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Olympische Spiele 1936

1067 Olymp akämp er.

Am Dienstag ist die Meldeliste für die Olympischen Winterspiele abgeschlossen worden Die Liste enthält 1067 Meldungen Die Ziffer übertrifft das NennungSergelmlS der Winterspiele in Lake Placid 1932 um das Dreifache und ist auch erheblich höher als die Beteiligung 192s in St. Moriy Drei Tage vor Beginn der Winterspiele werden die Rationen nunmehr aus diesen Meldungen die Zahl der Wettkämpfer für die einzelnen Disziplinen benennen.

Konjerven-Schnee" für das Wmier-Olymp a

Und wenn der Himmel noch sowenig Einsehen hätte, die Olympischen Winterspiele in Garmisch Parientirchen wird er schwerlich behindern können Das Organisationskomilee hat auch für Den ungünstigsten Iall vorgesorgt Sollte nämlich der Himmel nicht genug Schnee liefern, dann wird das Komitee es eben tun. Im Oly m pia Ski stad ion werden zur Zeit gewaltige S ch n e e m a s s e ne i n g e in a ch t* in dem man sie mit Ammoniak bestreut und dann mit einer Schutzhülle bedeckt Auf diese Weise bleibt der Schnee so pulvrig, als ob er eben erst gesallen wäre

Man wird aber aller Voraussicht nach diesenKonserven" Schnee nicht nötig haben, denn ein Januar und ein Februar in Garmisch Partenkirchen ohne Schnee sind in der Geschichte der Gemeinden noch nicht dagewescn. also auch in diesem Jahre nicht zu befürchten^

Berliner Reitturnier mit 3300 Meldungen.

Am 24 Januar beginnt in der Deutschlandballe das diesjährige wie immer im Rahmen der Grünen W o ch e durcbgefühne B e r l i n e r R e i l - und F a h r l u r n i e r das sich über zehn Tage erstreckt. Das Turnier Hai außerordentlich guten Zuspruch gefunden, das drückt sich in den Meldungs­ziffern aus Rund 3 3 0 0 M eldungen wurden abgegeben, rund 1000 Pferde werden vorgeführt Das Ausland ist durch italienische, polnische, dänische, schwedische, schweizerische und ungarische Leiter recht stark vertreten 130 000 Mark sind an Preisen und Entschädigungen ausgesetzt

Alle Zweige des Reit- und Fähisporls sind bei den etwa 7 5 Wettbewerben vertreten Materialprüfungen, Eig­nungsprüfungen, Dressurprüfungen, Jagdspringens Wett­bewerbe für Wagenpferde, Schaubilder und sogar Pferdepolo werden zu sehen sein Im P r e i s d e r R a t i o n e n, der am 1. Februar ausgetragen wird, werden die Offiziersmannschaften Italiens, Polens und der Kavallerieschule Hannover um die höchsten Ehren ringen. Das zweite Eroß- ereignis ist am 26. Januar der Große P re is der natio­nalsozialistischen Erhebung, der in zwei Abtei-

Erste Hilfe bei Unglückssällen.

Wenu sich einer den Fuß übertreten hat, soll man den Beschädigten sofort hinlegen und ihm Schuh und Strumpf ausziehen. Man wird dann wahrscheinlich am äußeren Fußknochen eine kleine Schwellung finden. Man umfaßt das Fubvelenk mit den Fingern beider Hände, massiert mit den beiden Daumen und wird sehr bald fühlen, wie die Schwellung verschwindet. Nun umwickelt man das Fuß­gelenk fest mit einem Taschentuch, zieht den Schuh wieder an und veranlaßt den Verunglückten, nach Hause zu gehen. In sehr vielen Fällen wird keine weitere Behandlung nötig sein.

Bei Verbrennungen wird es heute als durchaus veraltet angesehen^ etwa Oel oder dergleichen auf die verbrannte Stelle zu tun. Man benutzt heute lieber Gerbsäure, die man besonders präpariert in Tuben kaufen kann und in seiner kleinen Hausapotheke immer vorrätig haben sollte, weil ja Verbrennungen im Haushalt häufiger vorkommen. Natürlich muß bei irgendwelchen nennenswerten Verbren­nungen sofort der Arzt gerufen werden, doch kann man immerhin einstweilige Hilfe leisten.

