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Es dämmert.

In Memel ist eine illegale Kommunistenverfamm- " Z von der Polizei entdeckt und ausgehoben worden, m hat 60 Kommunisten verhaftet und danach Haus­suchung bei einer Jüdin abgehalten und bei ihr eine große Menge kommunistischen Propagandamaterials gefunden. In Madrid hat man umfangreiches Werbematerial der sowjetrussischen Kommintern beschlagnahmt. In M a n s ch u k u o hat die Sowjetunion an der nördlichen und östlichen Grenze zwölf Rundfunksender eingerichtet, die in japanischer, chinesischer und mandschurischer Sprache planmäßig bolschewistische Propaganda betreiben. In N o r d ch i n a hat sich eine Sowjetfinanzgesellschaft niedergelassen, die die verstärkte bolschewistische Propa­ganda finanziert. Truppen haben besondere Grenzkon­trollen eingerichtet, um Grenzverletzungen der Sowjet­soldaten zu verhindern und die bolschewistische Propa­ganda über die Grenze zu unterbinden. In Frank­reich sind im Kohlenbecken von Mure d'Mere 2500 Berg­arbeiter in den Streik getreten als Protest gegen eine Lohn­kürzung, und unter Führung kommunistischer Agitatoren haben sie Einspruch dagegen erhoben, daß französisches Militär angerückt ist, um Unruhen in dem Kohlenrevier zu hindern.

Diese kleine Liste ist ein ganz bescheidener Beweis für die bolschewistische Rührigkeit in aller Welt, bekommt ihr ganz besonderes Gesicht durch die Enthüllung der Hintergründe, die zu dem Rücktritt des Leiters der Emigrantenzentrale des Völkerbundes, des Amerika­ners MacDonald, geführt haben. Herr MacDonald hatte bekanntlich sich einen besonders guten Abgang von der Genfer Bühne ausgedacht. Er hat laut und vernebm- lich erklärt, daß Schuld an seinem Rücktritt das national­sozialistische Deutschland sei, weil man hier alle Gesetze der Menschlichkeit außer acht lasse und in einer Weise gegen die Juden vorgehe, die er nicht vertreten könne. Sprach's und legte sein Amt nieder. Dann ging er stolz nach Hause, überzeugt davon, daß er dem .neuen Deutsch­land und seinem Führer ordentlich eins ausgewischt habe. Aber wie das nun einmal so ist in der Welt, manchmal kommt dann auch die Wahrheit an den Tag. Und die ist oft peinlich. So ließ auch diesmal die Wahrheit über den Rücktritt des sehr gewissenhaften Herrn MacDonald nicht lange auf sich warten, und dabei ergibt sich folgendes: Herr MacDonald hat seinen Abschied einfach deswegen nehmen müssen, weil, der Völkerbund kein Geld mehr für feine Flüchtlingszentrale batte. Kein Wunder, wenn man hört, daß der Völkerbund über Außenstände von 30 Mil­lionen Franken klagt. Schließlich wollen alle die Genfer Kommissare, Beamten und Angestellten usw. leben; sie sind sogar ein sehr gutes Leben gewöhnt, denn sie haben sich ihre Gehälter gar nicht schlecht berechnet. Aber wenn die Quelle nicht mehr fließt, aus der die Mittel für alle dieFriedenseinrichtungen", die der Völkerbund sich im Laufe seiner ruhmreichen Jahre schuf, kamen, was kann dann die schönste Flüchtlingszentrale tun? Run gesteht man ja nicht gern solche Dinge ein. Also dachte sich Herr MacDonald eine kleine Geschichte aus, mit der er seinen Abgang begründete. Na, und was lag näher, als daß das viel gelästerte Deutschland wieder einmal daran glauben mußte. Ob es den Herren in Genf wohl peinlich ist, daß die Wahrheit an den Tag gekommen ist?

