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Zul-aer Anzeiger

Erscheint jeden Werktag. Wochenbeilage:Der Sonntag". Bezugspreis: monatlich 1,70 RM. Bei Lieferungsbehinderung durchHöhere Ge­walt" bestehen keine Ansprüche. Verlag Fried­rich Ehrenklau, Fulda, Königstraße 42. Rotationsdruck: Friedrich Ehrenklau, Lauter- bach/H. Hauptschriftleiter Friedrich Ehren­klau, Fulda, Königstr. 42, Fernsprecher 2989.

Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Zulöa- un- Haunetal »Zulöaer Kreisblatt

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Verantw. für den Inhalt: Bernd Heim. Fulda. Anzeigenpreis: 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pfennig. Bei Wieder­holung wird Nachlatz nach Preisliste gewährt. D.A." XII. 35. 750. Zur Zeit ist Preis­liste Nummer 4 gültig. Verantwortlich für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

Nr. 10 13. Jahrgang

Fulda, Montag, 13. Januar 1936

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

In Sekunden entstand Millionenschaden

Die Auswirkungen der Unwetterkatastrophe im Rheinland.

Das Unwetter im Rheinland hat im ganzen drei Todesopfer, eine ganze Anzahl Schwerverletzter und un­zählige Leichtverletzte gefordert. Hunderte von Familien sind obdachlos, der Sachschaden geht in die Millionen. Nur wenige Sekunden dauerte das Zer - st ö ru n g s w e r k, aber Tod und Verwüstung, eine Trümmerstätte ganz riesigen Ansmaßes zeigen den furcht­baren Weg, den die Windhose nahm. Fußhoch lagen Dach­ziegel und Trümmer in den Straßen hernm. Der Stadteil Heerdt aus der linken Rheinseite hat ganz besonders ge­litten. In der Düsseldorfer Altstadt sind eine Reihe von Wohnhäusern nicht mehr bewohnbar.

Der Karnevalsauftakt, der am Sonnabend in der

Tonhalle stattsindcn sollte, wurde abgesagt, denn es regnete buchstäblich in das Gebäude hineiu. Die prächtigen alten Bäume, die um die Tonhalle herum standen, sind so gut wie vollständig vernichtet. Ein ähn­liches Bild der Verwüstung bot die Stadt Neuß, wo die Windhose mit gleich großer Wucht gewütet hat. In einer Notstandssiedlung int Norden der Stadt wurden zahlreiche Dächer abgedeckt. Aus einem Bauernhof wurden Scheunen

Die Verwüstungen auf dem Albert-Leo-Schlageter-Platz in Düsseldorf. (Scherl.)

Die Saar im ersten Befreiungsjahr.

Gauleiter Bürckel über die politische und wirtschaftliche Lage.

Am Jahrestag der Saarbefreiung zieht der Gauleiter Bürckel, der den Kampf für das Deutschtum, an der Saar geführt hat, eine Bilanz und überblickt die poli­tische und wirtschaftliche Entwicklung im befreiten Gebiet im vergangenen Jahre.

In einer Unterredung ließ sich der Gauleiter über die wirtschaftliche Lage dahin aus, daß der b i u n en- deutsche Markt sich im Laufe des verflossenen Jahres als aufnahmebereit erwiesen hat. Der noch bestehenden Schwierigkeiten hoffe man durch weitgehende Jndustrieumstellung Herr zu werden. Die Arbeits­beschaffungsmaßnahmen mib die großen Projekte, wie zum Beispiel die Saarregulierung, größere Straßen­bauten und Häuserreparaturen, erscheinen dem Gauleiter in der Hauptsache als Zwischenmatzuahmen, die die notwendige Zeit geben, normale wirtschaftliche Verhält­nisse und damit Arbeit für jeden Volksgenossen zu schaffen. *

Die Frage wegen der Entwicklung der n a t i o n a l s o z i a l i st i s ch e n B e w e g u n g im Saarland beantwortete Gauleiter Bürckel folgender­matzen: Auf diesem Gebiet bleibt für uns noch sehr viel zu tun. Das Saarland hat die ganze politische Entwicklung des Reiches sozusagen in Konzentration durchzumachen. Die Saarländer sind, das haben sie ihrem Volk und aller Welt bewiesen, deutsch bis ins Mark. Wir sagen: Jeder Deutsche ist Natioualsozialist. Dem Saarländer aber muß man nun in einem Anschauungsunterricht zeigen, daß jeder Nationalsozialist ein Deutscher ist. Die NSDAP, wird prozentual im Saarland am stärksten im ganzen Reich sein. Alle Mitglieder der Deutschen Front erheben Anspruch darauf, würdig zu fein, in die NSDAP, ausgenommen zu werden. Die Deutsche Front zählt mehr als 90 Prozent aller Wahlberechtigten, ès wird mir nie in den. Sinn kommen, auch nur einen einzigen dieser braven Männer abzulehnen. Meinen stärksten Glauben habe ich an den saarländischen Arbeiter. Er war einer unglaublichen politischen Kanonade seiner Gegner ausgesetzt. Trotz allem hielt er stand. Er hatte den gesunden Instinkt, und wo der Instinkt ge­sund ist, da läßt sich die gerechte und gesunde Sache rmmer gewinnen.

