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Das Bohnenfest.

Eine fröhliche Geschichte um Peter Paul

Es war hauptsächlich der ehrenwerte Rat Pieter Ger- vaerts, der fernen Freund Peter Paul Rubens durchaus zu einer Eheschließung mrt der reichen Antwerpener Kaufmanns­tochter ^antje van Doelen überreden wollte. Meister Rubens mochte aber nicht viel davon hören. Ihm gefiel eine ganz

hübsche, junge Helene Fourment, deren blühender Gestalt, wenn sie irgendwo auftauchte, der Künstler stets mit ^ergnugen nachzublicken pflegte. Doch Pieter Gervaerts bewies ihm mit dürren Worten, daß eine Verbindung zwischen

^ur fünfzigjährigen Witwer, und dem blutjungen Mädchen Helene blanker Unsinn sei. Die passendste Ehefrau sur ihn wäre einzig und allein die Mitte der Dreißigerjahre stehende ^antje van Doelen. Sie gelte als überaus tüchtige Wirtschafterin, bekomme eine beträchtliche Mitgift, verstünde es ausgezeichnet, einem großen Hauswesen vorzustehen, . WW und eine alte Jungfer!" unterbrach Mei­ster Paul lachend die wohlmeinende Rede feines Freundes.

Der schüttelte ärgerlich den Kopf. Was Rubens denn noch wolle? In seinen vorgerückten Jahren? Ueberhaupt und dann begann er wieder alle Vorzüge der Jungfer ^antje zu Preisen und brachte Meister Peter Paul endlich doch dahin, daß er versprach, sich die Sache reiflich zu überlegen.

Am anderen Tag besuchte Pieter Gervaerts die tüchtige Jungfrau Jantje van Doelen im prunkvoll eingerichteten Kaufmannshause ihres Vaters, erzählte allerlei von seinem alten Freunde Rubens und redete ein wènig hin und her. Jantje war klug, sie begriff sofort, um was es hier ging, und meinte mit freundlichem Lächeln, es würde sie und ihre Anverwandten sehr freuen, wenn Ohm Gervaerts und sein Freund Rubens an der Feier des Bohncnfestes in ihrem Hause teilnehmen wollten. Worauf der gute Pieter Gervaerts sich beeilte, seinen Freund in Kenntnis zu setzen.

Das Bohnenfest war ein lustiges Spiel, an dem sich in ganz Holland, in Belgien und am Rheine nach altem Brauch an einem der ersten Sonntage des Jahres alt und jung zu erfreuen pflegten. Im ländlichen Bauernhof, in den Schenken der Vor­städte tote, in den reichen Patrizierhäusern backte man an diesem Tage den leckerenKönigskuchen" und lud zu dessen Vertilgung möglichst viele Gäste ein. Beim Backen wurde sine dicke Bohne in den Teig versenkt, und wer von den Gästen später in seinem Kuchenstück diese Bohne fand, erhielt die Wiirde desBohnenkönigs". Man hob ihn unter Scherzen und Lachen dreimal in die Höhe, setzte ihm eine Krone aus Flittergold auf, er mußte sich hierauf unter den anwesenden Damen eine Königin erwählen und war nun die Hauptperson bei dem festlichen geselligen Treiben, das bis zum Morgen­grauen währte...

Dieses Bohnenfest wurde auch im Hause des reichen Kauf­mannes van Doelen der Sitte gemäß alljährlich gefeiert. Jungfer, Jantje traf alle festlichen Vorbereitungen mit größ­ter Umsicht und mischte beim Backen des Königskuchens die Bohne eigenhändig unter den Teig. Und zwar an einer ganz bestimmten Stelle, die sie sich genau merkte. Als der Kuchen fertig war, verzierte sie ihn mit kunstvollen Zuckerfiguren und ungelegten Früchten, wobei jenes Plätzchen, wo die schicksal­bestimmende Bohne sitzen mußte, eine besonders große kandierte Nuß als Zeichen erhielt.