Wenn sich jemand in den Finger schneidet, nimmt man ein sauberes, zusammengefaltetes Tuch und zieht damit die Schnittstelle etwa 10 Minuten lang fest zusammen. Hierauf verbindet man den verletzten Finger mit Mullbinden, die ebenfalls in der Hausapotheke niemals ausgehen dürfen.

Wird jemand ohnmächtig, so lege man ihn vor allem ganz flach hin. Ist der Raum heiß, so öffne man ein Fenster. Bekommt jemand einen Herzanfall, so soll man alles ver­meiden, den Erkrankten aufzuregen. Man ruft sofort den Arzt und massiert inzwischen Hände und Füße des Erkrank­ten kräftig.

lungen durchgesübrl wird Am 29 Januar findet eine Ver­anstaltung zugunsten des Winterhilsswerkes statt Aus den übrigen Programmpunkten sind noch zu erwähnen: Am 24 Januar dèr Preis der Grünen Woche, am 27 Januar der Preis von Ostpreußen, am 28. Januar der Preis von Han­nover. am 30. Januar der Inläuderpreis. am 31. Januar die Preise vom Union Club und der Obersten Rennbehörde und am 2 Februar zum Abschluß das Kanonensagdspringen, der Axel-Holst- Erinnerungspreis lind das Kürdrcssurrcilcn

Das P o l o l u r n i c r. an dem sich eine ungarische Mann­schaft beteiligt, und die S di aubild c r werden wieder große Anziehungspunkte bilden Da man bei den Schaubildern dies­mal Wehrmacht und Landespolizei entbehren muß, werden diese Nummern von SA und S S Reitern gestellt, die schon aus vielen Turnieren im Reich mit Erfolg ausgetreten sindReiierlieder und märsche aus deutscher Geschichte".Das schwarze Korps" undAus Holsteins Pferdezucht" sind die Schaubilder benannt Die SA. und SS. Reiter sind übrigens auch in den verschiedenen Wettbewerben zahlreich vertreten Sie werden mit ihren Leistungen durchaus neben ihren bc rühmtenKollegen" des In und Auslandes bestehen können Italien schickt fünf Reiter mit zehn Pferden unter Führung von Oberst B 0 r s a r e l l i, dem Reiter der berühmten Stute Crispa" Tie fünf polnischen Offiziere mit ihren elf Pferden werden von Oberst K o m o r o w s k i geführt und sind den deut schen Reitern bereits vom letzten Warschauer Turnier gut bekannt

Berlin schlug Ricßcrscc 3 :0. Bei einer großen eissport­lichen Veranstaltung der NS. GemeinschaftKraft durch Freude" im Berliner Sportpalast trat eine Berliner Aus- wablmannschast gegen den Sportklub Rießersee (ohne die Nationalen» im Eishockey an Die Süddeutschen mußten sich 0 : 3 geschlagen geben

Marcel Thil bleibt Weltmeister. THU verteidigte seinen Titel im Mittelgewicht in Paris erfolgreich gegen den Kanadier Brouillard Der Kanadier wurde wegen Tiefschlags in der vierten Runde disqualifiziert, und der Weltmeister, der im Ring zusammengebrochen war, behielt den Titel.

Im Nürnberger Degen-Mannschaftsturnier wurde die erste Mannschaft des Heeres lHax, Handrick, Heigel Miersch) im Stechen gegen Hcrmanma-Frankfurt Sieger. Das Heer hat fünf Mannschaftssiege und 65 Einzelstege zu verzeichnen. Hermannia-Frankfurt folgt mit fünf Mannschaftssiegen und 54 Einzelsiegcn

6000 Sportabzeichen bei der Reichspost. Im Jahre 1935 sind bei der Reichspost rund 6000 Sportabzeichen erworben worden, darunter besinden sich allein 60 goldene Reichssport- abzeichen und nahezu 5000 SA.-Sportabzeichen.

& Deme Kame^adm

Winterhilfswerk des Deutschen Volkes

Der neue Kamerad.

Still trat er eines Morgens bei uns an: Schon grau die Schläfen und mit krummem Nucken, Ein alter, unscheinbarer Arbensmann ...

Er kam zu jedem einzelnen heran, Um uns die Hand zu drücken.

