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Nr. 7 13. Jahrgang

Fuldaer Anzeiger

Donnerstag, 9. Januar 1936

Stadt und Land Wetferausfidiien füi morgen.

Wetterbericht des Reichswetterdienstes, Ausgabeort Frankfurt am Main.

Voraussichtlich ruhigeres und trockenes, etwas kälteres Wetter.

Holzlöffel als Eintopfgabe.

Für den nächsten Eintopfsonntag, den 12. Januar, hat die Eauführung des Winterhilfswerkes im Gau Kurhessen für die kurhessischen Volksgenossen eine besondere Ueber- raschung vorbereitet. Nachdem nämlich im vorigen Jahr die Holzlöffel des WHW. überall so großen Anklang gefun­den hatten, entschloß sich die Eauführung, auch für das dies­jährige Winterhilfswerk wieder solche Holzlöffel herstellen zu lassen. Bereits im Frühjahr 1935 wurde den Holzschnitzern in Dalherda der Auftrag auf Herstellung von 150 000 Holz­löffeln gegeben, die durch ihre besondere Ausführung sich gut als Rührlöffel eignen. Da aber nach der Ausgabe der Holzlöffel im vorigen Jahr überall der Wunsch laut wurde, zu dem Löffel auch eine Holzgabel zu besitzen, um so ein schönes Salatbesteck zu bekommen, erteilte die Eauführung außerdem noch der Gemeinde Dalherda den Auftrag auf Herstellung von 150 000 solcher Holzgabeln.

Alle Holzlöffel und Holzgabeln tragen den Vrenwstempel WHW. 1935-36" und bilden so nicht nur einen schönen Haushaltungsgegenstand für den täglichen Gebrauch, son­dern darüber hinaus eine wertvolle Erinnerung an dieses Eintopfgericht des 12. Januar, wo durch das Eintopfopfer jedes einzelnen Kurhessen dem WHW. die Munition für seinen weiteren Kampf gegeben wurde.

X^fogctfe Sonntagsrückfahrkarten

zurGrünen Woche Berlin.*

Um den Besuch der vom 25. Januar bis zum 2. Februar stattfindendenGrünen W o ch e" zu erleich­tern, gibt die Reichsbahn auf allen Bahnhöfen im Um­kreis von 250 Kilometer rings um Berlin Sonntagsrück- r.rten aus, die von Sonnabend, 25. Januar bzw.

.uar, 0 Uhr, bis Montag, 27. Januar bzw. uar, 12 Uhr (spätester Antritt der Rückreise), gelten. - über den Umkreis von 250 Kilometer hinaus ständig liegenden Sonntagsrückfahrkarten nach Berlin gelten an n genannten Tagen ebenfalls schon von 0 Uhr an.

Von der Reichsbahn.

Ernannt zum Lokomotivführer der Reserve-Lokomotiv­führer Oestreich in Fulda. Versetzt der techn. Reichsbahn- Inspektor Eancza von Fulda nach Nidda, der techn. Reichs­bahn-Inspektor Sturm von Gießen nach Fulda. Die Prü­fung zum Reichbahn-Assistent neuer Ordnung hat bestan­den Jahn in Fulda.

Zugverkehr Fulda Gersfeld.

Ab 15. Januar 1936 sind die Bahnagenturen Eichenzell und Welkers, Strecke Fulda Gersfeld, bei den Personen­zügen 2425, 2423 und 2426 nicht mehr besetzt. Die Züge verkehren in Eichenzell um 20.13, 21.16 und 22.33 Uhr, in Melkers um 20.07, 21.10 und 22.38 Uhr. Die Fahr­karten werden durch den Zugführer verkauft. Abgehendes Reisegepäck kann beim Zugführer am Packwagen aufgelie­fert und ankommendes Reisegepäck und Expreßgut am Pack­wagen in Empfang genommen werden.

Die Stammeskunde des Hessenlandes

und seiner Grenzgebiete wird an dem nächstenAbend der Landesbibliothe k", Samstag, den 11. Januar, 8 Uhr von Prof. Dr. E. S t e n g e l aus Marburg in einem durch Lichtbilder erläuterten VortragHessen, Sach­sen, Franken" behandelt werden. Prof. Stengel hat als Herausgeber des Fuldaer Urkundenbuches und Anreger und Förderer so mancher Fuldas Geschichte betreffender Forschungen besondere Beziehungen zu unserer Stadt und wird gewiß auch aus diesem Grunde hier eine dankbare Hörerschaft finden.

21 Millionen Rm. Renten.

Einblick in die Leistungen der Angeftelltenversicherung.

Welchen gewaltigen Faktor die Angestelltenversicherung in der deutschen Sozialversicherung darstellt, ergibt sich aus einer Bilanz, die Präsident Grießmeyer zieht.

