Ein Werk ohnegleichen in der Welt.
Dsr Reichsverkehrsminister setzte das neue Opelwerk in Brandenburg a. d. Havel in Betrieb.
In Brandenburg a. d. Havel ist eine neue Automobilfabrik von Opel in Betrieb genommen worden, in der nur Lastwagen hergestellt werden. Bei einer Gefolgschaft von zunächst 800 Mann werden in achtstündiger Schicht täglich 50 Lastwagen das Werk verlassen. Bei Verdoppelung bzw. Verdreifachung her Schichten läßt sich diese Leistrrngsfähigkeit entsprechend erhöhen.
Das Werk stellt etwas Einzigartiges dar, wie man es in der ganzen Welt nicht findet.
Die gesamte Fabrikation vom Rohmaterial bis zum fertigen Wagen ist in einer einzigen Riesenhallc untergebracht.
Dem Hallenbau ist ein vierstöckiger Bau vorgelagert, in dem Werkstätten, Lagerräume, Gemeinschaftsbüroräume und dergleichen untergebracht sind.
Das Großartige ist, daß der erste Spatenstich erst am 7. April 1935 erfolgte, und in 190 Arbeitstagen stand die Fabrik und konnte die Arbeit aufnehmen.
Am Dienstag setzte Reichsverkehrsminister von E l tz - R ü b e n a ch das neue Opelwerk in Betrieb. Die Stadt hatte Flaggenschmuck angelegt. Es war ein Festtag, denn das neue Werk bedeutet Arbeit. Inmitten der Gefolgschaft sprach der Reichsverkehrsminister von den Erfolgen der Autoindustrie und gab einen Überblick über das Schaffen der Familie Opel. Er wies darauf hin, daß vor wenigen Tagen in den Opel-Werken der 100 OOOfte Wagen der Jahresproduktion 1935 vom Montageband lief und daß 240 000 Automobile im Jahre 1935 insgesamt in Deutschland gebaut wurden.
Der Minister wies den früher oft gehörten Vorwurf von der billigen Massenproduktion zurück. Heute bringe diese Massenproduktion billige und hochwertige Wagen hervor. Der Minister betonte weiter, daß unsere Wirtschaft Lastwagen brauche, und die „Synthese" von Eisenbahn und Kraftwagen, die unser Führer bei der Jahrhundertfeier der Eisenbahn in Nürnberg als notwendig bezeichnet hat, falle nicht schwer, soweit es sich um leichte Lastwagen handelt, wie sie bei Opel gebaut werden. Der Minister dankte den leitenden Männern der Opelwerke für die gute Zusammenarbeit mit den Behörden.
Der Minister schloß seine Ansprache mit den Worten: „Wenn wir den Blick auf alles das richten, was unter der machtvollen und gütigen Hand unseres Führers beute
„Sie wünschen, wir spielen - geholfen wird vielen!"
Wunschkonzert des Deutschlandsenders für das Winterhilsswerk.
Der Deutschlandsen der stellt sich demnächst mit einer großen Veranstaltung in den Dienst des Winter- hilfswerks. Am Dienstag, dem 14. Januar, um 20.10 Uhr, wird der Deutschlandsender ein vierstündiges Wunschkonzert im Zeichen des WHW. senden. Der Hörer hat Gelegenheit, zu einem Teil selbst an der Gestaltung der Sendung mitzuwirken, denn mit einem Beitrag für das Winterhilfswerk kann er dem Deutschlandsender einen „Wunschzettel" überreichen. Die betreffenden Spenden können auf alle Konten und bei sämtlichen Ortsgruppen der NS.-Volkswohlfahrt eingezahlt werden.
Die Quittungen, die den Vermerk „Für die Winterhilfe (Wunschkonzert des Deutschlandsenders)" tragen müssen, sind dem Wunschzettel beizufügen und an den Deutschlandsender, Charlottenburg 9, Masurenallee, Haus des Rundfunks, zu senden.
Um all die vielen aus allen Teilen des Reiches eintreffenden Hörerwünsche dieses Abends zu erfüllen, stehen die Kapellen Otto Dobrindt, Robert Gaden, Barnabas von Geczy, Otto K er m b a ch und Karl Woitschach sowie bekannte Solisten bereit. Die Leitung hat Gerd Fricke. Auch die Ansage des Programms und die Bekanntgabe der Spender zu ihrem Wunsch haben gleichfalls beliebte Künstler übernommen.