Er sprach nicht viel... Nur, daß er fast drei Jahr' Borher am Stempelschalier stehen mußte, Daß er oft der Verzweiflung nahe war ... Wir blickten auf das graue Schläfenhaar. doch nun sei alles wieder gut und klar Weil er als Bruder sich bei seinen Brüdern wusste.

Und als er dann den Hammer in Die Fäuste nahm, Da ist es wie ein Gleichnis uns erschienen: Mit jedem Schlag schlug er sein Elend lahm ... Als wir am Feierabend seine Augen lah'n, Da glomm ein Leuchten auf in seinen Mienen ...

Und als er dann mit uns nach Haust lchritt. Ist er uns nicht mehr wie ein Alter vorgekommen: Er hielt mit uns, Den Jungen, gleichen Tritt, Nein! Mehr noch! Bor uns ging er. riß uns mit! Weit hinten blieb Vergangenheit, die er durchlitt .. Nun war in feinen Augen ein verklärter schein. Als habe er der Zukunft brausendes Signal vernommen!

Pele Burlach.

Nah und Fern.

Falschmünzerwerkstall in Leipzig ausgehoben. Durch die Aufmerksamkeit einer Verkäuferin eines Wollwaren geschäfts am Südplatz in Leipzig konnte eine drei­köpfige Falschmünzerbande festgenommen und die Werk­statt zur Herstellung des Falschgeldes ausgehoben werden. Bei den Falschmünzern handelt es sich um einen Mann und ein Ehepaar, das nach mehrjährigem Aufenthalt in Amerika im Oktober vorigen Jahres nach Leipzig zurück­gekehrt war. In der Werkstatt wurde eine große An­zahl falscher Zwei- und Fünfmarkstücke aufgefunden und beschlagnahmt.

Mord an einem holländischen Pfarrer. In dem Dorfe Geisteren in Nord-Limburg wurde der Orts­geistliche L i 1 j e n s in seinem Garten von unbekannten Tätern überfallen und erwürgt. Die Verbrecher hatten dann die Leiche ins Pfarrhaus geschleppt und dort den Geldschrank der Gemeinde geöffnet. Da der Pfarrer jedoch alle Wertgegenstände im obersten Stockwert des Pfarrhauses versteckt aufzubewahren pflegte, fielen den Tätern keine Werte in die Hände.

Mister G." bekam einen Tcnnisball ins Auge. Bei dem Internationalen Tennisturnier in Stockholm, an dem König Gustav von Schweden unter seinem SportnamenMr. G." teilnimmt und eine ausge­zeichnete Placierung erlangte, ereignete sich ein aufsehen­erregender Zwischenfall. Der 77jährige König bekam einen besonders scharfen Ball ins Auge, der das Brillen­glas zertrümmerte. König Gustaf, der splitterfreies Glas trug, blieb jedoch unverletzt und konnte nach einer kurzen, Unterbrechung das Spiel wieder fortsetzen.

Schwedische Rehe für Deutschland. Der schwedische Rittergutsbesitzer G r a f T h o t t hat von der schwedischen Regierung die Erlaubnis erhalten, 15 Rehe lebendig ein­zufangen und nach Deutschland ansführen zu dürfen. Wie Graf Thott auf Befragen der Presse mitteilte, hat das Reichsjagdamt die Lieferung von insgesamt 40 schwedi­schen Rehen beantragt.

Nordamerikanische Kältewelle fordert 170 Todes­opfer. Die schweren Schneestürme, die den größten Teil der Vereinigten Staaten, insbesondere die Ost- und Mittelweststaaten heimgesucht hatten, flauten jetzt ab. Die Stürme, die außerordentliche Kältetemperaturen mit sich gebracht hatten, haben bisher 170 Todesopfer und eine Unzahl von Verletzten gefordert. Verkehrsunsälle in­folge vereister Straßen sind in den meisten Fällen der Grund zu Verletzungen oder Gesundheitsschäden gewesen

Zenkers Schlüssel.

Humoreske von H. Klockenbusch.

Gegen neun Uhr erschien Alma, das Dienstmädchen, und erklärte, sie ginge jetzi aus. Wann sie wieder da sein müsse?

Meinetwegen", knurrte Herr Zenker,brauchen Sie über­haupt nicht roieDermtommen!"

"Ich meine bloß wegen dem Korridorschlüssel. Wenn Sir noch ausaehen ..

