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England trauert um seinen König. Ganz England stand in der Nacht zum Dienstag unter dem Druck des tragischen Unglücks, von dem die Nation nun betroffen wurde. Im­mer größere Menschenmassen sammelten sich vor dem Buck- hinghampalast und warteten gespannt auf jede neue Nach­richt aus Sandringham, bis dann nach Mitternacht der

Tod König Georgs V. bekanntgegeben wurde. (Scherl- Bilderdienst M.)

Bild rechts: Jtalienlsche MMtär-Skipatrouille trainiert bei Garmisch-Partenkirchen. Die italienische Militär-Ski- patrouille, die an den Olympischen Winterspielen teil­

nimmt, ist jetzt in Garmisch-Partenkirchen eingetroffen, um mit dem Training zu beginnen. In den Straßen Garmisch- Partenkirchens fühlen sie sich schon ganz heimisch und wün­schen hier den jungen Sportkameradinnen, wie man sieht, einen fröhlichenGuten Morgen". (Schirner M.)

Jugendherbergen werben.

Von Universitätsprofessor Erich Jaensch (Marburg).

Deutsches Wesen ist aus einem richtigen Gefübl heraus jederzeit durch I u g e n d g e st a l t e n symboli­siert worden: Siegfried, Parzifal, den Wanderer zwischen beiden Welten, Horst Wessel. Unsere Aufgabe ist, in die Alterskultur der letzten Jahrhunderte den Geist der inne­ren Jugendlichkeit hineinzubringen: in Leblosigkeit das Leben, in Tod und Erstarrung die organische Entwicklung und Bewegung. Darum sind uns alle eigentümlichen Äußerungen des Jugendgeistes gleichzeitig Mittel zur Ge­staltung der Kultur des neuen Reiches, das ja deutsche völkische Art zu reinem Ausdruck bringen soll.

Das gilt insbesondere auch von dem G e i st des Jugend wanderns, der unzerstörbar in unserer deutschen Jugend lebt und in ihr immer wieder zum Durchbruch kommt. Wir brauchen für die Gestaltung unserer ganzen deutschen Kultur diese Naturliebe und Naturverbundenheit, die sich darin ausdrückt. Wir be­nötigen diesen Drang in die Ferne und Weite, der beim jungen Menschen zunächst als Wander­trieb erscheint und beim Erwachsenen sich dann in dem leidenschaftlichen Drang auswirken wird, an den hohen und fernen Zielen der Gesamtheit mitzuarbeiten. Wir brauchen dies, weil unsere werdende deutsche Kultur nicht auf feste, ewig gültige Formen eingestellt ist, sondern auf Leben, Entwicklung, Bewegung, Fortschritt in unabseh­bare Höben und Weiten.

Darum werden auch die Mittelpunkte des Jugend­wanderns, die Herbergen, w i ch t i g e A n s ä tz e unse­rer neuen K u l t u r g e st a l t u n g sein. Die lebens­bejahende, ihrem innersten Wesen nach jugendliche Welt­anschauung des Nationalsozialismus darf nicht mit geheimrätlichen Stirnrunzeln vorgetragen werden, aber auch nicht mit dem aufgehobenen Zeigefinger des Pädagogen oder in brüskem Kommandoton. Sie will erörtert werden, oder vielmehr, sie soll als ein zündender Funke überspringen wie unter Kameraden ein gutes Wort am Feuer oder in der Herbergsstätte nach der Wanderfahrt.

Die Rheinprovinz ist damit vorangegangen, die Jugend zu nationalpolitischenKursen" wenn man das noch so nennen darf in den Jugendherbergen des Bezirks Koblenz zusammenzuziehen: und in der Tat sind solche Heime der geeignete Ort zur Vermittlung einer Bildung, die Kopf und Herz zugleich ersassen soll und das Herz vor allem. Ähnliches wird in Kürze auch ander­wärts durchgeführt werden. Dazu aber brauchen wir Jugendherbergen, die geräumig sind, weil der Fabrten-

Führertagung

des Arbeitsgaues 22 des Reichsarbeitsdienstes.

Kassel, 18. Jan. Aus Anlaß der vom 19. bis 23. Januar 1936 in Kassel stattfindenden 5. Führertagung des Arbeitsgaues 22 des Reichsarbeitsdienstes, der ersten großen Tagung eines Arbeitsgaues im Reich nach der Um­stellung zum Reichsarbeitsdienst, wurde am Sainstag im Landesmuseum durch den Eauarbeitsführer Neuerburg eine vom Arbeitsgau 22 veranstaltete Ausstellung mit einer kurzen Ansprache eröffnet.

