Die Aüeffinier meiden blutige Siege
Addis Abeba, 10. Januar. Von abessinischer Seite wird gemeldet, daß der Rückzug der italienischen Truppen an der «orbfront unter stärkstem Druck abessinischer Streit- kräfte weiter anhalte. Man erklärt, daß die Italiener samt-- liche Dörfer, durch die sie auf ihrem Rückzug kommen, niederbrennen. . ,. , ...
In den Meldungen wird hervorgehoben, daß die adestr- T: nppen mit äußerster (Erbitterung kämp;en. Die niet sollen tu Gruppen zu je 2u A^anu die stark mit
- .uengeweb 'n bestückten italienischen Feldstellungen Blockhäuser gestürmt haben, deren Besatzungen nahe- lständig niedergemacht worden seien. Dem abessini- Bericht zufolge sollen die italienischen Truppen, nach- M fünf Bollwerke von den Abessiniern gestürmt worden :»n, ihre übrigen Stellungen geräumt haben.
Der Bericht der Roten Kreuzer
Addis Abeba, 10. Januar. Nach in Addis Abeba eingegangenen Berichten soll die Antersuchungskommission des Internationalen Roten Kreuzes festgestellt haben, daß die Zeichen des Roten Kreuzes der schwedischen Station in Dolo weithin sichtbar gewesen seien. Wenigstens 20 Bomben seien planmäßig auf die Roten-Kreuz-Zelte abgeworfen worden. Die Zelte sollen über 400 Einschnßörs- nungen von Maschinengewehrfeuer aufgewiesen haben.
Ein Bericht ist auch nach Genf abgegangen
Botschafter Drummond in London
London, 10. Januar. Der englische Botschafter in Rom, Drummond, der in England auf Urlaub ist, besuchte Donnerstag den Ministerpräsidenten Baldwin. Später hatte er im englischen Außenamt eine Unterhaltung mit Außenminister Eden.
Eden wird am Freitag, 17. Januar, kurz vor seiner Abreise nach Genf, auf der Iahresveranstaltung einet Ingenieurvereinigung seine erste Rede in seiner neuen Eigenschaft als Leiter des Außenamtes halten. In dieser Rede wird der Außenminister die internationale Lage behandeln.
Südafrika saultlousbereit
Gèns, 10. Januar. Die Südafrikanische Union hat als erstes Land ausführlich zu dem von der Sanktionskonserenz ausgearbeiteten Vorschlag gegenseitiger Unterstützung der an den Wirtschaftsmaßnahmen gegen Italien teilnehmenden Staaten Stellung genommen. In einem Schreiben an den Generalsekretär des Völkerbundes erklärt die Südafrikanische Regierung, sie werde sicherstellen, daß kem Land, das nach Artikel 16 vorgehe, die ihm aus der Mersk- begünstigungsbestimmung zustehenden Vorteile einbüße. Andererseits sei Südafrika bereit, einen Verzicht aus ferne Rechte aus der Meistbegünstigung zu erwägen zugunsten eines Landes, das durch seine Teilnahme an den Sühnemaßnahmen Einbußen in seinem Handel mit Italien erleide. Voraussetzung sei jedoch, daß andere Länder bereit feien, der Südafrikanischen Union in einem geeigneten Fall eine entsprechende Behandlung zuteil werden zu lassen. . ..
Südafrika werde ferner mit Völkerbundsmrtglredern, die an der Durchführung von Sanktionen nicht teilnehmen, kein Handelsabkommen auf der Grundlage von Tarifzuge- ständnifsen oder der Meistbegünstigung abschließen.
Sechs Ztaliener aus Malta ausgewiesen.
Nach englischen Blättermeldungen wurden sechs Italiener ausgewiesen, denen man Schädigung der englischen Interessen vorwirft. Nach anderer Darstellung wurden 14 Personen verhaftet, darunter auch zwei Engländerinnen, acht feien aber wieder freigelassen worden.
Einer der Ausgewiesenen ist ein Lehrer an der italienischen Schule in Valetta. Angeblich hat er von der italienischen Regierung Gelder zu Propagandazwecken erhalten. Unter den übrigen Ausgewiesenen befinden sich ein Leutnant der faschistischen Miliz, zwei Kaufleute und ein Angestellter des italienischen Konsulats.