Uns interessiert aber noch eine andere Sache im Zu­sammenhang mit dem Rücktritt des Herrn MacDonald. Und die paßt in den Rahmen dieser ganzen bolschewisti­schen Propaganda, von der wir vorhin einen bescheidenen Ausschnitt gaben. Wir müssen nämlich daran denken, daß weiland Präsident des Völkerbundsrates der sowjet- russitche Außenminister Litwinow ist. Das ist ein sehr rühriger Herr, der sich sehr um den Posten in bemüht hat. Schließlich bat ja ein Präsident des ckerbundsrates allerlei Einfluß, und Herr Litwinow p -e ein schlechter Diplomat, wenn er diesen Einfluß ;renb seiner Amtszeit in Genf nicht gründlich ausnutzt, r versteht das meisterhaft, er bat auch einen Unterstaats- iefretär in den Völkerbund gebracht, den Sowjetrutzland estellt hat. Der Jugendschutz ausgerechnet wird von ner Sowjetrussin betreut, und außerdem hat Herr Lit­winow es verstanden, sich recht oft in den Kreisen der beiden Generalsekretäre des Völkerbundes zu bewegen.

Der Erfolg ist denn auch überall erkennbar. So kann man in dem Blatt des Völkerbundes, demJournal des Nations", heute lesen, daß die Sanktionen Italien schon zur Vernunft bringen würden. Diese Auf­fassung hat wohlgemerkt nicht immer in Genf bestanden, und wenn sie jetzt so klar und eindeutig festgelegt wird, dann steckt dahinter wieder Herr Litwinow. Denn sein Schlachtruf heißt ja bekanntlich:Nieder mit dem Faschis­mus." Er nutzt natürlich sein hohes Amt in Gens dazu aus, um das faschistische Italien tödlich zu treffen. Für diese seine Arbeit setzt er selbstverständlich alle Büros des Völkerbundes ein. Wozu ist er denn Präsident?

Wenn man schließlich noch aus französischer Quelle hört, daß die LogeGroßorient" kürzlich in zwei geheimen Erlassen die Weisuna gegeben hat, daß Frankreich mit Italien solange nicht in Beziehungen treten dürfe, wie dort der Faschismus herrsche, so kann man sich auch hier­aus ein Bild machen und gewisse Fäden feststellen, die zwischen dem Kommunismus und den internationalen Freimaurern bestehen.

Man sollte meinen, daß die Welt langsam hellhörig wird und sich einmal Gedanken darüber macht, wie denn diese bolschewistische Verseuchung enden soll. Zunächst vermerken wir nur eine Forderung des französischen BlattesJournal des Debats", das im Zusammenhang mit der Sowjetbeschwerde über die Ausweisung des sowjetrussischen Gesandten in Uruguay die ganze Ange­legenheit in Genf aufgerollt wissen möchte, um über die sowjetrussischen Machenschaften Klarheit zu bekommen. Das Blatt macht bei dieser Gelegenheit seine Leser darauf aufmerksam, daß Frankreich bei seinen besonders engen Beziehungen zu Sowjetrußland der bolschewistischen Pro­paganda besonders ausgesetzt sei. DerMatin" ergänzt die Forderung des Journals dadurch, daß er Beweise erbringt für die bolschewistische Propaganda in den fran- zösischen Kolonien. Ganz scharfe Töne schlägt die LondonerMorning Post" an, die auf die Sowjetwühle­reien in Südamerika, China, Irland und Indien und auf die Groteske hinweist, daß in dem Völkerbund, der den Frieden der Welt erhalten solle, ein hervorragender Sowjetvertreter als Präsident sitze.

Ob es wohl dämmert? Ein paar Warnungen sind immer noch nicht viel, aber vielleicht sind sie immerhin ein verheißungsvoller Anfang. Wir sollten meinen, daß es höchste Zeit ist, daß sich Frankreich und die anderen Staaten, in deren Grenzen sich der Bolschewismus mit geradezu unglaublicher Kühnheit breitmacht, endlich den Schlaf aus den Augen wischen.

Frankreich ist verhandlungsmüde.

Erdölsperre schon ab 1. Februar?

Meldungen aus Paris zufolge, soll der französische Ministerpräsident und Außenminister Laval dem italie­nischen Botschafter in Paris, Cerutti, bei seiner letzten Unterredung mit ihm nachdrücklich erklärt haben, er werde keine w e i t c »e n Schritte mehr unternehmen, ohne vorher die unzweideutige Erklärung Italiens über seinen Versühnungswillen in der Hand zu haben. Außerdem liege die Aufgabe, eine Lösung des Streites zu finden, jetzt nicht mehr in London oder Paris, sondern ausschließlich bei dem Drcizchncrausschuß des Völker­bundes.

