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Rinaldino im Dorf.

Eine fröhliche Begebenheit von Erich Weber.

Persönlich ist der gewaltige Räuber Rinaldino niemals in Veitelsbach gewesen, seinen Geist aber brachte der Hopp Seff eines Tages in hundert Fortsetzungen auf dem Buckel in das Dorf geschleppt. Was daraus -folgte, war auch noch schlimm ge­nug. Solange der Seff oen Inhalt der Romanhefte in seiner Kammer allein verschlang, mochte die Sache angehen. Die Veitelsbacher merkten nicht viel davon, es sei denn, daß Seff plötzlich stolz und aufgeblasen umherstelzte und manchmal auch konfuse Reden führte, denen zu entnehmen war, daß er demnächst unbedingt einmal ins Italienische fahren müsse, weil er sonst an dem ganzen bißl Leben keine Freude mehr habe.

Nun hatte Seff aber auch eine Schwester, Mariechen, die ihm seine Häuslwirtschafi führte. Sie war über die Hoch-Zeit ihres Lebens eine hübsche Weile hinaus, sonst aber ganz ver­nünftig, bis der Bruder den bisher heimlichen Genuß einiger Dutzend Mordtaten samt dazu gehöriger Edelmütigkeiten, Messer­stechereien, Jungfern- und Kindesentführungen, nicht mehr ver­trug und sie deshalb aufforderte, an der Freude teilzunehmen. Machte Rinaldino aus dem Seff eine Art Herrenmenschen, so verkehrte er die bis dahin etwas herbe Wesenheit der Mariechen in eine Sanftmut, die sich alsbald täglich in vielen Tränen ent­lud und schließlich dazu führte, daß sie vor lauter Empfindsam­keit schier keine Kuh mehr melken konnte. Dafür suchte sie des öftern ein Plätzchen am rauschenden Dorfbache auf, wo der Seff in früheren Tagen ein winziges Mühlrädchen hingebaut hatte, und sang dort dasSanta Lucia" ...

Außerdem überzeugte sie den Seff, daß er die Pflicht habe, auch noch andere Menschen mit dem Rinaldino glücklich zu machen, und bald kreisten die Hefte im ganzen Dorfe. Man kann nicht sagen, dcü dies gut gewesen wäre. Schon der Umstand, daß die einzelnen Veitelsbacher einstmals in der Schule sehr unter­schiedlich vom Borne der Weisheit genascht hatten, führte zu Verdrießlichkeiten. Köhler Naz etwa las ein solches Büchlein in einer kappen Stunde aus. Blihal Ferdl aber brauchte fast drei Wochen dazu, und wenn er das Heft dann endlich weitergab, hatte seine Ziege jedesmal ein paar Seiten herausgefressen.

Es gab auch noch anderen Aerger. Jokl Christian zum Bei­spiel hatte gedankenverloren eine vollständige Fortsetzung in seine Brache hineingeackert und behauptete hinterher steif und fest, daß er das Heft längst dem Lenz Franzi gegeben habe, wofür ihn dieser ein unerschämtes Lügenluder hieß, dem man bei gutem Winde eine auf die Gusche hauen sollte.

So spannen sich allmählich die Unheilsfäden durch daè Dorf, und nach einigen Wochen hatte der tote Räuber das ganze, lebendige Veitelsbach auf den Kopf gestellt. Da gab es aus ein­mal ernste, seßhafte Männer, die unbedingt Hab und Gut ver­silbern wollten, weil sie ein Lüstchen spürten, ihr ferneres Leben im Grenzbusche fortzufübren. Da fanden sich Knechte, die so ver­wirrt waren, daß ihre Gedanken Ringelspiel fuhren und sie die Rosse beim Schwänze aufzäumen wollten. Sie trumpften gegen ihre Herren auf, nahmen sich Frechheiten gegen die Bäuerinnen heraus und versuchten nächtlicherweile die Mägde aus den Kam­mern zu holen. Aber auch über einige Frauenzimmer war der höllische Geist gekommen. Sie dachten nur noch an den schönen Rinaldo, und plötzlich sah die eine von ihrem Ehemann nichts mehr als den krummen Buckel; die nächste wieder störte das verbogene Gehwerk, und eine dritte ärgerte sich, daß ihr Liebster immer nur trank und obendrein auch noch schnupfte, so daß sein Bart wie ein verwelkter Christbaum aussah. Einig waren sich außerdem alle, daß ihre Männer bloß an die Arbeit und an das Vieh dachten und besten Falles noch daraus sahen, daß Kraut und Knödel rechtzeitig auf dem Tische standen, während noch -keinerOh, meine Geliebte!" oderKüß' das Händchen, Ma­donna!" zu ihnen gesagt hatte, wie es der Kavalier Rinaldino einst alle Tage und jeder Frau gegenüber tat.