Zenker schleuderte dem Mädchen einen hoheitsvollen Blick zu.Ich denke nicht Daran. Erstens kann doch die Wohnung, wo meine Frau mal wieder nicht da ist, nicht unbeaufsichtig! bleiben, und außerdem habe ich noch zu tun."

Alma entschwand, nicht ohne sich im Stillen über die um gewöhnlich gute Laune des Hausherrn gewundert zu haben.

Zenker entkorkte eine Flasche Wein und sand es einstweilen sehr unterhaltsam, einmal abends nicht auszugehen. Sehr nett, daß seine Frau alljährlich einmal zu einer Jugendfreundin ging, um deren Geburtstag zu feiern! Er griff nach einem Buche unt frog sich auf die Couch zurück. Das Buch erwies sich als ein Roman, von dem Frau Zenker geradezu begeistert gewesen war. Er fand das höchst unverständlich, da auf den ersten Seiten immerzu von einem Kastanienbaum die Rede war, der auf einem Schulhof stand. Gelangweilt warf er das Buch beiseite unt stellte den Rundfunk an. Mit voller Lautstärke. Heute abent suchte er nicht zu befürchten. daß seine Frau das als eine mücffidüslofigfeit geg die Nachbarn bezeichnen würde.Leise, leise, fromme Weile ...", klang es im Fortissimo aus dem Laut- Iprecher. Herr Zenker liebte zwar klassische Musik nicht sonder­lich, aber wenn Kruses im zweiten Stock zu Hause waren unt noch nicht schliefen, erfüllte sie ihren Zweck.

Um zehn Uhr fand er es unverantwortlich von seiner Frau, ihn so lange allein zu lassen. Eine grobe Rücksichtslosigkeit! Er selbst kam zwar selten vor zwei Uhr früh heim, aber davon er­fuhr seine Frau nichts. Als sie um halb elf noch nicht zurück­gekehrt war, entlud sich sein Zorn in grimmigen Kernflüchen und einige Minuten später war er trotz des Radiolärms ein­geschlafen.

Er erwachte von einem heftigen Klopfen. Der Lautsprecher schwieg. Also mußte es ein Uhr vorüber sein. Regen prasselte gegen die Scheiben. Das war gewiß das Klopfen gewesen. Seine Frau war noch nicht da. Herr Zenker riß das Fenster auf unt blickte in das tobende Unwetter htnaus. Unten stand Frau Zenker mit aufgefpanntem Schirm in strömendem Regen vor der Haus­tür.Warum kommst Du nicht herein?" brüllte er hinunter, herbe MÄUÄt wWet ÜÄMÄr;.

^e*I Zeâr tobte. Schließlich aber nahm er ichimpsend den Hausschlüssel vom Haken, schmetterte zornig die Korridortür hinter sich ins Schloß und stieg die Treppe hinab.Wo kommst Du her um diese Zeit? Unerhört! Man sitzt die ganze Nach! auf und macht sich Sorgen...!"

Hast Du Denn noch nicht geschlafen?" fragte sie leise.

Bewahre! Als ob ich schlafen sonnte, wenn ich befürchten muß, daß Dir etwas zugestoßen ist! Die ganze Nacht bin ich ruhelos auf- und abgewandert..."

Ich stehe seit halb zwölf vor Der Tür", tagte Frau Zenker kläglich.Ich habe gerufen und an Die Tür geklopft, aber es nützte nichts, weil Du Radio hörtest! Ich begreife nicht, wie es möglich war, daß ich Den Schlüssel vergaß.. "

"So etwas bringen nur Frauen fertig", erklärte er mit er­heblichem Stimmaufwand.Ueber tausend nichtigen Dingen wird das Wichtigste vergessen. Alle Jubeljahre gehst Du einmal aus, und prompi vergißt Du den Schlüssel! Merkwürdig, daß mir das nicht passiert!"

Na, na!" zweifelte Frau Zenker, die Treppe hinaufsteigend. Ihm schien es, als hätte ein leises Kichern diese Bemerkung be­gleitet.

Das nächste Mal", schnaubte er,kannst Du meinetwegen die ganze Nacht draußen stehen! Zum Teufel, jetzt ist die Alma, dies Gans, auch nicht da!"

Alma hat Ausgang. Was soll sie denn?"