Sie AusMikung der NaUener aus Matta
London, 10. 1. Die britischen Behörden in Malta haben über die Gründe, die zur Ausweisung der sechs italieni- Staalsangehörigen führten, eine amtliche Mrtreiiung veröffentlicht. Es heißt, daß die militärischen Stellen Be- üsmaterral besitzen, wonach sich die Ausgewiesenen in ei r r für die Sicherheit der Festung abträglichen Weise be- f _.gt hätten.
tztalieallche; Dementi über Südtirol
London, 10. Januar. Die italienische Botschaft in Lon- Son veröffentlicht folgende Mitteilung: „Die Gerüchte über eine angebliche Unzufriedenheit unter der Bevölkerung von Alto Adige und über die Fahnenflucht von Wehrpflichtigen dieses Geöietes entsprechen in keiner Weise der Wahrheit." Reuter hängt dieser Mitteilung einen erläuternden Kommentar an, in dem darauf hingewiesen wird, daß Alto Adige die italienische Bezeichnung für Südtirol sei.
5lottenton|eren$ ohne Saunn?
Zur Aussprache über japanische Forderung vertagt.
London, 10. Januar. Auf einen erneuten Wunsch der Japaner nach Aussprache über die japanische Forderung nach einer gemeinsamen oberen Rüstungsgrenze ist die für heute angesetzt gewesene Flottenkonferenz unerwartet auf Montag verschoben worden. Die britische Abordnung hat dem japanischen Verlangen nach Aussprache unter der Voraussetzung des Einverständnisses der anderen Abordnungen diesmal zugestimmt. Die Aussichten auf eine Einigung mit den Japanern werden in unterrichteten Kreisen aber für außerordentlich schlecht gehalten, so daß der politische Korrespondent der „Evening News" bereits mit der Möglichkeit rechnet, daß entweder Japan aus der Konferenz ausscheiden, oder daß die Konferenz ergebnislos beendet werde. Der erstgenannten Möglichkeit wird größere Wahrscheinlichkeit beigemessen.
Aeue Großgememde im Kreise Saarlouis
Im Zuge der großen Verwattungsreform imSaar- rand haben die Gemeinderäte der Gemeinden Lisdorf, Schönbruch, Pikard und Fraulautern beschlossen, unter Wahrung des Eigenlebens der einzelnen Gemeinden sich mit der Stadt Saarlouis zu einem neuen g r o ß en G e m eindewesen zusammenzuschließen. Die neue Stadt, die etwa 32 000 Einwohner zählen wird, wird am 13. Januar durch den Gauleiter Bürckel einen neuen Namen erhalten.
Luftverkehr im Dienste der Dölkerverstüukigung.
Tagung der Internationalen Verkehrsluftfahrt in Berlin.
Im Haus der Flieger in B e r l i n findet in diesen Tagen die 35. Tagung des Internationalen Verbandes der Lu Jverkclwsgc: cllscbaflen statt. Die Tagung, zu der stetige h n N a t i o n e n Vertreter entsandt haben, beschäftigt sich in erster Linie mit Fragen des Rechtes, des Verkehrs und der Technik des iittcrnätionalen Luftverkehrs.
Staatssekretär Generalleutnant Milch überbrachte die Grüße des am Erscheinen verhinderten Reichsluft- fahrtministers Göring und der Reichsregierung. Nach einer Rückschau auf die Aufbauarbeit der Deutschen Lufthansa, die sich als friedliche Vorkämpferin deutschen Schaffens erst unter der nationalsozialistischen Regierung wahrhaft entfalten konnte, nach einem weiteren tiberblick über die bisherigen Leistungen der IATA, feierte der Redner den F l i e g e r g e i st, der die großen Fortschritte des Weltluftverkehrs möglich machte. Trotzdem seien es noch viele Probleme, diè hier der Lösung harren. Es gelte, alle wichtigen Städte der Erde durch das Netz wohlorgauisicrtcr Luftwege zu verbinden. Die Parole „zuerst die Sicherheit!" kennzeichne dabei das Pflichtziel alles Schaffens in der Handelsluftfahrt. Genau so, wie man in den letzten Jahren starke Fortschritte in der Bekämpfung der Nebelgefahr gemacht habe, werde man sich jetzt mit aller Energie der Lösung des Vereisungsproblemes widmen. Die „Hochstraßen der Luft", deren mitteleuropäisches Kernstück die Deutsche Lufthansa betreue, müßten, so meinte der Staatssekretär, einer immer fühlbareren Verständigung und dem friedlichen Austausch unter den Völkern dienen. Sie überbrücken heute schon Weltmeere und würden in absehbarer Zeit auch den bisher hartnäckigsten Feind der internationalen Luftfahrt, den Nord-Atlantik, bezwungen haben.