In französischen unterrichteten Kreisen nimmt man an, daß der V ö lk e r b u n d s r a t am 20. Januar die Ausdehnung der Sanktionen auf Ol vom 1. Februar ab beschließen werde, da sich infolge der letzten Ereignisse die Stimmung in Genf für Italien immer ungünstiger gestaltet habe und

England mit Sicherheit aus schärfere Maßnahmen dringen werde, um dem Krieg in Ostafrika unter allen Umständen so schnell wie möglich ein Ende zu setzen.

Das französische BlattO euvr e" behauptet, daß vor allem der britische General st ab von dieser Not­wendigkeit überzeugt sei, da er einerseits fürchte, daß sonst die Italiener eine völlige Niederlage erleiden könnten und ein allzu offenkundiger Sieg eines farbigen Landes über eine weiße Macht für das britische Weltreich höchst un­erwünscht sei, andererseits wünsche England eine zu weit­gehende Schwächung der militärischen und wirtschaftlichen Kraft Italiens mit Rücksicht auf das europäische Gleich­gewicht zu vermeiden, da es schließlich doch England fei, das die nötigen Anleihen zur Neuordnung der er­schütterten italienischen Finanzen aufbringen müsse.

England befestigt den Hafen Nombaffa.

Wie in London amtlich mitgeteilt wurde, hat die britische Negierung gemeinsam mit der Verwal­tung der ostafrikanischen Kronkolonien beschlossen, den Haupthafen der Kenia-Kolonie, M o m b a s s a , zu be­festigen. WieD a i I b Dispat ch" mitteilt, würden zu­nächst zwei schwere Geschütze und einige Scheinwerfer­batterien nach Mombassa transportiert werden. Eine ständige Garnison ist nicht in Aussicht genommen; viel­mehr soll die Verteidigung durch ein Freiwilligen­korps erfolgen, das aus Technikern und ehemaligen Frontsoldaten gebildet wird.

Flucht der abgefallenen Stämme nach Ztalienifch'Somalilavd.

Vor der Offensive des Ras Desta. Italienische Flug­blattpropaganda an der Südfront.

An der abessinischen Südfront an der Nord- front sind Kämpfe wegen der starken Regensälle un­möglich entfalten die italienischen Flieger eine rege Flugblattpropaganda. Sie fliegen in großer Höhe, um nicht von den Abessiniern abgeschossen zu werden. Die massenweise abgeworfenen Handzettel, die in den verschiedenen Eingeborenenmundarten abgefaßt sind, klagen den Negus an, seinen Rivalen, den Kaiser Zidsch Pasu, der im November starb, ermordet zu haben. Auch den früheren Gouverneur der Provinz Godjam, den beim Volke so beliebt gewesenen Ras Hailu, habe der Negus umbringen lassen.

Unter dem Eindruck der bevorstehenden großen Somaliland-Offensive des Ras Desta soll in der Provinz Ogaden eine Massenflucht jener Stämme eingesetzt haben, die sich den Italienern freiwillig unterworfen hatten. Italienische Flieger haben irrtüm­lich in Britisch-Somaliland einen Wasserplatz bombardiert, so daß die unter britischem Schutz stehenden Eingeborenen in wilder Flucht davonstoben.

In Addis Abeba ist übrigens der neue politische Ratgeber des Negus, der amerikanische Jurist John Spencer, eingetroffen.

Provinz Ogaden geräumt.

Wie der Berichterstatter des Deutschen Nachrichten­büros meldet, ist die Provinz Ogaden von den Italienern vollständig geräumt worden. Die Frontlinie verläuft jetzt von Ual-Ual über Gerlogubi, Gorahai, Cuban und dann direkt südlich nach Dolo. Süd­lich von Dolo setzen die Italiener ihre Truppenzusammen­ziehungen fort. An der Nordfront dagegen ist jede Kampf­handlung wegen des Regens unmöglich. Das feit über eine Woche im abessinifchen Hochland herrschende Regen­wetter ist eine Erscheinung, wie sie seit zwanzig Jahren nicht mehr vorgekommen ist. Der Beginn der sogenannten kleinen Regenzeit war sonst immer erst Mitte März zu erwarten.