Es sollte aber noch schlimmer werden. Hopp Seff hatte nämlich auch eine Anzahl Feinde im Dorse und die wollte er strafen, indem er strengstens verbot, ihnen seine Hefte zu leihen. Darauf besorgten sich diese Ausgestoßenen aber einen ganzen Rucksack voll Bücher, angefüllt mit dem Leben und Sterben Karaseks, des Räubers der böhmischen Wälder.Wir warten grade uf den Rinaldini", sagten sie stolz.Gegen unsern Karasek is' der intaljenische Kerle doch ok a grußer Dreck gewesen." Und

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41) (Nachdruck verboten.)

Annemarie hatte für nichts anderes mehr Interesse. Sie wollte so schnell als möglich in den mondänen Kur­ort. Flüchtig verabschiedete sie sich von ihrem Kinde. Und heute beleidigte es sie nicht einmal, als Hans- Dieter den Kopf wegwandte. Sie lachte nur und ver­setzte ihm einen Klaps. Dr. Körner interessierte sie sehr. Aber auf ihre Frage, ob er nicht ebenfalls ein paar Wochen nach Sankt Moritz käme, gab er zur Antwort, er werde hier zu notwendig gebraucht. Er hätte ja doch keine Ruhe, denn gerade jetzt, wo er verschiedene Neu­einrichtungen getroffen hätte, könne er die Leitung nicht aus der Hand geben.

Annemarie zuckte die Schultern. Waren denn alle Männer bloß noch für ihre Arbeit, ihren Beruf da? Hatten denn die Frauen gar keine Rechte mehr? Nun, in Sankt Moritz würde es schon noch Kavaliere geben!

Vierzehn Tage waren vergangen, da trat Dr. Körner eines Morgens auf Daniela zu, die gerade in den Kindersaal wollte, um Klein-Lori zu holen, die liebste Gefährtin des kleinen Hans-Dieter.

Schwester Daniela, denken Sie sich, Frau Dr. Hofer ist in Sankt Moritz beim Skifahren tödlich verunglückt! Sie kam mit ihrem Begleiter, einem Amerikaner, in einen Sturm. Beide stürzten an einer hohen Schnee­wand ab. Schade um die schöne, lebenslustige Frau! Dem Kleinen braucht man es vorläufig gar nicht zu sagen. Nur dann, wenn er nach der Mu.tter fragen sollte. Aber er fragt ja nicht. Er erkundigt sich böchstens nach seinem Vater."

Daniela zitterte so heftig, daß Körner schon schützend die Arme ausstreckte. Da faßte sich das Mädchen wieder. Aber ihr Gesicht war erschreckend blaß.

Wie furchtbar das ist!" sagte sie erschüttert.Solch ein Ende! Frau Dr. Hofer freute sich so sehr aus diese Reise nach Sankt Moritz."

Kopfschüttelnd ging sie in ihr Zimmer zurück. Hatte galiz vergessen, daß sie doch Klein-Lori hatte holen wollen.

Dr. Körner sah ihr sinnend nach.

nun bildeten sich im Dorfe zwei Parteien, die einander spinne­feind waren. Traf ein Rinaldino-Freund einen Anhänger des großen Karasek, dann spuckte zunächst jeder einmal kräftig aus, hernach hießen sich die beiden alles mögliche, und zum Schlüsse drohte jeder aus dem .mdercn ein Gulasch machen zu wollen. Bis eines Tages das Krügel überlief und im Kretscham eine Prügelei entstand, daß es nur so rauchte und der Wirt ein paar Stunden lang nicht fertig wurde mit dem Scherbensammeln, Es gab danach kaum ein Mannsbild in Veitelsbach, das nicht durch vierzehn Tage gefatscht und gebunden umherbelaufen wäre. Ernüchtert aber waren nur die Frauen. Weil sie nach dieser Schlacht nichts mehr wünschten, als ihr altes, stilles Leben führen zu können, steckten sie sich hinter die Obrigkeit und baten den Pfarrer und den Lehrer, ihnen doch um Himmelswillen ihre lieben Männer wieder vernünftig zu machen.