120 Meter lanae Rabrikballe in Düsseldorf wurde rerktürt.

(Weltbild.)

und Stallungen aus dem Fundament gerissen und 300 Meter weit durch die Luft geschleudert. Die Gesamt­zahl der Obdachlosen beläuft sich in Neuß auf 250 Personen. Zur Linderung der ersten Not sind bereits namhafte Beträge gezeichnet worden. Es wird Tage und Wochen dauern, bis die Schäden wiederhergestellt sind, die der Orkan in Sekundenschnelle ungerichtet hat.

Der verheerende Orkan, der Westdeutschland heim­suchte, hat seinen Weg nach Osten genommen und er­reichte auch die Reichshauptstadt. An über dreißig Stellen in Berlin und seinen Vororten wurden Dachziegel und Dachrinnen heruntergerissen, Schornsteine gerieten ins Wanken, große Schaufenster wurden zertrümmert und Rad­fahrer von ihren Nädern gerissen. In der Friedrichstraße, im Mittelpunkt des brandenden Verkehrs, stürzte ein Hängegerüst vom Dach. Die auf Bürgersteig und Straße niederfallenden Bohlen verletzten sieben Personen. Ins­gesamt waren bis zum Abend zehn durch Sturm­schäden Verletzte genieldet, abgesehen von zahl­reichen anderen, die das Glück hatten, mit leichten Schrammen davonzukommen.

Ausschüttung aus der Saarspende an Kriegsopfer.

Der Reichsarbeitsminister hat 100 bedürftigen Kriegs­opfern des Saarlandes Unterstützungen von je 100 Mark aus der von ihm zur Erinnerung an den Abstimmungs­sieg vom 13. Januar 1935 errichteten Saarspende zu­kommen lassen. Die Saarspende, die noch durch eine Reihe sonstiger Zuwendungen ergänzt wird, soll den Kriegs­beschädigten und Kriegshinterbliebenen des Saarlandes zeigen, daß man die Opfer nicht vergessen hat.

Der anstatt zu den Vesreinugsfeiern.

Am Sonntag begannen im Saarland die B e - frein ngsfeiern am ersten Jahrestag der Volksab­stimmung mit einer großen Anzahl von örtlichen Feiern. In allen Kreisorten hielten die Kreisleiter an die Volks- genossen und die Formationen der Partei begeisterte An­sprachen, in denen aus die Bedeutung des Tages auch als Markstein für die Befriedung Europas hingewiesen wurde. In den meisten Orten fanden U m - beuenuuugcn von Straßen und Plätzen statt, die das Gedächtnis an den geschichtlichen 13. Januar und die Befreiung des deutschen Saarvolkes für alle Zeiten wachhalten sollen.

Bereits am Sonnabend hatte eine große F e st - k u n d g e b u n g im Saarbrücker Stadttheater den Auftakt zu den Feiern gegeben. Die Stadt war, wie alle Orte des Saarlandes, mit Fahnen und Girlanden ge­schmückt. Die Kundgebung in Saarbrücken wurde mit Begrüßungsworten des Intendanten Huber vom Saar­brücker Theater eröffnet. Mit lautem Beifall begrüßt, ergriff dann Reichskulturwalter Hinkel das Wort. Er wies darauf hin, daß der Nationalsozialismus nicht nur das Recht aus Arbeit erkämpft habe, sondern auch das Recht für jeden deutschen Volksgenossen, an dem künstle­rischen und geistigen Leben der Nation teilzunehmen. Zum Schluß betonte er, daß er als Sohn der Westmark wisse, ivtc schwer man an der Grenze z u kämpfen habe. Von der Reichskuliurkammer aus werde alles geschehen um aus dem S.a arland cj.n

kulturpolitisches Bollwerk für die deutsche Kunst und das gesamte deutsche Geistesleben aufzubauen.

platz der Deutschen Front"

Im Rahmen der großen Feiern wurde am Sonntag in Saarbrücken in einer Feierstunde vor dem Rat­haus der historische Rathausplatz inPlatzderDeut- schen Front" umgetauft. Oberbürgermeister Kreis­leiter Dürrseld wies auf den 15jährigen Leidensweg des deutschen Saarvolkes hin, in dessen Herr der Glaube an Deutschlands Sendung niemals untergegangen war. Er schilderte den harten Kampf um diesen Fleck geheilig­ter deutscher Erde, bis dann der Ehrentag des Abstim­mungssieges vom 13. Januar 1935 kam.

