Nr. 6 — 13. Jahrgang
Fuldaer Anzeiger
Mittwoch, 8. Januar 1936
Stadl und Land
Wetterausfichten für morgen;
Wetterbericht des Reichswetterdienstes, Ausgabeort Frankfurt am Main.
Fortdauer des unbeständigen Wetters, nicht meder- schlagsfrer.
Freitag Sitzung der Ratsherren.
Am Freitag, den 10. Januar, 17 Uhr, findet im Saal des Rathauses (Stadtschloß) eine öffentliche Sitzung der Ratsherren statt.
Tagesordnung:
1. Einführung und Verpflichtung des Stadtbaurats.
2. Nachtrags-Satzung über den ordentlichen Haushaltsplan 1935.
3. Nachtrags-Satz u ng über den außerordentlichen Haushaltsplan 1935.
Unsere junge Wehrmacht.
Aus dem Neubau des deutschen Heeres.
Besonnte Kindheit.
Kindereindrücke sind — das Hai jeder an sich selbst erfahren — unvergeßlich. Was man im ersten Jahrzehnt des Daseins erlebte, das Haftel treu im Gedächtnis, und oftmals begegnen wir ernsten Männern und Frauen, die in der Erinnerung an ihre frohe Kinderzeit plötzlich in eine ihnen sonst fremde Heiterkeit verfallen. Eine von Lachen übersonnte Kindheit mutz also ein besonderes Geschenk sein, eine unersetzliche Gabe, die selbst im späten Alter noch ihre befreiende Wirkung auszuüben vermag. Wer aber als Kind mehr Trauer als Fröhlichkeit erlebte und wer mehr weinen mutzte, als er lachen durfte, wird sich auch im späten Leben selten von einem Druck befreien können, der auf ihm lastet. Es ist immer, als hätte er, der nie Kind sein durfte wie andere, etwas versäumt, ja als wäre ihm das Beste seines Lebens vorenthalten worden. Und er hat recht!
Es gibt kaum einen schöneren Anblick als ein lachendes, jubelndes Kind, das ganz dem Augenblick und seiner Freude lebt. Wieder und wieder haben Dichter dem Frohsinn des Kindes gehuldigt, haben Maler glücklich lachende Kinderaugen mit Vorliebe gemalt. Wie tief die Fröhlichkeit im kindlichen Wesen begründet liegt, läßt sich besonders in Ferienlagern und Erholungsheimen beobachten, in denen arme, verschüchterte Großstadtkinder für kurze Zeil ihre zu frühen Sorgen vergessen dürfen. Anfänglich lastet noch der schwere Druck trostloser häuslicher Verhältnisse auf den Herren der Knaben und Mädchen — sie stehen traurig und unentschlossen umher und vermögen es nicht, am lachenden Frohsinn der anderen teilzunehmen. Bald aber weicht unter freundlicher Führung die Schüchternheit, und die vorher so stillen Kinder blühen sichtlich auf im Zusammensein mit der lustigen Schar.
Wenn der Anblick eines lachenden, jubelnden Kindes schön ist, so vermag der Blick in traurige Kinderaugen erschütternd zu sein. Es gehört eben einfach nicht zum Kindsein, einen Tag ohne Lachen zu verbringen. „Schaffet die Tränen der Kinder ab", sagt Jean Paul einmal, „das viele Regnen in die Blüten ist so schädlich!" Der kluge Erzieher und Menschenkenner will damit nicht sagen, daß vorübergehende Tränen der Entwicklung des Heranwachsenden Menschen schaden — er meint vielmehr jene dumpfe Traurigkeit, die alles zu schwer nimmt Und er richtet seine Mahnung vor allem an die Eltern, die in falschem Übereifer das Lachen ihrer Kinder verdammen wollen, weil sie ernsthafte Gesetztheit und übertriebene Wohlerzogenheit für richtiger halten.
Das deutsche Kind ist die Zukunft des deutschen Volkes. Es wäre gut bestellt um diese Zukunft, wenn ihre Träger eine starke und freie und fröhliche Kinderzeit als Verbündeten in späteren Kämpfen hätten.
Stadtbaurat der Stadt Fulda.
Zum Stadtbaurat der Stadt Fulda wurde der 71 Jahre alte Ober-Ingenieur Emil Kunkel aus Kassel berufen. Der neue Stadtbaurat wird noch in dieser Woche durch den Oberbürgermeister in sein Amt eingeführt werden.
Zahlungszeiten beim Arbeitsamt.
Die Auszahlung der Unterstützungsbeträge beim Hauptamt in Fulda findet regelmäßig Freitags statt.
Es ist erforderlich geworden, für die einzelnen Stamm- Nummern die Zahlungszeiten neu festzusetzen; es gelten ab sofort für die Auszahlung Freitags im Hauptamt folgende Zahlungszeiten:
Phot. R.P.F.-Uta
Ueber Kimme und Korn.
Heute abend Mondfinsternis!
Helft helfen!
Januar-Pfundsammlung für das WHW. 1935-36.
