Großes Aeujahrswecken in der ^eichshaupistadi.
.» vielen Plätzen der Reichst) auptstadt - coe der Neujahrstag in herkömmlicher Weise durch das roße Weckendes Heeres eingcleitet. Die Berliner 'imen an diesem militärischen Schauspiel trotz der frühen rgenstunde großen Anteil. Pünktlich um 6.30 Uhr erscholl das Kommando „Großes Wecken", und mit dem Präsentiermarsch und unter den Klängen des „Freut euch des Lebens" verließ die Regimentsmusik mir dem für das Große Wecken befohlenen Zug den Kasernenhof.
Wie in alten Zeiten, setzten sich viele Hunderte marschtüchtiger Berliner an die Spitze des Zuges. Als der Zug unter flotten Märschen zum Brandenburger Tor kam und von neuem die Musik des Großen Weckens intonierten, standen hier schon mehrere Tausende, an denen die Truppe im Parademarsch vorbeimarschierte. Noch einmal hörte man Unter den Linden, und zwar vor der^Stadtkomman- dantur gegenüber dem Zeughaus, das „Freut euch des Lebens". Das Große Wecken hatte fast zwei Stunden gedauert.
Wie die Berliner dem Führer zum neuen Jahr gratulierten.
Der Führer hat am Silvesterabend der Festauf- sührung der Leharschen Operette „Die lustige Witwe" im Deutschen Opernhaus in Charlottenburg beigewohnt, mit ihm Reichsminister Dr. Goebbels, Rcichsleitcr Bouhler, Sabschef Lutze. Auf dem Wilhelmplatz hatten sich schon lange vor Mitternacht große Menschenmassen angesammelt, um dem Führer zu gratuliere». Als kurz nach 12 Uhr der Führer auf dem Balkon der Reichskanzlei erschien, schollen ihm Sprechchöre entgegen: „Wir gratulieren zum neuen Jahr!" Immer erneute Heilrufe auf den Führer wurden ausgebracht. Eine Reihe von Gratulanten, die Blumenspenden brachten, durfte die Reichskanzlei betreten und dem Führer persönlich die Blumen übergeben.
Feierliche Flaggenparade bei der Kriegsmarine
Die Kriegsmarine stadt Kiel ruhte noch von der Silvesternacht aus, als schon Kommandos und schrille Signale über die Decks der im Kieler Hafen liegenden Schiffe ballten. In Kiel-Wik war alles lebendig. Da lagen im Torpedobootshafen die U-Boote und Fahrzeuge der U-Schule. An der Tirpitz-Mole hatten einige Minensuchbootflottillen festgemacht.
Panzerschiff „Admiral Scheer" hatte an der Scharnhorst-Brücke festgemacht. Kurz vor 8 Ubr trat eine Ehrenwache mit der Flottenkapelle auf der Schanz des Panzerschiffes „Admiral Scheer" an. Im weiten Umkreis lag noch die Dämmerung auf der Kieler Förde und den Ufern, als es von allen Schiffen 8 Uhr glaste. Kommandos ertönten, die Ehrenwache präsentierte aus der Schanz unter dem Drillingsturm das Gewehr, und bei den Klängen des Deutschland- und des Horst-Wessel- Liedes stieg am Heck und auch am Top aller Schiffe erstmalig im neuen Jahr die Reichskriegsflagge langsam empor. Einige flotte Marschweisen beendeten die schlichte und erhebende Feier.
Nach allem Brauch fand am Neujahrsmorgen ein Glückwunschaustausch zwischen den beiden dienst- ältesten Kommandanten der deutschen Kriegsmarine und der deutschen Handelsmarine statt.
Das lebendige Nelenntnis der Kirche.
Eine Jahresbotschaft des Vorsitzenden des Reichskirchen- ausschufses.
Zum Jahreswechsel nahm der Vorsitzende des Reichskirchenausschusses, Generalsuperintendent D. Zoellner, in der Wochenschrift „Das evangelische Deutschland" das
. Ter Reichskirchenausschuß, so beginnt D. Zoellner, gcht Heil unserem Führer und allen, die von ihm zur aierung unseres Volkes berufen sind, nicht zuletzt dem bestellten Reichsminister für die kirchlichen Angelegensten. Vor allem aber grüßen wir unsere teure evangelische Kirche! Für das ihr fehlende ^'irchenregimeni sind wir als Treuhänder berufen.
