Gericht in Fulda.
Ein gewalttätiger Mensch.
Wegen Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs und ge- fährua-er Körperverletzung stand der 24jayrige, mehrfach vorbestrafte A. A. S. aus Fulda vor Gericht. Zwischen seiner früheren Vermieterin in der Leipziger Straße und ihm bestand schon lange ein gespanntes Berycumis, weit S. immer mehr imi der Zahlung seiner Miete in Rückstand geraten war. ^ue Vermieterin beantragte '' ^lich die zwangsweise Räumung seiner Wohnung, die auch vom Amtsgericht ausgesprochen wurde. Hierüber geriet nun 6. derarr in Wut, daß er am 3. Juni mit einem Glaserdiamanten eine Scheibe der Wohnungstür der Vermieterin zerschnitt und dann die Wohnungstllr öffnete. Hierauf drang er gewaltsam in me Wohnung ein und bearbeitete die Hausbesitzerin mit einem Gummischlauch. Zahlreiche blutunterlaufene Stellen und Striemen stellte ein Arzt auf dem Rücken, am Kopf und an den Armen der Frau fest. Erst als die Mißhandelte ein Fenster nach der Straße öffnete und um Hilfe rief, ließ S. von ihr ab. Wegen Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung erhielt der Angeklagte 4 Monate Gefängnis, um über feine Missetaten nachdenken zu können.
Hohes Alter.
Am Montag, den 23. Dezember, ist es der Ehefrau des früheren Klempners in den Emallirwerkcn, Gg. Kilian, hier, Petersberger Straße 32, vergönnt, bei bester Gesundheit in geistiger Frische ihren 75. Geburtstag zu feiern. Trotz ihres bo^en Alters verrichtet sie noch sämtliche Hausarbeiten. Unserer langjährigen treuen Leserin herzlichen Glückwunsch!
Am 24. Dezember Reichsbank ab 12 Uhr geschlossen.
Am 24. Dezember bleiben die Geschäftsräume der Reichsbankstelle in Fulda ab mittags 12 Uhr geschlossen. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf eine Anzeige im heutigen Anzeigenteil.
Apotheken-Nachtdienst
versieht: vom 21.—24. Dezember die Schwanen-Apotheke, Marktstraße, vom 24.-25. Dezember 8 Uhr morgens die Lowen-Apotheke, Adolf-Hitler-Platz, vom 25. Dezember morgens 8 Uhr bis 28. Dezember die Engel-Apotheke, Karlstraße, vom 21.—28. Dezember die Hirsch-Apotheke, Leipziger Straße.
Wem gehört das Fahrrad?
Am Donnerstag abend wurde vor dem Postamt Fulda ein älteres Herrenfahrrad Marke „Wittekind" mit erkennbarer Fabriknummer, herrenlos stehend, aufgefunden. Eigentumsansprüche sind bei der Kriminal-Polizei geltend zu machen.
Betriebsschluß des Großhandels vor Weihnachten und Neujahr.
Die Bezirksgruppe Hessen der Wirtschaftsgruppe Groß-, Ein- und Ausfuhrhandel teilt mit: Am Dienstag, den 24. und am Dienstag, den 31. Dezember, schließen die Großhandelsbetriebe um 13 Uhr. Es wird erwartet, daß die Firmen dafür sorgen, daß ihren Beschäftigten durch den früheren Geschäftsschluß keine Lohn- oder Gehaltsausfälle entstehen.
Schweinemarkt.
Angefahren waren heute 82 Ferkel; die Preise betrugen 16, 20 und 24 Mark, größere Tiere wurden über Notiz gehandelt. — Gänse 1,00—1,20 Mark je Pfund.