Da borgte sich der Katechet schön langsam den Rinaldino aus, bis er alle Hefte auf einem Haufen beisammen hatte, und ebenso machte es der Schulmeister mit dem Karasek. Und nach­her tat der Pfarrherr eines Sonntags ein Sprüchel von der Kanzel der Veitelsbacher Kirche herab, das sich gewaschen hatte. Er wußte genau, wie er seine Kunden nehmen mußte, und setzte ihnen eine so kräftige Kost vor, daß sich mancher dickschädelige Veitelsbacher verstohlen hinter den Ohrwatscheln kratzte.Und etze, wer noch so a Teufelsbüchl lesen will, der kann sichs bei mir holen", donnerte der Pfarrer zum Schluffe.

Im Pfarrhause von Veitelsbach liegen seitdem zweimal hundert Ränöerhefte, denn abgeholt hat sie keiner. Dafür herrscht allerdings wieder Frieve und Eintracht im Dorfe.

Wälder auf dem Meeresgrund.

Schon lange wußte man, daß den Schiffen, besonders in der Nähe des Kap Hoorn, mitunter schwimmende Gebilde begegneten, die wie losgerissene Baumkronen oder starke Aeste dahintrieben. Gibt es wirklich in der Tiefe des Weltmeeres Wälder und

Winterhilfswerk des Deutschen Volkes

Sonderbar, dachte er, fast möchte ich annehmen, daß zwischen dem ernsten Dr. Hofer und der kleinen Daniela ein Geheimnis besteht. Das ist natürlich Unsinn. Aber wenn man eifersüchtig ist, wittert man ia hinter allem etwas. Ich will Dani sobald als möglich fragen, ob sie meine Fran werden möchte. Wie glücklich würde ich sein, wenn sie mir ihr Jawort gäbe!"

* *

Daniela saß bei Hans-Dieter. Sie war noch immer tief erschüttert. Aber sie wollte dem Kleinen keine Tränen zeigen. Er war sehr feinfühlig und Tränen stimmten ihn immer sehr traurig. So nahm das Mäd­chen sich zusammen, plauderte und spielte mit dem Jungen. Dessen große, klare Augen wurden von Tag zu Tag leuchtender. Sie schauten bereits in eine bessere Welt. Der erfahrene Arzt sagte sich ja längst, daß es das beste sei, wenn das Kind recht bald erlöst wurde. Frei­lich, der Vater! Der jetzt schon Schweres genug durch­zumachen hatte. Ihm bedeutete das einzige Kind alles.

Daniela hatte früher gern gemalt und auch Stunden genommen. Der alte Professor Apfel hatte immer ge­fugt, sie hätte großes Talent. Nun kam ihr in diesen Tagen plötzlich ein seltsamer Gedanke: Wenn sie Hans- Dieter malen würde?

Sie beschaffte sich alles Nötige, was sie dazu brauchte. Und nun malte sie täglich an dem Bild des Kleinen. Ganz still und brav saß ihr der Junge Modell.

Machst du auch Flügel?" fragte er einmal.

Nein, Flügel kann nur der liebe Gott wachsen lassen, Hans-Dieter."

Immer und immer wieder sagte das Kind, daß es fliegen und ein Engel sein wolle.

Wochen vergingen.

Dr. Hofer kam nicht. Er hatte nur geschrieben, daß er im Midi zurückkehren werde.

Das Bild war fertig. Sehr ähnlich war es geworden. Dr. Körner war ehrlich begeistert.

Aber Schwester Daniela, Sie sind ja eine große Künst­lerin! Haben Sie nie daran gedacht, Ihr Talent ein­mal zu verwerten?"

Früher habe ich einmal daran gedacht. Aber jetzt habe ich meinen Beruf so liebgewonnen, daß ich ihn nicht mehr aufgeben möchte."

