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Erjcheint jeden Werktag. Wochenbeilage:Der , - _. _ . _ . .. , , äU»ä^s Tageblatt für Rhön un- Vogelsberg Ä'1 ssa^Äsn-s Zulöa- UN- Kaunetal Zul-aer Kreisblatt bach/H. Hauptschriftleiter Friedrich Ehren. 7 v

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Nr. 299 12. Jahrgang

Fulda, Montag, 23. Dezember 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Mittelmeerstaaten im Kriegsfall auf Seiten Englands.

Die Antwort auf die englische Anfrage. Kampfbeschluh des Grohen Faschistischen Nates.

Der englische Schritt bei den Mittel- meermächten und eine Entschließung des Großen Faschistischen Rates von Italien zeigen, daß die Entwicklung der politischen Lage nach dem Scheitern des Pariser Plans sich zu verschärfen beginnt. Wie aus London über den englischen Schritt bei den Mittelmeerstaaten bekannt wurde, hat England an die fünf Mittelmeermächte Spanien, Griechenland, Jugoslawien, die Türkei und Ägypten Noten mit der Anfrage gerichtet, ob sie bereit seien, England im Falle eines italienischen Angriffs zu unterstützen, wenn England in der Durchführung der Völkerbundssanktionen begriffen sei. Wie weiter aus London gemeldet wird, haben die Regierungen Griechenlands, Jugoslawiens und der Türkei sofort in bejahen­dem Sinne geantwortet und Unterstützung versprochen.

Die aus Kairo vorliegenden Nachrichten besagen: Jetzt, nachdem die Aufgabe des Pariser Friedensplanes die Lage im italienisch-abessinischen Konflikt außerordent­lich kritisch gestaltet hat und darüber hinaus zu einer

Verschärfung der Spannung zwischen Italien und England

geführt hat, geben amtliche und nichtamtliche ägyp­tische Kreise ihrer festen Überzeugung Ausdruck, daß ein bewaffneter englisch-italienischer Zusammenstoß im MittelmeerÄgypteuanderSeiteEnglands finden wird. Sie sehen, daß die Geschicke Ägyptens mit denen Großbritanniens aufs engste verknüpft sind und daß Ägypten nicht den ernsten Wunsch habe, England gerade im gegenwärtigen Zeitpunkt und unter den augen­blicklichen politischen Umständen Schwierigkeiten in den Weg zu legen.

Wir müssen zur SanMonsyoliijk zurück."

In diesem Zusammenhang ist eine Rede recht auf­schlußreich, die der englische Schatzkanzler Neville Chamberlain gehalten hat. Er erklärte u. a., daß die Pariser Friedensvorschläge tot und begraben seien und nicht mehr zum Leben erweckt werden würden, und sagte dann:

Ich vermute, daß für den Augenblick alle Versuche einer friedlichen Regelung als beendet betrachtet werden müssen. Wir müssen daher zur Sanktionspolitik z u r ü ck z u k e h r e n.

Ich vertraue darauf, daß die Völkerbundsstaatcr zeigen werden, daß sie gewillt sind, sich in Bereit schaft zu setzen, um jedem Angriff Widerstand zu leisten, der gegen irgendeinen Völkerbundsstaal unternommen werden könnte.

Die Rede des Schatzkanzlers klang in der Forderung aus, daß England mit Macht a u f r ü st e n müsse, um seine kollektive Sicherheitsverpflichtungen erfüllen zu können.

Italien entschlossen zum Kamps bis zum Sieg.

Die Entschließung des Großen Faschistischen Rates von Italien, der sich mit der neuen Lage befaßt und sich dann auf den 18 Januar vertagt hat, ist ein Kampfbeschluß. In ihr heißt es:

Der Große Faschistische Rat stellt fest, daß das italie­nische Volk gegenüber der offenkundigen Desorientierung und den Widersprüchen in der Gattung der Sanktions­länder in der strengen Verteidigung des eigenen Rechts unerschütterlich einmütig bleibt, indem es mit der Goldspende einen machtvollen Beweis seines Wider­stands- und Siegeswillens gibt. Er entbietet den Soldaten und Schwarzhemden, die in Ostafrika mutig für die Sache der Zivilisation und für die höchsten Ziele der Sicherheit und Zukunft der Nation kämpfen, seinen Gruß und stellt fest, daß die Aktion des fas ch i st i s ch e n Italien mit unbeugsamer Entschlossenheit für die nötige Erreichung der vom Duce für die Geschicke des Vaterlandes vorgezeichneten Ziele fortgesetzt wird."

