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Erscheint jeden Werktag. Wochenbeilage:Der Sonntag". Bezugspreis: monatlich 1,70 RM. Bei Lieferungsbehinderung durchHöhere Ge­walt" bestehen keine Ansprüche. Verlag Fried­rich Ehrenklau, Fulda, Königstraße 42. Rotationsdruck: Friedrich Ehrenklau, Lauter- bach'H. Hauptschriftleiter Friedrich Ehren­klau, Fulda, Königstr. 42, Fernsprecher 2989.

Tageblatt für Rhön und Vogelsberg

Zulüa- unö Haunetal >§ulöaer Kreisblatt

Schriftleitung und Geschäftsstelle: Königstraße 42 Fernsprecher Nr. 2484

Verantw. für den Inhalt: Bernd Heim. Fulda. Anzeigenpreis. 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pfennig. Bei Wieder­holung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt. D.A." XII. 35. 750. Zur Zeit ist Preis­liste Nummer 4 gültig. Verantwortlich für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

Nr. 15 13. Jahrgang

Fulda, Samstag, 18. Januar 1936

Einzelverkaufspreis 10 Pf.

Das amerikamscheBolk wollte keinenKrieggegenDeutschland

Wilsons und Lansings Schuld am Kriegseintritt der Vereinigten Staaten.

Im Munitionsausschuß des amerika­nischen Senats wurde, wie aus Washington gemeldet wird, die aufschlußreiche Feststellung gemacht, daß der amerikanische Staatssekretär Lansing bereits Anfang Januar 1917 wünschte, daß der damalige amerika­nische Präsident Wilson die Beziehungen zu Deutschland a b b r e ch c.

In einem verlesenen, vom 4. Januar 1917 datierten Auszug aus dem Tagebuch des Beraters des Präsidenten Wilson, Oberst House, heißt es:

Lansing wünscht, daß der Präsident die Entscheidung über die U-Boot-Frage beschleunige und den deut­

schen Botschafter Graf Bernstorff heimsende.

Lansing drängte in einem Schreiben den Präsidenten, eine feste Haltung einzunehmen. Er glaubte jedoch nicht, daß Wilson dies tun werde, da der Präsident ihm neulich gesagt habe, er sei nicht der Ansicht, daß das amerika­nische Polk deshalb in den Krieg zu gehen bereit sei, weil einige Amerikaner getötet wurden.

Mitglieder des Senatsausschusses wiesen darauf hin, daß die Vereinigten Staaten von Amerika die Beachtung der Rechte der Neutralen durch Großbritannien nicht er­zwungen hätten und daß deshalb die deutsche Ne­gierung keinen arideren Ausweg gehabt habe, als den unbeschränkten U-Boot-Krieg zu erklären.

In einer Veröffentlichung des amerika­nischen StaatsdepartementsAmerikas See­handelspolitik in Kriegszeiten" wird dargestellt, daß die Sympathien Wilsons von Beginn des Weltkrieges an aus britischer Seite waren, daß seine Ratgeber, insbesondere Lansing, ihn ständig zum Abbruch der Beziehungen mit Deutschland und zu der Kriegserklärung zu drängen suchten, auf der anderen Seite aber alle Ein­griffe der Alliierten in die amerikanische Souveränität und in die Freiheit der Meere beschönigten und

das amerikanische Volk über die wahren Vorgänge völlig im Dunkeln ließen.

Im Oktober 1916 beschlossen Lansing und Wil­son, weitere Forderungen an Deutschland wegen des Lusitania"-Fallsbis nach den Wahlen" zu verschieben, d a das Volk offenbar keinen e r n st l i ch e n ~ t r e i t m i 1 Deutschland wolle. Wilson wurde im November 1916 unter dem Schlagwort wiedergewählt

Badoglio meldet 4000 abessinische Tote.

Addis Abeba bestreitet d»e italienishen Siegesmeldungen.