Wie weiter durch die Berichte italienischer Zeitungen bekannt wird, wird jetzt auch eine Alpendivision nachAsrika verschifft. Die ersten großen Verbände der nach dem bekannten P u st e r t a l benannten Alpendivision Val Pusteria" haben Italien schon vor einigen Tagen verlassen. Jetzt ging bereits der zweite Schub von Neapel mit dem DampferConte Rossy" in See, Der General­

Such und Sild - schaffendes Handwerk.

Eine Handwerksfchau in der Reichshauptstadt.

Buch und Bild schaffendes Hand- w e r k" unter diesem Motto wurde im Hause des DeutschenHandwerksinder Reichshauptstadt eine Ausstellung eröffnet, zu der vier Innungen, Buchdrucker, Buchbinder, Graveure und Photographen, gute Proben ihrer Tüchtigkeit beisteuerten. Im Sitzungssaal begrüßte Reichshandwerksmeister Schmidt die zahl­reich erschienenen Gäste, sprach von der bedeutsamen Rolle, die gerade das deutsche Handwerk im kulturellen Aufbau der Nation spiele, erhob und versicherte als erste Forde­rung den Willen zur Leistung und überreichte unter leb­haftem Beifall das goldene Abzeichen des Händwerks dem Staatssekretär im Reichswirtschaftministerium, Dr. P o s s e, als Dank für vielfache Hilfe und Förderung.

Die Ausstellung vereint handwerkliches Gerät so gut wie das fertige Buch, läßt in Photos die Entwicklung vom Manuskript bis zum dankbar versunkenen Leser auch für den Laien verständlich erleben und erweist in Jnnungs- und Sippen-, Kirchen- und Erbhofbüchern, wie eine neue Zeit auch ihre neuen Aufgaben findet und sie bewältigt.

stab der Division hat mit dem ersten Schub auf dem Conte Grande" Neapel verlassen. Die ans Alpenregi­mentern gebildete Division zählt über 12 000 M ann. Gerüchte über angeblich bevorstehende Verschiffungen weiterer Divisionen und über die Einziehung neuer Truppen werden an zuständiger Stelle weder bestritten noch bestätigt.

Weihnachisfersrn in AbeOnien.

Großes Hoffest in Addis Abeba. Der Negus in der Kathedrale von Dessie.

Die koptischen Christen feierten am Dienstag ihr W e i h n a ch t s f e st. Darum herrschte an der abessi­nischen Front wie in der Heimat eine festliche Stimmung. Nachdem in Addis Abeba die kaiserliche Familie, an der Spitze die Gemahlin des Negus und der die Regentschaft führende Kronprinz, die heilige Nacht bei einer vierstündigen Weihnachtsmesse in der St. Georgskathedrale zugebracht hatte, wurde am Dienstag schon in aller Frühe

im Kaiscrpalast das große Weihnachtsmahl ein- genommen.

Zu diesem waren alle Würdenträger der Hauptstadt ge­laden worden. Ein Kanonen schlag kündete der Be­völkerung der Hauptstadt das Ende des Hofgottesdienstes und den Beginn des Festmahls an. Auf dem Wege. von der Kathedrale zum Kaiserpalast hatten viele Tausende den Weg, den die Kaiserin mit ihrem großen Gefolge in Automobilen abfuhr, umsäumt, ihr frohe Weihnachts- Wünsche zurufend. Während die Jugend auf den Straßen und Plätzen heimische Sportspiele zum besten gab, er- , freuten sich die Alten am Honigwasser, dem abessinischen Nationalgetränk. *

Der Kaiser hat die

Weihnachtsmesse in der Kathedrale von Dessie besucht. Sie wurde von dem A b u n a , dem Oberhaupt der abessinischen Kirche, angesichts der historischen salomo­nischen Bundeslade, zelebriert. Eine große Schar von Priestern und Mönchen assistierte. Der Kaiser war von allen Oberbefehlshabern der Nordfront begleitet, als der Abuna den Segen des Himmels auf ihn und den sieg­reichen Ausgang des Krieges herabflehte und dem Kaiser das Kreuz zum Kusse reichte

Kries mit re«e!utis«Srem histergrund"

Italienische Betrachtung zur Weltlage.