Seit dem 1. Januar 1924, der Einführung der Fest­mark, sind Beitragseinnahmen von 3,5 Mil­liarden festzustellen. In der gleichen Zeit wurden an Renten und Veitragserstattungen fast 2 Milliarden, genau 1878 000 000 Rm. ausgezahlt. Insgesamt sind bisher an über 5 0 7000 Personen Rentenbezüge ange­wiesen worden, an 324 00O Versicherte, 114 000 Witwen und Witwer sowie an 69 OOO Waisen. Die Zahl der am 30. September 1935 laufenden Renten betrug rund 383 000 im Betrage von 21 Millionen Rm.

Ein besonderes Kapitel der Leistungen der Angestellten­versicherung sind die Beitragserstattungen an weibliche Versicherte im Falle ihrer Heirat. Sie sind seit 1933 unter dem Einfluß der ehefördernden Maß­nahmen stark gestiegen. Im Jahre 1934 wurde die Abfin­dung in Höhe der gezahlten Beitragshälfte in 62 000 Fäl­

Warnung und Anregung

zum Schutz gegen Einbruch und Diebstahl.

1. Sichere Dein Heim, Boden und Keller gegen Ein­bruch durch ein modernes Sicherheitsschloß! Die meisten Sicherheitsschlösser" sind veraltet und mit Dietrichen und anderen Werkzeugen zu öffnen.

2. Besonders gefährdel sind Mädchenkammern, die in älteren Häusern meist in den oberen Stockwerken, getrennt von der Wohnung des Arbeitgebers, liegen. Der Krimi­nalpolizei und leider auch dem Einbrecher ist es bekannt, daß die Schlösser in diesen Türen völlig unzureichend sind. Diese Schlösser nachsehen und gegebenenfalls erneuern lassen!

3 Gefährdet sind auch Büroräume in ausgesprochenen Geschäftshäusern, die an Sonn- und Feiertagen ohne Auf­sicht sind. Diese Sicherheitsschlösser durch Fachmann prüfen lassen.

4. Ist ein Schlüssel abhanden gekommen, sofort Schloß erneuern lassen! Der durch Einbruch verübte Schaden ist größer, als die Ausgabe für ein neues Schloß.

5. Schließe beim Verlassen der Wohnung die Türen sorgfältig ab, auch beim kurzen Weggänge!

6. Vermeide grundsätzlich alles, was darauf hindeutet, daß Deine Wohnung zeitweise ohne Aufsicht ist! Der Ein­brecher in der Maske als Klingelfahrer, Bettler, Hausierer und Hofsänger hat dafür ein scharfes Auge.

Zwangsversteigerung Max Weilburg, Fulda.

Die auf den Namen des Kaufmanns Max Weilburg in Fulda eingetragenen Grundstücke: Wohnhaus, Waschküche etc., Mittelstraße 16, wurden am Mittwoch auf dem Wege der Zwangsvollstreckung im Amtsgericht Fulda versteigert. Der Einheitswert ist auf 35 600 Mark feftgefet; Rechte bleiben nicht bestehen. Das geringste Gebot, enthaltend Gerichtskosten, rückständige Zinsen und Steuern, betrug 11 922 Mark. Das Höchstgebot mit 24 925 Mark gab Euts- verwalter Martin Grauer in Reutlingen ab. Der Zu­schlagstermin ist auf den 15. Januar festgesetzt.

Warnung vor wilden Nadiohändlern.

In der gestrigen Nacht wurde ein an dem Hause Karl­straße 2 angebrachter Schaukasten eines Radiohändlers ge­waltsam erbrochen und mehrere darin ausgestellte Einzel­teile für Radio-Apparate im Gesamtwerte von etwa 40 Reichsmark gestohlen. Bei den gestohlenen Gegenständen handelt es sich um Radioteile verschiedenartiger Apparate. Sollten etwaige Einzelteile zum Kauf angeboten werden, so wolle man sofort die Kriminalpolizei verständigen.

len gewährt, und es flossen auf diesem Wege mehr als 19 Millionen Rm. in die jungen Haushalte. Für 1935 wird ein ähnliches Ergebnis erwartet.

Die Bedeutung der Angestelltenversickerung erschöpft sich jedoch nicht in Rentenleistungen und Maßnahmen der Ge­sundheitsförderung, sondern sie erstreckt sich auch auf wirt­schaftliche Aufgaben. Die Angestelltenversicherung ist heute die Verwalterin eines umfangreichen Vermögens von mehr als 2,6 Miliarden Rm. Bei der Anlegung dieser Vermögenswerte wurde die Regierung in ihrem Kampfe gegen die Arbeitslosigkeit tatkräftig unterstützt. Im besonderen Maße wird die Förderung des Woh­nungsbaues betrieben. Seit 1924 hat die Angestell­tenversicherung die Finanzierung von rund 183000 Wohnungen ermöglicht und damit die wohn­liche Unterbringung eines Bevölkerungsteiles, der etwa der Gesamteinwohnerschaft von München oder Leipzig ent­spricht. Daneben wurde die Schaffung von 22000 Eigenheimen finanziert.

