Telefongespräch mit dem Vierlingsvater.
Letzte Nachrichten.
Die gesamte Londoner Presse berichtet über das Ereignis.
Die Neujahrsüberraschung von Kronach.
Die Viertinge, die in Kro nach in Oberfranken dem Tischlermeister @.Zimmerlein geboren wurden, mit ihrer glücklichen Mutter. ^Hle vier Kinder sind gesunde Mädchen. Den Eltern sind aus allen Teilen des Reiches und sogar aus dem Auslande Glückwünsche zugegangen. (Scherl Bilderdienst / M.)
Die gesamte englische Presse beschäftigt stch in großer Aufmachung mit der G e b u r t der deutschen Vierlinge. Die Londoner Zeitung „Daily Erpreß" berichtet über ein Telefongespräch mit dem stolzen deutschen Vater, dem Tischlermeister Ewald Z i m m e r l e i n in Kronach (Oberfranken). Die Zeitung hebt besonders hervor, daß die Vierlinge so kräftig seien, daß sie im Gegensatz zu allen anderen Vier- und Fünflingen, die in cher letzten Zeit geboren worden sind, auf normale Weise über die ersten Monate hinweggebracht werden könnten. Frau Zimmerlein sei die erste Vierlingsmutter
Mitteilungen der NS.-Dienststellen.
Triumph des Willens!,
der Film vom Reichsparteitag 19M, läuft im Landkreis Fulda, soweit er zum Leserkreis des „Fuld. AnzD gehört, wie folgt:
Am 11. Januar in Dalherda um 20 Uhr: am 12. Januar in Gersfeld um 20 Uhr: am 14. Januar in Hilders um 21 Uhr: am 15. Januar in Tann um 20 Uhr; am 16. Januar in Petersberg um 20 Uhr.
Um einen durchschlagenden Erfolg des Reichspartei- tagsfilms zu sichern, haben die Ortsgruppen-Stützpunkt- leiter für eine eifrige Werbung zu sorgen. Neben dem Aushang der Plakate muß mit allen zur Verfügung stehenden Kräften eine Werbung von Mund zu Mund einfetzen. Ferner ist auf die Filmveranstaltung durch mehrmalige Bekanntmachung mit der Ortsschelle hinzuweisen, nicht allein am Orte der Veranstaltung, sondern auch in den Nachbargemeinden.
Den Film mutz möglichst jeder Volksgenosse sehen: für die Parteigenossen sollte der Besuch Pflicht sein.
Nach der Veranstaltung ist das rote Abrechnungsformular um g e h e n d an mich zu senden.
Der Kreis-Film stellenleiter.
Mädelgruppe 1/167.
In der ersten Woche nach den Weihnachtsferien fangen die Scharen 1/1/167 und II/1/167 mit einem Heimabend an. Die Schar von Waltraud Schacht hat am Dienstag, den 7. Januar, Luise Pastows Schar am Mittwoch, den 8. Januar Heimabend im Untergaubüro.
Die Scharen von Inge Luckau, Erika Kümmel und Aenne zu Bergen beginnen mit dem Turnen am Freitag, den 10. Januar in der Aufbauschule.
Die Gruppenführerin.
Deutsche Arbeitsfront.
Arbeitsopferversorgung.
Am Dienstag, den 7. Januar nachmittags 3 Uhr findet unsere Versammlung im Eesellenhaus statt.
Der Ortsgruppenwalter.
Mütterschulung.
Die neuen Mütterschulungslehrgänge beginnen wie folgt:
Kochen Dienstag, den 7. Januar 20 Uhr in der katholischen Volksschule.
Mittwoch, den 8. Januar 17 Uhr am Kaiserplatz.
Mittwoch, den 8. Januar 20 Uhr am Kaiserplatz.
Nähen Dienstag, den 7. Januar 17 Uhr in der Schülstr. 1. Körperpflege u. Gymnastik Mittwoch, den 8.
Januar 17 Uhr Evang. Gemeindehaus.
Mittwoch, den 8. Januar 20 Uhr, Ev. Gemeindehaus.
Die Lehrgänge in Gesundheits-, Kranken- und Säuglingspflege beginnen erst am 15. Januar. Näherer Bescheid wird noch bekannt gegeben.
Mütterschule Fulda-Stadt.
Gießen, 5. Jan. (Zweijähriges Kind durch heiße Suppe verbrüht.) In einem unbewachten Augenblick verbrühte sich das zwei Jahre alte Töchterchen einer Familie mit Heitzer Suppe. Das Kind zog sich schwere Verbrühungen am Koof, Hals und an den Armen zu.