Grundlose Dinstage
. . . und Freispruch auf der ganzen Linie.
k. Romsthal, Kreis Schlüchtern, 20. Dez. Seit vielen Jahren steht der Oberförster Otto Augustin in Diensten der Frhr. v. Kühlmann-v. Stumm'schen Verwaltung. Er besitzt, wie in der Urteilsbegründung, zum Ausdruck gebracht wurde, das größte Vertrauen des Frhr. v. Kühlmann seit vielen Jahren und genießt auch heute noch dieses Vertrauen. Diese Vertrauensperson hatte sich am Freitag vor der Großen Strafkammer Hanau unter der schweren Anklage, in den ^ahren 1930 bis 1932 sich der Untreue ünd Unterschlagung schuldig gemacht zu haben, zu verantworten. In drei Fällen soll der Angeklagte Beträge veruntreut, bezw. unterschlagen haben.
Die Große Strafkammer Hanau hatte zu prüfen, ob dem Angeklagten einmal Derartiges zuzutrauen und zum anderen, ob sich der Angeklagte dieser Straftaten schuldig gemacht hatte. Eines ergab die Hauptverhandlung, nämlich daß die Verwaltung an schwersten Mängel litt, die kaum zu übersetzen waren, für die allerdings der Angeklagte nicht verantwortlich war. Belastet wurde er lediglich von einem entlassenen Rentmeister und einem entlaßenen Eutsinspek- tor, sonst wurde ihm das beste Zeugnis ausgestellt und was die Hauptsache war, die zur Anklage stehenden drei Fälle klärten sich in jeder Hinsicht zugunsten des Angeklagten auf, so daß selbst der Vertreter der Anklage die Freisprechung beantragte. So kam auch die Große Strafkammer zur Freisprechung des Angeklagten in vollem Umfange. Betont wurde noch, daß der Angeklagte trotz des gegen ihn gerichteten Strafverfahrens heute noch das ungeschmälerte Vertrauen des Frhr. v. Kühlmann besitze und nach wie vor in dessen Dienste stehe. Vollkommen gereinigt konnte der Angeklagte den Gerichtssaal verlassen.
Wintersonnwendfeier der Werkfchareu.
Der Reichssender Frankfurt a. M. überträgt am Sonntag, den 22. Dezember 1935, in der Zeit von 18.30 bis 19 Uhr einen Funkbericht von einer Werkgemeinschaftsfeier:
Pflichterfüllung — der Weg zur Freiheit!
Der Funkbericht wird bei der Wintersonnwendfeier der Frankfurter Werkscharen gestaltet.
Der Gau Hessen-Nassau ist der erste Gau, der mit seinen Werkscharen Wintersonnwendfeiern durchführt. Es wirken mit die Werkimaren und die Werkskapelle der Adrerwerke.
Zusammenschluß der Kanarienzucht-Verbände.
Deutschland das Land edler Kanarien.
Die Züchtung von Gesangskanarienvögeln ist eine der schönsten Liebhabereien in Stadt und Land, und viele Vogelfreunde finden in diesem Sport eine angenehme Zerstreuung und wohltuende Ausspannung von ihrer täglichen Arbeit. Deutschland ist mustergültig in der Edelzucht und gilt heute in aller Welt als das Land edler Kanarienvögel. Daz kommt, daß dieser gern gehaltene Haussänger aus Afrika längst von rein deutscher Aufzucht ist und uns nicht nur durch seinen schönen Gesang erfreut, sondern auch Devisen einbringt. Wie alljährlich im Herbst, sind auch in diesem Jahre große Exporte nach dem Ausland gegangen, -us Frankfurt 4. M. z. L â f^ß LrLnÄO-t^ dcw
letzte erst vor wenigen Tagen im Werte von 20 000 Mark nach Holland.
Die Kanarien-Zuchtvereine haben in den letzten Jahren trotz der Zersplitterung einen bemerlenswerten Aufschwung genommen. Es bestanden bisher drei Züchterverbände in Deutschland, die sich nunmehr in Berlin zu dem „Reichs- Einheitsverband deutscher Kanarienzüch- t e r" zusammengeschlossen haben, der sich in 22 Bezirke untergliedert. Der Bezirk Hessen-Nassau umfaßt 39 Ortsgruppen mit über 2000 Mitgliedern. Eine große Kanarien-Ausstellung, die am Sonntag im „Steinernen Haus" in Frankfurt a. M. stattfindet, wird zeigen, was Deutschland in der Kanarienzucht geleistet hat, sowohl hinsichtlich der Veredelung des Gesanges, als auch in der prächtigen Farbengestaltung. Es werden Vögel vorgeführt, die nicht nur als erstklassige Sänger, sondern auch in gobd- isabell, blauweiß, rot usw. wahre Farbenwunder der Zucht darstellen, wie sie bisher in keiner Ausstellung im Gau Hessen-Nassau und überhaupt in ganz Deutschland noch nicht zu sehen waren.