Über die S ch l a ch t b e i Dolo an der abessinischen Südsront hat der italienische Oberbefehlshaber Marschall Badoglio an die italienische Regierung in Rom einen Siegesbericht telegraphiert, in dem cs heißt:

Die Schlacht am Ganale Doria, die von General Graziani am 12. Januar eingeleitet wurde, hat mit unserm vollständigen Siege abgeschlossen. Der letzte Widerstand der abessinischen Nachhut ist aus der ganzen Front überwunden, und die Truppen R a s D estas lösen sich aus und fliehen auf den Kara­wanenstraßen nach Nordwesten, 120 Kilometer hinter ihrer Ausgangsbasis.

Die Bcrfolgung wird fortgesetzt, und die abessinischen

Truppen leisten keinen starken Widerstand mehr.

Die vollkommene Zusammenarbeit zwischen der Infanterie, den Panzerwagen, der Artillerie und der Luftwaffe war die Ursache der sehr schweren Verluste des Gegners. Bis jetzt hat man 4000 Tote gezählt. Unsere Verluste an heimischen Soldaten sind gering.

Aus der Reihe der Kampfhandlungen ist noch ein verzweifelter Kamps abessinischer Kavallerie gegen die italienischen Panzerwagen nachzutragen. Die abessini^ni Reiter Ovaren mit de. blanken Masse in auseinandergezogene Schützenketten der Italiener am rechten Ufer des Ganale Doria eingefallen und hatten unter den Italienern bereits Verluste Hervor­gernfen, als diese durch Panzerwagen Verstärkung er­hielten. Es entspann sich ein Kampf zwischen den abes­sinischen Reitern und denStahlrössern" der Italiener, bei dem die italienischen Panzerwagen mit ihrem Maschinen gewehrfeuer unter Pferden und Reitern eine blutige Aus­lese hielten.

Die Siegesnachrichteu der Italiener von der Süd- front werden von abessinischer Seite bestritten.

Man weist daraus hin, daß die Truppen Ras Destas auf eine Front von 450 Kilometer verteilt seien. Ein italie­nischer Vormarsch, wie er von den Italienern behauptet wird, könne schon deshalb nicht stattgefunden haben, weil er mehrere Wochen erfordern würde, nicht wenige Tage.

Die Nachricht, daß die I 1 a l i e n e r abermals eine Rote Krenz-Station in Abessinien bombardiert haben, die unter LeitUna eines Eno'anders stand, bat in Groß Britannien große Erregung hervorgerufen. Man weist darauf hin, daß die Italiener nun zum sechsten Malo, und . offensichtlich absichtlich, Bomben auf

daß erAmerika aus dem Krieg herausgehalten habe". Am 3. Februar 1917 brach Wilson dann die Be­ziehungen zu Deutschland ab, und am 6. April erklärte er den Krieg.

Neubau von 20 englischen Kreuzern.

Verstärkung und Modernisierung des Heeres und der Luftflotte. Einheit­liche V e r t c i d i g u n g s l e i t u n g für das eng­lische Weltreich.

Die englische Presse beherrschen die neuen Auf- rüstungspläne der englischen Regierung. Aufsehen hat vor allem erregt, daß der englische Verteidigungs­ausschuß bereits seine vierte Sitzung abgehalten hat und seine Beratungen bis zum Zusammentritt des englischen Parlaments, am 4. Februar, das sich mit der Verteidigung Englands besassen wird, fortfetzen wird.

Das neue britische Aufrüstuugsprogramm wird nach Mitteilung der englischen Presse unter anderem folgende Punkte umfassen:

1. weitgehende Modernisierung uni Mechanisierung nebst einer zahlenmäßigen Er­höhung der Berufstruppen;

2. eine weitere große Erhöhung der Luft­streitkräfte:

3. ein großes Fünfjahresersatzprogramm für die englische Flotte, das unter anderem den Neubau von mindestens 7U Kreuzern vorsehen wird.

