Die Aufgabe der evangelischen Kirche.
Eine Erklärung D. Egers über den Zweck der Kirchenausschüsse.
Der L a n d e s ki r ch e n a u s s ch n ß der evangelischen Kirche der A l t p r e u ß i s ch e n Union trat zum erstenmal mit den neugebildeten Provinzialausschüssen ru einer gemeinsamen Sitzung zusammen. Aus diesem Anlaß gab Generalsuperintendent D. Eger eine Erklärung über die Grundsätze ab, von denen sich die Kirchenausschüsse bei ihrer Arbeit leiten lassen. Die Aufgabeder Kirchenaiisschüsse, so führte I). Eger aus, sei zeitlich und sachlich begrenzt insofern, als ihnen eine bestimmte Frist gewährt sei, nach deren Ablauf sie vor die Vertrauensfrage seitens der Kirche gestellt wurden. Es sei nicht Aufgabe der Ausschüsse, Glaubens- nnd Bekenntnisfragen zu entscheiden.
Das vom Staate gesteckte Ziel sei eine freie evangelische Kirche im Dritten R ch.
„Ihrer Aufgabe", so führte D. Eger aus, „werden deshalb die Ausschüsse nur dann gerecht, wenn sie vorbehaltlos deni Staate geben, was des Staates ist, wenn sie nicht nur in Loyalität, sondern in au sichtiger Treue zum Staate stehen und rückhaltlos die von ihm gewollte deutsche Volksgemeinschaft bejahen und praktisch fördern helfen. Diese Volksgemeinschaft gründete sich auf dem Vertrauen zum Führer. Die Kirche hat sich in diese Gemeinschaft einzuordnen, ja, sie ist eingeordnet."
25 neue HZ.-Banne.
Starkes Anwachsen der nationalsozialistischen Jugendbewegung in den Grenzgebieten.
Da die Hitler-Jugend im vergangenen Jahre weiterhin stark a n g e w a ch s e n ist, mußte, wie der Reichs- Jugend-Pressedienst meldet, das Organisationsaint der Reichsjugendführung mehrere zu stark gewordene Banne der HI. bzw. Untergaue des BDM. teilen. Es sind daher mit Wirkung vom i. Januar 1936 im ganzen
25 neue Banne der HI. und gleichlaufend 25 neue Untergaue des BDM. ausgestellt worden.
Besonders stark ist das Anwachsen der HI. und des BDM. in den Grenzgebieten gewesen. So mußten allein im Gebiet und Obergau S ch l e s i e n 9 Banne und 9 Untergaue neu aufgestellt werden, da die vorhandenen Einheiten bei weitem nicht mehr ausreichten. Ähnlich verhält es sich im Gebiet bzw. Obergau 1 (O st l a n d>; dort wurden 5 Banne und 5 Untergaue neu errichtet Die Gebiete und Obergaue Pommern, Mittelrhein, Westmark, Mittelland, Sachsen und Franken erhielten zusätzlich je rinen Bann, während in Thüringen vier und Württemberg drei neue Banne bzw. Untergaue errichtet wurden. Die neuen Banne bzw. Untergaue erhielten in der Mehrzahl die Nummern von ehemaligen deutschen Vorkriegsregimentern.
Der Reichsjugendführer wird im Laufe dieses Jahres den 25 neuen Bannen im Rahmen einer besonderen Feier die Fahnen verleihen.
Im Gebiet Hochland wurden aus Gründen der Vereinfachung des Dienstbetriebes die bisherigen vier Banne des Standortes M ü n ch e n zu einem, dem Bann L, zusammengelegt. Der bisherige Vorsatzbuchstabe B bei den bayerischen Bann-Nummern ist im Zuge der Vereinheitlichung mit Wirkung vom 1. Januar 1936 weggefallen und durch die Ziffer 3 ersetzt worden; z. B. statt Bann B 21 heute Bann 321. Nur der bisherige Bann B 14 (Nürnberg) erhielt die Bezeichnung „I" in Erinnerung an die erste nationalsozialistische Jugendgruppe, den „Nationalen Jungsturm", der von Gauleiter Julius Streicher später den Namen „Hitler-Jugend" erhielt.