Am Abend des Bohnenfestes strahlten die schönen Raume im Hause des Kaufmanns van Doelen im Lichte von Hunderten von Wachskerzen. Eine große Gesellschaft lachender und plaudernder Menschen war versammelt und wartete mit Spannung, wen das Schicksal zum Bohnenkönig ausersehen wurde. Auch Meister Rubens befand sich unter den Gästen; und die vielen heiteren Leute, die Fülle von leuchtenden Farben und Lichtern verscheuchten ein wenig die unbehagliche Stim­mung, in der er van Doelens Haus betreten hatte.

Die .Silberplatte mit dem riesenhaften Königskuchen wurde mitten auf die Tafel gestellt. Jungfer Jantje schnitt lhn selbst in Stücke und verteilte diese auf die Teller der Gäste, erwartungsvoller Neugierde begann man zu schmausen. Merster Rubens steckte ein großes Stück seines Kuchens in den wmnd und svürte plötzlich etwas Hartes: die Bohne!! Er

Rubens von S. Droste-Hülshoff. erschrak und behielt das Ding ein paar Sekunden unschlüssig zwischen den Zähnen. Alle möglichen Folgen des Bohnen­königtums fielen ihm ein: Er mußte natürlich die Tochter des Hauses zur Königin erwählen, das erforderte schon die Höf­lichkeit. Und wenn sie erst einmal für diesen Abend seine Königin" war...

Meister Peter Paul sah scheu zu Jantje van Doelen hinüber. Steif saß sie auf ihrem Sessel. Die reiche Kleidung konnte ihre dürftigen, altjüngferlichen Formen nur wenig verbergen; und wenn sie lachte, bildeten sich viele kleine Fält­chen um ihren Mund.

Säuerlich als ob sie in eine Zitrone gebissen hätte!" dachte der Künstler.

Da hob Jungfer Jantje auf einmal den Kopf, und Rubens begegnete ihrem gespannt und lauernd auf ihn gerichteten Blick. Blitzschnell stieg ein Verdacht in ihm auf: Wußte sie womöglich genau, daß sich die Bohne in seinem Kuchenstück befand? Na warte! Meister Peter Paul griff rasch nach seinem Weinglase, tat einen kräftigen Zug und fort war die Bohne! Sie kratzte zwar ein wenig int Halse und drückte auch etwas im Magen, aber das schadete nichts. Meister Rubens verspeiste seinen Suchen trotzdem mit bestem Appetit bis zum letzten Krümel und freute sich, daß Jantje van Doelens Miene von Minute zu Minute enttäuschter schien.

Alle Gäste wunderten sich sehr, als die Bohne in keinem der Kuchenstücke zum Vorschein kam. Man glaubte, daß sie aus Versehen nicht mit eingebacken worden sei, und der

Merster ließ alle ruhig bei dieser Meinung. Schließlich verlief das Fest auch ohne Königswahl so vergnügt wie nur möglich, und Rubens war einer der lustigsten Gäste. Nur Jungfei Jantje saß mit ärgerlich zusammengeknifsenem Munde stell und würdevoll in einer Ecke.

Der Maler aber wanderte im grauenden Morgen sehr zufrieden noch Hause. Einige Zeit später heiratete er, allem Kopfschütteln seiner Freunde zum Trotze, die blühend lunge, schöne Helene Fourment, die dem genußfrohen Künstler einen neuen Lebens- und Kunstfrühling schenkte und ihn noch ein­mal zur höchsten Anspannung seiner schöpferischen Kraft begeisterte.

Aassenkunde aus aller Wett.

Infolge der Weltwirtschaftskrise ist die Z a h l d e r

.tn Belgisch-Kongo von 25 700 im Jahre 1930 auf 17 600 im Jahre 1934 zurückgegangen.

*

In Brasilien wanderten 1934 insgesamt 50 371 Personen ein, davon waren 21 949 Iapane r. Nach einem Vertrage mit Brasilien dürfen demnächst 20 000 japanische Kolonisten in das Amazonengebiet einwandern.

Taâ britische Gesundheitsministerium hat einen Feldzug zur physischen und geistigen Ertüchtigung der Nation eröffnet.

