Einzelbild herunterladen
 

Zul-aer finZeiger

Erschein: leben Werktag Wochenbeilage: Der .

r &«Ä^^ Ä Tageblatt für Rhön und Vogelsberg» &Ä"'' §ulöa- unö Haunetal Fuldaer Krelsblatt dach H Hauptschriftleiter Friedrich Ehren- 7

Schristleitung und Geschäftsstelle: KSnkgstraße 42 Zernfprecher Nr.L-S-

Anzeigenpreis. 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei Kon­kurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß. D.A." XI. 35. 750. Zur Zeit ist Preis­liste Nummer 4 gültig. Verantwortlich für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

Nr. 288 12. Jahrgang

Fulda, Dienstag, 10. Dezember 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg

Die Wünsche der Großmächte auf der Flottenkonferenz.

Begrüßungsansprache des Ministerpräsidenten Baldwin. Jeder Vertreter kam zu Worte

Lord Monsell.

Wagenborg-Archiv

Im Locarnosaal des Foreign Office in Lon­don, des englischen Auswärtigen Amtes, ist am Montag die F l o t t e n k v n f e r c n z von dem englischen Minister Präsidenten Bald w i n eröffnet worden. Außer den fünf Groß­mächten USA., Eng­land, Frankreich, Jta lien und Japan sind die britischen Domi nions durch eigene Abordnungen vertre­ten. Die Verhandlun­gen werden mehrere Wochen dauern und durch eine Weihnachts- Pause unterbrochen

_ werden. In der ersten Sitzung wurde auf Vorschlag des Amerikaners Norman Tavis der englische Außenminister Hoare zum Prä- sideilten der Konferenz, der Erste Lord der Admiralität, Möcount Monsell, zum Vizepräsidenten gewählt. Jh Abwesenheit Hoares, der von Baldwin wegen seines brholungsnrlaubs in der Schweiz entschuldigt wurde, übernahm hieraus Lord Monsell den Vorsitz.

Die amerikanische Abordnung wird geführt von Nor m a il D a v i s und Admiral William St anlc y. Die japanische Abordnung steht unter Führung des früheren Botschafters in Berlin, Nagai, und ist mit 29 Mitgliedern die stärkste der in London vertretenen Delegationen.

In seiner Begrüßungsansprache gab Ministerpräsi­dent Baldwin seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß diese hochbedeutsame Konferenz auf englischem Boden zusammengetreten sei. Englands Haltung in der Frage der Begrenzung der Seerüstungen sei die des Jahres 1932 geblieben. Die englische Regierung sei auch heute bereit, die Londoner und Washingtoner Abkommen im Prinzip zu verlängern mit den notwendigen Änderun­gen, wie sie die inzwischen geänderte internationale Lage und die individuellen Belange der einzelnen Seemächte vielleicht erforderlich gemacht haben.

Die englische Regierung lege auf die quantitative wie qualitative Abrüstung den größten Wert.

So iväre eine Herabsetzung der Ausmaße der großen Schiffe und ihrer Geschütze zu begrüßen, und ebenso die Abschaffung der U-Boote. Ein neues Wettrüsten zur See, nach dem Erloschen der gegenwärtigen Verträge, lüge nicht INI Sinn der Völker. Es sei gefährlich und kostspielig. Sollte die Abschaffung der U-Boote nicht möglich werden, so sollte aber ein Abkommen gegen den Mißbrauch her U-Boot-Waffe zustande gebracht werden.

Unmittelbar nach Beendigung feiner Rede ver­abschiedete sich Ministerpräsident Baldwin unter Hin­weis auf wichtige Staatsgeschäfte. In alphabetischer Reihenfolge sprachen dann die Vertreter der einzelnen Maaten und die Mitglieder des britischen Reiches. Der amerikanische Vertreter Davis erklärte:

Unser Ziel muß fein, in den bevorstehenden schwie rigen Jahren das lebenswichtige Gleichgewicht

Völkerbundsrat einberufen

Bereits Entscheidung über die Pariser Vereinbarungen?

Genf, 10. Dezember. Auf Verlangen des Vorsitzender des Ratsausschusses für die Ansiedlung der Assyrer der 2rak hat der amtierende Präsident des Völkerbundsrates Ruis Guinazu (Argentinien), diesen zu einer nichtöffent­lichen Sitzung auf den 17. Dezember 11 Uhr einberufen.

. Die Einberufung hat in Genf überrascht. In der wsu Milen Begründung dieser Einberufung wird gesagt: Dai Volkerhundssekretariat hält zwar unbedingt daran fest, das die Schaffung eines mit Rechtsfähigkeit ausgestatteter ^reuhänderrales zur Finanzierung der Ansiedlung der aus

Irak stammenden assyrischen Flüchtlinge in dem frau- Mschen Mandatsgebiet Syrien so lange verschleppt wor­den sei, daß sich ihre Durchführung nunmehr als drin­gende Notwendigkeit herausstelle.