Körner hätte sie gern jetzt gleich gefragt, ob sie seine Fran werden wolle. Aber er wagte es nicht. Daniela sah so ernst, so leuchtend aus in ihrer Reinheit und Süße, daß er jedes Wort für nicht passend fand, was er ihr jetzt hätte sagen können.

Er betrachtete sie nur still.

Dann sprach er von Belanglosem und zog sich wieder zurück.

-Das Btn tck!"

Büsche, mit Bäumen, die höher werden als die höchsten Bäume, die wir auf dem Land kennen? Die ZeitschriftNatur und Volk" (Probenummer durch die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft, Frankfurt a. M.) behandelt die Frage in jedem Laien verständlicher Form. DieseBäume" des Meeres sind riesige Tange, wie sie als Rasen große Strecken des Meeres­bodens bedecken oder in Fetzen an der Oberfläche dahintreiben. Die Wälder im Meere enthalten Algen, deren Aeste 5060 m und zuweilen wohl gar 200 m lang werden. Im Gezweig dieser Vegetation treiben sich, wie an Land die Vögel und Schmetter­linge, bunte Fische und seltsam gestaltete Krebse umher; Polypen und Tintenfische lauern im Geäst und überfallen ihre Deute­tiere. Wie schade, daß man nicht so behaglich im Schatten dieser Riesenalgen Naturbeobachtungen anstellen kann wie in ober­irdischen Wäldern.

Deutsche Motoren im schnellsten Tankschiff.

Naturgemäß spielt die Geschwindigkeit beim Tankschiff Nlcht dieselbe Rolle rote bei anderen Tampfergattungen. Immerhin hat man es auch m dieser Klasse verstanden, die Beweglichkeit weitgehend zu steigern. So besitzen die japen Nischen TankerToa Maru" undKyokuto"' eine Dienst- geschwindigkeit von 18,5 Knoten. Diese Fahrzeuge, die als die schnellsten Tankschiffe der Welt gelten, werden von deutscher Motoren getrieben, und zwar jedes von einem doppelwirkender Zweitaktmotor, der in acht Zylindern aufgebaut ist. Er besitzt eine Leistung von 8000 Wellcn-?8 bei 110 Umläufen, in der Minute.

Was bringt der Rundfunk?

Frankfurt: Samstag, 18. Januar

6.00: Choral, Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Breslau: Bunte Frühmusik. In der Pause 7.00: Nachrichten. 8.00: Zeit, Wasserstand, Wetter- u. Schneebericht. 8.10: Stutt­gart: Gymnastik. 8.30: Sendepause. 8.45: Auf zum Staats- nrgendtag BdM-Sport. 9.00: Sendepause. 10.15: Stuttgart: Der 18. Januar in der deutschen Geschichte Hörszenen von W Domay 10.45: Sendepause. 11.00: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.15: Programm, Wirt­schaftsmeldungen, Wetter. 11.30: Sendepause 11.45: Sozialdienst.

12.00: Stuttgart: Buntes Wochenende. Dazw. 13.00: Zeit, Nachrichten. Anschl.: Nachrichten, Wetter- u. Schneebericht. 14.00: Zeit, Nachrichten, Wetter. 14.10: Deutschlandsen­der: Allerlei zwischen Zwei und Drei. 15.00: Wirtschafts­bericht. Quer durch die Woche. 15.15: Eine Viertelstunde Kurzweil. (Schaklplatten). 15.30: HJ-Funk: Der Glaube stirbt nicht!

16.00: Köln: Der frohe Samstagnachmittag. 18.00: Ring­sendung: FrankfurtStuttgartSaarbrücken: Schicksale ed­ler Steine. Geschichten und Berichte um die Welt-Diamant­industrie.

19.00: Kassel: Arbeitsdienst musiziert. 19.55: Ruf der Ju­gend. 20.00: Zeit, Nachrichten. 20.10: Freiburg: Großer bunter Abend. 22.00: Zeit, Nachrichten 22.15: Nachr , Wetter, Sport, Schneebericht. 22.30: Leipzig: Und morgen ist Sonntag. 24.00: Stuttgart: Das Fest beim Prinzen Orlofski. Ein Ausschnitt mit berühmten Solisten u. aller­lei Einlagen aus dem 2. Akt der Operette: Die Fledermaus.