Die Ausstellung gibt ein anschauliches Bild von der im Arbeitsdienst geleisteten Erziehungsarbeit, aber auch von den Leistungen und dem Leben der Arbeitsmänner. Die von den Arbeitsmännern mit den einfachsten Mitteln am Feierabend selbst hergestellten Modelle zeigen in getreuer Nachbildung Unterkunftshäuser und Aufenthaltsräume. Weitere Nachbildungen veranschaulichen die vom Arbeits­dienst ausgeführten Arbeiten, wie Flußregulierungen, Wegebauten usw. Eine große Relief-Karte des ganzen Arbeitsgaues, die von den einzelnen Gruppen her'gestellt wurde, bildet ein bemerkenswertes Stück dieser Ausstellung. Man sieht weiter Nachbildungen der Hersfelder Stifts- Ruine, der Sprungschanze von Willingen, ein germanisches Bauernhaus, ausgezeichnete Holzschnitzereien und die Aus­rüstung des Arbeitsmannes mit allenWaffen", die er für seine Arbeit benötigt. Auch eine Sammlung vorgeschicht­licher Funde, die bei den Arbeiten ausgegraben wurden, wird die Besucher interessieren. Die Ausstellung dauert vom 18. bis 27. Januar 1936.

Börse und Handel

Fulda. (Schlachtviehmarkt vom 21. Januar.) Auftrieb: Rinder 37, darunter: Ochsen 15, Bullen 6. Kühe 7, Färsen 9; Schweine 75, Kalber 65, Schafe 6. Es wurden bezahlt für je 50 kg Lebendgewicht: Ochsen: a) vollfl. ausgem. höchsten Schlachtwerts 42, b) sonst, vollfleischige 38- 40. Bullen : a) 42. Kühe: a) ist b) 3538, c) 3034, bi 25. Färsen: a) 42, b) 40 bis 41. Kälber: a) beste Mast- und Saugkälber 5560, b) mitte lspa Wt» NrL SiAMMsS ^M, ch MsttseLL SL-èâ ^

betrieb sogar in erhöhtem Umfang weitergehen soll und zu der alten Aufgabe jetzt noch eine neue hinzukommt.

Die Jugendherberge unserer neuen deutschen Kultur wird aber nicht nur unsere Leute der Wissenschaft und Dichtung zu Worte kommen lassen, sondern auch dem jungen b o d e u st ä n d i g e n Künstler Gelegenheit geben, sich zu zeigen. Wir stellen uns vor, daß die jungen künstlerisch geschulten Amateurphotographen mit den Zeichnern und Malern wetteifern, in den Jugend­herbergen ihre Heimat, die Schönheit ihres Landes und die Eigenart seiner Bevölkerung zur Darstellung zu bringen. Solche Herbergen dienen zugleich der Werbung und wirtschaftlichen Hebung der vom Fremdenverkehr weniger bevorzugten Gebiete. Der Verfasser dieser Zeilen bat kürzlich seinen Mitbürgern gesagt:Wir werden mit Recht dazu aufgefordert, für unsere Stadt zu werben; der Ausbau unserer Jugendherberge wäre eines der wirk­samsten Werbungsmittel. Hier kommen jeden Tag neue Scharen junger Menschen hindurch. Aus Kindern aber werden Leute. Wer als junger Mensch auf einer Wanderfahrt sich an einem Orte wohlgefühlt hat, wird als erwachsener Herr dorthin zurückkehren, vor­ausgesetzt eben, daß er sich dort wohlfühlte.

Der nationalsozialistische Staat will Härten, die aus der großen Ungleichheit des Besitzes entstehen, nach Mög­lichkeit ausgleichen. Zu diesen Ungleichheiten gehört auch, daß manche Gebiete ganz im Mittelpunkt des Fremden­verkehrs stehen und andere, die das kaum weniger ver­dienen, wieder gar nicht. Kürzlich traf ich an unserer Jugendherberge einen jungen Wanderer, der mir sagte: Ich komme von Halle. Bei uns wandern die meisten nach Oberbayern oder nach dem Rhein. Wenn sie wüßten, wie schön das hessische Bergland ist, das uns viel näher liegt, würden aus unserem Gebiet viel mehr her­kommen."

Sorgen wir für ausreichende Jugendherbergen, dann wird ein unbekanntes Juwel in unserer Landschaft schon entdeckt werden. Die Jugend richtet sich nicht gern nach den Sternen im Bödecker. Im Gegenteil, sie geht den damit bezeichneten Orten eher aus dem Wege. Ganz natürlich; es ist ja in jeder Generation immer wieder die Aufgabe der Jugend, neue Wege zu suchen, anstatt der ausgefahrenen Geleise.