D. Zoellner sagt dann, daß das Bewußtsein von der Jabe des Bekenntnisses wieder wach und lebendig geworden sei. Es gehe jetzt darum, jede Überhebung und Rechthaberei auszuschließen und miteinander sich zum lebendigen Wachstum zu verhelfen. Diese Gemeinschaft allein sei das Ziel. Am Schluß seines Grußwortes kommt D. Zoellner aus die Arbeit der Kirchenausschüsse zu sprechen und knüpft hieran die Bitte: Prüft den Weg, den wir gehen! Und wenn ihr keinen besseren wißt, dann kritisiert nicht bloß! Helftvielmehr mit durch Gebet und Fürbitte, auch für uns!
Devisengenehmigungen für Auslandsreisen Jugendlicher.
Die Reichs stelle für Devifenbewirtschaftung hat durch Runderlaß angeordnet, daß Devisenerwerbs- und Devisenverwendungsgenehmigungen zur Durchführung von Auslandsreisen durch Fahrtengruppen Jugendlicher oder jugendlicher Einzelwanderer, d. h. solcher männlicher Personen, die das 18. und solcher weiblicher Personen, die das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, im Rahmen der schon bisher geltenden Bestimmungen für private Auslandsreisen nur dann erteilt werden dürfen, wenn die entsprechenden Anträge von dem Fahrtenamt der Reichsjugendführung, Abteilung Ausland, Berlin NW 40, Kronprinzenufer 10, befürwortet werden. Ausgenommen von dieser Regelung sind lediglich Reisen von Jugendlichen ins Ausland in Begleitung der Eltern sowie Reisen in das Ausland zum Studienaufenthalt oder Schulbesuch.
Internationale Auiomobilausstellung Verlin 1936.
Vom 15. Februar bis 1. März.
Die Internationale Automobil- und Motorrad - Aus stellung belegt auch im Jahr 1936 sämtliche Hallen am Kaiserdamm in Berlin, die durch eine neu zu erbauende Halle noch erweitert werden müssen, da die Anmeldungen aus der Wirtschaft so zahlreich sind, daß die riesenhaften Ausstellungsräume am Kaiserdamm nicht mehr zureichen. Die Ausstellung wird auch in diesem Jahre wiederum imZeichendesAufstiegs der deutschen Automobilindustrie stehen. Sie begegnet schon heute stärkstem internationalen Interesse.
Neiiiiihlsbrsehl an die deilsihe Wehrmaiht.
Adolf Hitler: Vorwärts für den Frieden, die Ehre und die Kraft der Nation!
Zum Beginn des neuen Jahres haben der O b e r st e BefehlshaberdcrWehrmacht, derRcichskricgs- minister und die Oberbefehlshaber des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe an die deutsche Wehrmacht N e u j a h r s b e f e h l c gerichtet. I» dem Neujahrsbefehl des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht heißt es:
Soldaten!
Ein entscheidendes Jahr der deutschen Weltgeschichte liegt hinter uns. Das Reich ist wieder frei und stark.
Ich spreche allen Soldaten und den sonst am Aufbau der Wehrmacht Beteiligten meinen Dank und meine Anerkennung für die Leistungen im vergangenen Jahre aus. Die Losung für 1936 heißt: Immer wieder vorwärts fürdenFriedcn,dieEhreunddieKraft der Nation!
Berlin, den 31. Dezember 1935.
Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht.
Adolf Hitler.
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An die Wehrmacht!
Im Zeichen der allgemeinen Wehrpflicht beginnen wir ein neues Jahr des Ehrendienstes an Volk und Reich.
Wir wollen weiter zusammen stehen in Treue, ManneszuchtundHingabesürDeutschl and und unseren Obersten Befehlshaber.
Berlin, den 31. Dezember 1935.
Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht.
von Blomberg.
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An das Heer!
Mit Stolz kann das Heer aus die Arbeit des vergangenen Jahres zurückblicken.
Ich weiß, daß Führung und Truppe auch werter hin ihrePflicht erfüllen werden.
Berlin, den 31. Dezember 1935.
Der Oberbefehlshaber des Heeres.
F r h r. von Fritsch.
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An die Kriegsmarine!
Die Wehrfreiheit hat die Kriegsmarine vor neue große Aufgaben gestellt. Mit Tatkraft und freudiger Hingabe sind sie im vergangenen Jahr in Angriff genommen worden.
Im neuen Jahr werden wir mit gleicher Entschlossenheit ans Werk gehen.
Berlin, den 31. Dezember 1935.
Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine. Raeder.
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An die Luftwaffe!
Allen Angehörigen der Luftwaffe spreche ich meine Anerkennung und meinen Dank für die im vergangenen Jahre bewiesenePslichttreue aus. Ich erwarte, daß sie sich auch im neuen Jahre der Größe der zu bewältigenden Aufgaben bewußt bleiben, und übermittle ihnen meine besten Wünsche für eine erfolgreiche Arbeit am gemeinsamen Werk.