Tragischer Widerstreit der pflichten.
Neichsstatthalter Sauckel enthüllt Einzelheiten über das Eisenbahnunglück von Groß-Heringen.
Gauleiter und Neichsstatthalter Sauckel äußerte sich in einer Versammlung in Braunschweig über einige bisher noch unbekannte Einzelheiten des schweren Eisenbahnunglücks, das sich am Heiligen Abend bei Groß- Heringen ereignete. Der Lokomotivführer des D-Zuaes. dem wohl juristisch und moralisch die Schuld
In diesem Zusammenhang wies D. Eger auf die Aufgabe hin, dafür zu sorgen, daß innerhalb der Kirche ein besseres Verständnis für das eigentliche Wollen des Nationalsozialismus entstehe. Sicherlich, so erklärte er, sei es notwendig, Theologie zu treiben. Aber die Wirklichkeit, in die hinein die Kirche das Evangelium zu verkünden habe, müsse auch verstanden werden. Sonst komme es dahin, daß die Kirche als Ganzes den Zusammenhang mit der Wirklichkeit verliere. „Wir leben nicht aus einer Insel, sondern
wir wollen die Kirche yineinstellen mitten in das werdende Reich der Deutschen."
Das Evangelium, so erklärte D. Eger zum Schluß, gehöre nicht in die Ecken und Winkel, sondern in die Öffentlichkeit. Es hieße dem Evangelium Abbruch tun, wenn es aus der Öffentlichkeit zurückgezogen würde. Zur Verkündung des Evangeliums aber sei ein entsprechendes Kirchenium und eine Ordnung der Kirche notwendig; denn zu keinem anderen Zweck sei kirchliche Ordnung und Verwaltung da, als zur Verkündigung des unverkürzten Evangeliums in unserem deutschen Volk.
an "her Katastrophe aüferkegt werden müsse, habe sich in einem tragischen Widerstreit der Pflichten befunden. Sein Zug habe Verspätung gehabt dir nach Möglichkeit aufgeholt werden sollte. Um das Tempo zu steigern, habe der Lokomotivführer dem Heizer bei seiner Arbeit geholfen und dabei das Vorsignal übersehen, das den Zug zum Stehen bringen sollte. 'Als er das Haupt- signal bemerkt habe, sei es schon zu spät gewesen. Zwar habe er die Fahrt seines Zuges auf 25 Kilometer herabdrücken können, trotzdem sei der Anprall auf den Personenzug, der mit erhöhter Geschwindigkeit dem drohenden Zusammenstoß zu entkommen suchte, so heftig gewesen, daß das Unglück jene schweren Folgen hatte."
Kurze Nachrichien.
Berlin. Die diesjährigen Al a d e i r a f a h r t e n des Amtes „Reisen, Wandern und Urlaub" in der N S G. „Kraft durch Freude" finden im März und April statt. Im ganzen werden acht Überseedampfer in Hamburg auslaufen und rund 8000 deutsche Arbeiter auf einer großen Atlantikfahrt in die Hauptstadt Portugals und in das Paradies vor Afrika bringen.
Berlin. Der Reichsarbeitsminister hat die Sperrverordnung für das Saarland mit Wirkung vom 1. Februar 1936 aufgehoben, 'warnt aber vor einem ungeregelten Zuzug in das Saarland.
Berlin. Aus Anlaß des 50jährigen Militärjubiläums, das General der Infanterie a. D. von Loßberg. Lübeck, am 23. Januar beging, haben der Reichskriegs- minister und der Oberbefehlshaber der Wehrmacht, General von Blomberg, sowie der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Fritsch, herzlich gehaltene Glückwunschtelegramme an den verdienten General gesandt.
48 Grad Kâtt« in USA.
Schulautos eingeschneit — Zahlreiche Kälteopfer.