Zugleich wird aber zugegeben, daß es sich um ein dunstiges Zusammentreffen handele, da die Entwicklung N italienisch-abessinischen Konflikts auf Grund der Pa- kl>er Vereinbarungen vom Sonntag eine baldige Beras' lung her zuständigen Bölkerbundsinstanzen notwendig Eliten tatut.

zwischen unseren Flotten, das tzctz als werivvue

Friedensgarantie erwiesen hat, aufrechtzuerhalten, und zwar lieber durch eine gegenseitige Vereinbarung als durch ein teures und gefährliches Wettbauen, das allen nur schaden kann. Im Namen der Vereinigten Staaten erkläre ich mit Nachdruck, daß Amerika nicht ein Flotten­wettrüsten beginnen wird. Wir wollen keine Flottenver- stärkung, wir wollen Begrenzung und Herabsetzung

Der französische Abordnungsvertreter Botschaf­ter Corbin erklärte, bedeutend schwieriger als die Frage der wertmäßigen Begrenzung sei die Frage der mengenmäßigen Begrenzung der Flottenrüstungen. Es sei notwendig, neue Faktoren in Rechnung zu ziehen, die die gegenwärtigen Umstände sehr verschieden von den­jenigen zur Zeit der früheren Flottenkonferenz gestalteten und die Frankreich daran hinderten, sich für eine längere Zeit zu binden.

Die französische Abordnung werde alle Vorschläge unterstützen, die darauf hinausliefen, die Seekricgs- führung menschlicher zu gestalten.

Er bestätigte hierauf die Mitteilung Baldwins, daß Frankreich sich einem Protokoll anschließen werde, in das die in Teil IV des Londoner Flottenvertrages enthalte­nen Bestimmungen für Benutzung von U-Booten in Kriegszeiten ausgenommen werden sollen. Frankreich wünsche ernstlich, daß auf der Konferenz eine Einigung über die Notwendigkeit erzielt werde, ohne Zögern ein solches Protokoll allen Flottenmächten zur Annahme vor­zulegen.

Im Auftrage der italienischen Regierung sprach Botschafter Grandi, der sich zunächst für die englische Gastfreundschaft bedankte. Seine Regierung sei stets von der Notwendigkeit überzeugt gewesen, daß eine Rückkehr zum unbeschränkten Rüsiungswettbewerb vermieden wer­den müsse. Italien habe die Rüstungsmöglichkeiten, die ihm der Washingtoner Vertrau gegeben habe, nicht voll

Vier Millionen Mark!

Das vorläufige Ergebnis desTages der nationalen Solidarität"

Der teilt mit:

Das

Reichsbeauftragte für das Winterhilfswerk

vorläufige Ergebnis des diesjährigen Tages der nationalen Solidarität" beträgt für das Reich 3 98 5 676,23 Reichsmark. Damit ist das vorläufige Ergebnis desTages der nationalen Solidarität" 1934, das 3 700 000 Reichsmark betrug, bereits um über 285 000 Reichsmark überschritten

worden.

Dr. Goebbels dankt Sammlern und Spendern

Zu diesem Ergebnis veröffentlicht Reichsminister Dr. G o e b b e l s-folgenden Dank:

Zu der so erfolgreichen Durchführung des dies jährigenTages der nationalen Solidarität" spreche ich auf diesem Wege den vielen tausend Sammlern und den ungezählten Millionen Spendern im ganzen Reich Herz lichste» Dank aus. Die Sammler, obProminent" oder Nichtprvmincnt", haben sich opferbereit für einen Tag in die Front der ungezählten Helfer des Winterhilfswerks

In den öffiziösen Erläuterungen zu dem Ergebnis bet Aussprache Hoare Laval ist schon die Rede davon ge­wesen, daß die englisch-französischen Vorschläge nicht nui der italienischen Regierung, sondern auch dem Völkerbund unterbreitet werden sollen. Der Achtzehner-Ausschusz der Sanktionskonserenz, der auf den 12. Dezember ein berufen worden ist, wurde in diesem Zusammenhang genannt. Es wurde aber sofort darauf hingewiesen, daß dieser Aus­schuß keinesfalls zur Entgegennahme von Vermittlungs- Vorschlägen zuständig ist. Er ist nur der Arbeitsausschuß der Sanktionskonferenz, die ihrerseits eine Arbeitsgemein­schaft von Völkerbundsmitgliedern zu einem bestimmten Zweck, aber kein Völkerbundsorgan darstellt.

Die Initiative des Ratspräsidenten, bei der bemerkens­werterweise keine der Hauptmächte als Antragssteller in die Erscheinung tritt, kann die Bedeutung haben, daß die politische Entscheidung, die allgemein von der Januar- Tagung erwartet wurde, bereits auf die Weihnachtszeit vorverlegt wird.

ausgenuHt. Da sei ein beredter Beweis für den Wunsch Italiens, diese Rüstungen nach Möglichkeit in den engsten Grenzen zu halten. Sein Land sei sich aber bewußt, daß es angesichts der schnellen Entwicklung des Flottenbaues nicht leicht sein würde, eine fest umschriebene Lösung auf längere Zeit im voraus festzulegen

Italiens Hauptziel sei die Vermeidung eines Rüstungswettrennens, ein Ziel, das Italien unter gar keinen Umständen aufgcben könne.

