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All-aer Anzeiger

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i^&S % Tageblatt für Rhön und Vogelsberg L«L?L1 Mid-^sE^utL Zulöa- und Haunetal Zulöaer Kretsblatt bach/H. Hauptschriftleiter Friedrich Ehren-

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Anzeigenpreis: 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei Kon­kurs erlisch! jeder Anspruch auf Nachlaß. D.A." XII. 35. 750. Zur Zeit ist Preis­liste Nummer 4 gültig. Verantwortlich für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, LauterbaH-H.

Nr. 2 13. Jahrgang

Fulda, Freitag, 3. Januar 1936

Einzelverkaufspreis 10 Pfg

Ulltersuchllug des Fliegerbombardements auf die schwedische Sanitätsabteilung.

Vertreter des Internationalen Roten Kreuzes an der Todesstätte. Italienische Regierung fordert von Marschall Badoglio Berrcht.

italienische Bombenflugzeuge haben danach Den Ort über­flogen und eine größere Anzahl von Bomben abgeworfen, ohne jedoch größeren Schaden anzurichten.

Nach in Paris eingetroffenen vertraulichen Berichten soll unter den Führern der italienischen Expeditionsirup- Pen in Ostafrika nicht die beste Eintracht herrschen. Es heißt, daß in Kreisen der Milizoffiziere, die dem alten Schwarzhemdenführer Marschall de Bono nachtrauern, seit dessen Abberufung wachsende Mißstimmung über das neue System herrsche, das mit dem Vertreter der regel­rechten Armee, Marschall B a d o g l i o, im Oberbefehl der Ostafrikatruppen eingezogen sei.

Nicht nur in Schweden, sondern auch im übrigen Ausland beschäftigt sich die Öffentlichkeit mit dem A b - wurf von Fliegerbomben aus die schwe­dische Sanitätsabteilung an der abessinischen Südfront. Die Empörung über die Verletzung des Genfer Rote-Krenz-Ablommens durch die italienischen Flieger ist vielfach sehr groß. Angesichts der Erbitterung, die be­sonders in Schweden entstanden ist, hat daher die ita­lienische Regierung vom Oberbefehlshaber der italienischen Expeditionstruppen in Ostafrika, M a r - schall Badoglio, einen vollständigen Bericht über das Fliegerbombardement auf die schwedische Rote-Krenz- Station bei Dolo angefordert.

Von amtlicher abessinischer Seite wird jetzt folgende Darstellung gegeben: Zwölf italienische ^ozeuge hätten am Morgen des 30. Dezember Truppen

Desta überflogen und Flugzettel abge - w.. in denen behauptet wurde, daß die Abessinier für gefangenen italienischen Flieger den Kopf abg ten und daß infolgedessen Sühnemaßnah- men Eine Viertelstunde darauf erfolgte ein So, .nd Mafchinengewehrangriff italie. . ..ugzeuge auf die schwedische Rote-Kreuz- Station bei Melka Dideka in der Nähe von Dolo.

Der Chefarzt Dr. Hylander und ein zweiter schwe­discher Arzt wurden verwundet, 30 Abessinier getötet und 50 Abessinier verletzt. Bei den getöteten und ver­letzten Abessiniern handelte es sich um Kranke und Lazaretthelser.

Einige der zahlreichen schweren Bomben, die die italie­nischen Flugzeuge abwarfen, hätten Giftgase enthalten. Eine Mitteilung des amtlichen italienischen Nachrichten­büros Stefani bestätigt im allgemeinen den abessi­nischen Bericht.

Die in der Erklärung der italienischen Negierung über das Bombardement enthaltene Begründung, daß sich die Abessinischen Führer beim Erscheinen der italienischen Flugzeuge in die Zelte des Roten Kreuzes zu flüchten 'slec-en wird in Addis Abeba mit der Feststellung zurü^ gewiesen, daß die schwedische Rote-Kreuz-Station sich mindestens ein Kilometer von den nächsten abessinischen Truppen entfernt befunden habe. Sie sei durch Rote- Kreuz-Fahnen kenntlich gemacht worden. Der Vertreter des Internationalen Roten Kreuzes in Abessinien, B r o w n, hat sich im Auftrage des Internationalen Roten Kreuzes von Addis Abeba an die Stätte des Bombarde­ments begeben, um eine Untersuchung anzustellen.

Neue schwedische Lazareiiabteilung für Abessinien.

Wie aus Stockholm verlautet, wird das schwedische Rote Kreuz nunmehr eine neue, größere Mission nach Abessinien entsenden. Die Mittel werden durch öffentliche Spenden aufgebracht. In den zwei Tagen, die seit dem Bombardement vergangen sind, sind bereits erhebliche Summen für diesen Zweck eingegangen.

