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Velrunkener sticht vier Personen nieder.

Wie erst jetzt bekannt wird, wurde in der Silvester- nacht in Schwel m bei Barmen eine Reihe von schweren Bluttaten verübt. Dort waren mehrere Passanten von einem gewissen Erich Garte auf der Straße be­lästigt worden; sic halten sich aber um den scheinbar A n - g e 1 r u n k e n e n nicht weiter gekümmert. Garte kehrte darauf in seine Wohnung zurück, nahm ein langes Brotmesser zu sich und begab sich wieder auf die Straße.

Zunächst rief er drei vor ihm gehende Männer an, von denen einer stehenblieb. Diesem versetzte Garte ohne weiteres einen Stich in den Hinterkopf, worauf er die Flucht ergriff. In einer anderen Straße traf Garte dann auf einen Mann, der in Begleitung eines Mädchens war. Ruch ihn rief er an und versetzte ihm z w e i S t i ch e in den Unterleib. Blutüberströmt brach der über- sallene zusammen. Dem entsetzten Mädchen versetzte Garte ebenfalls einen Stich in den Oberschenkel. Einem Maune, der auf die Hilferufe des Mädchens herbeigeeilt war und den Messerstecher gestellt hatte, brachte Garte zwei Stiche in den Rücken und einen weiteren in die Hand bei. Der Unhold konnte schließlich von drei anderen Pas- santen überwältigt und der Polizei übergeben werden. Zwei der Schwerverletzten mußten dem Krankenhaus zu- geführt werden. Garte will in der Nacht dreiviertel Liter Schnaps getrunken haben.

Autobus überschlägt sich zweimal.

Sieben Personen verletzt.

Bei H a a s t r c ch 1 (Holland) verunglückte nach nieder­ländischen Zeitungsmeldungen ein Autobus, in dem 2 4 Deutsche aus Rotterdam nach Düsseldorf zurück­kehren wollten. Der Fahrer des einer Rotterdamer Firma gehörenden Autobusses b r e m st e sehr st a r k ab, weil sich aus der Richtung Gouda ein Wagen näherte. Der Autobus rutschte vom Fahrdamm ab und überschlug s i ch z w e i m a l. Sieben Personen wurden verletzt, davon drei schwer. Die übrigen Insassen setzten die Fahrt mit einem Ersatzwagen fort. Der Autobus mußte schwer­beschädigt abgeschleppt werden.

Nah und ^em.

Zweistöckige Eisenbahnwagen auf Deutschlands größter Privatdahu. Bei der Lübeck-Büchener Eisenbahn (L übe ckH a m b u r g , L ü b e ckB ü ch c n) wird eine bemerkenswerte Verkehrsverbesserung für den Personen­verkehr eingeführt, und zwar zweigeschossige Eisenbabn- Wagen, die bereits in Auftrag gegeben worden sind. Die auf dieser größten Privatbahn Deutschlands in Zukunft laufenden Wagen haben unten und oben Slehhöhe, oben Glasbedachung für die Aussicht und gewährleisten durch breite Einsteigräume eine sichere Verkehrsabwicklung.

Verhängnisvolle Autofahrt dreier Schlosserlehrlinge Der Schlosserlehrling Wilhelm Stimpel in Essen hatte den Auftrag, einen Personenkraftwagen, der sich bei seinem Lehrmeister in Reparatur befand, dem Eigentümer abzuliefern. Der Lehrling führte den Auftrag jedoch nicht aus, sondern unternahm mit dem Wagen eine Spritzfahrt, an der auch zwei seiner Arbeitskameraden teilnahmen. Der Kraftwagen geriet jedoch plötzlich ins Schlendern, fuhr gegen einen Bordstein und überschlug sich. Dabei wurde der 15' -jährige Schlosserlehrling Robert Spitzer aus dem Wagen geschleudert: er erlitt einen tödlichen Genickbruch. Stimpel und der dritte Schlosserlehrling kamen mit Kopf- und Handverletzungen davon.

Mutige Verkäuferin verhindert Raubüberfall. In der Londoner City betrat bei Geschästsschluß ein Mann einen bereits menschenleeren Laden, zog einen unter einer Zeitung verborgenen Revolver hervor und forderte die allein anwesende Verkäuferin auf, die sehr beträchtliche Tageseinnahme herauszugeben und sich selbst auf den Boden zu legen. Das junge Mädchen schleuderte jedoch dem Angreifer ein paar schwere Bücher an den Kopf, wo­durch er so überrascht wurde, daß er den Revolver fallen ließ und flüchtete.