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Neuer Lustexpreß.
Eine Heinkel-Verkehrsmaschine mit mehr als 400 Kilometer Stundengeschwindigkeit.
Auf dem Zentralslughafen in Berlin-Tempelhof wurde der Öffentlichkeit ein neues Verkehrsflugzeug vorgeführt. Es ist eine zweimotorige Heinkel-Maschine, die mit z e h n F l u g g ä st e n im normalen Reiseverkehr die Fluggeschwindigkeit von 400 Stundenkilometer überschreiten wird.
Das schnittige Flugzeug wurde bet den Rostocker Heinkel-Werken hergestellt und trägt die Bezeichnung „Heinkel He 111". Die neue Maschine übertrifft in ihrer Leistung ihre Schwester, die „He 70", die mit vier
Hoch klingt das Lied der deutschen Retter!
Deutsche Seeleute als Helfer in höchster Not.
Der Reichsverkehrsminister von E l tz - R ü b e n a ch sandte an die Reederei Robert S l o m a n in H a m b u r g ein Telegramm, in dem er sie und die Besatzung ihres Dampfers „Castellon" zu der mutigen und erfolgreichen Rettungstat am 5. Januar, durch die zehn spanische Seeleute den Fluten entrissen wurden, beglückwünschte. Die beherzte Rettungstat hatte überall Anerkennung gefunden. Kapitän Nielfen berichtete jetzt nach der Heimkehr in den Heimathafen, mit den zehn geretteten Besatzungsmitgliedern des bei Kap Finisterre untergegangenen spanischen Dampfers „Vizcaya" an Bord, Einzelheiten über die Sturmfahrt. Wie ein Mann, so sagte der Kapitän, habe sich die ganze Schiffsbesatzung freiwillig zur Teilnahme an der Rettungsaktion gemeldet. Die „Castellon", die sich, mit einer Fruchtladung an Bord, auf der Heimfahrt von Cartagena befand, sichtete am Sonntag, dem 5. Januar, gegen 10 Uhr, etwa zehn Meilen von Kap Finisterre, den
Ampfer „Vizcaya", der sehr starke Schlagseite hatte.
ggcnsignale gaben bekannt, daß sich das Schiff in höchster Seenot befand. Der deutsche Dampfer drehte darauf sofort bei. Wie die Geretteten später berichteten, hatte die „Vizcaya" bereits sechs Stunden bei Südweststurm im Kampf mit den Wellen gestanden und begann zu sinken. Die Besatzung hatte schon Schwimm-
Schwerer Anschlag auf eine Brücke
Wie durch ein Wunder kein Menschenleben getroffen.
Als der Postautobus der Strecke Ladekop p— Tiegenho f—Elbing vormittags die Galgenbrücke bei Tiegenhof im Kreise Großes Werder passierte, stürzte plötzlich die Trägerkonstruktion zusammen. Glücklicherweise hatte der Autobus mit seinen Insassen bereits die Straße erreicht, sonst wäre er glatt durchschlagen worden. Wie die vorläufige Untersuchung ergeben hat, dürfte durch Unbekannte nachts der Sperrhebel der Brückenklappe ausgelöst worden sein, so daß der nicht mehr feststehende Unterbelag stark vibrierte. Die Vibration wurde durch den schweren Postautobus bis zum Gefahrenpunkt ausgedehnt. Die hölzernen Wippruten von etwa 25 Zentimeter Durchmesser und 20 Meter Länge brachen wie Streichhölzer. Eine Last von 50 Tonnen stürzte mit Getöse herab. Die Brückenklappe kippte hoch und schlug hart auf die Widerlager auf. Hierdurch wurde der Belag seitlich aus den Angeln gehoben.
Zugendlicher Mörder verurteilt.
Vor dem Großen Jugendgericht beim Amtsgericht Weilheim fand die Verhandlung gegen den wegen Mordes und schweren Raubes an der 55 Jahre alten Berliner Oberschwester Katharina Peters angeklagten Jugendlichen Jesko von Szpingier statt. Oberschwester Peters, die im März vorigen Jahres ihr 25jäh- riges Dienstjubiläum in einem Berliner Krankenhaus feiern konnte und aus diesem Aulaß zur Erholung nach Garmisch gefahren war, wurde dort am 31. März 1935 von dem damals kaum mehr als 16jährigen Jesko von Szpingier, der mit ihr als Gast in derselben Pension wohnte, beraubt und getötet. Der jugendliche Mörder, der seine Lehrstelle in Kre s ^! d verlassen unb
Fluggästen eine Höchstgeschwindigkeit von 377 Stundenkilometer erreichte. Die Konstruktion des neuen Verkehrsflugzeugs ist auf möglichst geringen Luftwiderstand berechnet. Es ist ein Tiefdecker. Das Fahrgestell und das Spornrad sind vom Führersitz einziehbar.
