Zulöaer Anzeiger
Erjche:nl leven Werktag. Wochenbeilage: „Der Sonntag". Bezugspreis: monatlich 170 RM. Bei Lieferungsbehinderung durch „Höhere Gewalt" bestehen keine Ansprüche. Verlag Friedrich Ehrenklau, Fulda, Königstraße 42. Rotationsdruck: Friedrich Ehrenklau, Lauter- bach/H. Hauptschriftleiter Friedrich Ehrenklau. Fulda, Königstr. 42, Fernsprecher 2989. —
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Nr. 14 — 13. Jahrgang
Fulda, Freitag, 17. Januar 1936
Einzelverkaufspreis 10 Pf.
1300000 Mann in der
Sowjetunion unter Waffen.
Der Marschall der Sowjetunion: Die Kampfausbildung der Roten Armee ist für keinen anderen Staat erreichbar!
Die Gefahr der sswjetrussischen Ausrüstung für den Weltfrieden erhält durch die Ausführungen des Stellvertreters des Bottstommisfars für Verteidigung, des Marschalls T u ch a t s ch e w s l i, im HauPtvollzugSausschuß der Sowjetunion eine neue Bestätigung Die roten Diktatoren in Moskau berauschen sich geradezu an den Zahlen, mit denen sie die Schlagkraft und die Kampfbereitschaft beweisen wollen.
Tuchaischewskt teilte u. a. mit, 'daß die Sowjetunion bis 19.35 74 v. H. kurzdienende Divisionen und 26 v. Hi Kaderdivisionen gehabt hat. Aus Anregung Stalins wurden die Schützensorntationen der Roten Armee aus der umgekehrten Grundlage umgebildet: 77 v. H Kader- Divisionen und nur 23 v. H. kurzdienende Divisionen, wobei der Personalbestand der Kaderdivisionen
an den Personalbestand in Kriegszeiten angenähert worden ist. — Tuchatschewski ging dann auf die Entwicklung der L u s t w a f f e ein. „Die Macht unseres Flugwesens", so erklärte er, „können diejenigen nicht außer acht lassen, die von einer Eroberuna von Sowietaebiet trän men. Über die Entwicklung des Fallschirmsports sprechend, teilte Tuchatschewski mit, daß die Fallschirmtruppen bereits die staatliche Zahl von 60 000 Mann erreicht hätten. Er teilte mit, daß von der Gesellschaft Ossoaviachim bisher 16 000 Fallschirmabsprünge aus Flugzeugen und über 800 000 Sprünge von Fallschirmtürmen ausgeführt worden sind.
Auf die Flotte eingehend, erklärte Tuchatschewski: Wir schaffen eine mächtige Hochseeflotte und richten vor allem unsere Bemühungen auf die Untersecslotte.
Doch werden wir fernerhin neben dem Aufbau der U-Bootflotte auch unentwegt unsere übrigen Secstreitkräfte entfalten. Unsere Flotte muß unbedingt stark und mächtig werden und aus dem allgemeinen Niveau einer bewaffneten Macht stehen.
Alle diese Maßnahmen, so schloß Tuchatschewski, hatten die unvermeidliche Erhöhung der gesamten zahlenmäßigen Stärke der bewaffneten Kräfte zur Folge.
AMMer Siez cu der MWWn gefront.
Durchbruch in 70 Kilometer Tiefe. — Rückzug des Ras Defta. Abessinien erwartet den Fall von Makalle.
Seit Sonntag ist an der abessinischen Südfront eine schwere Schlacht im Gange, die als die größte Kampfhandlung seit Beginn des Krieges bezeichnet wird. Hier ist der italienische General Graziani zu einer Offen sive vorgegangen, die, wie der italienische Heeresbericht meldet, die besten Aussichten auf einen vollen Erfolg hat.
Graziani meldet, daß seine Truppen in einer Tiefe von über 70 Kilometer vorgerückt seien und überall den erbitterten feindlichen Widerstand zerschlagen hätten. Die Truppen des R a s De st a sollen sich in Unordnung zurückziehen, verfolgt von den Italienern. In Höhlen versteckt, so heißt es im italienischen Heeresbericht weiter, versuchen bedeutende feindliche Nachhutabteilungen vergeblich, die Verfolgung aufzuhalten. Die feindlichen Verluste sind schwer. Die Somali-Luftwaffe bombardierte feindliche Truppenansammlungen bei Dagabur und Sassa- baneh.
Die Truppen Ras Destas, schätzungsweise 60 000 Mann, die sich zwischen den Flüssen Ganale Doria und Daua Parma vorgeschoben hatten, kämpften erbittert um jeden Zoll ihres Heimathodens. Erst am dritten Tage der italienischen Offensive brachte der Einsatz vollmotorisierter weißer Truppen die abessinische Front ins Wanken.
Die italienischen Panzerwagen rissen mit ihrem Maschincngewehrfcuer in die Reihen der Abessinier große Lücken.