Mit 25 Jahren aus eine Millionenerbschaft verzichtet. Mit dem Tode des 85jährigen F. N. E H a r r i n g 1 o n , eines Mitgliedes der berühmten Brauerfamilie Char rington, ist das öffentliche Leben Englands um ein Original ärmer geworden. Der Verstorbene leistete mit 25 Jahren auf ein Vermögen von 1% Millionen Pfund Verzicht, ging in das Lager der Gegner seines Familien^ gewerbes über und wurde ein fanatischer Verfechter der Enthaltsamkeit von geistigen Getränken.

Blick in den Sport.

Hier ZundeHoW - dort Lereinspokal.

Der Sonntag ist für den deutschen Fußballs Port von großer Bedeutung. Einmal wird die Vorschlußrunde des B ll n d e s p o k a l s ausgespielt, zum anderen tritt der vom Reichssportführcr gestiftete Vereinspokal, den der 1. FC.- Nürnberg gegen Schalke gewonnen hat, in sein zweites Lebensjahr. Das Hauptgewicht der Spielereignisse liegt aller­dings diesmal bei dem Bundespokal. Die Gegner der Vor­schlußrunde sind: in Augsburg: Bayern gegen Südwest, in Chemnitz: Sachsen gegen Brandenburg.

Das Spiel in Augsburg wird ohne Zweifel einen großen Kampf geben. Die Bayern haben den Nationaltorwart Iakob, den zur Zeit vielleicht besten Torhüter Europas, im Kasten. Die Verteidigung ist sicher, und in Goldbrunner steht in der Läufermitte ein Mann, der seine Sache glänzend der- steht. Bleibt der Sturm mit den beiden Außen Lehner und Siemetsreiter. Die Mitte ist schwächer, und hier ergibt sich auch der Punkt, der zugunsten der Elf von Südwest spricht. Die S ü d w e st - Mannschaft muß zwar aus Conen verzichten, aber sie hat nicht nurKanonen" in ihren Reihen, sondern ist glänzend aufeinander eingespielt, und darum gibt man ihr

Hie in derNational-Sozialistischen Kriegsopferversorgung" zusammengeschlossenen Zrontsoldaten wissen, was Kameradschaft heißt. Sie haben im Weltkriege ihren Spfersinn bewiesen und stellen sich im Kampfe gegen Hunger und Kälte aufs Neue in den Dienst der Volksgemeinschaft. Ich wünsche Ihnen vollen Erfolg.

Oberbefehlshaber des Heeres

größere Erfolgsaussichten. Bei der letzten Begegnung der beiden Gaue, um den Kampsspielpokal, blieb Südwest erfolg­reich. Die Bayern haben also etwas gutzumachen. In dem anderen Spiel ist, besonders nach der Berliner Niederlage gegen Niedersachsen in Hannover, Sachsen der Favorit. Mit Kretz im Tor und den Dresdener und Chemnitzer Scharf­schützen im Sturm haben sie bereits Pommern und Baden glatt besiegt. Die Berliner sind im Sturm etwas schwach. Framke hat seinen Mittelstürmerposten an Sienholz abtreten müssen. Die Läuferreihe ist allerdings B r ändenburgs großer Pluspunkt. Trotzdem würde ein Sieg der Berliner die Überraschung des Tages bedeuten. Die Sieger bestreiten am 1. März das Endspiel.

Im Pereinspokal treten sich in der ersten Runde zunächst die Kreisklassenvereine gegenüber. Die Bezirks- und Gauklasienvereine greifen erst später ein. Der Vereinspokal ist jetzt aus dem deutschen Fußballbetrieb schon nicht mehr fort- zudenken. Er gibt gerade den kleineren Vereinen die Möglich­keit, sich zu Begegnungen mit denGroßen" durchzitkämpfen. Das ist ein unerhörter spielerischer Anreiz, den sich kein Ver­ein einfach entgehen lassen wird. Bei Pokalspielen sind immer ü b e r r a s ch u n g c n fällig, und darum erfreuen sie sich bei Spielern und Zuschauern großer Beliebtheit.