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... Das japanische Innenministerium hat die Werbung für Operationen zur Entfernung der Mongolenfalte (zwecks Europäerähnlichkeit) verboten und diese Mode als ehrlos bezeichnet.

Was bringt der Rundfunk?

Reichssender Frankfurt

Frankfurt: Donnerstag, 9. Januar

6.00: Choral, Morgensvruch, Gymnastik. 6.30: Saarbrücken: Frühkonzert. In der Pause 7.00: Nachr. .8.00: Zeit, Wasserstand, Wetter- und Schneeberichte. 8.10: Stuttgart: Gymnastik. 8.30: Sendepause. 9.00: Nur Trier: Musik am Morgew 10.15: Stuttgart: Schulfunk: Volksliedsingen.

4o: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.00: Nur Trier: 11.15: Meldungen 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst

12.00: Niirnberg: Mittagskonzert. - Dazw.: 13.00: Zeit, Nachr., Wetter- und Schneebericht. 14.00: Zeit, Nachr., Retter 14.10: Vom Deutschlandsender: Allerlei zwischen . ? b ?^i 15.00: Wirtschaftsb-richt. 15.15: Kinder- Wrr besuchen das Senckenberg-Museum

16.00: Aonaert. 17.30: Launiger Leitfaden für Sprach- freunde 17.45: Das aktuelle Buch: Bengt Berg, Ivar Hallina.

Königsberg: Konzert 19.45: Tagesspiegel. 19.55: Meldungen 20 00: Zeit, Nachrichten. 20.10: Hamburg: Mozart-Zyklus Der Komponist des Rokoko 21.00: Un- Gestalten. Till Eulensviegel Funksviel um den oon einst und fetzt. 21 40: Konzert der Kapelle Franz Hauck. 22 00: Zeit. Nachrichten 22.15: Nachr., Vetter-, Schnee- und Sportbericht. 22.30: Berlin: Tanz­munk. 24.00: Nachtkonzert.

Deutschlandsender.

Deutschlanvsenver: Donnerstag, S. Januar

6.00: Guten Morgen, lieber Hörer! Glockenspiel, Tages- spruch; Choral, Wetter 6.10: Berlin: Gymnastik. 6.30: Fröhliche Morgenmusik. Dazw.: 7.00: Nachr. 8.30: Sendepause 9.00: Sperrzeit. 9.40: Kindergymnastik. 10.00: Sendepause 10.15: Volksliedsingen 10.55: Sende- Vause 11.05: Was bedeutet ein Kind für unsere Volks­wirtschaft? 11.15: Seewetterbericht. 11.30: Landtechnische Neuerungen für den Bauern Anschl.: Wetter.

12.00: Breslau: Musik zum Mittag Dazw.: 12.55: Zeit- 3 et eben 13.00: Glückwünsche 13.45: Nachr 14.00: Aller­lei von zwei bis Drei! 15.00: Wetter, Börse, Pro­gramm 15.15: Wanderungen durch Schleswig-Holstein. 15.45: Kleiner Legendenkranz um Margarethe Luther, von Will Vesper

16-00: Musik am Nachmittag Oskar Joost spielt. In der Pause 16.50: Sandsäcke und Viererzüge Kutscher lernen fahren in der Reichsfachschule für Fahrausbildung und Pferdehaltung. 17.50: Der Berliner Lehrer-Gesang­verein singt. 18.15: E H Fischer: Flugstützpunkt im Südatlantik 18.35: Kurt Berendt spricht über das offi­zielle Rundfunkschrifttum.

18.45: Musik im deutschen Heim. 19.45: Deutschlandecho.

20.00: Kernspruch: anschl.: Wetter. Kurznachrichten 20.10: Die Brautschau. Schwank in 1 Akt von Ludwig Thoma. 20.40: Fröhliche Musik . 22.00: Wetter. Nachr., Sport.

Anschl.: Deutschlandecho 22.30: Eine kleine Nachtmusik. (Aufnahme). 22.45: Seewetterbericht 23.00: Wir bitten 5um Tanz! Kapelle Wilfried Krüger

URH.EB£R:RECHT5SCHUTZ DURCH VERLAG OSKAR WEISTER, WERDAU

33) (Nachdruck verboten.)