Es scheint, daß General Graziani mit seinem heftigen Nachstößen das Ziel verfolgt, die Truppen Ras Destas, die eine ständige Bedrohung für seinen linken Flügel dar- ftcllen, völlig aufzureiben, um freie Hand für einen weiteren Vormarsch auf seine Hauptziele am rechten Flügel: Djidjiga, Harrar und die Eisenbahn Addis Abeba—Djibuti, zu gewinnen.
Im Norden ist nach Meldungen ans deut abessi irischen Hauptquartier in Dessie die Stadt
Makalle nunmehr auf allen Seiten von abessinischen Truppen umzingelt.
Die Italiener sind gezwungen, F l u g z e u g e z u r V c r sorgung der in Makalle zurückgebliebenen kleinen Garnison mit Munition und Lebensmitteln cinzusetzen. Wie es heißt, könnten die abessinischen Streitkräfte die Stadt jeden Tag entnehmen, wollten aber aus taktischen Gründen abwarten. Indessen versuchen die italienischen
Mit dem Jahre 1936 ist die zahlenmäßige Stärke der
Roten Armee auf 1 300 000 Mann gestiegen.
(Hurra-Rufe und stürmischer Beifall.)
Am Schluß seiner Rede stellte der Marschall der Sowjetunion fest, daß dieLeistungssähigkeitder Roten Armee sich von Jahr zu Jahr verbessere und daß ein scharf durchdachter Kampf gegen alle Mängel geführt werde. Diese unsere Arbeit, so schloß er, schafft die Bürgschaft dafür, daß die Kampfausbildung der Roten Armee aus einer besonders hohen Stufe stehen wird, die für keinen anderen Staat erreichbar ist.
O.e Garde der Weltrevolution.
Die roten Machthaber in Moskau sind stolz auf ihre Arniee, deren Einsatzbereitschaft sie stark unterstreichen. Einsatzbereit wofür? Für die Weltrevolution, für den Weltbolschewismus! Hier in Moskau, der internationalen Hochburg des Judentums, ballt sich die Macht zusammen, die das Weltjudentum einsetzt, um der Weltrevolution den Weg zu bahnen. So ist dieses rote Mittionenheer, dessen Soldaten kaum die Machtziele seiner Führer kennen werden, die G a r d e der jüdischen W e l t r e v o l u- t i o n. Was kümmert es diese fanatischen Judenhäuptlinge, wenn im Sowjetparadies Millionen verhungern und verkommen. Das sind in ihren Augen Opfer auf dem Schlachtfeld der Weltrevolution.
Wenn uns die Vorbereitungen der roten Machthaber heute erkennbar werden, dann ist das der schlagende Beweis dafür, wie berechtigt es am Anfang der nationalsozialistischen Machtergreifung war, Deutschland zu reinigen von den dunklen Elementen, die im Lande wühlten und denen von der Moskauer Zentrale die Zersetzungsarbeit übertragen war. Es heißt, stets ein wachsames Auge haben. Die Welle der Weltrevolution wird am nationalsozialistischen Deutschland zerschellen! Mögen die anderen Staaten bald erwachen, ehe sie den Feind im eigenen Lande zu bekämpfen haben!
Luftstreitkräfte, an der gesamten Rordsront größere Zusammenziehungen abessinischer Truppen auseinander- zusprengen.
Neuer Wechsel im italienischen Oberbefehl?
Gerüchtweise verlautet, daß ein neuer Wechsel im italienischen Oberbefehl in Ostafrika bevorsteht. Es heißt, daß Marschall Badoglio, dessen Gesundheit durch das abessinische Klima angegriffen sei, wahrscheinlich durch den Oberbefehlshaber der Somalifront, General Graziani, oder den gegenwärtigen Unterstaatssekretär des Kriegsministeriums, B a i st r o ch i, abgelöst werden würde. — Gleichzeitig heißt cs, daß Mussolini das Außenministerium an den Propagandaminister E i a n o abgeben werde.
Aufstand der Provinz Godjam?
Nach italienischen Meldungen aus Asmara ist in der abessinischen Provinz G o d j a m ein Ausstand gegen die Regierung in Addis Abeba ausgebrochen. Diese Provinz am Tana-See ist, so heißt es, seit Jahren dem Negus feindlich gesinnt.
Der Aufstand soll von einem Sohn des angeblich vor Jahren vergifteten Ras Hailu ausgehen, der enge Beziehungen zu dem entthronten Kaiser L i d s ch I e a s s u unterhielt, dem er angeblich zur Flucht ver halfen haben soll. Im Jahre 1932 waren Ras Hailu und sein ältester Sohn in der Nähe von Addis Abeba ge- fangengesetzt worden. Das Gerücht, daß Ras Hailu vergiftet worden sei, dürfte für seinen zweiten, in Godjam lebenden Sohn der unmittelbare Beweggrund gewesen sein, sich gegen den kaisertreuen Ras Jmru, der die Herrschaft über Godjam erhalten hatte, und gegenwärtig an der Nordfront gegen die Italiener kämpft, zu erheben.