4. EineGleichschaltung" und engere Zu- s a m m e n a r b e i t zwischen den gesamten Streitkrästen des britischen Weltreiches unter der Leitung des Rcichsver.teidigungSausschussss.

5. Modernisierung und voller Ausbau strate­gischer Stützpunkte, wie Malta und Singapore. Wie in London verlautet, wird der Erste Lord der Admiralität, Viscount Eyres -Monsell, bald nach dem Abschluß der Londoner Flottenkonferenz zurück­treten. Es heißt, daß der zurückgetretene Außenminister Hoare, dessen weitere Verwendung im Kabinett von vornherein beabsichtigt war, zu seinem Nachfolger aus- eèsehen sei

Rom beschwert sich beim Völkerbund.

Die italienische Regierung hat an den Ge­neralsekretär des Völkerbundes ein Beschwerde- telegramm gerichtet, in dem die abessinische Regie­rung beschuldigt wird, die internationalen Abmachungen verletzt und das Zeichen des Roten Kreuzes mißbraucht zu haben. Außerdem hätten die abessinischen Truppen an der Eritrea- und an der Somalifront Grausamkeiten begangen.

Das Telegramm zählt alle Fälle auf, in denen die Italiener die Anwendung von D u m - D u m - Ge­schosse n durch die Abessinier sestgestellt hätten.

Auf Grund weiterer Unterlagen wird erklärt, daß nun­mehr der von den Abessiniern angewandte Mißbrauch des Zeichens des Roten Kreuzes nachgewiesen sei. Diese Tatsachen, so schließt das Telegramm, stellten offene und erwiesene Verletzungen der internationalen Bestimmungen dar. Sie würden daher dem Internatio­nalen Roten Kreuz für die Durchführung der notwendigen Maßnahmen unterbreitet.

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Offene Empörung unter den Somalis?

Addis Abeba, 18. Januar.

Italienische Bombenflieger überflogen nach abessinischen Meldungen wiederum Koram und belegten die Stadt er­neut mit Bomben. Zahlen über Tote und Verwundete lie­gen nicht vor.

An der abessinischen Südfront laufen ständig Nachrich­ten ein, wonach während der gegenwärtig tobenden Schlacht italienische Eingeborenentruppen zu den Abessiniern übergelaufen sein sollen. Nach Meldungen dieser Aeberläufer soll es in den letzten Dezember-Tagen bei Mogadischo zwischen Eingeborcncntruppen einerseits und faschistischen Regimentern andererseits zu einer großen bewaffneten Auseinandersetzung gekommen sein. Solche Auseinandersetzungen habe cs auch an mehre­ren anderen Stellen gegeben. Außerdem sei unter den Somalis Unruhe ausgebrochen.

Schließlich werde von abessinischer Seite die Nachricht verbreitet, daß offene Empörungen im Nordosten des italienischen Somalilandes stattgefunden hätten, weil sich die Eingeborenen weigerten, gegen die Abessinier zu

Vester Kunde, bester Lieferant.

Zu den Besprechungen des ungarischen Handelsministers in der Reichshauptstadt.

Der Besuch des ungarischen Wirtschaftsministers Dr. von W i n ch k l e r in der Reichshauptstadt hat den Blick auf die deutsch-ungarischen Wirtschaftsbeziehungen hingelenkt. Dieser Besuch, der selbstverständlich Handels­und wirtschaftspolitischen Besprechungen dient, geht weit über die Bedeutung der üblichen Besuche der Wirtschafts­minister hinaus. Hier handelt es sich nicht um die Be­sprechungen der einen oder anderen spruchreif gewordenen Frage, sondern um die Klärungen grundsätzlicher Pro­bleme. Es geht um die Entscheidung Ungarns, auf welches Land es sich wirtschaftspolitisch in Zukunft in erster Linie einstellen wird.

tonmluno des englischen Königs.

Ernster Zustand.