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Der Gedanke, eine solche Sendung über den Deutschlandsender gehen zu lassen, tauchte erstmalig am 2. Weihnachtsfeiertage aus. Während der Sendung „Tanz im Lichterglanz" läutete beim Leiter vom Dienst der Fernsprecher. Ein Hörer aus Weimar bat, von der Kapelle Barnabas von Geczy die Serenade von Wismar spielen zu lassen. Gleichzeitig erklärte er sich bereit, dafür eine bestimmte Summe der Winterhilfe zu überweisen. Gern wurde ihm dieser Wunsch erfüllt. Kaum aber war das Stück mit der entsprechenden Erklärung über den Sender gegangen, da begann ein wahrer Sturm von Ferngesprächen solcher Hörer, die dem aus Weimar gegebenen Beispiel folgten und mit dem Wunsch nach einem bestimmten Musikstück eine Spende für das Winterhilfswerk zur Verfügung stellten.
So hat sich denn der Deutschlandsender entschlossen, sich am 14. Januar in den Dienst des Winterhilfswerks zu stellen unter dem Leitspruch: „Sie wünschen — wir spielen — geholfen wird vielen!" Schon jetzt hat ein Teil der mitwirkenden Künstler zum Besten der Winterhilfe auf das Honorar verzichtet.
Kurze Nachrichten.
Berlin. Der Reichs- und preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Rust, ist von seiner Erkrankung völlig genesen und hat die Amls- geschäfte wieder übernommen.
Berlin. Die Deutsche Studentenschaft teilt mit: Die Bestimmungen über die Arbeitsdienst Pflicht der Abiturientinnen können erst im Laufe des Monats Februar 1936 herausgegeben werden. Meldungen und Anfragen, die jetzt eingehen, sind zwecklos. Die genaue Regelung wird durch Schulen und Presse rechtzeitig bekanntgegeben.
Hannover. Vizeadmiral z. D. O l d e k o p, der seinen Lebensabend in Hannover verbrachte und hier seit etwa 30 Jahren ansässig war, ist im 92. Lebensjahre ge- storben. 1865 war er in die damals noch preußische Marine eingetreten. In der letzten Zeit seines Dienstes war Oldekop Inspekteur des Bildungswesens. Während des Weltkrieges betätigte er sich für das Rote Kreuz. Oldekop war auch literarisch tätig. Bis vor einiger Zeit erfreute er sich in geistiger und körperlicher Beziehung außerordentlicher Frische.
München. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, hat entschieden, daß die Nächste Beichst.beaterw.oche in Münchs. Ler
im Deutschen Reich geschaffen wird, Straßen und Kanäle, Brücken, Deiche und Dämme, Wehrkraft und Landeskultur, Fabriken, Monumentalbauten unb Arbeiterwoh- nungen, so regt sich in jedem nicht verhärteten Herzen das Gebet:
Gott segne unser friedliches Streben, Gott segne die deutsche Arbeit in Stadt und Land!
Der Schluß von Schillers Glocke paßt nicht schlecht auf dieses Werk und diese Zeit: Freude dieser Stadt bedeute, Friede sei ihr erst Geläute!
Mit einem Druck auf den Klingelknopf einer Alarmglocke setzte der Reichsverkehrsminister dann ein Läutewerk in Tätigkeit, das für die gesamte Gefolgschaft das Zeichen war, mit der endgültigen Arbeit im Werk zu beginnen.
Die modernste Autofabrik.
Vorderansicht der Lastkraftwagenfabrik von Opel in Brandenburg an der Havel. (Schirner.)
Hauptstadt der Bewegung, in der Zeit vom 10. bis 17. Mai 1936 stattfindet.
London. Die deutschen und französischen Frontkämpfer, die sich als Gäste der British Legion, des englischen Frontkämpferbundes, in Swansea aufhalten, wurden auch von dem Bürgermeister der Stadt Ball, im Rathaus bewirtet. Der Bürgermeister betonte in seiner Begrüßungsansprache u. a., daß Besuche dieser Art nützlicher für den Weltfrieden seien als manche Völker- bundsverfammiung.
Briesmarkensammein leichter gemacht.