Dant wählte richtig! Nach dem, was ihr an Leid ge­schehen, war es wohl das Beste so.

Von Baron Kellberg war ein Brief eingetroffen. Er verabschiedete sich darin und wünschte den drei Schwestern und Dr. Primer alles Gute. Er freue sich, Kur Klärung der Angelegenheit beigetragen zu haben. Er habe ja keine Minute lang an eine Schuld Fräulein Danielas geglaubt. Da er sich jetzt eifrig der Landwirt- Mft widmen wolle, riefen wichtige Pflichten ihn heim, ^^.hofse aber, bald einmal die Ehre zu haben, die Damen unv Herrn Dr. Primer wiederzusehen.

Alme lächelte bitter.

Der Herr Varon zog sich ebenfalls zurück. Jetzt, wo Dam frei war, wäre seine Werbung am Platze gewesen. AVer nun wollte auch er nichts mehr davon wissen. So mar eben die Liebe! So wandelbar!

und Aline von Berkow war froh, sich nie damit befaßt zu haben. Jeder zog in dieser Beziehung eben nicht das große Los, wie zum Beispiel Edellinde. Die! Ja! Die konnte zufrieden sein!

.nn Aline hätte ahnen können, wie alles gekommen war! Wem es Dr. Primer nur verdankte, heute diese gutbezahlte Stellung bekleiden zu können. Wenn sie gewußt hatte, wie sehr Gerd ßofer die kleine Dani ae- lrebt hatte! Und daß gerade aus diesem Grunde auch Barvn Kellberg nicht hatte um sie werben können.

Das alles wußte Aline von Berkow nicht. Und des­halb fraß sich in ihr Herz nach und nach ein immer größerer Haß gegen jenen Ernst Hoffmann, der Dani so weh getan hatte!

-An einem schonen Herbstmorgen übersiedelten die ^den Schivestern Berkow mit ihren Möbeln nach Ber- M Wne wollte nur den Umzug leiten und erst alles l ii sich und Dam entrichten, damit die Schwester im neuen Heim sich halbwegs wohlfühlen konnte. Dann sie für einige Wochen wieder zurück. Edellinde recht elend. So mußte sie ihr wohl die Füh- Haushaltes abnehmen, bis das Kindchen ge- " "wurde. Sie wollte dann die Schwester noch einige eielt pflegen. Ostern würde üerankvmmen, ehe sie sich

endgültig nach Berlin in das neue Leben würde begeben können. Und Dani wollte inzwischen versuchen, in einem Krankenhause unterzukommen, denn auf eine An­frage hatte sie den Bescheid erhalten, daß auch Kinder- pflegeriunen erst vollkommen ausgebildet sein müßten, ehe ein Krüppelheim sie aufnehme.

Tante Julie half ihr bei der Suche. Wenn sie auch immer wieder jammerte:

Wenn Aline das täte, könnte ich es noch verstehen. Aber du! Gerade du! Für dich hätte es doch ein anderes Leben gegeben. Eigentlich dürfte man es gar nicht dulden, daß du dich für fremde Menschen opfern willst. Du hättest doch einen Mann bekommen, der dich lieb­gehabt hätte. Dem du eine gute Frau gewesen wärst. Statt dessen in solch ein Elend hinein! Täglich solche arme, von Gott gezeichnete Wesen um sich zu haben. Ein­fach fürchterlich! Da gab es schließlich reife, vom Leben bitter enttäuschte Frauen, die diesen Beruf ergreifen konnten und auch viel besser dazu paßten."

Na, man konnte nichts dagegen tun, gegen diesen festen Wissen Danielas. Aber ein Jammer blieb es! Ein Jammer!

Und so lief Tante Julie mit ihrer Nichte hierhin und dorthin. Und schließlich wurde Daniela in der Klinik von Professor Reichenbrück ausgenommen als Lehr­schwester. Der berühmte Kinderarzt, dem das ernste junge Mädchen sehr gefiel, versprach eine rasche Ausbil­dung, wenn die Lehrschwester mit Lust und Liebe bei der Sache sei. Er warne jedoch, aus einer Laune heraus diesen schwersten aller Frauenberufe zu ergreifen, der unbedingten Anspruch darauf erhebe, ernst genommen zu werden. Nur ein Mensch, der wirklich wisse, was er wolle, dürfe sich die Schwesternhaube aufsetzen, aber nie­mals einer, der noch auf irgend etwas anderes hoffe.