Aus London wurde gestern gemeldet, daß der engli, sche König leicht erkrankt sei. Nach einer amtlichen Mitteilung sei er gezwungen, das Zimmer zu hüten, da er sich eine Erkältung zugezogen habe. Neuen Meldungen zufolge scheint sich jedoch das Befinden des Königs inzwi­schen verschlechtert zu haben.

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Die königliche Familie in Sandringham versammelt.

Sauer stoffbehandlung des erkrankten Königs.

London, 18. Jan. (Funkmeldung.)Daily Te»e- graph" meldet aus Sandringham, daß sich die Erkrankung des Königs in den späten Abendstunden des Freitag ver­schlimmert habe. Die Leibärzte des Königs hätten sich fürSauerstoffbchandlung entschieden. Lord Dawson und der Leibarzt Sir Stanley Hewett seien wäh­rend der Nacht in Schloß Sandringham geblieben.

In einer späteren Meldung aus Sandringham heißt es, daß der König heute Nacht friedlich in fernem Zimmer schlafe. Von den Mitgliedern der königlichen Familie find die Königin, der Prinz von Wales, der Herzog von Pork und die Prinzessinnen Elisabeth und Margaret-Rose t« Schlosse anwesend.

Die Verlautbarung der Aerzte, in dereinige Beun­ruhigung" über den Zustand des Monarchen ausgedrückt wurde, ist kurz vor Mitternacht im englischen Rundfunk verlesen worden.

Die Morgenblätter, die in großer Aufmachung über die Erkrankung König Georgs berichten, erinnern daran, daß der König bereits im Juni letzten Jahres an einem Bron­chialkatarrh litt, der jedoch keine ernsten Folgen hatte.

König Georg hat im Juni 1935 seinen 70. Geburtstag begangen.

Von jeher waren die d e u t s ch - u n g a r i s ch e n Bc - ziebungen gut. Das hat der Besuch des ungarischen Ministerpräsidenten Gömbös bewiesen, das beweist der Besuch Dr. von Winchklers. In wirtschaftlicher Hinsicht ist dieses Verhältnis DeutschlandUngarn von der Natur eigentlich geradezu vorgeschrieben. Deutschland ist ein indu­strielles Laud, ein Land, das Fertigwaren m bester Qualität erzeugt, Ungarn dagegen ist überwiegend Agrar­land, das das denkbar größte Interesse daran haben muß, für seine vielseitigen landwirtschaftlichen Erzeugnis e ent­sprechende Absatzgebiete zu finden. Vom reinen Agrarland hat es sich allerdings in den letzten Jahrzehnten fortent­wickelt Nur noch 51 v. H. seiner Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig. Dennoch flossen immer noch über 30 v. H. des ungarischen Volkseinkommens aus der Land- Wirtschaft, und über 60 v. H. der Ausfuhrwerte entfallen auf landwirtschaftliche Erzeugnisse. = f,

Unter den Landwirtschaftserzeugnissen Ungarns siebt Weizen an erster Stelle. Zeiner Qualität nach voll­wertig, hält er jeden Vergleich zu dem Weizen Kanadas und Rußlands aus, er wird in der Hauptsache nach Öster­reich, Italien und der Schweiz ausgeführt, d. h. soweit er nicht für die Verwendung im eigenen Lande zur Ver­fügung stehen muß. Von den durchschnittlich 17 bis 25 Millionen Zentner Weizen werden etwa 8 Millionen aus­geführt. Die R o g g e n e r z c u g u n g , die nächst wich­tige Ackerfrucht, beträgt ungefähr ein Drittel der Weizen- erzeugung. Auch der Roggen ist den besten Welthandels­sorten gleichwertig an die Seite zu stellen. Bet, der Nen­nung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse dürfen weiter Mais und Braugerste nicht vergessen werden. Neuerdings werden auch Olszraten, vor allem soweit sie Lemfaat und MlzduS? wdW; èdkö Frucht.- die gerade heute