Nicht Höchst-, sondern Breitenkerstung.

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komi­tees, Graf Baillet Latour, kennzeichnet den Zweck d e r O 1 y m p i s ch c n Spiele u. a. mit folgenden Worten: Die Olympischen Spiele sind nicht eigens für eine kleine Gruppe auserlesener, hochgezüchteter Athleten geschaffen, da­mit diese eine Gelegenheit haben, die Welt durch ihr Können in Erstaunen zu setzen. Die Höchstleistung ist eine der Götzen unserer heutigen Zivilisation Es ist höchste Zeit, zur Breitcnleistung zurückzufinden. Die junge Generation, von unseren Grundsätzen durchdrungen, wird ihrerseits dazu bei­tragen, unter den Völkern jene Atmosphäre von Herzlichkeit und Ritterlichkeit zu schaffen, die unter den olympischen Mannschaften herrscht."

Straßen wurden Seen.

Ein vom Hochwasser umspültes Hotel in Windsor. Die Keller und Gasträume stehen völlig unter Wasser. Ein kleiner Ausschnitt von der englischen Überschwemmungs­katastrophe. (Scherl Bilderdienst.)

Zeitgemäße Betrachtungen.

Nachdruck verboten.

Im neuen Jahr!

Der erste Sonntag kam im neuen Jahr, er kommt nur noch als Ruhetag in Frage doch auch als Abschluß froher Feiertage, nun wird es wieder, wie es immer war, wir wandern weiter in gewohnter Weise im neuen Jahre auch im alten Gleise, nun geht für jeden pflichtgetreuen Mann am Montag früh die Arbeit wie­der an.--

Die frohen Weihnachtslieder sind verhallt, die unsre Kinder frommen Herzens sangen, schnell ist verblaßt des Festes hehres Prangen, und all der bunte Glanz ver­wehte bald, nun mußte selbst der Weihnachtsbaum es leiden, daß wir ihn seiner goldnen Pracht entkleiden, er ist geplündert und beiseit' gestellt, ja, so vergeht die Herrlichkeit der Welt!--

Kurz vor dem Festee war es draußen weiß, der Win- rer kam bereits ins Land gegangen, doch schon zum Feste war die Pracht vergangen, der Regen fiel, es schmolzen Schnee und Eis; noib vor dem Feste trug man kein Be­denken, die Kinder auch mit Schlittschuhs zu beschen­ken, doch nach dem Feste lief das Publikum und tauschte gegen Gummischuh' sie um.--

Schnell schmolz der Schnee dahin aus weiter Flur, es wurden selbst von manchem Höhen-Pfade gemeldet sechs bis sieben Wärmegrade, und wohl noch höher stieg die Temp'ratur, das löste bei den Wintersportlern allen Entäuschung aus, sie waren reingefallen, Enttäuschung brachten selbst alpine Höh'n, denn durch die Berge wehte warm der Föhn. --

So kam das neue ^nbr in's Land gerückt, es wurde jubelnd in Empfang genommen, wir hießen es auf's herzlichste willkommen und haben hoffnungsfroh empor geblickt; dann wurde auf das neue Jahr getrunken, und mancher ist in einem Rausch versunken, auch dies zählt jetzt schon zur Vergangenheit, denn weiter, immer weiter eilt die Zeit.--

Und keinen Stillstand kennt ihr rastlos' Weh'n, ein Tag geht nach dem anderen hinüber, die frohen Feste sind nun auch vorüber; wir wollen wieder an die Arbeit geh'n, wir wollen weiter, wie im Jahr, dem alten, uns fleißig regen und zusammenhalten; dann wird auch weiter uns der Weg nicht schwer, der uns zum Heile führt. Franz Heiseler.

Was bringt der Rundfunk?

Reichssender Frankfurt.

Frankfurt: Sonntag, 5. Januar

6.00: Hamburg: Hafenkonzert. 8.00: Zeit, Wasserstand, Wetter- und Schneebericht. 8.05: Stuttgart: Gymnastik. 8.25: Sendepause. 8.45: Orgel-Choräle. 9.00: Katholische Morgenfeier. 9.45: Alte Turmmusiken. 10.00: Vom Deutschlandsender: Dein Lied will ich dir singen, Deutsch­land. 10.30: Cborgesang. 11.15: Ludwig Tügel liest aus seinem neuen Roman: Pferdemusik. 11.30: Vierhändige Klaviermusik.