Gießen, 5. Jan. (Schwerer Absturz vom Ge - r ü st.) Von einem Neubaugerüst in Gießen stürzte am Samstag ein Maurer ab, wobei der junge Mann neben erheblichen Kopfverletzungen auch eine Gehirnerschütterung davontrug. Er wurde nach der Chirurgischen Klinik gebramt.
Friedberg, 4. Jan. (Ein gerissener Eetreide- Dieb st ahl auf"edeckt.) In dem Kreisort Nieder- Wouckadt kam man erst jetzt einem umfangreichen, mit großer Gerissenheit durchgeführten Eetreidediebstahl auf die Spur. An einer Dreschmaschine beschäftigte Personen hatten in der !5auntdreschzeit jedesmal die Bauern, bei denen ihre Maschine gerade arbeitete, bestohlen. Da ja die Bauern jeweils selbst beim Dreschen helfen und alle Vor- gänoe genau beobachten konnten, bedienten sich die Spitzbuben zu ihren Diebstählen einer alten Frau, die immer auf den jeweiligen Dreschhof kam und bat, sich das Abfall-
der Welt, die ihre vier Babys s e l b st z u ernähren vermöchte. „Daily Expreß" stellt überdies fest, die Geburt von Vierlingen sei offenbar zu einem internationalen Wettbewerb geworden, und knüpft daran ben ironischen Schlußsatz: Und wo bleibst du, Frankreich?
Reichsminister des Innern Dr. Frick hat dem Tischlermeister Ewald Zimmerlein in Kronach (Oberfranken) telegraphisch seine G l ü ck w ii n s ch e ausgesprochen und ihm einL größere Geldsumme übersandt.
stroh „für ihre Hasen" mitnehmen zu dürfen. Unter diesen Abfall hatten die an der Dreschmaschine beschäftigten Personen geschickt immer einen Sack mit Frucht verborgen, den die Frau dann mit wegfuhr. Bis jetzt konnten durch die Polizei bei den Dieben nicht weniger als 8 bis 10 Zentner Weizen beschlagnahmt werden, die auf diese Weise gestohlen wurden. Es ist aber anzunehmen, daß schon ein großer Teil des Getreides verarbeitet wurde.
Gymnastik und Kunsttanz
Zum Tanzabend Mary Wigman in Fulda.
Schon am Beginn der Tanzkunst stand eine Frau, wenn auch keine Deutsche, sondern eine Amerikanerin: Isidora Duncan. Aber sie fand nur bei uns Verständnis und eine Nachfolge, die weit über sie hinausgelangte. Die Duncan tanzte barfuß, sie tanzte griechisch Plastiken und Vasenbilder, sie tanzte nach Beethoven und Chopin. Das alle wurde teils bejubelt, teils belacht, aber für eine junge, schöpferische deutsche Tänzerinnen- Generation bedeutete es dreierlei:
Befreiung des Körpers aus den Fesseln verjährter Bindungen, Befreiung der Persönlichkeit, Befreiung der tanzenden Seele.
Statt der Bühne mit ihren verkitschten Dekorationen wählte der neue Tanz sich das schlichte Konzertpodium zum Tummel- unb Schauplatz, und mag man die Ver- tanzung klassischer Tonwerke mit noch so großem Recht als Mißbrauch abgelehnt haben — entwicklungsgeschichtlich war es notwendig, daß der Tanz im Konzertsaale wieder den Anschluß an die Musik suchte und fand, an die edelste Musik, die ihm für seine Zwecke und hohen Ziele gerade gut genug dünkte. Barfllßigkeit macht noch keine Tänzerin — damals, als es nur noch Verkünftelung Schnürleib und Spitzentanz gab, war schon dies kleine Zeichen die große Verkündigung:
„Zurück zur Natur!"
Die natürlichen Grundgesetze des Körpers und der Körperbewegung wurden entdeckt, und eines war damit zweifellos gewonnen: das, was man mit dem Schlagwort „Körperkultur" leidenschaftlich erkämpfte. Gymnastik ist noch lange kein Tanz, Gymnastik ist für alle — Tanzkunst dagegen kann nur von wenigen Erwählten ausgeübt werden, aber die neue Tanzkunst war nicht ohne die neue Gymnastik möglich: sie fand in der Gymnastik ihre Grundlage und ihren Ausgangspunkt.