Grünberg, 20. Dezbr. (Tragischer Tod durch Kohlenoxydgas - Vergiftung.) Vor einigen Tagen wurde in Grünberg der 65 Jahre alte unverheiratete Hermann Jöckel 3. bewußtlos infolge Kohlenoxydgas- Vergiftung in seiner Wohnung aufgefunden. Dem raschen Zugreifen der Helfer gelang es, den Mann ins Leben zu- rückzuriifen. Er ließ jedoch seinen Ofen nicht in Ordnung bringen, sondern heizte ihn weiter, so daß nachts erneut Kohlenoxydgas ausströmte. Offenbar hat Jöckel dies nicht bemerkt und ist dadurch einer Kohlenoxydgas-Vergiftung erlegen. Früh fand man ihn tot auf.
Gießen, 20. Dez. (Neuer Oberstaatsanwalt in Gießen.) Der Landgerichtsrat Dr. >c.nauß wurde vom Führer und Reichskanzler nach Nachfolger des verstorbenen Oberstaatsanwalts Wodaege zum Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwan'maft am Landgericht der Provinz Oberhessen ernannt.
Gießen, 19. Dez. (Unbrauchbare Leber in die Wurst verarbeitet.) Das hiesige Schöffengericht verurteilte am Mittwoch den Hermann Christmann und einen gewissen Hermann Euler, beide aus Gießen, zu einem Jahr bzw. neun Monaten Gefängnis. Die Verhandlung ergab, daß Euler bei feiner Tätigkeit im Gießener Schlachthof die dort bei der Untersuchung als für den menschlichen Genuß unbrauchbar bezeichnete Leber, die teilweise sogar tuberkulös war, beiseite geschafft und an Christmann verkauft hatte. Dieser verarbeitete sie dann in seinem Betrieb in die Wurst, die er als vollwertig verkaufte. Tas ging so einige Zeit, bis dieses skrupellose Verhalten bekannt wurde. Euler wurde wegen fortgesetzten Diebstahls und Vergehens gegen das Lebensmittelgesetz, Christmann wegen fortgesetzter Sachhehlerei und fortgesetzten Vergehens gegen das Lebensmittelgefetz verurteilt.
Darmstadt, 19. Dezbr. (2 5jähriges Flieger- j u b i l ä u m.) Im Jahre 1910 begann der heute als Fluglehrer auf dem Darmstädter Flugplatz tätige Pilot Ludwig Kelting seine ununterbrochene Laufbahn als Flugzeugführer, Luftschiffer, Verkehrsflieger und jetzt als Fluglehrer. Nun konnte er als wohl der aktiv älteste Flieger Deutschlands sein 25jähriges Fliegerjubiläum feiern. Eine seiner schwierigsten Situationen erlebte Kelting im Jahre 1917, als er aus einer Höhe von 1800 Metern über Offenbach am Main abstürzte. Ein Birnbaum milderte glücklicherweise den Sturz und rettete ihm das Leben.
Niederscheld (Dillkreis), 19. Dez. (Einen Bernhardiner niedergeschossen.) Als ein Dillenburger. Jäger mit einem an der Leine geführten Jagdhund die Ortsstraße passierte, um in sein Jagdrevier zu gehen, wurde der Jagdhund von einem Bernhardiner angefallen. Dieser verbiß sich so fest in das Fell des Jagdhundes, daß der Jäger den Angreifer durch einen wohlgezielten Schuß niederstrecken mußte, um feinen wertvollen Jagdhund am Leben zu erhalten.