„Neue große Aufgaben warten auf uns."
Die Neujahrsansprache Dr. Goebbels an das deutsche Volk.
Reichsminister Dr. Goebbels hielt am letzten Tage des Jahres eine Ansprache au das deutsche Volk, die über sämtliche deutschen Rundfunksender übertragen wurde. Der Minister umriß die großen Aufgaben des neuen Jahres und übermittelte der ganzen Nation den Dank des Führers für das bisher Geleistete.
Dr. Goebbels gedachte zunächst der letzten Kabinettssitzung, in der der Führer der Reichsregierung seinen Dank für die Arbeit im vergangenen Jahre ausgesprochen hatte. Mit Bewegung hätten dabei alle der Mühen und Sorgen, der Freuden und Erfolge dieses wahrhaft historischen Jahres gedacht.
„Nur allzu viele Menschen", so fuhr Dr. Goebbels fort, „gibt es, die sich gerne und fast mit Bosheit über die kleinen Unannehmlichkeiten des Alltags ereifern. Sie geraten dann leicht in die Gefahr, das Kind mit dem Bade auszuschütten, und möchten am liebsten das Licht überhaupt ausblasen, weil es natürlicherweise auch einen Schatten wirft. Es gibt im menschlichen Leben gar nichts, das nicht seine zwei Seiten hätte.
Gerade bei bem eben verflossenen Weihnachtsfcst konnten wir Deutschen so recht fest stellen, wie gut es das Schicksal im vergangenen Jahr mit uns gemeint und wie reich es unsere Arbeit und Mühe belohnt hat.
Wohin wir in Europa schauten, waren Völker und Regierungen von schweren innen- und außenpolitischen Krisen heimgesucht. Vielen Ländern fehlte die willensmäßige Festigkeit, die so notwendig ist, um die schweren Schäden unserer Zeit zu überwinden. Mitten in dieser unruhigen und turbulenten Welt lag unser Deutschland wie eine stille und gesegnete Insel des inneren und äußeren Friedens.
„Man mag", so erklärte der Minister, „an dem bet uns herrschenden politischen Regime im Auslande kritisieren, was man will. Eins ist unbestreitbar, daß die ganze Welt uns darum beneidet, daß wir wieder auf weite Sicht arbeiten können, daß
das deutsche Volk Vertrauen zu seiner Regierung hat, und daß es mit Zuversicht und fester Hoffnung den kommenden Entwicklungen entgegenschaut."
Das Jahr 1935 werde als das Jahr der deutschen Freiheit in die Geschichte übergehen. „Drei markante Ereignisse haben diesem Jahr ihren Stempel aufgedrückt: der Sieg an der Saar, die Wiederherstellung der deutschen Wehrhoheit und der Abschluß des deutsch-englischen Flottenabkommens. Sie haben Deutschland, das durch den Versailler Vertrag zur ewigen innen- und außenpolitischen Ohnmacht verurteilt werden sollte, wieder in die Reihe der souveränen Staaten hineingernckt. Und das
Ein großes Jahr liegt hinter uns. Deutschland hat seine Wehrhoheit wieder. Die Luftwaffe verdankt ihre Wiedergeburt einzig und allein dem Siege der nationalsozialistischen Idee. Aus dem Glauben an den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht wird sie die Kraft schöpfen, höchste Leistungen auch im kommenden Jahre zu vollbringen.
Der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe.
Hermann Göring.
Glückwunschwechsel zwischen dem Führer und dem Papst
Jm Auftrage des Führers und Reichskanzlers hat der Deutsche Botschafter beim Heiligen Stuhl Seiner Heiligkeit dem Papst zum Jahreswechsel die Glückwünsche des Deutschen Reichskanzlers und der Reichsregierung bei der Neujahrsaudienz überbracht. P a p ft Pius XI. hat den Botschafter von Bergen gebeten, dem Führer und Reichskanzler sowie der Reichsregierung mit seinem aufrichtigen Dank die beste Erwiderung der Neujahrswünsche zu übermitteln.
Neujahrsbefeh! an das NSKK.
In dem Neujahrsbefehl des Korpsführers Hühnlein an das NSKK. heißt es u. a.: In z ä h e r, st i l l e r Kleinarbeit fügte das Korps Stein an Stein. Ein jeder gab sein Bestes. Vieles ist erreicht worden, doch manches bleibt noch zu tun übrig. Nürnberg und Koburg heißen die Marksteine dieses Jahres, auf die das Korps mit Stolz zurückblickt. M i t uns marschiert die Jugend, der unser Herz gehört. Ein neues Jahr mit neuen Aufgaben zieht heran. Große Zeiten erfordern ganze Männer. Tanken wir dem Herrgott, daß er uns in eine solche Zeit gestellt. Es lebe Deutschland! Es lebe der Führer! 1936 Sieg Heil!