Dcutschlandsenver: Sonnabenv, 18. Januar

6.00: Guten Morgen, lieber Hörer! Glockenspiel, Tages­spruch, Choral, Wetter 6.10: Berlin: Gymnastik. 6.30: Fröhl Morgenmusik Dazw. 7.00: Nachr 8.30: Sende­pause 9.00: Sperrzeit. 9.40: Kleine Turnstunde für die Hausfrau. 10.00: Sendepause. 10.15: Stuttgart: Volk und Staat. Der 18 Januar in der deutschen Geschichte. 10.45: FröhI Kindergarten 11.15: Seewetterbericht 11.30: Die Wissenschaft meldet. Die Nobelpreise 1935. 11.40: Der Bauer spricht Der Bauer hört; anschl.: Wetter. 12.00: Saarbrücken: Musik zum Mittag Dazw 12.55: Zeit­zeichen 13:00: Glückwünsche 13.45: Nachr 14.00: Aller­lei von zwei bis drei 15.00: Wetter, Börse. Programm. 15.10: Mädel basteln 15.30: Wirtschaftswochenschau. 15.45: Von deutscher Arbeit.

16.00: Köln: Der frohe Samstag-Nachmittag. 18.00: Volks­tänze Volkslieder 18.45: Svortwochenschau Was war was wird.

19.00: Blasmusik. 19.45: Was sagt Ihr dazu? Gespräche aus unserer Zeit. 20.00: Kernsvruch: anschl.: Wetter und Kurznachrichten. 20.10: Stuttgart: Schattenspiele Ein bunter Abend. 22.00: Wetter. Nachr., Sport. Anschl.: Deutschlandecho. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 22.45: Deutscher Seewetterbericht. 23.00: Wir bitten zum Tanz!

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Hans-Dieter sagte es ganz stolz, als sein Vater wieder bei ihm saß und gerührt das Bild betrachtete.

Willst du mit mir nach Hanse kommen?" Aengstlich duckte sich das Kind.

Papi, ich will lieber hierbleiben. Die Kinder die Lori die ist so lieb. Und meine Mami ist auch so lieb und gut. Da kommt sie!"

Daniela trat eben ein.

Ganz fest umschlossen Gerd Hofers Hände die des Mäd­chens.

Dani, ich danke dir!"

Nochmals betrachtete er das Bild seines Jungen. Vielleicht war er mehr erschüttert, als er es zeigen mochte. Durch den Arzt wußte er, daß der Kleine restlos glücklich war und Schwester Daniela sich auf- opferte in Liebe und Güte für dieses Kind. Aber der Arzt hatte auch verraten, daß Hans-Dieter ruhig und schmerzlos seiner Auflösung entgegenging . . .

Es konnte noch Wochen dauern. Vielleicht auch noch Monate. Aber eines Tages würde das Ende da sein.

Und Gerd Hofer erwog, ob er für diese Zeitspanne nicht ganz und gar hierher übersiedeln solle. Da gab das Kind den Ausschlag.

Ich will nur bei Dani bleiben. Es ist so schön, wenn sie erzählt. Sie spielt auch mit mir immer so lustig." Ans diesen Worten seines Kindes erkannte Hofer, daß es keine Aenderung wünsche, daß es alles Nene als Störung empfand und mit Schwester Daniela allein zu bleiben wünschte. Er wußte auch, daß der Junge ihn sehr liebte, aber Dani hatte das arme Leben des Kindes eben derart ansgefüllt mit Liebe und Güte, daß nun nichts mehr daneben Platz fand.

Dr. Hofer war wieder in Hannover. Das Bild seines Kindes hatte er mit sich genommen. Nun saß er an ein­samen Abenden vor diesem Bild und es war ihm, als feien ihm seine beiden liebsten Menschen ganz, ganz nahe.

An Annemarie dachte er so um noch. Höchstens, daß er diese nunmehrige Ruhe wohltuend empfand, die dur ihr Fehlen in seinem Hanse herrschte. Seine Schwieger­mutter führte ihm noch den Hanshalt, aber sic war re^t still und zurückhaltend geworden.

An einem warmen, schönen Augnstabend erhielt er ein Telegramm. Es stammte von Dr. Körner und lautete:

wenn irgend möglich, sofort kommen

körner."

(Schluß (folgt.)

Die Seele will aus der Erde geschöpft sein wie Gold

und aller Werk.

Johst.