Die s ch w e d i s ch e P r e s s e äußert sich höchst entrüstet über die Zerstörung der Rote-Kreuz-Station. Auch in den übrigen nordischen Q" ->ern herrscht Erregung über den Vorfall. D'; M-Hu. ? ch e Ministerpräsident gab der " paukte 1). daß die öffentliche Meinung der Welt oa^egen und Vorgehen verurteilen werde. Der finnisch. Präsident und der dänische Außenminister gab^rltef1 .Zungen ab, in denen sie sich der Trauer Schwedens anschließen.

Italienische Stellungnahme.

Die italienische ZeitungM e s s a g e r o" nimmt zu den angeblich ungenauen Berichten der Auslandspresse über das italienische Fliegerbombardement auf ein schwe­disches Roie-KreuzLazarett folgendermaßen Stellung: Es ist leicht vorauszusehen, daß die Feinde Italiens in Genf und anderswo neue Kundgebungen gegen Italien zu organisieren versuchen werden, um zu beweisen, daß Italien die internationalen Abmachungen nicht achtet. Sie werden versuchen, gegen Italien die Entrüstung derer aufzustacheln, die über den Gebrauch von Dumdum-Ge­schossen und die abscheulichen Barbarentaten seitens der Abessinier noch nicht gut unterrichtet sind. Italien darf sich über diese neue Offensive nicht zuviel Sorg e machen. Man muß vor allem der Wahrheit und der Richtigkeit der italienischen Sache vertrauen schenken."

In Abessinien regnet es.

Wieder zwei italienische Flugzeuge abgeschosseu.

In M i t t e l a b e s s i n i e n regnet es bereits wieder seit mehreren Tagen, so daß man mit dem Beginn dec sogenanntenkleinen Regenzeit" in ganz Abessinien dem­nächst rechnen muß. Saburd) würden mental ionischen Kampfhandlu n g e n aufs s ch w e r st c b e h i n de rt werden. Dieklemen Regen" bestehen vpr allem aps

Nebeln und starkem Tau, wodurch den italienischen Flug­zeugen die Operationsmöglichkeit genommen würde. Andererseits können die Abessinier besser ihre Klein­kriegtaktik anwenden.

An der Nordsront hält die Gefechtstätigkeit an. Die abessinischen Truppen rüden langsam nordwest­lich von Makalle vor

und sind in heftige Einzelkämpfe verwickelt. Von italie­nischer Seite wird gemeldet, daß bei Kämpfen im Tem- biengebiet die Verluste auf italienischer Seite 44 Mann europäischer Truppen und acht eingeborener Soldaten be­tragen haben. Verwundet wurden zwölf weiße und zwei schwarze Soldaten. Vom oberen Webi Schebeli an der Somalifront werden gleichfalls Zusammenstöße gemeldet.

Nach offiziellen abessinischen Meldungen sind an der Nordfront wieder zwei italienische Flugzeuge abgeschossen worden. Das eine Flugzeug wurde im nordwestlichen Grenzgebiet von der abessinischen Abwehr in Brand geschossen und stürzte ab, wobei sämtliche vier Insassen ums Leben kamen. Das zweite Flug­zeug wurde in der Gegend von Makalle zum Absturz gebracht.

Eine weitere abessinische Meldung berichtet über einen neuen Bombenangriff auf Dagabur. Vier

Die smzW-ciOW MMMkWlUM

Eine Verständigung über die militärische Zusammenarbeit bereits erzielt?

Über die Verhandlungen zwischen den britischen und französischen General- stäben berichtet die englische ZeitungDaily T e l c * grab h". die französischen Militärs hätten bei den gegen­wärtigen Verhandlungen gefragt, welchen Beistand Frankreich von England auf dem Lande und in der Luft im Falle eines Angriffs an der französischen Nordgrenze erwarten könne. Diefe weitreichende Frage sei im Zusam­menhang mit der Erwägung aufgeworfen worden, daß die Notwendigkeit einer Truppen Verstärkung an der französisch-italienischen Grenze die Zurückziehung französischer Truppen von der Nordgrenze mit sich bringen würde.