Die Kältewelle, die die dreizehn amerikanischen Staaten des mittleren Westens, von der kanadischen Grenze bis zu dem nördlichen Teil des Staates Missouri, seit Tagen erfaßt hat, wird von heftigen Schneefällen begleitet. Zahlreiche Orte melden Tempera- tu en von —29 bis —48 Grad Celsius. In Minnesota, das —48 Grad Celsius meldet, ist der Verkehr fast vollkommen lahmgelegt, ebenfalls das Geschäftsleben. Jede Tätigkeit im Freien ist unmöglich. Es sind bis jetzt bereits 50 Personen der Kälte zum Opfer gefallen. Auf einer Landstraße bei Claires- ville (Ohio) schneiten Autobusse, die an hundert
Kinder zur Schule bringen sollten, vollständig ein. Aber drei Meter hoch lag der Schnee, und es war äußerst schwierig, die verängstigten Kinder aus den Autobussen herauszuziehen und vor dem Schlimmsten zu bewahren.
Dagegen herrscht an der Pazifikküste Gluthitze. JnLosAngeles tummeln sich Männlein und Weiblein vergnügt am Meeresstrand.
Seit 15 Jahren die längste Frostperiode.
Nach Meldungen aus Reykjavik herrscht auf I s l a n d ein so strenger Winter, wie man ihn seit vielen Jahren nicht erlebt hat. Der Frost hält seit mehreren Wochen an, und die F r o st z e i t i st die I ä n g ft e feit 15 Jahren. Durch den Frost ist die Versorgung Reykjaviks mit elektrischem Strom in Mitleidenschaft gezogen worden, da die größte Kraftquelle des örtlichen Elektrizitätswerkes Wasserfälle darstellen. Obwohl der Stromverbrauch bereits eingeschränkt worden ist, droht der Industrie Strommangel. Der unweit Reykjavik gelegene Tingvallasee, der selten für längere Zeit zufriert, trägt eine 50 Zentimeter starke Eisdecke, die von Lastkraftwagen befahren werden kann.
Roh und Zern.
Wie kommt das Mammut in die Eifel? Bei Planie- rungsarbeiten durch den Arbeitsdienst wurden in unmittelbarer Nähe her E i f e l o r l e Polch und Ruitsch die Neste eines großen urzeitlichen Tieres freigelegt. Allem Anschein nach handelt es sich um das Skelett eines Mammuts, denn man fand zwei etwa 1,70 Meter lange elfenbeinartige Stoßzähne. Weiter legte man den Schädelansatz und einen der riesigen Oberschenkel des Tieres frei, der die Dicke einer mittleren Tanne hat und von Gelenk zu Gelenk 1,20 Meter mißt.
Einen wildernden Bären erlegt. Der Förster Piehl aus H a b n e n k l e e im Oberharz hat im Granetal einen wildernden Bären erlegt. Das abgeschossene Tier dürfte während der Sommermonate einem Schausteller entlaufen sein. Das Tier muß sich lange Zeit gut versteckt gehalten haben. Erst die Schneespuren in den letzten Wochen verrieten seine Fährte, so daß er jetzt von dem Förster ab- 'efcboffen werden konnte.
Reichsgericht bestätigt ein Todesurteil. Der Sechste Strafsenat des Reichsgerichts hat die von dem 47 Jahre alten Joseph Weuffen gegen das Urteil des Schwurgerichts München-Gladbach vom 29. November vorigen Jahres eingelegte Revision als unbegründet verworfen. Damit ist der Angeklagte wegen Mordes und wegen Sittlichkeitsverbrechens rechtskräftig zum Tode verurteilt. Der Angeklagte hat am 25. September vorigen Jahres in der Nähe von Hückelhoven die sechs Jahre alte Maria Bergrath auf grauenhafte Weise ermordet.
Ein glänzendes Gedächtnis. Im Jahre 1913 fälschte ein Bankbeamter aus Odense (Dänemark, einen Scheck über 5000 Kronen. Er konnte damals nicht verhaftet werden; denn er floh ins Ausland. Jetzt, 17 Jahre nach dem Weltkrieg und 22 Jahre nach dem Betrug, kam der Scheckfälscher wieder in seine Heimat zurück, auf einige Tage und völlig unbesorgt. Der Polizist Jespersen aber erkannte den Fälscher auf der Straße und nahm ihn fest. Dabei hatte er den Mann nur vom Steckbrief her gekannt, der vor mehr als zwei Jahrzehnten gegen ihn erlassen worden war.