Kauft Arbeitsbeschaffungslose!

bis 49, d) geringe Kälber 35. Schafe: e) beste Schafe 45. Schweine: al) 56, b) 54, c) 52, d) 50, e) 5356. Marktverlauf: Schweine zugeteilt.

Gießen. (Rinder-Nutzviehmarkt vom 21. Jan.) Auftrieb: 730 Stück Großvieh, 154 Fresser und 139 Kälber. Handelsgeschäft lebhaft. Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 450600 RM., 2. Qualität 320430 RM.. 3. Qual. 200300 RM., ^ ^jährige Rinder 120190 RM., %2= jährige Rinder 190270 RM., tragende Rinder 270490 RM., Kälber bis zu drei Wochen 24 RM. bis zu vier Wochen alte 38 RM., bis sechs Wochen alte 52 RM.

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ÄiU in.

der grobe Herrscher aller Närrinnen und Narren, wird am Samstag, 25. Januar, abends 8 Uhr

auf dem Hof bei der Stadt Fulda

in sämtlichen Prunkräumen der N a r r h a 11 a (Orangerie) unter den Huldigungen seines Volkes feierlich den Thron besteigen. Wer noch an diesen gi oben Hoffesflichkeilen teilnehmen will, sichere sich sofort seine Eintrittskarten im Vorverkauf bet : Städt Reise- u. Verkehrsbüro, Kaisei platz; C. Diegelmann, Buchhandlung, Fried- richstrabe, Reinhordtsche Buchhandlung, Fiied- ricbsfrabe; Rudolf Bamberger, Gemüsemarki; Café Thiele, Mittelstrabe. rv

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Letzte Nachrichten.

Die Thronbesteigung König Eduard VIII. feierlich verkündet.

London, 22. Jan. (Funkmeldung.) Vom Balkon des

St. James-Palastes wurde am Mittwoch vormittag um 10

Uhr (englischer Zeit) der dort bei winterlich-schönem Wetter versammelten Menschenmenge von einem Herold die Pro­klamation verlesen, die dem Volke die Thronbesteigung

König Eduards VIII. verkündete.

Das gleiche Schauspiel vollzog sich in Abständen von einer halben Stunde an drei weiteren geschichtlichen Stätten der Innenstadt, am Charing Croß, im Temple Bar. dem Eerichtsviertel der Londoner City, und vor den Stufen der königlichen Börse.

Auf der ganzen Strecke von dem Palais des bisherigen Prinzen von Wales bis zur Börse hatte Militär Aufstellung genommen. In allen vier Fällen ging der geschichtlich­feierliche Akt in gleicher Weise vor sich: Trompeter eröff­neten die Zeremonie mit einer langen Fanfare. Der Wappenkönig des Hosenband-Ordens, Sir Gerald Wollaston, tritt in Begleitung des Lordmarschalls, der eine goldbesetzte scharlachrote Uniform trägt, vor die Menge. Er entrollte ein großes Pergament. Im gleichen Augenblick. prasennerön die Truppen das Gewehr. Alle èntvlosen oas Haupt und der Wappenkönig verkündet, daß Prinz Eduard mit einer Stimme der Zunge und des Herzens zu unserem einzigen gesetzlichen und rechtsmäßigen Oberhaupt prokla­miert wird".

Nachdem der Wappenkönig mit dem Satz geschlossen hat: Cott schütze den König", wiederholt der Lordmarschall diese Worte.

Die Artillerie feuert Salut. Eine weitere Fanfare wird geblasen und zum Schluß die Nationalhymne gespielt und gesungen.

Die Flaggen, die bis dahin auf Halbmast gestanden hatten, steigen zur Mastspitze empor.

Im Gerichtsviertel wurden die eifersüchtig gewahrten Sonderrechte der City von London durch ein rot-silbernes Band symbolisiert, das über die Straßen gespannt wurde. An dieser Stelle wartete der Lordmayor, die Sheriffs, die Stadtältesten und die Beamten der Verwaltung der City. Der Zug der Herolde, durch eine dreifache Fanfare ange­kündigt,'wird erst nach Erledigung althergebrachter Förm­lichkeiten in die City gelassen, worauf der Lord-Mayor die^ Verlesung der Proklamation freigab. f

In ähnlicher Weise wurde die Thronbesteigung in der! Hauptstadt von Schottland, Edinburgh, und in Windsor! verkündet. Ueber all waren gewaltige Menschenmengen! Zeugen dieses Schauspiels, das in London eine seltsame Mischung von mittelalterlichem Brauch und moderner Wis-; jenschaft war, da an allen Stellen Mikrophone und Laut-, sprecher ausgestellt waren, die den feierlichen Akt in biet weitere Umgebung und in die britischen Dominions über^

trugen.

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