Gelegentlich des „Tages der Briefmarke" wurde am 5. Januar, der 105. Wiederkehr der Geburt Stephans, des Schöpfers der deutschen Post und des Organisators des Weltpostverkehrs in Berlin der „R e i ch s v e r b a n d der Philatelisten" gegründet. 112 Vereine mit 4200 in Deutschland und 2200 im Auslande lebenden deutschen Sammlern haben sich hier zusammengeschlossen. Nach dem für den 19. Januar vereinbarten Übertritt des „Bundes der deutschen Phila- telistenverbändk im In- und Ausland" wird die neue Organisation den Namen Reichsbund der Philatelisten annehmen. Zum Führer wurde Major a. D. Paul Julius Klein in Berlin gewählt. Die Haupt- geschäftsführung liegt in den Händen von Fritz Kloppe, Berlin-Friedenau, Sponholzstraße 26.
Mit der Gründung des neuen Reichsverbandes wird dem Durcheinander der bisherigen kleinen Organisationen ein Ende gemacht. Als nächste Aufgabe soll die Weckung des Verständnisses und der Freude an der M^rke unter der Jugend in Zusammenarbeit mit der HI. erstrebt werden. Im Anschluß an die Universitätsbibliothek zu Leipzig wird eine große philatelistische Bücherei geschaffen. Zur Bekämpfung des Fälscherunwesens werden Ehrengerichte und Prüfüngsstellen, zur Beratung der Erben von Briefmarkensammlungen eine Nachlaßstelle geschaffen werden, um ererbte Kollektionen abzuschätzen. In den Katalogen wird eine einheitliche Numerierung der Marken angestrebt, zur Pflege des Tauschverkehrs, besonders für Neuheiten, Beziehungen mit ausländischen Korrespondenten eingeleitet.
Hinrichtung von zwei Südtirolern?
Seinerzeit waren in S ü d t i r o l wegen der Ermordung von mehreren italienischen Finanzsoldaten auf der Planhütte in den Passeierbergen die beiden Südtiroler Johann Gufler und Paul Hofer zum Tode und zwei andere, Gottfried Reich und Rudolf Schweigen, zu je acht Jahren schweren Kerkers verurteilt worden. Der Kassationshof in Nom hat jetzt die Berufung der vom Bozener Schwurgericht Verurteilten a b g e w i e s e n. Es ist also mit der Hinrichtung der beiden Südtiroler zu rechnen, wenn nicht im letzten Augenblick eine Begnadigung erfolgt.
Ein Wasserglasosen explodiert.
Schwerer Betriebsunfall bei den Düsseldorfer Persilwerken. Zahlreiche Arbeiter verletzt.
Bei den Persilwerken Henkel u. Cie. in Düsseldorf-Reisholz ereignete sich am Dienstagnachmittag eine folgenschwere Explosion. Aus bisher unbekannter Ursache explodierte ein Wasserglasofen, wobei eine ganze Anzahl von Arbeitern durch Verbrennungen verletzt wurde. Acht der Verletzten, von denen einer in Lebensgefahr schwebt, wurden sofort ins Krankenhaus geschafft. Die übrigen Verletzten konnten nach Anlegung von Notverbänden in ihre Wohnungen entlassen werden.
Die Explosion war in einem Ofen, der neu aufgestellt worden war und in Betrieb genommen werden sollte, entstauben.
Beim Anheizen platzte der Ofen plötzlich unter ungeheurem Getöse. Kochende Wasserglasmassen und Eisenteile flogen durch den Arbeitsraum und verletzten die Gefolgschaftsmitglieder. Acht erlitten Verbrennungen, Quetschungen und Knochenbrüche. Obwohl der durch die Explosion angerichtete Sachschaden ziemlich beträchtlich ist, erleidet der Betrieb leine Störung.
Siurmopfer an der englischen Küste.
Bisher 18 Tote.
Der heftige Sturm an der englischen Küste führte zu schweren Verl u st e n in der englischen Schifffahrt. Ein Dampfer unbekannter Herkunft sank an der englischen Westküste mit 15 Mann Besatzung von der jede Spur fehlt. 15 andere Dampfer und Segelschiffe erlitten so schwere Beschädigungen, daß sie ihre Reise aufgeben und die nächsten Häfen aufsuchen mußten. Der Liverpooler Dampfer „U l y s s e s" mit 14 600 Tonnen, der mit 130 Passagieren auf der Ausreise nach Südafrika und Australien begriffen war, wurde so hart von einer Welle getroffen, die vom Heck nach dem Bug enUangraste, daß man zunächst an eine Erplosion glaubte. Drei Mann der Besatzung wurden dabei getötet, vier weitere schwer verletzt. Der Überseedampfer suchte den Schutz einer Bucht aus, wo es nach zwölfstündigem harten Kampf dem Arzt der Rettungsstation gelang, die Verletzten zu übernehmen und ins Hospital zu bringen. Ein anderer englischer 5000-Tonnen-Dampfer wurde von einem ähnlichen Unfall betroffen. Der Erste Offizier und zwei Seeleute wurden ebenfalls durch den Anprall einer Woge schwer verletzt und über Bord gerissen.