12.00: Berlin: Musik am Mittag. 14.00: Kinderfunk: Kas­perl als Fahrstuhljunge. 14.45: Das Volk erzählt. 15.00: Deutsche Scholle.

16.00: Köln: Nachmittagskonzert. Nette Sachen aus Köln. 18.00: HJ.-Funk. 18.30: Jedes Tierchen hat sein Plä­sierchen. Heitere Begebenheiten um Spottvögel, Versuchs- karnickel und Nnglückswürmer. 19.45: Sportbericht.

20.00: 4. Sonntagskonzert der Museumsgesellschaft. Ltg.: Hans Rosbaud. 22.00: Zeit, Nachr. 22.15: Wetter, Nachr., Sport, Schneebericht. 22.25: Sportspiegel mit Funkbericht von den Schwarzwald-Skimeisterschaften. 23.00: München: Bunte Musik zur späten Nacht. 24.00: Die Waffen der Frauen. Operette von Paul Lincke nachLysistrata".

Frankfurt: Montag, 6. Januar

'6.00: Choral, Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause 7.00: Nachr. 8.00: Meldungen. 8.10: Stuttgart: Gymnastik. 8.30: Sendepause. 1,0.45: Haus­frau hör zu! 11.00: Sendepause. 11.15: Meldungen. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst.

12.00: Hannover: Schloßkonzert. Dazw.: 13.00: Zeit, Nachr., Wetter-, Schneebericht. 14.00: Zeit, Nachrichten, Wetter. 14.10: Virtuose Violinmusik. 15.00: Wirtschafts­bericht. 15.15: Kinderfunk.

15.45: Freiburg: Konzert. 16.20: Als Einlage: Geschichten und Anekdoten um Briefmarken. 17.30: HJ.-Funk: Bü­cher für die Hitler-Jugend.

18.00: Stuttgart: Fröhlicher Alltag! Ein buntes Konzert. 19.45: Tagesspiegel. 19.55: Meldg. 20.00: Zeit, Nachr. 20.10: Bauernköpfe. Aus der Chronik des bäuerlichen Lebens. 20.40: Heiteres und Besinnliches aus Volkes Mund. 22.00: Zeit, Nachr. 22.15: Nachr., Wetter-, Schnee- und Sportberichte. 22.30: Breslau: Musik zurGuten Nacht". 24.00: Stuttgart: Die Regimentstochter. Kom. Oper von Donizetti. Wachswiedergabe.)

Deutschlandfender.

Deutschlandfender: Sonntag, 5. Januar

6.00: Hamburg: Hafenkonzert. 8.00: Der Bauer spricht der Bauer hört. 9.00: Sonntagmorgen ohne Sorgen Als Einlage: Besuch bei Fröhlichs. 10.00: Dein Lied will ich singen, Deutschland! Morgenfeier der Hitlerjugend. 10.30: Fantasien auf der Wurlitzer Orgel. 11.00: Lebens­ernte Gedichte von Herm Stehr. 11.15: Seewetterbericht. 11.30: Volkslieder in der Bearbeitung von Rud. Lami.

12.00: Allerlei von zwölf bis zwei! Dazw.: 12.55: Zeitzeichen 13.00: Glückwünsche. 14.00: Kinderfunkspiel: Der Schneemann. 14.30: Bunte 45 Minuten aus Amster­dam iAufn.). 15.15: Ratschläge zur Sippenforschung. 15.30: Funkbericht aus der Reichsschule für Leibesübun­gen des Reichsnährstandes.

16.00: Musik am Nachmittag. Emil Roosz spielt. In der Pause 16.50: Das probate Mittel. Lustige Geschichten von Friedrich Munding. 17.30: Gereimte Schneeballschlacht. 18.00: Tanz- und Unterhaltungsmusik. Otto Dobrindt und Robert Gaden spielen. 19.40: Deutschland-Sportecho. 20.00: Aus der Philharmonie, Berlin: Wagner-Abend lTeik- Uebertragung). 20.50: Durchläuchting. Ein Funksingspiel nach Motiven von Fritz Reuter. 22.00; Wetter-, Tages­und Svortnachr.: anschl.: Deutschlandecho. 22.30: Eine kl. Nachtmusik. 22.45: Seewetterbericht. 23.00: Robert Ga- -den spielt zum Tanz