Schließlich hat der Große Faschistische Rat von einer Erklärung Kenntnis genommen, die vom Vorsitzenden üe^ Reichsverbandes der italienischen Industrie, Graf Volpi, vorgelegt worden war. In dieser Erklärung heißt es, daß der Geist der Disziplin und des Wider­standswillens der organisierten Massen mit dem An­dauern des vergeblichenErstickungsversuchs' weiter zn- nimmt, daß ferner die italienischen Erzeuger unter den gegenwärtigen Umständen die Gelegenheit ergreifen, um eine immer größere wirtschaftliche Autarkie zu verwirk­lichen, die sie im höchsten Grade von den Formen der Abhängigkeit vom Auslande befreit, die eine schwere Belastung für die Freiheit und die Unabhängigkeit des italienischen Volkes bilden.

*

Eine amtliche italienische Verlautbarung besagt daß die i t a l i e n i s ch e R e g i nun g keine Antwort auf die sogenannten Pariser engluch-franzosischen ^nedensvo^ siMägtz VrbâK werbe; wl dvPr PÄtNü Äs - LMtchM-

würden. Italien werde seinen geraden Weg allein welter­gehen.

Italienische Truppenverstärknngen für Libyen,

Großes Aufsehen erregte in England eine Mitteilung des diplomatischen Mitarbeiters desDaily Tele­graph", wonach die Lage in Libyen und Ägypten zu ernsten Besorgnissen Anlaß gebe. Es sei festgestellt, daß Italien im Begriffe sei, eine weitere mechani- sierteDivisionnachLibyenzusenden. Die Stärke der italienischen Truppen an der ägyptischen Grenze über­treffe die anglo-ägyptische um das Dreifache. Von der an­geblich seinerzeit zurückgezogenen einen italienischen Division sei in Wahrheit der größere Teil in Libyenzurückgeblieben. Außerdem seien während der letzten Wochen mehrere Hunderte von Kraftwagen und Tanks nach Libyen gebracht worden, so daß man in London eine sehr ernste Auffassung von der italienisch-englischen Spannung in Nordafrika gewonnen habe.

*

Eden englischer Außenminister.

Nach einer amtlichen eng­lischen Meldung ist der bis­herige Minister für Völker- bundsangelcgenheiten,' An­thony Eden, als Nachfol- ner des zurückgetreteyeu Sir, Samuel Hoare zum cngli- schen Außenminister ernannt worden. Der Posten des Völkerbundsministers wird, wie es heißt, nicht neu besetzt.

Anthony Eden ist als Anhänger der Sanktions­politik im englischen Kabi­nett bekannt. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger ver­tritt er den Standpunkt, daß

die englische Politik in enger Anthony Eden Anlehnung an die des Vol- «Wagenborg-Bildarchiv M.) kerbundes geführt werden müsse. Mit seiner Ernennung scheint der Kurs der englischen Außenpolitik dahin festgelegt zu wer­den, daß besonders in der Frage der kollektiven Sicherheit die englische Politik, wie sie auch in dem vor den Wahlen zum Ausdruck gekommenen Programm der Regierung Baldwin dem englischen Volke verkündet wurde, gegen­über dem Völkerbund und in der Haltung Englands im Abessinienstreit aus ihre bisherige Linie zurück­geführt werden müsse.