Auf dem Flug zu ihrem toten Bruder tödlich abgestürzt. Das seit Dienstag vermißte Wasserflugzeug der Linie Marseille— Tunis, das 30 Kilometer vor Korsika zur Notwasserung gezwungen war, wird nun endgültig als verloren betrachtet. Sechs Personen kamen bei dem Unglück ums Leben, der Flugzeugführer, der Maschinist, d^ Funker sowie drei Fluggäste, darunter eine Frau aus Paris, die zur Beerdigung ihres bei einem Kraft- Wagenunfall tödlich verunglückten Bruders nach Tunis fliegen wollte.
Fern der Heimat auf deutschem Boden getauft. Als der deutsche Kreuzer „Karlsruhe" den Hafen von T a n d - jong Prick (Niederländisch-Jndieitt besuchte, benutzten vier deutsche Familien diese willkommene Gelegenheit, ihre Neugeborenen auf deutschem Boden taufen zu lassen. Der Pfarrer des Kreuzers, Kapitänleutnan» Schlüter, hob auf dem Achterdeck der „Karlsruhe" die Kinder aus der Taufe.
Wahrhaft groß sein, heißt
Nicht ohne großen Gegenstand sich regen,
Doch einen Strohhalm selber groß verfechten,
Wenn Ehre auf dem Spiel. Shakespeare.
Zieten aus dem Busch.
Zum 15b. Todestag des Reitergeuerals am 27. Januar.
Unter den Helden, die dem Aufstieg und dem Ruhme ihres preußischen und deutschen Vaterlandes unverdrossen und unter den schwierigsten Umständen dienten, steht Preußens tapferer Reitergeneral Hans Joachim von Zielen mit in vorderster Linie. Seine anspruchslose Wirksamkeit, seine Uneigennützigkeit und Standhaftigkeit, seine unter Stürmen des Unglücks behauptete Seelengröße ergriffen seine Zeitgenossen, ergreifen uns Heutige noch. Uns ist er ganz einfach der deut-
(Scherl.)
s ch e Volks-
Held, der „Zielen aus dem Bus ch", der mit blitzartiger Schnelligkeit wie ein Unwetter auf die Feinde losging und sie in schneidigem Angriff niederwarf, ein echtes Vorbild preußischer kämpferischer Kraft und Tüchtigkeit. „Joachim Hans von Zielen, Husarengeneral, dem Feind die Stirne bieten tät er unzähl'gemal", heißt es im deutschen Liede. So fingen es Schuljugend und Soldaten.
Uraltem, bereits seit dem 11. Jahrhundert in der Mark Brandenburg ansässigem Geschlechte entstammte Zielen. Am 14. Mai 1699 wurde er als Sohn eines in bescheidenen Verhältnissen lebenhen Grundbesitzers in
W u ft r a u am Ruppiner See, also jo mitten in des Heiligen Römischen Reiches Streusandbüchse, geboren. Auf seine Jugend warf es manchen Schatten, daß sein Geschlecht den alten Herrschaftssitz Wusttau mit zwei weiteren Familien teilen mußte. Alle Bitternisse vermochten es jedoch nicht, bei dem ehrgeizigen Jüngling dessen Lieblingswunsch, S o l d a t z u w e r d e n , zu unterdrücken. Von glühender Begeisterung für das Soldaten- lebeu erfüllt, gelang es ihm, bei seinem Vater durchzusetzen, daß dieser ihn bereits als Fünfzehnjährigen im Jahre 1714 in eine preußische Jnfanterietrnppe, und zwar in das neu ausgestellte Regiment des Frhru. v. Schwendy, eintreten ließ, in dem Zielen bis zum Fähnrich aufrückte. Zielen, der sich in seinem Ehrgeiz bei Beförderungen mehrfach zurückgesetzt gefühlt hatte, reichte dem König ein etwas vorzeitiges Beförderungsgesuch ein, das dieser kurzerhand mit der E n t l a s s u n g Z i e t e n s a u s d e m Heeresdienst beantwortete. Der Jüngling schied demgemäß im Jahre 1724 aus dem Heere aus und zog sich nach Wustrau zurück, um sich dort der Ordnung seiner Familienverhältnisse zu widmen. Des Fähnrichs militärische Laufbahn schien hiermit zunächst beendet.