Dieser Abstimmungssieg, so führte der Oberbürger­meister aus, bedeutete nicht nur ein bedingungsloses Bekenntnis des Saarvolkes zu Deutschland und seinem Führer Adolf Hitler, er war auch ein Aus­druck deutschen Selbstbehauptungswillens gegenüber den Anfechtungen fremder Mächte.

Gauleiter Bürckel als damaliger Saarbevollmächtigter habe diesen Kamps mit seinen Getreuen geführt. Untrenn­bar sei sein Name mit dem schicksalhaften Geschehen des 13. Januar 1935 verbunden. Oberbürgermeister Dürr­feld schloß mit den Worten:Die Deutsche Front war das Bollwerk des deutschen Willens und der deutschen Kraft. Deutsche Front ist der Ehrenname der Gemem- schaft aller Deutschen an der Saar, die bereit waren, ihr Letztes für Deutschland zu geben. Als Hoheitsträger der Stadt Saarbrücken weihe ich daher in dieser Stunde zum steten Gedenken der Deutschen Front diesen Platz. Der Rathausplatz zu Saarbrücken soll künftig den Namen tragen:Platz der Deutschen Front". Den Ruhm seines Namens aber sollen auf ewig verkünden die Glocken über uns im Rathausturm zu Saarbrücken. Deutsch ist die Saar, deutsch immerdar."

Zum Abschluß der Kundgebung wurde der Große Zapfenstreich zum Vortrag gebracht.

Allgemeine Beflaggung am 13. Zanuar.

Der Reichsminister des Innern gibt folgendes be­kannt: Aus Anlaß der Wiederkehr des Tages der Saar­abstimmung flaggen am Montag, dem 13. Ja­nuar , die staatlichen und kommunalen Verwaltungen, Anstalten und Betriebe, die sonstigen Körperschaften, An­stalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts und die öffentlichen Schulen.

Die Bevölkerung wird aufgcsordert, gleichfalls z u s l a g g c n.

Meldepflicht

von entlassenen Soldaten und Ersatzreservisten I.

Vielfach haben die Wehrpflichtigen des Be­ll r l a u b t e n st a n d e s die seit Einführung der Wehr­pflicht vorgeschriebenen Meldungen bei den Wehrersatz­dienststellen und Ersatzbehörden unterlassen. Diese Mel­dungen müssen umgehend nachgeholt w e r- d e n, da künftig Wehrpflichtige des Beurlaubtenstandes, die über die Meldepflichten schon belehrt worden sind und sie trotzdem nicht erfüllen, bestraft werden.

Hierzu gehören in erster Linie die aus der Wehr­macht entlassenen Soldaten, die gemusterten Dienstpflich­tigen der Jahrgänge 1914 nnd 1915 (in Ostpreußen auch 1910 und angenommene Freiwillige.

Soldaten, die nach einjähriger aktiver Dienstpflicht oder vach einer achtwöchigen Ausbildung bei Ergän- zungseinhcitcn entlassen werden, unterliegen der Wehr­überwachung des für ihren Wohnsitz zuständigen Webr- meldeamts, in der entmilitarisierten Zone der zustän­digen unteren Ersatzbehörde (Zweigstelle). Sie haben dort nach ihrer Entlassung sich anzumelden und weiterhin jeden Wohnungs- oder Wobnsitzwcchsel zu melden.

Gemusterte Dienstpflichtige des Jahrgangs 1914 (in Ostpreußen auch 1910), die einen Musterungsausweis und Ersatzreserve-l-Schein erhalten haben und noch nicht zur Erfüllung ihrer aktiven Dienstpflicht ausgehoben sind, die gemusterten Dienstpflichtigen des Jahrgangs 1915, die einen Musterungsausweis,

ferner Freiwillige, die einen Annahmeschein erhal­ten haben, unterliegen gleichfalls der Wehrüberwachung des für ihren Wohnsitz zuständigen Wehrmeldeamts, in der entmilitarisierten Zone der unteren Ersatzbehördc (Zweigstelle). Sie haben dort jeden Wohnungs- und Wohnsitzwechsel zu melden.

Ab 15, Mai: Rügenbamm.

Auf der Europäischen Fahrplankonferenz, die kürzlich in Helsingfors tagte, wurden wichtige Fahrplanver­besserungen auf den zwischenstaatlichen Linien mit­geteilt. Eine bedeutende Verbesserung soll der Verkehr nach Skandinavien noch in diesem Jahr erfahren, da Voraussichtlichami 5. MaiderRügendamm eröffnet werden wird.

Besuch Dr. Schachts bei Dr. Ley.

Reichsbankpräsideni Dr. Schacht stattete dem Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront, Reichsorganisa- tionsleitcr der NSDAP. Dr. Ley, einen einstündigcn Besuch in dessen Berliner Dienststelle ab. Dr. Schacht nahm dabei die Gelegenheit, seiner Zuversicht über eine auch im Jahre 1936 gemeinsame ersprießliche Arbeit zum Ausdruck zu bringen.