Am Freitag, den 10. Januar, wird in dem Stadt- und Landkreis Fulda die Pfundsammlung für den Monat Januar 1936 zugunsten des WHW. 35=36 durchgeführt. In der Stadt Fulda wird die Sammlung wie immer durch die NS.-Frauenschaft und im Landkreis durch die WHW.- Dienststellen in Verbinung mit der NS.-Frauenschaft vorgenommen. Die gespendeten Gaben wollen die Geber in die von den Sammlern mitgeführten Listen eintragen.
Wir sammeln alles, was uns an Lebensmitteln in Pfunvtüten und Päckchen gegeben wird. Wer mehr als ein Pfund geben kann, dem sind wir besonders dankbar, denn bei der großen Zahl der Hilfsbedürftigen werden auch große Mengen benötigt.
Gebt uns, damit wir helfen können!
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Mittwoch, 8. Januar: Union-Theater: Mazurka.
Europa-Lichtspiele: Was tut ein Gauner im Urlaub? Neues Theater: Der Außenseiter.
Donnerstag, 9. Januar:
Union-Theater: Mazurka.
Europa-Lichtspiele: Was tut ein Gauner im Urlaub? Neues Theater: Der Außenseiter.
Nr.
3 001— 4 500
8.00— 8.20 Uhr
4 501— 5 500
8.20— 8.40 „
5 501— 6 500
8.40— 9.00 „
6 501— 8 000
9.00— 9.20 „
8 001— 9 500
9.20— 9.40 „
9 501—10 000
9.40—10.00 „
10 001—10 500
10.00—10.20 ,.
10 501—11000
10.20—10.40 „
11 001—11500
10.40—11.00 „
11 501—12 000
11.00—11.30 „
12 001—12 200
11.30—12.00 „
12 201—12 500
12.00—12.30 „
1— 3 000
14.30—15.00 „
12 501—12 700
15.00—15.30 „
12 701—13 000
15.30—16.00 „
13 001—13 500
16.00—16.30 „
13 501—14 000
16.30—17.00 „
14 001—14 300
17.00—17.15 „
14 301—14 500
17.15—17.30 „
14 501—15 000
17.30—17.45 „ .
Versammlung der Arbeitsopser.
Die Ortsgruppe Fulda der DAF. Arbeitsopferversor- gung hielt am Dienstag nachmittag im katholischen Ee- sellenhaus eine sehr gut besuchte Versammlung ab. Orts- gruppenwalter Fessel eröffnete und leitete die Ver- sammlung. Besonders begrüßte er den Kreiswalter der DAF., Pg. W i l l h a r d t. Des Weiteren wies Herr Fessel darauf hin, daß die Arbeitsopferversorgung seit 1. Januar der DAF. angegliedert sei. Trotz der Eingliederung der AOV. in die DAF. bleibt die Einkassierung wie bisher. Erholungsurlauber haben jetzt mehr Aussicht, einige Wochen zur Erholung in Bäder oder Erholungsheime entsandt zu werden. Bei Veranstaltungen von „Kraft durch Freude" haben in Zukunft auch die Mitglieder der AOV. ermäßigte Eintrittspreise. Kreisleiter Pg. Willhardt machte darauf aufmerksam, daß sich die Geschäftszimmer der AOV. jetzt in der DAF., Kurfürstenstraße, befinden. Der frühere Kreis- walter der AOV., Pg. Siebert, teilte mit, daß die Rechtsbetreuungsstunden für die Arbeitso-pfer jetzt Dienstags und Donnerstags von 4 bis 6 und Mittwochs und Samstags von 10—12 Uhr stattfinden. Auch sollen in Zukunft den Arbeitsveteranen Ehrenplätze bei Betriebsfeiern eingeräumt werden.
Bedarfsdeckungsscheine.
Das Finanzamt weist aus gegebener Veranlassung darauf hin, daß die an kinderreiche Familien ausgegebenen Bedarssdeckungsscheine nur von den durch die Gemeindebehörden für die Entgegennahme von Bedarfsdeckungsscheinen zugelassenen Verkaufsstellen angenommen werden dürfen. Die Scheine berechtigen.nur zum Erwerb von Hausgerät, Möbeln oder Wäsche, nicht aber von Kleidern, Schuhen oder Lebensmitteln. Scheine, die diesen Anforderungen nicht entsprechen, werden von der Finanzkasse nicht eingelöst.
Mitteilungen der NS.-Dienststellen.
BDM.-Gruppe 4/167.
Nach den Ferien haben wir folgenden Dienst: Turnen für alle Scharen am 15. Januar 1936. Schar 1/4/167 (M. Tannlei tu er) Heimabend am Freitag, den 24. Januar 1936.
Schar 2/4/167 (M. Ditzel) Heimabend am 9. Januar 1936. (Alle Mädel kommen, auch solche, die an diesem Tag Berufsschulung haben, weil der Heimabend auf einen andern Tag verlegt werden muß.)
Schar 3/4/167 (L. Traudt) Heimabend am 13. Januar 1936. Die Führerin der Gruppe 4/167.
Phot. U vU. vk»
Schulter an Schulter.
Phot. R.P.F.-Utr
Schwere Flakgeschütze.
Phot. R.P.F.-Ufa
Während einer Führerrede.
EukftMWMWHsser bei der ArbeE.
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