Deutschlanvfenver: Montag, 6. Januar

6.00: Guten Morgen, lieber Hörer! Glockenspiel, Tagesspruch, Choral, Wetter. 6.10: Berlin: Gymnastik. 6.30: Fröhl. Morgenmusik Dazw.: 7.00: Nachr. 8.30: Sendepause. 9.00: Sperrzeit 9.40: Sendepause. 11.15: Seewetter­bericht 11.30: Wir machen einen Haushaltplan. 11.40: Jos Aumer: Schädlingsbekämpfung in der Erzengungs- schlacht Anschl.: Wetter.

12.00: München: Musik zum Mittag. Dazw.: 12.55: Zeit­zeichen, Glückwünsche 13.00: Nachr. 13.45: Allerlei von zwei bis Drei! 14.00: Wetter, Börse. 15.00: Pro­grammhinweise 15.15: Jungvolk singt. 15.35: Pimpfe bei der deutschen Reichsbahn Funkbericht.

16.00: Musik am Nachmittag. In der Pause 16.50: Wrr sehendas Gras wachsen!" Das Mikrofon beim elektr Gehirn. 18.00: Klaviermusik. 18.30: Kameradschaft am Alltag. 18.50: Die Welt im Maßstab 1 : 50. Wir berichten aus einer Modellbau-Werkstatt.

19.00: Stuttgart: Fröhl. Alltag. Ein buntes Konzert. 19.45: Deutschlandecho. 20.00: Kernspruch: anschließend: Wetter u Kurznachr. 20.10: Weber Haydn Debussy Liszt. Ein Orchesterkonzert Ltg.: Herm. Stange. 21.10: Spaziergang durch Seldwyla Bilderbogen einer Stadt, dienicht im Baedecker steht" Hörfolge. 22.00: Wetter-, Tages- und Svortnachr.: anschl.: Deutschlandecho. 22.301 Vokalauartette von Joh. Brahms. 22.45: Seewetterbericht.

23.00: Adalbert Sutter svielt mm Tanz.

Bücher Zeitschriften.

Der Zar als Einsiedler.

1825 ist Zar Alexander I., der Freund Friedrich Wil­helms ITT, und der Königin Luise, gestorben. Im Volk ging die Sage um, er hätte noch lange, bis 1864, als Ein­siedler in Sibirien gelebt. Nun wurden vor kurzem, wie wir einem Aufsatz von K. v. Philippoff im Januarheft von Velhagen & Klasings Monatsheften entnehmen, die Lebenserinnerungen des kaiserlichen Hofarztes gefunden. Dieser erzählt: Am 19. November, dem angeblichen Todes­tage Alexanders, habe er seinen Kollegen in Taganrog, wo der Kaiser erkrankt und gestorben sein soll, den vom Zaren unterschriebenen Befehl übermittelt, seine Todeserklärung und das Obduktionsprotokoll zu unterzeichnen, die Leiche des wenige Tage zuvor verunglückten Feldjägers Maskow einzubalsamieren, statt der seinigen in den Sarg zu legen und nach Petersburg zu schicken. Von Wyllie und den übrigen Aerzten verlangte der Kaiser, daß sie beschwören sollten, keinem das Geheimnis seines Todes zu verraten. Der zweite Hofarzt, Tarassow, weigerte sich, seine Unter­schrift unter ein falsches Protokoll zu setzen, leistete aber den gewünschten Eid. Doktor Wyllie erhielt im Jahre 1844 vom Kaiser Nikolaus L den Befehl, seine Erinnerun­gen an jene Tage schriftlich niederzulegen und das einzige Exemplar seiner Aufzeichnungen dem Zaren auszuhändi-, gen. Aus den Anmerkungen und den Unterschriften aus diesem Manuskript geht hervor, daß jeder Zar feinem Thronfolger und nur diesem allein bei Erreichung der Volljährigkeit den wahren Lauf der Geschehnisse offen­barte und die Memoiren Wyllies zeigte. Die letzten Unter­schriften waren die des Zaren Nikolaus II. und seines Bru­ders, des Großfürsten Michael, der bis 1904 Thronfolger war. Tatsächlich hat also Alexander I. nach seinemTod" fast vierzig Jahre als Einsiedler gelebt.