Die englische ZeitungDaily Expreß" meldet, Frankreich habe England bereits Z u s i ch e r u n g e u für die Zusammenarbeit in der Luft, zu Wasser und aus dem Lande gegeben. Umgekehrt seien entsprechende Ver­sicherungen auch von England an Frankreich erteilt wor­den. Der Pariser Berichterstatter desNews C h r o n i c l e" glaubt, daß

die Pläne bis ins letzte am Tage des Zusammentritts des Völkerbundes zur Beratung der Olsperre scrtig- gestcllt sein Würben. Frankreich schlage u. a. die Errichtung französisch-britischer L u f t st ü tz p u n k t e an der französischen Nordostgrenze für den Fall vor, daß französische Truppen und Flugzeuge an die Südgrenze entsandt werden. Zunächst sollten britisches Personal und Material für die Flugplätze bereitgestellt werden, so daß im Falle einer Auseinandersetzung im Mittelmeer nichts mehr zu tun übrigbliebe, als daß britische Flugzeug­geschwader nach Frankreich hinüberfliegen würden. Dail y M a i l" meint zu den Verhandlungen, daß über die gegenseitige militärische Zusammenarbeit Englands und Frankreichs bereits eine Verständigung erzielt worden sei, die den Erfordernissen des Augenblicks entsprechen würde.

Verbesserung der deutsch-französischen Beziehungen.

Ansprache des französischen Botschafters vor der franzö­sischen Kolonie in Berlin.

Auf der Neujahrsfeier der französischen Kolonie in Berlin hielt der französische Botschafter Francois- P o n c c t eine längere Ansprache, in der er u. a. aus- führte, daß der die französische Politik beherrschende Ge­danke das Siegel der Kontinuität trage. Das verflossene Jahr gestattet, so schloß die Ansprache, eine fühlbare V e r- b e s s e r u n g der deutsch-französischen Be­zieh u n g e h festzustellen. Niemand freut sich mehr und aufrichtiger darüber als wir; niemand wünscht heißer, daß diese Verbesserung sich weiter entwickeln und festigen möge. Das Jahr, das wir zusammen beginnen, soll das Sahr der Olympischen Spiele fein.^p es auch üt

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Römische Drohungen

Vergeltungsmaßnahmen gegen Abessinien?

Rom, 3. Januar.

Die gesamte römische Presse kündigt starke Vergeltungs­maßnahmen gegen die abessinischen Truppen an, die, wie das halbamtlicheGiornale bStalia betont, den Schutz des Rote-Kreuz-Zeichens in unerträglicher Weise mißbrau­chen. Die Grausamkeiten und die Verstöße der abessinischen Truppen gegen das internationale Recht können, schreibt das Blatt, zu gegebener Zeit dokumentarisch belegt wer­den. Heute müsse dagegen vorgegangen werden. Alle Kriegsmittel müßten angewendet werden. Dies sei not­wendig. da die Abessinier in der Anwendungunmensch­licher Kriegsmethoden" gegen Italiener vorangegangen seien. Da das Leben der Italiener und ihrer Schützlinge in keiner Weise von den Abessiniern geschont werde, könne es für das Leben der Abessinier keine Gnade mehr geben. Die heutige Vergeltungsmaßnahme für die Ermordung eines italienischen Fliegers genüge nicht mehr.

Lavoro Fascista" spricht in diesem Zusammenhang dann offen von der Anwen^ing dermodernsten un? mörderischsten Kriegsmittel", von denen bisher Italic' Abstand genommen habe.

unserer Erinnerung als das der Olympischen Spiele bleiben. Möge das Schauspiel dieses auf friedlichem Wege ausgetragenen sportlichen Wettstreits, möge biO Symbol der fünf ineinandergefügten Ringe nicht eine Vergangenheit abschließen, sondern die Zukunft an­kündigen.

Betrug mit WHW.- Plaketten?

Zwei Fabrikanten in Verdacht.

Die Justizpressestelle beim Amtsgericht Sonneberg teilt mit: Gegen zwei Fabrikanten aus Mengersgereuth- Hämmern ist der Verdacht aufgetaucht, daß sie sich bei der Lieferung von Plaketten für das Winterhilfswerk Un­regelmäßigkeiten haben zuschulden kommen lassen. Die zuständigen Parteistellen und die Strafverfolgungs­behörde haben die Untersuchung der Angelegenheit sofort eingeleitet. Da die beiden Fabrikanten des Betruges dringend verdächtig sind, wurden sie in Untersuchungs­haft genommen. Einer von ihnen, der Mitglied der Partei war, wurde sofort ausgeschlossen.

Neujahrsgratulauten vor dem Hause des Führers. Tausende hatten sich am Morgen des Neujahrstages vor der Reichskanzlei in Berlin eingefunden, um dem Führer den Neujahrsgruß zu entbieten. - Hitler dankt den Gratulanten vom Balkon der Reichskanzlei, (schert Bilderdienst.)