Männer ergriffen auch hier vielfach die geistige Führung, aber die Frauen waren in Deutschland vorangegangen, und zum mindesten ist die Frau das eigentliche Gymnastik treibende Geschlecht. Körperbewegung nicht als Kraftleistung, sondern als Uebung und Ausdruck von Gesundheit und Schönheit ist Sache der Frau. Und die deutsche Frau, soweit sie zur Tänzerin berufen war, hat von der Gymnastik aus den Schrilt zum seelischen Ausdruck getan, den Schritt zur Kunst, wie sich ihr eine andere Schulung noch nicht bot.
Nach dem Kriege errang dem neuen Tanze seinen höchsten Ruhm Labans Meisterschülerin Mary Wigman. Für sie ist Tanz nicht bloß das schwebende Spiel, nicht die Tändelei, als die man ihn früher einzig begriff, sondern der ganze geformte Umfang aller Bewegungsarten mit seinem religiösen Inhalt, Dämonie des Erdgeistes und sein Aufflug. Ihr Tanz ist heroisches Opfer und Dienst.
Die neue Tanzkunst ist die deutsche Tanzkunst.
Die Frauen, die den alten Tanz überwunden, mutzten
Jüdischer Arzt wegen fortgesetzter Abtreibung vor dem Berliner Schwurgericht.
Berlin, 6. Jan. (Funkmeldung.) Das Schwurgericht beim Landgericht Berlin trat am Montag in einen Ab- treibungsprozeß ein, wie er in diesem Ausmaß die Berliner Gerichte noch nicht beschäftigt hat. Die Anklage richtet sich gegen den 45jährigen Dr. meb. Max Kleinmann, einem aus Lublin in Rußland stammenden staatenlosen Juden, sowie zwei praktische Aerzte, die Dr. Kleinmann bei seinen verbotenen Eingriffen durch Leistung von Operationshilfe unterstützt haben sollen. Ihnen wird gewerbs- mäßige Abtreibung in rund 60 Fällen sowie fahrlässige Tötung in einem Falle zur Last gelegt. Wegen Beihilfe sind ferner drei Frauen mitangeklagt, die als Heilkundige bzw. Hebammen den Aerzten in erheblichem Umfange Patientinnen zugeführt haben. Die strafbaren Handlungen erstrecken sich über die Jahre 1929—34. Dr. Kleinmann unterhielt eine Praxis als Frauenarzt am Kurfürstendamm. Seine Abtreibungstätigkeit nahm einen solchen Umfang an, daß im Laufe der Voruntersuchung 170 von ihm behandelte Frauen vernommen werden mußten. In rund 60 Fällen hat sich nach Auffassung der Staatsanwaltschaft ein Schuldbeweis führen lassen. Vom Gericht sind nicht weniger als 125 Zeugen sowie zwei medizinische Sachverständige geladen. Die Verhandlung, die mehrere Monate andauern wird, wird größtenteils unter Ausschluß der Öffentlichkeit geführt.
Panzerschiff „Admiral Graf Spee" in Wilhelmshaven in Dienst gestellt.
Kiel, 6. Januar. (Funkmeldung.) Das Panzerschiff „Admiral Graf Spee" ist Montag morgen 10 Uhr in Wilhelmshaven in Dienst gestellt worden.
Der Flottenchef, Admiral Förster, hat zur Indienststellung an die Besatzung folgendes Telegramm gerichtet: „Der Besatzung des Panzerschiffes Admiral Graf Spee sende ich zur Indienststellung die besten Wünsche und Grütze. Der Name, den das Schiff trägt, erinnert nicht nur
an Kampf, Sieg und Untergang des ruhmreichen Kreuzergeschwaders zu Beginn des Weltkrieges, sondern er gemahnt Euch an die ewige Tugend, für die sich immer die Besten der Völker geopfert haben und die Admiral Graf Spee und seine Männer in so vorbildlicher Weise bewiesen haben: Die Treue bis zum Tode. So sei der Wahlspruch der Besatzung dieses Schiffes jetzt und allezeit: Getreu bis in den To d".
Mary Wigman
deutsche Frauen sein. Nicht nur den alten Tanz — auch den gymnastischen, hygienisch lehrhaften, amerikanischen Klassizismus der Duncan haben sie überwunden. Sie gehören ganz dem tiefsinnigen Geiste unseres Volkes und seiner Dichter und Denker an, eines Volkes, in dem mitten in der tiefsten Entartung des verbürgerlichten Balletts ein Heinrich von Kleist im Tänzerischen die zweite Unschuld suchte, Gottfried Keller seine Muse am Thron des Höchsten tanzen ließ, und Friedrich Nietzsche im Tanze die Heiligung der Erde und des Leibes aus dem Geiste der Tragödie sah,