Zielen ließ jedoch den Mut nicht sinken. Bei einer Parade im Berliner Lustgarten gelang es ihm, die persönliche Aufmerksamkeit des Königs auf sich zu lenken, der ihn dann schon nach weiteren zivei Jähren, also 1726, beim Dragonerregiment Wuthenow als Oberleutnant wieder in Dienst nahm. Händel mit seinem Rittmeister, die zum Duell führten, brachten ihm ein Jahr F e st u n g s- Haft als Strafe ein. Da er sich auch nach seiner Freilassung nicht mäßigen konnte, wurde der junge Hitzkopf im selben Jahre kurzerhand zum zweiten Male aus dem Dienst entlassen. Die Folge davon ivarcn vier weitere Jahre friedlich bürgerlicher Betätigung in Wustrau. Zielen schien diesmal beim König Friedrich Wilhelm I., dem Soldatenkönig, ernstlich in Ungnade gefallen zu sein.
Als jedoch im Jahre 1730 in Potsdam eine L e i b - h u s a r e n k o m pa n ie nach dem Vorbild des Markgrafen von Bayreuth errichtet wurde, griff der König nach anfänglich hartnäckigem Sträuben doch wieder auf Zielen zurück und verlieh ihm ein Leutnantspatent in der kleinen Truppe, in der es Zielen — der als leidenschaftlicher Reiter sich nun erst so recht in feinem Element fühlte ^ bald zum Rittmeister und — im Januar 1763 — rum
Major brachte. 1737 ging Zieten mit Leopoldine Judith von Jurgas die Ehe ein, die außerordentlich glücklich verlief. Die eigentliche, erfolgreiche und dann auch im wesentlichen nicht mehr unterbrochene Laufbahn stand ihm jedoch erst noch bevor.
König Friedrich II., der spätere „Alte Fritz", der am 31. Mai 1740 seinem verstorbenen Vater auf den preußischen Königsthron gefolgt war, kannte die außerordentlichen Fähigkeiten des Offiziers. Er ernannte ihn im Dezember 1740 bei Ausbruch des Ersten Schlesischen Krieges zum Oberstleutnant, dann aber — nach dem Scharmützel bei Rotschloß — zum Oberst und Chef der zu einem Regiment erhobenen und nachmals durch ihren Führer so berühmt gewordenen Husaren, der Z i e 1 e n b u s a r e n. Im Zweiten Schlesischen Krieg wurde Zielens Name noch weitaus bekannter. Sein rasches Vordringen in Böhmen brachte ihm im Oktober 1744 die Beförderung zum Generalmajor, für die Zielen den Dank in fei n e r Art zum Ausdruck brachte: bei Jägerndorf schlug er sich mit seinem Regiment am 20. Mai 1745 durch ein ganzes österreiches Korps von 20 000 Mann — ^er berühmte Ziel e n ritt! Gekrönt wurde diese kühne Tat durch den Sieg bei Katholisch-Hennersdorf, wo Zieten verwundet wurde.
Auf die Kriegsjahre folgten wieder friedliche Er- holnngsjahre in Wustrau, bis wieder die Kriegsfanfare erscholl. Im Siebenjährigen Kriege vollendet sich nunmehr Zielens persönlicher Ruf als kühner und zugleich umsichtiger Reiterführer. An den Siegen bei Reichenberg und Prag hatte er teil, bei Collin behauptete e r das Schlachtfeld bis zum Abend. Nicht minder zeichnete er sich bei Leuthen und bei Liegnitz aus; den größten Dienst aber erwies er König und Vaterland in dèr Schlacht bei Torgau — 3. November 1760 —, wo der nunmehrige General der Kavallerie durch seine Erstürmung der Süptitzer Höhen den Sieg entschied.
Nach dem Frieden lebte Zielen meist in Berlin, wo heute noch in dem von ihm bewohnten Hause in der Kochstraße das Andenken durch eine Gedenktafel wachgehälten wird.
Als der schlichte friderizianische Held, als der berühmte Husarengeneral und sagenumwobene Paladin Friedrichs des Großen, so ist Zielen in unsere deutsche Geschichte eingegangert.