Der Aeichsärzieführer an die Ärzte.
Reichsärzteführer Wagner erklärte in einem Aufruf zum Jahreswechsel: Immer soll und wird sich die d e u t s ch e Ä r z t e s ch a f t in den Kampf um die Zukunft der Nation einreihen und zusammenschließen. Uns wird erst der deutsche Mensch genügen, der nicht nur nicht krank, sondern im Vollbesitz seiner erbbiologischen und rassisch erreichbaren Leistungsfähigkeit und Gesundheit steht.
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Danksagung und AenjahrSwiinsche des Führers
Der Führer und Reichskanzler hat auch in diesem Jahre zum Neujahrstage eine Fülle von Glück wünschen deutscher Volksgenossen aus dem Reich und dem Ausland, ebenso von den Freunden Deutschlands in fremden Ländern und von den Ausländsdeutschen in der ganzen Welt erhalten. Bei der großen Zahl dieser Kundgebungen, die ihm aus allen Bevölkerungskreisen persönlich, schriftlich und telegraphisch in diesen Tagen dargebracht worden sind und die ihn herzlich erfreut haben, ist es ihm zu seinem lebhaften Bedauern nicht möglich, die Glückwünsche im einzelnen zu erwidern.
Der Führerund Reichskanzler spricht daher allen, die zur Jahreswende seiner so freundlich gedacht haben, auf diesem Wege seinen herzlichen Dank aus, wobei er gleichzeitig ihre Neujahrswünsche bestens erwidert.
Wunderbare an diesen Vorgängen ist, daß sie nicht etwa, wie vielfach befürchtet wurde, den europäischen Frieden gefährdeten, sondern ihm erst seine eigentliche Festigkeit und Sicherheit gaben. Denn
nur das ohnmächtige und zerrissene Deutschland war eine Gefahr für die Stabilität des europäischen Kräfteausgleichs. Wir sind nun nicht mehr Spiel- ball in den Händen der Weltmächte. Deutschland hat wieder seinen eigenen politischen Willen und ist entschlossen, ihn auch durchzusetzen.
Wenn Weihnachten zum ersten Male in großem Umfange die jungen Soldaten unserer neuen Wehrmacht als Urlauber in ihre Heimat zurückkehrten und den Städten und Dörfern des ganzen Reiches damit ein neues Gepräge gaben, so ist dieses qjte, liebe Bild, das wir so lange schmerzlich entbehren mußten, für das ganze Volk ein Zeichen dafür gewesen, wieviel sich im Jahre 1935 in Deutschland gewandelt hat. Die Nation ist heute wieder in der Lage, ihre Ehre, und ihren Bestand durch eigene Kraft zu beschützen. Dieses große Ziel konnte selbstverständlich nicht ohne ebenso große Opfer erreicht werden.
Die Wiedererringung unserer politischen Freiheit ist die Voraussetzung für wirtschaftliche und soziale Erfolge.
Sie mußte deshalb auch vordringlich gelöst werden uno bedingte eine Reihe von Einschränkungen, Unbequemlichkeiten und Opfern. Es zeugt für den politischen Sinn des deutschen Volkes, daß es diese mit freudiger Entschlossenheit auf sich genommen hat. Noch ist ein großer Teil der Arbeitslosigkeit, die wir als furchtbarstes Erbe des vergangenen Regimes übernehmen mußten, nicht überwunden. Noch gestattet die Niedrigkeit der Löhne einem großen Teil unseres Volkes nicht, an den materiellen und ideellen Gütern der Nation gleichberechtigt teilzunehmen.
Weil wir Rohstoffe für die Arbcitsschlacht und für die Wehrhastmachung unseres Volkes nötig haben, mußten wir die Einfuhr von Lebensmitteln, vor allem von Fetten und Fleisch, zu einem Teil einschränken.
Das bedingte zeitweilige Verknappungen an Butter mib Schweinefleisch. Es mußte hier Tag für Tag versucht werden, zu einem gerechten und erträglichen Ausgleich zu kommen. Negierung und Volk haben schon im vergangenen Jahr ihre Sorgen gehabt, und werden sie auch im künftigen haben. Entscheidend aber ist, daß wir nach besten Kräften gegen Elend und Mangel ankämpften und nicht untätig zuschauten, wenn sich irgendwo ein Notstand bemerkbar machte."