Der japanische Vertreter, Admiral Nagano, erklärte, ein neuer Vertrag müsse auf der Grundlage auf- gebaut werden, daß zwischen den großen Flotteumächten der Welt eine gemeinsame Grenze für d i e Seerüstungen festgelegt werde, die so niedrig wie möglich festzusetzen sei und nicht überschritten werden dürfte. Gleichzeitig damit

müßten die Angriffskräfte erheblich vermindert und Verteidigungskräfte in reinem Maße vorgesehen werden.

Die japanische Regierung halte dies für den besten Weg, um zum dauernden Frieden beizutragen. Sie sei bereit, in einen freien Meinungsaustausch einzutreten, der auf diesen Grundsätzen beruhe, und zwar im Geist«. freund­schaftlicher Zusammenarbeit, um ein neues, umfassendes Abkommen zu erreichen.

Nachdem auch noch der neuseeländische, der südafrika­nische und der australische Vertreter gesprochen hatten schlug der Vorsitzende, Lord Monsell. die Einsetzung eines aus allen Flottenabordnungen bestehenden Aus­schusses vor. der als Erster A u s s ch u ß bezeichnet werden soll. Zur Beschleunigung der Arbeiten soll seine Mitgliederzahl möglichst stark eingeschränkt werden Nach der Annahme der Entschließung wurde die Konferenz vertagt.

Wie der Marinesachverständige desDaily Tele­graph" ausführt,

werden die USA. eine Verringerung aller Flotten um ein Drittel fordern, während England seine Forderung auf Größenbegren- zung der Schlachtschiffe und Abschaffung des U-Boot-Krie- ges wiederholen werde. Die Japaner andererseits wer­den Flottengleichheit mit England und Amerika verlangen, während Italien und Frankreich schließlich nach Ansicht der Londoner Zeitungen ihren alten Streit um die Stärke ihrer Flotten im Mittelmeer foctsetzen würden So gibt man im allgemeinen der Konferenz keinen sehr günstigen Verlauf.

gestellt, die monatelang dieses schwere und manchmal auch undankbare Werk mit Freuden für die Ärmsten der Armen tun. Sie haben ihnen damit in der wirksamsten Weise ihre Verbundenheit und Bewunderung zum Aus­druck gebracht. Die Millionen Spender aber haben durch eine beispiellose Gebefreudigkeit wieder ein­mal der ganzen Welt bewiesen, daß das deutsche Volk sich in seinem sozialen Pflichtgefühl und in seinem natio­nalen Idealismus von keinem Volk der Erde über­treffen läßt."

*

Deutsche Jugend sammelt

für das Winterhilfswerk.

Generaleinsatz sämtlicher Gliederungen.

In der Zeit vom 18. bis 2 3. Dezember erfolgt ein Gencraleinsatz sämtlicher Gliederun­gen d e r H I. für das Winterhilfswerk. Diese Großtat gegen Hunger und Kälte wird ein neues Bekenntnis der deutschen Jugend zum Sozialismus der Tat werden.

Am 18. Dezember, abends um 19 Uhr, versammeln sich sämtliche Gliederungen der Hitler-Jugend zu einem Generalappell in ihren Standorten. Dar­bietungen der Musik- oder Singscharen der Hitler-Jugend leiten den Appell ein. Anschließend verliest der Standort­führer einen Tagesbefehl des Reichsjugendführers und leitet damit über zu einer Ansprache. Im Anschluß darau findet die Verteilung der Sammelbüchsen an die Mit­glieder der nationalsozialistischen Jugendorganisationen statt. Am Donnerstag, dem 19. und Freitag, dem 20. Dezember, werden

im ganzen Reich in den Nachmittagsstunden Straßcn- sammlungen der Hitler-Jugend und ihrer Gliede­

rungen

durchgeführt. Als Plakette steht der Hitler-Jugend ein

von der erzgebirgischen Heimindustrie hergestelltes Holz­reiterchen zur Verfügung.

Der 21. Dezember, der Tag der Wintersonnenwende, soll im Rahmen des Staatsjugendtages unter dem Motto Schüler und Lehrer sümpfen gemeinsam für das Winterhilfswerk" mit dem Einsatz sämtlicher^Schüler und Schülerinnen durchgeführt werden.

Am Sonntag, dem 22. Dezember, sollen ab 11 Uhr in sämtlichen Standorten der Hitler-Jugend m u f i k a l i s ch^e V e r a n st a l t u n g e n stattfinden, bei denen Musik-, Spielmanns- und Fanfarenzüge eingesetzt werden. Im Anschluß an diese musikalischen Darbietun­gen sollen wiederum bis Einbruch ©toiffcnfautmW ÄnÄchgefüAt wÄd-

bett.

der Dunkelheit