Lustbombardement
auf britische Note Kreuz-Station?
Drei italienische Flugzeuge haben nach einem aus Dessie kommenden Bericht eine abessinische Rote-Kreuz- Station in Ualdia nordwestlich von Dessie bombardiert, ^ic Station, die unter der Leitung eines britischen Offiziers, Major Burgoyne, stand, ist schwer bhMbi'at fcforbimf ^ 'Äbst blieb värleM.
Lippe ehrt den Führer.
Aus der Grevenburg, wo Hitler während des Wahlkampfes in Lippe 1933 gewohnt bat, empfing der Führer Bürgermeister und Abordnungen der Städte und Landgemeinden, die ihm Ehrenbürgerbriefe überreichten. (Weltbild.)
sein Zelt, seine Instrumente und Lebensmittel wurden jedoch vernichtet. Unter der Dorfbevölkerung sollen 15 Tote und über 30 Verletzte zu verzeichnen sein.
Abessirrens Kais.r über die Kriegslage.
Der Negus rechnet mit einer Unterbrechung der Kampf
Handlungen um ein Vierteljahr.
Im Verlauf einer Unterredung mit einem deutschen Pressevertreter äußerte sich Kaiser Halle S e l a s s i e über die Kriegslage, wobei er u. a. erklärte:
Seit Eintreten der Regenfälle bat sich an der N o r d - front die militärische Lage für Abessinien strategisch bedeutend gebessert, da durch sie ein gewisser Ausgleich der beiderseitigen Kriegsmittel herbeigeführt wurde. Die Angriffe der abessinischen Truppen werden nach Einnahme der Tembienprovinz weiter aus die Provinz Gberalta vorgetragen. Dort kämpfen vorläufig nur einzelne Abteilungen, um zunächst die befestigten italienischen Verteidi- gungsnestc auszubcben.
Die am 8. Januar begonnene SchlachtbeiDolo, die die Streitkräfte Ras Destas in großer Frontbreite in Jtalienisch-Somaliland ausgenommen haben, nimmt ihren Fortgang. Die Kämpfe brachten den abessinischen Truppen bisher erhebliche Geländegewinne und große Kriegsbeute. Die Italiener verteidigen sich äußerst hartnäckig. Sie unternahmen eine Reihe von Gegenstößen, wobei sie von Bombenflugzengen unterstützt wurden. Zur Zeit dauert die Schlacht auf der ganzen Front bis zum Webe- Schebeli-Fluß. Zum erstenmal wurden in dieser Schlacht zwei erbeutete Tanks, die mit Abessiniern bemannt waren, gegen die italienischen Truppen eingesetzt.
Der Kaiser brachte im weiteren Verlauf der Unterredung die Absicht zum Ausdruck, bis zum Eintreffen der großen Regenzeit im nördlichen Hauptquartier zu verbleiben. Er hoffe, daß bis zu diesem Zeitpunkt entweder der Krieg entschieden sein werde oder die Kampfhandlungen wegen der Regenzeit auf ein Vierteljahr unterbrochen werdet? müßten. Der Kaiser rechnet damit, wie er erklärte, daß es dem Völkerbund immerhin gelingen werde, bis zu diesem Zeitpunkt Friedensvorschläge zu machen, die es Abessinien ermöglichen, ehrenvoll aus diesem italienischen Angriffskrieg hervorzugehen.
Der Auslandspreise zur Kenntnis:
Dem Führer geht es ausgezeichnet.
Amtliche Widerlegung einer Auslandslüge über Erkrankung Hitlers.
Eine gewisse Auslandspresse muß von Zeit zu Zeit scheinbar mit Lügenmeldungen über das neue Deutschland aufwarten, um seine Leser nicht zu enttäuschen. Und um Erfindungen ist man in den Redaktionsstuben dieser Hetz- und Schwindelblätter ja nicht verlegen.
' So gingen in den letzten Tagen durch einen Teil der Auslandspresse Meldungen, wonach der Führer und Reichskanzler erneut an einem Kehlkopfleiden erkrankt fei, das eine Operation erforderlich mache. In diesem Zusammenhang werden sogar die Namen von Ärzten im In- und Ausland genannt, die mit der Durchführung der Operation beauftragt worden seien.
Hierzu wird amtlich in aller Form mitgeteilt, daß diese Nachrichten von A bis Z frei erfunden und erlogen
pnd. Es handelt sich hierbei wieder einmal um jene sattsam bekannten üblen Methoden dieser Auslandspresse, durch systematische Lügcnnachrichten Unruhe in das deutsche Volk zu tragen und im In- und Aus land ungünstige Wirkungen für das Reich hervorzurufen.
Der Führer erfreut sich gottlob einer in jeder Beziehung ausgezeichneten Gesundheit, so daß er es auch nicht nötig h-t, irgendwelche Arzte im Ju- und Ausland, ganz zu schweigen von jüdischen Ärzten, in Anspruch zu nehmen.