Aufmachen soll sie, zum Kuckuck! Ich habe Den Korridor­schlüssel nicht mitgenommen . J"

Ein Seufzer Frau Zenkers verwehte im totenstillen Treppen­haus.Vielleicht ist sie schon wieder da ...!?"

Ausgeschlossen. Ganz ausgeschlossen! Seit neun Uhr ist sie weg und die ganze Zeit habe ich auf jedes Geräusch gehorcht. Ich hätte das unbedingt hören müssen ..."

"Aber Alma ist ein sehr solides Mädchen. Sie ist noch nie nach Mitternacht nach Hause gekommen...!"

Zenker lachte mißtönend. ,,Man kennt das ja, Ich verstehe nicht, daß Du Diese dumme Person noch in Schutz nimmst!"

Aber es ist doch gewissermaßen ..."

Ruhe jetzt! Das hat man Dabon, wenn man sich in un­begreiflicher Gutmütigkeit bereit erklärt, das Haus zu hüten. Jetzt können wir die Nacht auf der Treppe zubringen .." Seiner armen Frau klapperten die Zähne. Sie fror entsetzlich in ihrer völlig durchnäßten Kleidung. Aber sie hielt es für zwecklos, auf die Vorwürfe ihres Gatten noch etwas zu entgegnen.

Mit meinem Rheumatismus!" verzweifelte Zenker.Das wird mir den Rest g/:ben!"

Schließlich setzte er sich ächzend auf eine Treppenstufe und ber-ulL' erii'Utterub W MÄwchen. ...

Auch diese Nacht ging zu Ende. Gegen sechs Uhr glaubte Frau Zenker ein bekanntes Geräusch zu vernehmen. In ihrer Küche wurde Die Kaffeemühle gedreht. Kurzentschlossen klingelte sie.

In der Tür erschien Alma und starrte ihre Herrin verblüfft au. Der groteske Anblick, Den Der auf der Treppe sitzende Herr Zenker bot, nötigte ihr ein Lächeln ab, das nicht ganz ohne Schadenfreude war.

Die ganze Nacht haben Sie auf der Treppe warten müssen?" sagte ,ie mitleidig.Warum haben Sie denn nicht geklingelt?"

Mein Mann behauptete, Sie wären noch nicht zurück­gekommen ..."

In diesem Augenblick erwachte Herr Zenker. Augenrollend, wie ein entlarvter Bühnenintrigant, trat er steifen Schrittes auf Alma zu.

Furchtbar dröhnte seine Stimme:

Sie, Gans! Warum haben Sie sich nicht bei mir gemeldet, als Sie nach Hause kamen? Wir haben nur zwei âorridor- schlüssel, und Sie wußten doch, daß meine Frau einen davon mitgenommen hatte. Wenigstens mußten Sie das glauben. Sie hat ihn natürlich vergessen, aber das könnten Sie nicht wissen! Wie können Sie sich erlauben, zu Bett zu gehen, ohne vorher den Schlüssel abzuliefern?"

Aber Sie sagten doch, Sie wollten nicht mehr ausgehen!"

Ganz egal. So viel Ueberlegung mußten Sie docks haben. Hätten Sie mir den Schlüssel wiedergegeben, dann brauchte ich nicht die ganze Nacht auf der Treppe zuzubringen, wo ich mir wahrscheinlich einen Knacks für das ganze weitere Leben ge­holt habe."

Sie brauchten ja nicht auf der Treppe zu sitzen", wandte Alina ein.Ich habe den Schlüssel abgegeben. Ich kam um 11 Uhr nach Hause und da lagen Sie auf der Couch und schliefen ..."

Was erlauben Sie sich, Sie dreiste Person? Ich soll ge­schlafen haben? Wo ich in höchster Unruhe war wegen des Aus- bleibends meiner Frau?"

Sie waren gar nicht wach zu kriegen."

Das ist eine unverschämte Lüge!", donnerte Zenker.Ich werde Ihnen beweisen ..."

Sie lagen auf der Couch", fuhr Alma unbeirrt fort,die­selbe Hausjoppe hatten Sie an, die Sie jetzt tragen. Und weil Sie gar nicht wach zu kriegen waren, habe ich "den Korridor- schlüssel, bitte, einfach in die Seitentasche Ihrer Hausjoppe gesteckt..."

Herr Zenker sah nach... da war der Schlüssel...