Rom, 8. Januar. Das halbamtlicheGiornale d'Italia" weist auf den Jahrestag der vor einem Jahr von Mussolini und Laval unterschriebenen Verständigung hin. Das da­mals kam begonnene Werk sei gewaltsam zerschlagen wor­den. Der Kolonialstreit in Ostafrika sei in geradezu wider­sinniger Form auf Europa übertragen worden. Europa, ja die ganze Welt sei heute infolge des Eingreifens im­perialistischer und dunkler Kräfte in verschiedene Lager auf­geteilt, die einander den Rang abliefen. 3n einem Kampf von Belangen und Grundsätzen, in dem der italienische Fall entstellt worden und untergegangen sei, häuften sich jetzt die Gründe für einen neuen Krieg mit revolutionäre« -s Hintergrund.*

Beim Abschluß der italienisch-französischen Verständi­gung seien die italienischen Belange in Nordafrika weit­gehend den französischen geopfert worden. Es sei klar, daß für die von Italien gebrachten Opfer eine aktive Gegenlei­stung vorhanden sein müßte.

Der Friede und die Zusammenarbeit zwischen den euro­päischen Völkern hätten in der Tat zur Voraussetzung, daß ihre unmittelbar notwendigen Bedürfnisse zufriedengestellt werden. Zusammenarbeit sei nicht möglich, wenn sie im Rahmen unerträglicher Vorrechte zwischen den Großmäch­ten aufgebaut sei. Die Befriedegung der verbrieften ita­lienischen Interessen in Ostafrika sei vielmehr die Voraus­setzung für die Zusammenarbeit Europas.

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Immer noch strittige Punkte.

London, 8. Januar 1936. Die Abordnungen Englands, Frankreichs und Italiens übermittelten am sitzungsfreien Dienstag sämtlichen übrigen Abordnungen der Londoner Flottenkonferenz getrennte Vorschläge, die das Ziel ver­folgen, durch einen ständigen Meinungsaustausch ein Wettrüsten zu vermeiden. Die Vorschläge werden dem ersten Ausschuß der Konferenz am Mittwoch vorgelegt wer­den.

Britischerseits war vorgeschlagen worden, die Mächte sollen für sechs Jahre die von ihnen benötigte Tonnage bekanntgeben. Franzosen und Italiener erklärten sich zwar grundsätzlich einverstanden, hielten aber eine Spanne von sechs Jahren für zu lang. Der neue britische Plan enthält sowohl den italienischen Vorschlag, zum Beginn jeden neuen Finanzjahres eine Erklärung über das Baupro­gramm abzugeben, als auch den französischen Vorschlag, jede Kiellegung den übrigen Staaten mitzuteilen. Obwohl der britische Vorschlag die Anregungen der Franzosen und Italiener enthält, sind, Reuter zufolge, immer noch strittige Punkte vorhanden.

Neuregelung der Zuständigkeit in der Wohlfahrtspflege.

Um die Zuständigkeiten der Reichsministerien auf vorn Gebiete der Wohlfahrtspflege genau abzugrenzen hat der Fuhrer und Reichskanzler ^rbeltsbererch des Relchsarbeitsministers und des Re-lchsmrmsters des Innern durch einen Erlaß vom 1. Januar 1936 ab neu geregelt

Danach bearbeitet der Reichs- und preußische die Fragen der gehobenen Für- W6 ldas rst dre Fürsorge für die Kriegsbeschädigten und Kriogshanterb siebenen, die Klein- und Sozialrentner), der Reichs- und preußische Minister des Inne in die allgemeinen Fragen der öffentlichen Für­sorge. Für bte freie Wohlfahrtspflege ist der Reichs- mtnrster des Innern zuständig, für die allge­meinen Fragen der Arbeitsfürsorge und für alle Sonder­maßnahmen zugunsten der minderbemittelten Volks- genossen (z. B. für die Fettverbilligung, die Befreiung von Rundfunkgebühren u. ä. m.) der R e i ch s a r b e i t s - minister.