Eden ist Anfang des Jahres dadurch weiteren Kreisen der Öffentlichkeit bekannt geworden, als er zu­sammen mit dem damaligen englischen Außenminister Simon der Reichsregierung in Berlin einen Besuch ab­stattete und dann seine diplomatische Reise allein nach Warschau und Moskau fortsetzte. Wie damals, ist auch bei späteren Ereignissen, die die englische Politik be- rührteu, oft davon die Rede gewesen, daß die Stellung Edens im englischen Kabinett erschüttert sei. So war auch bei der kürzlichen politischen Krise in England, die durch den Pariser Plan entstanden war, das Gerücht aufgetaucht, daß Eden zurücktreten werde. Aber wieder hat sich das Gerücht als falsch erwiesen, und die jetzige Ernennung Edens zum englischen Außenminister beweist, daß Eden im englischen Kabinett eine angesehene Stellung einnehmen muß und daß seine Politik, die er im Namen der englischen Negierung im Völkerbund betrieb, in eng­lischen Regierungskreisen gebilligt wird.

Mlliardtnlredit Frankreichs für Sowjetrußland?

Auszahlung aus Schleichwegen. Privatbank als Strohmann".

Die politische und literarische WochenzeitungGriu- goire" will wissen, daß die französische Regie­rung im Begriff stehe, der S o w j e t r e g i e r u n g eine Anleihe von einer Milliarde Fran­ken zu gewähren. Da sie dabei jedoch mit dem Wider­stand der öffentlichen Meinung zu rechnen habe, werde diese Finanzoperation wahrscheinlich auf â m w e g e n vor sich gehen, und zwar in der Form, daß eine Privat­bank einen geringen Teil der Summe von sich aus vor- schießt und die Depositen- und Konsignalionskasse, die nur an Provinzen, Gemeinden und öffentlichen Einrich­tungen, nicht aber jin private Banken Geld vorschießen darf, den Rest der Summe auf das Schatzamt überweisen läßt und dieses wiederum die Summe an die betreffende Bank weiterleitet.

Die Weihnachisboischast.

Von Pfarrer Heyden.

Wieder umfängt uns Weihnachten mit seinem Lichter­glanz, und wir entzünden die Kerzen in der heiligen Nacht und an den Tagen nach Weihnachten. Wo Kinder im Hause, sind wir Erwachsenen mit ihnen fröhlich. Uns allen ist's wie eine Erinnerung an ein Kinderparadies. Und es ist uns, als müßten wir in dieses Paradies für einen Abend wenigstens flüchten aus allem, was uns das Leben oft so freudlos macht. Selbst in die ärmste Hütte und in das traurigste Herz will sich ein Strahl der Freude stehlen. Für Stunden, für Tage ein wenig Freude nur!

Aber wenn diese vorübergehende kurze Freude vorbei ist, was dann? Ist es dann nicht um so dunkler um uns her? Wie eine tiefe Sehnsucht bricht es in jedem von uns in diesen Tagen auf, diese Weihnachtsfrcude möchte nicht so schnell wieder vergehen, sondern der Eindruck dieser Freude möchte doch recht lange bleiben. Freilich, wenn Weihnachten eine wirklich bleibende Freude sein sollte, dann müßte es etwas ganz Großes sein, was uns Erwachsenen auch im Dunkel des Alltags und in den Kämpfen des Lebens nicht verlorengchen kann, weil es stärker ist als alles in der Welt.

Deshalb tun wir wohl recht daran, wenn wir uns aus die große Freude besinnen, die Engelsmund in der heiligen Nacht verkündet und die allem Polke widerfahren ist. Entweder ist es nur eine fromme Mär, die nicht Engelsmund uns verkündet, sondern die die Sehnsucht der Menschen erdichtet hat. Dann allerdings wäre Weih nachten nichts als ein frommer Selbstbetrug, und die Freude würde mit dem Lichterglanz der Weihnacht wieder verlöschen. Oder aber Weihnachten ist wirklich etwas ganz Großes, das Größte, Ivas es je aus Erden gegeben hat, und das Recht, das jeder Mensch, auch wenn er es im Leben noch so schwer hat, auf Freude hat. erhält zu Weih­nachten seine Bestätigung. Denn Freude, die allem Volke widerfahren wird, heißt eben doch gerade, daß niemand ausgenommen ist, selbst wenn sein Dasein noch jo freudlos wäre. Die ganze Größe und die innere Gewalt des Weihnachtsevangeliums ist die, daß Gott, der Schöpfer und Beherrscher der unendlichen Sternenwelt, sich uns Menschen aus unserem kleinen Planeten Erde mit seiner ganzen Größe, Allmacht und Güte in Jesus Christus ge­zeigt hat. Mit Freude und Dankbarkeit dürfen wir als Christen uns Weihnachten darauf besinnen, daß es keine erdichtete Mär ist, deren wir in froher Stimmung gedenken, sondern daß cs wirklich Tatsache ist, was Martin Luther von dem Lichte singt, das Gott in Jesus Christus uns geschenkt hat:

Tas ewig' Licht gebt da hinein, es gibt der Welt einen neuen Schein, es leucht' wohl mitten in der Nacht und uns zu Lichtes Kindern macht.'

Es hat wohl manchen gegeben, der uns Menschen von Gott Großes und Tiefes gesagt zu allen Zeiten und in allen Völkern. Aber bei allen ist es so, als läge über dem, was sie uns von Gott gesagt und was sie von dem Ver­hältnis des Menschen zu Gott gesprochen, noch ein Dunkel wie ein Schleier, der Gottes ganze Majestät und Erhaben­heit und Güte noch verdeckt. Entweder sehen sie Gott zu klein und den Menschen zu groß oder aber Gott ist ihnen so groß, daß es ihnen unmöglich dünkt, daß der Mensch je zu Gott finden kann. Denn je größer ein Mensch von Gott denkt, um so ernster sieht er die Kluft zwischen Gott und uns Menschen. Gerade die Frömmsten sind oft er­schüttert davon, daß sie selbst zu Gott kommen möchten und nicht zu ihm finden können und auch ihren Mitmenschen den letzten Weg und das letzte Ziel nicht zeigen können.

In Jesus Christus aber sind all diese Schleier zer­rissen; ganz klar und rein und offen liegt vor uns zutage, wie Gott in Wirklichkeit zu uns Menschen steht und wie wir Menschen deshalb auch Gott gegenüber stehen dürfen. Deshalb sprechen wir von Jesus Christus als von der Offenbarung Gottes. In Jesus Christus gibt Gott uns die Antwort aus unsere Sehnsucht: Da wir nicht zu ihm finden können, weil wir uns von ihm abgewandt und die Sünde (d. h. wörtlich die Sonderung von Gott) wie eine Mauer zwischen ihm und uns steht, sucht Gott durch ihn den Weg zu uns und erschließt uns in ihm sein Herz.

. Jesus hat es in die Worte gekleidet:Dir sind d e i n e S ü n d e u vergeben!" D a s i st d e r K e r n der W e i h n a ch t s b o t s ch a s l Im Deutsch des 20. Jahrhunderts heißt das: Was uns Menschen von Gott freiuit, soll uns nicht mehr trennen; Gott selbst reicht uns in Jesus Christus die Hand; wir Menschen dürfen mit großem Vertrauen auf feine Güte und Hilfe zu ihm kommen und uns von ihm Kraft für den Kamps des Lebens schenken lassen, wenn es durch eigene oder fremde Schuld in unserem Leben nicht mehr vorwärtsgehen will. Wo hat Jesus das größer und tiefer gesagt als in jenem Gleichnis voin verlorenen Sohn,Lukas 1 5, ivo cs von dem barmherzigen Vater sinnbildlich so schön und tief heißt:Als der Sohn noch ferne von dannen war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihst sein und er Geburtstag Jesu Christ? erinnern in steter freudiger Bewegung zu allen Menschen, um ihnen zu helfen in jeder Not.

b/rron /'"(< uns der tn steter freudiger

So haben es unsere Vorfahren schon vor über 1000 Jahren erfahren-dürfen, als sie dem Gottesgesandten Jesus Christus den Namen Heliand als Ehrennamen beilegten. Der Heiland und Arzt, der die Wunden verbindet und heilt, wo Krankheit und Not ist, hat ihr Leben reich ge­macht und ihnen in allem Schweren, womit sie nicht fertig wurden, die Kraft geschenkt, die wir uns allein nicht geben tonnen. V^r ihrer Seele üemb dieLer' 3âs CbLtâ her