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Haiger, 20. Dezbr. (Dorfjugend stellt ein Schwerverbrecher.) Durch die Aufmerksamkeit^ Dorfjugend im benachbarten Wilnsdorf konnte die . einen Schwerverbrecher festnehmen. Dieser versuchte katholische Kirche einzudringen. Als er dort den bei der Seelsorge bemerkte, stattete er dem Pfarrbau« Besuch ab. Der Verbrecher stieg durch ein Fenster in Haus ein, wurde dort aber gestört und verließ das wieder durch das Fenster. Dabei wurde er von 'eint kaum der Schule entwachsenen Dorfjungen bemerkt mit lautem Hallo verfolgt. Es gelang den Jungen h Eindringling festzuhalten und der Polizei zu übergeben stellte sich heraus, daß der Festgenommene aus dem ff fängnis in Nürnberg ausgebrochen ist, auf seiner Waâ rung nach Neuwied gelangte, dort einen Kraftwagen und mit diesem die Fahrt ins Siegerland antrat. ' ™
Fuldaer Fußballvorschau.
Grotzkampf in Fulda.
„Hessen" Bad Hersfeld bei den Germanen.
Wieder wie erst vor wenigen Wochen wird „Futzball- fulda" im Zeichen einer Invasion der Sportler aus dem benachbarten Herrsfeld stehen. Diesmal werden sich die 1 500 Kraft durch Freude-Fahrer naR dem Germanenfpori- platz „Waldheim" begeben, um ihrer noch immer an der Tabellenspitze liegenden Elf Stütze in dem vielleicht für sie am schwersten zugewinnenden Kampf zu sein. Dann so ist es ja noch: sebst wenn Hersfeld verliert ist der Abstand zu Hanau nur 2 Punkte. Das gilt auch für Borussia und Germania, die im Falle des Germanensieges mit Hersfeld zu dritt an zweiter Stelle liegen. Und Hanau hat noch in Fulda zu gewinnen, um Meister zu fein. Also, ungeklärt wie seither auch. Für die Germanen sei dies eine fc pflichtung! Hersfeld wird auch ohne Walk im Tor M trotz der Platzsperre die Flinke nicht ins Korn werfen, ^ mal in Breul ein guter Torhüter noch vorhanden ist, da ja auch am Anfang der Saison, z. B in Hanau beim 5:3- Sieg, das Hessentor hütete. Aufmerksamkeit und Einsatz gleich zu Beginn wird zum Eermanensieg führen.
Das einzige weitere Spiel ist von kaum gerinaerer WH tigkeit. Auf dem Kurhessenplatz tritt Spielverein an. M S.eg der Kurhessen würde sie 5 Punkte vor den Spielverein bringen. Das und der Platzvorteil sollte zu knappem Liege Anlaß sein. ' R.
Am Dienstag, den 24. Dezember,
bleiben unsere Geschäftsräume für den verkehr mit dem Publikum
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Reichrbankstelle.
Für die Weihnachtstage
Geflügel
Wild:
Salate:
Zapanhummer Salm-Krabbe« Mayonnaise
Gemüse- und
Obst-
Konserven :
la Gänse, Enten, S.-Hühner, Hähnchen, Puten, Poularden, Kapaunen, Tauveu.
Hasen: s < nn Rücken und Keulen .... Pl""ä «'an Hasenpfeffer...... gSfunÖ 0.5«
. Pfund 1.20
ab 0.60 : .'ab 0.65 . . ab 0.52 , . ab 1.28
Heringssalat und Eabelbissen _» Ochsenmaul.......Pfund 1'0»
Matjes-Gemüse und Fleischsalat ......
*h Dose Erbsen . - • • • 1h Dose Gem. Gemüse ■ • 1/i Dose Schnittbohnen. •
Dose Spargel • • • • bis zu den feinsten Sorten
V1 Dose Apfelmus . . • ■ ^i Dose Pflaumen m. St. •
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^ 1 Dose Mirabellen • • • 1/1 Dose Birnen Will. Christ
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Albert VogelZS-^