7. Sei mißtrauisch gegen Fremde, die Deine Wohnung betreten wollen, z. B. als angeblicher Gasableser, Beamter vom Wohlfahrtsamt, Polizeibeamter, Angestellte von Jnstallationsgeschäften usw.! Erst Ausweis vorzeigen lassen! Kriminalbeamten haben neben Ausweis auch eine Dienstmarke!

8. Vorsicht gegenüber neuen Untermietern! Möglichst vorher Erkundigungen einziehen und sofort bei der Polizei anmelden! Amtliche Papiere vorlegen lassen und auf dem Polizei-Revier nachfragen, ob Anmeldung erfolgt ist.

9. Lasse Geld, Scheckbücher, Sparkassenbücher und Wert­papiere nicht achtlos herumliegen! Bei Verlust oder Dieb­stahl sofort sperren lassen und Anzeige bei der Polizei erstatten.

10. Zur Natzeck sind die Haustüren abzuschließen!

11. Sichere Deinen Kraftwagen, Tein Kraftrad oder Fahrrad durch ein gutes Sicherheitsschloß! Das einfache Abschließen des Wagens genügt nicht!

12. Lasse Geld und Wertsachen an Sonn- und Feier­tagen, oder wenn Du verreist, nicht im Heim oder Geschäft ohne Aufsicht liegen und ermahne Angehörige, vor allem Kinder, zur Vorsicht bei Auskünften gegenüber Fremden!

Wem gehört das Fahrrad?

Am vergangenen Dienstagabend wurde vor einem Hause am Adolf Hitler-Platz ein guterhaltenes Herren­fahrrad MarkeEno" mit erkennbarer Fabriknummer auf­gefunden, das dort längere Zeit gestanden hat. Eigentums­ansprüche sind bei der hiesigen Kriminalpolizei geltend zu machen.

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Mitteilungen Der NS.-Dienststellen.

BDM.-Gruppe 4/167.

Nach den Ferien haben wir folgenden Dienst: Turnen für alle Scharen am 15. Januar 1936.

Schar 1/4/167 (M. Tannleitner) Heimabend am Freitag, den 24. Januar 1936.

Schar 2/4/167 (M. Ditzel) Heimabend am 9. Januar 1936. (Alle Mädel kommen, auch solche, die an diesem Tag Be­rufsschulung haben, weil der Heimabend auf einen andern Tag verlegt werden muß.)

Schar 3/4/167 (L. Traudt) Heimabend am 13. Januar 1936.

Die Führerin der Gruppe 4/167.

Ehemalige 80er.

Am Samstag, den 4. Januar 1936, fand im Kreise dec ehemaligen 80er nach vorangegangener Vierteljahresver­sammlung im Gesellenhaus in althergebrachter Weise eine schlichte Weihnachtsfeier mit den Angehörigen statt. Der Vereinsführer, Kamerad Gärtner, gab nach der Be­grüßung der Erschienen einen eingehenden Bericht über das abgelaufene Vierteljahr. Die Anwesenheit unseres langjährigen Vereinsführers und jetzigen Ehrenvorsitzen­den, Kamerad Kreis, erfreute uns alle ganz besonders. Der im Laufe des Abends erschienene Weihnachtsmann er­mahnte die Kameraden mit herzlichen Worten, auch weiter­hin dem ruhmreichen Regiment v. Gersdorff die Treue zu halten. Mögen diese herzlichen Worte auch die vielen Kameraden erreichen, die der Ortsgruppe ehemaliger 80er noch fernstehen und sie an ihr ehemaliges Regiment er= innern. Bei gemütlichem Beisammensein und echter alter militärischer Disziplin verbrachten die Anwesenden einige recht frohe und gemütliche Stunden.

Ein dreifachesSieg-Heil" auf unser geliebtes Vater­land und seinen herrlichen Führer und Volkskanzler Adolf Hitler, der uns im vergangenen Jahre die Wehrfreiheit wiedergegeben und dadurch das Vaterland wieder erstar­ken ließ, beschloß die bescheidene Feier.

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Donnerstag, 9. Januar: Union-Theater: Mazurka.

Ouropa-Lichtspiele: Gauner auf Urlaub.

Neues Theater: Der Außenseiter.

Freitag, 10. Januar: Union-Theater: Bengali.

Europa-Lichtspiele: Eine Seefahrt, die ist lustig. Neues Theater: Die lustigen Weiber.

Stadtsaal: 20.15 Uhr: Mary Wigmam

Die lustigen Weiber" in Fulda.

Fotoi Ciae-AlUam-TobU-Rota

Leo Slezak als Falstaff in dem Tobis-Rota-Film Vie lustiges Weiber

Foto» Cine*Allianz-Tobls-Rot

Mag do Schneider in der Rolle der Viola, Page des großen Schürzenjägers Falstaff alias Leo $lezak. Aus dem neuen Tobis-Rota-Film »Die lustigen Weiber«.