Das Innere des Flugzeugrumpfes ist in zwei Abteile eingeteilt, eins für Raucher und eins für Nichtraucher. Hinten im Rumpf sind die Toiletten, Wasch- und Gepäckräume untergebracht.
Durch Eiusatz dieses neuen Heinkel-Schnellverkehrs- flugzeuges kann der Flugplan auch bei Anwendung mehrmotoriger Flugzeuge um mehr als 100 Stundenkilometer oder um etwa 40 v. H. beschleunigt werden. Es stellt in dieser Größenklasse trotz seiner nur zwei Motoren das schnellste Verkehrsflugzeug der Welt dar.
Göring 43 Jahre.
Am 12. Januar begebt der Neichsluftfahrtminister und preußische Ministerpräsident, General der Flieger Hermann Göring, seinen 43. Geburtstag. (Weltbild.)
we en angelegt und versuchte, ein Rettungsboot anszu- ^pcn, wccs jedoch' bei" den hochstehenden'' Wellen und der starten Neigung des Schiffes bis zu 40 Grad nicht gelang. Kapitän Nielsen ließ inzwischen fortgesetzt Ol auf die hoch- gehenden Wellen pumpen. Trotz aller Bemühungen ge- ^ang es der sechsköpfigen Besatzung des deutschen Rettungsbootes nicht, längsseil der „Vizcaya" zu aeben. da fortgesetzt
neue Böen in Windstärke 8 bis 10 auftraten. Die Besatzung des Rettungsbootes gab schließlich den spanischen Seeleuten zu verstehen, über Bord zu springen, um so ihre Bergung nach allerdings langwierigen Rettungsarbeiten zu ermöglichen. Zehn Spanier konnten den Fluten durch die Deutschen entrissen werden.
Inzwischen waren auch der estländische Dampfer „Minn a" und der englische Dampfer „A l m a z o r a" an der Unfallstelle angelangt. Nach dreistündigen Bemühungen ging die „Vizcaya" unter. Dem estländischen Dampfer gelang es, aus den Trümmern noch weitere fünf Be- satzungsmitglieder zu bergen. Zwei Mann jedoch, darunter der Kapitän, wurden mit in die Tiefe gerissen. Man vermutet, daß, sich die Ladung des Schiffes infolge des stürmischen Seegangs verlagert hatte und dadurch die starke Schlagseite herbeiführte.
von dem Erlös eines verkauften Motorrades etwa vierzehn Tage in Garmisch gelebt hatte, begab sich nach seiner damaligen Aussage, nachdem ihm die Mittel ausgegangen waren, in das Pensionszimmer der Oberschwester Peters, um von dieser Geld zu erbitten. Als er abschlägigen Bescheid erhielt, erwürgte er sie und nahm ihre Schmucksachen mit sich. Der Bursche fuhr dann im Auto nach München, prellte den Autofahrer um das Fahrgeld und fuhr dann nach Berchtesgaden, wo er von der Polizei, kurz bevor er die Grenze passieren wollte, gefaßt wurde.
Das Jugendgericht verurteilte den 17jährigen Jesko v. Szpingier wegen Mordes und besonders schweren Raubes zu zehn Jahren Gefängnis. Die Untersuchungshaft von acht Monaten wurde auf die Strafe angerechnet. Der Angeklagte nahm das Urteil ohne große Erregung entgegen und bat nur vorher um Strafmilderung, weil er „erblich belastet" sei. Der Staatsanwalt hob in seinem Plädoyer die abscheuliche Roheit und Gefühlslosigkeit hervor, mit der der Angeklagte bei Ausübung des Verbrechens vorging. Er stellte fest, daß dieser wegen weniger Groschen einen Menschen, der ihm liebevoll entgegentam und sich um ihn bemühte, umgebracht habe.
Unterschlagungen aufgedeckt.
Bei der Spar- und Darlehnskasse in Altdamm (Pommern) wurden große Unterschlagungen aufgedeckt. Der Geschäftsführer der Kasse wurde sestge- nommen. Die Unterschlagungen beziffern sich auf rund 30 000 Mark.