Daniela lächelte!

Still und gütig, wie die meisten barmherzigen Schwe­stern zu lächeln vermögen, die mit der Welt da draußen und ihren Freuden abgeschlossen haben.

Da drückte ihr der Professor die Hand.

Kommen Sie also, Schwester Daniela!"

Nun war es entschieden.

Und Daniela war glücklich. Mit Sorgfalt wurde nun an der Ausstattung genäht. Tante Julie nähte ein paar heimliche Tränen mit hinein, weil sie noch immer nicht darüber hinwegkam, daß Daniela wirklich nun für immer unter dieser Haube leben wollte.

Daniela trat am 1. Dezember ihren Dienst an. Am heiligen Abend weilte sie unter ihren kranken Schütz­lingen. Alle liebten sie. Alle. Ernst und forschend ruhte zuweilen der Blick des Arztes auf ihr. Aber er sagte kein Wort. Fragte sie nie, ob sie es etwa bereue, diesen Beruf gewählt zu haben.

Im Februar wurde in Br. ein kleines Mädchen ge= geborerr, und Dr. Primer schrieb Daniela ganz glücklich.

nun müsse sie aber kommen, sich das kleine Menschen- wunder ansehen. Daniela nahm für zwei Tage Urlaub.

Sie waren dann sehr glücklich alle zusammen während dieser Tage.

Dani besuchte das Grab der Mutter und legte einen großen Strauß weißer Rosen auf den mit Reisig be­deckten Grabhügel. Liebkosend strich ihre Hand über das grüne Geäst.

Mütterchen, ich habe es sicherlich in deinem Sinne ge­macht. Ich bin auf diese Weise allen Gefahren entrön­nen. Und ich weiß es, du bist ja immer bei mir, auch wenn du hier friedlich schläfst."

Eine Goldammer setzte sich auf den schlichten Stein, der der Mutter Namen trug und sah mit schief gelegtem Köpfchen das schlanke junge Mädchen an. Dann zwit­scherte der Vogel hell und flog davon/ Leise strich der Wind durch die hohen Lebensbäume, die noch ganz dünn mit Schnee bedeckt waren.

Als Daniela den Friedhof wieder verließ, mit leich­tem, schwingendem Schritt wieder ins Leben hinein­schritt, sah ihr der alte Totengräber nachdenklich nach. Dann murmelte er vor sich hin:

Das war doch das junge Mädchen, das sie damals ver­dächtigt haben. Wenn man bedenkt, daß man sie hätte unschuldig entsetzlich!

Der Totengräber blickte in der Richtung, wo in einer dunklen Ecke einer begraben lag. Einer, dem man keinen Stein gesetzt hatte. Auf dessen Grabstein aber hätte stehen müssen:

Wer Menschenblut vergießt,

Des Blut soll wieder vergossen werden!"

12.

Vier Jahre waren seit dem Tage vergangen, da Dr. Gerhard Hofer jenen Brief von seinem Vater erhalten hatte, in dem er ihm mitteilte, daß Baron Kellberg bei ihm gewesen sei und um Gerds Adresse gebeten habe. Er lasse grüßen. Und er habe sich verlobt

Verlobt!

Laut ausgelacht hatte Doktor Hofer bei dieser Eröff­nung.

Natürlich! Der Herr Baron machte sehr schnell und schmerzlos reinen Tisch. Und das beste war es, er machte es ebenso! Nur, daß Axel von Kellberg das Mädchen hatte freien können, das er liebte. Er aber würde sich nun eben doch an eine ungeliebte Frau binden.

(Fortsetzung folgt.)

Ich bin Deutscher! Somit weiß ich deutlich, daß sich das Leben nicht mit dem Gehirne vergewaltigen läßt . . .

HannsIohst.