern vor allem weil die Opfer Hausangestellte in Cohens Haushalt und von ihm abhängig waren, weil sie während ihrer Tätigkeit miß­braucht wurden und weil es sich um Mädchen handelte, die i m jugendlichen Alter von 16 bis 18 Jahren standen.

Rah und Fern.

Jus Metzgermcsser gelaufen. Die 21jährige Tochter des Bürgermeisters von A d e l s r i e d in Schwaben, Ceuta Dießenbacher, die bei der Notscluachtung einer Kuh behilflich war, kam auf tragische Weise ums Leben. Das Mädchen tief dem Metzger, als er sich umdrehte, direkt ins Messer und erhielt einen Stich ins Herz, an dessen Folgen sie starb. '

Nur noch gestutzte Pferdeschwänze auf dem Nasch - morst. Auf dem sogenannten Naschmarkt in Wien, einem großen Gemüsemarkt, hat eine Bande von Jugend­lichen in der frühen Morgenstunde allen dort vor den Wagen stehenden Pferden die Schwänze abgeschnitten. _<ie|e merkwürdige Sammelwut erklärt sich aus der Tat- !^we, daß zur Zeit der Preis für Roßhaare ziemlich hoch in Wren ist, nämlich vier bis fünf Mark für den Pferde- Ichwanz.

43 Grad Fieber und doch genesen. Auf der Insel Bornholm hat man eine eigenartige Krankheitserschei- nung beobachtet. Seit einiger Zeit treten dort Fälle mit hohem Fieber und Ohnmachtsanfällen auf. Als der Arzt zu einer jungen Frau gerufen wurde, stellte das Thermo­meter der Patientin 43 Grad Fieber fest. Nachprüfungen mit dem Thermometer des Arztes ergaben dasselbe Ne- lultat. Die Frau befindet sich im Krankenhaus auf dem Wege der Besserung

Schreckliche Verbrechen eines Unholds. In den Vor­städten Prags treibt seit mehreren Tagen ein unbe­kannter Frauenmörder sein Unwesen. Zwei junge Frauen und von dem Unbekannten vergewaltigt und dann nieder­geschossen worden. Beide konnten nur durch schnell vor­genommene Operationen dem Tod entrissen werden Die ganze Prager Polizei ist mobil gemacht, um nach dem Verbrecher zu fahnden

600 Schreibmaschinen über die Grenze geschmuggelt. ~ie Warschau e r Polizei ist einem ausgedehnten Schmuggel mit tschechischen Schreibmaschinen nach Polen aus die Spur gekommen. Die polnische Vertretung einer Prager Firma steckte mit einer Reihe von Schlafwagen Schaffnern unter einer Decke, die die Maschinen regelmäßig nach Warschau brachten, wo sie baun in Empfang ge­nommen wurden. Auf diese Weise sind in der letzten Zeit 600 Schrelbmaschinen eingeschmuggelt worden.

sind die Cholerabazillen? Aus einem bafteriolo; Suchen Institut in Budapest sind 30 Ampullen mit Cbolcrabajisten entwendet worden. Man befürchtet, daß die Diebe, die den Inhalt der Ampullen nicht kennen, diese ohne weiteres an den Mann bringen und damit furcht­bares Unheil verbreiten werden.

Lehrling, Geselle und Mcrâr- dr. DrrÄ!v2§ Hrch fite

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