Rah und Fern
Vollstreckung eines Todesurteils wegen Landesverrats. Die Justizpressestelle Berlin teilt mit: Der vom Volksgerichtshof am 19. September 1935 wegen Verrats militärischer Geheimnisse zum Tode und dauernden Ehrverlust verurteilte 36jährige Franz Süsz aus Niederreichenbacherhof (Hundsrück) ist in Berlin hingerichtet worden.
Bei der Rettung ihrer Kinder ertrunken. Bei der staatlichen Försterei Czechowo im Kreise Stargard waren zwei Kinder des Försters Toszarek mit einem Schlitten auf den nahen See gegangen. Plötzlich brach die schwache Eisdecke ein, und beide Kinder fielen in^ Wasser. Aus die Hilferufe eilte die Mutter herbei und rettete eines der Kinder. Als sie dem anderen Jungen zu Hilfe kommen wollte, brach sie ebenfalls ein und ertrank mit ihrem Kinde.
Der Tod in der Schiffskajüte. Ein Hamburger Schiffseigner fand auf seinem im Kammerkanal liegenden Kahn „Einigkeit" den 21jährigen Schiffer H. Soerenfen aus Flensburg und den 15jährigen Schiffsjungen Gerhard Dechow aus Pritzwalk in der vorderen Kajüte bewußtlos auf. Der sofort herbeigerufene Arzt konnte bei Soerenfen nur noch den Tod feststellen, der Schiffsjunge wurde mit einer schweren Vergiftung ins Krankenhaus gebracht. Der Unfall ist offenbar auf ein Ausströmen von Kohlenoxydgasen zurückzuführen.
„Ich tanze unter Tränen" — wörtlich genommen. In einem Gesellschaftslokal in der englischen Stadt Nottingham veranstaltete die Beamtenschaft einen Ball. Kurz nach Mitternacht, als das Orchester einen neuen Tangoschlager „Ich tanze unter Tränen" spielte, warf jemand von außen durch ein Fenster eine Tränengasbombe in den Saal. Den Tänzern quollen nun wirklich die Tränen aus den Augen, und das Fest mußte für eine halbe Stunde unterbrochen werden.
Opfer eines Amokläufers. In Laramstoeka (Ost- Flores, Brasilien) erschoß ein Amokläufer, ein Soldat der niederländisch-indischen Armee, einen Hauptmann der Infanterie und einen Feldwebel. Auch auf andere Personen gab er Schüsse ab. Bei dem Versuch, in die Kaserne einzudringen, wurde der Amokläufer erschossen.
Explosion und Wassereinbruch in einem japanischen Elektrizitätswerk. Die Lichtversorgung Tokios wurde durch eine Explosion im Elektrizitätswerk am Enaschiro- see in F u k u s ch i m a erheblich gestört. Im Anschluß an die Explosion erfolgte ein Wassereinbruch. Zehn Angestellte des Werkes, Ingenieure und Mechaniker, wurden getötet.
Oslo. Auf der Insel Varoy wurden „Siamesische Zwillinge" geboren. Wie der Oberarzt vom Krankenhaus in Bodö (Nordnorwegen) erklärt, handelt es sich um zwei gut entwickelte Mädchen, die vom Brustbein bis zum Nabel zusammengewachsen sind. Drei Stunden nach der Geburt starben die Zwillinge. Bei der Obduktion wurde festgestellt, daß sie zusammen ein Herz und eine Leber hatten, dagegen jedes Lungen und Nieren.
Ein Mond geht nach der Uhr.
Am Turm der St.-Josephs-Kirche in Berlin wurde dieser Tage eine neuartige Monduhr angebracht. Unterhalb des riesigen Ziffernblattes ist in das Gemäuer eine drehbare Metallkugel eingelassen, die in blau und gold die jeweiligen Mondphasen zeigt. Wendet die Kugel, die mit dem Kehwerk der Uhr gekuppelt ist, dem Beschauer die blaue Seite zu, dann herrscht gerade Neumond. Sieht man dagegen die goldene Seite vollständig, so wird am Abend ein Vollmond am Himmel stehen. Der berühmte Nürnberger Turmuhrenmachermeister Ludwig Michael Riedl hat dieses Wunderwerk geschaffen. (Scherl Bilderdienst — MI