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Vorbereitung für Weihnachten

Wir Erwachsenen mögen noch gar nicht daran denken, aber die Kinder und die Geschäftsleute bringen es uns täglich in Erinnerung; bald ist Weihnachten. Und mit dem Gedanken an das Fest sind Sor­gen da,- Wir wollen tnb sollen Freude bereiten, deshalb müssen wir die äußeren Schwierigkeiten überwinden. Wir kön­nen nur mit größter Anstrengung und Berechnung unser tägliches Le. den einigermaßen schuldenfrei halten, und nun stürmen ungezählte Nebenaus­gaben auf uns ein. Zuerst heißt es immer: ach, dieses Jahr schenken wir uns nichts, die Kinder werden eine Kleinigkeit be­kommen und aus. Es geht eben nicht anders. Der Erfolg ist dann meistens, daß am letzten oder vorletzten Tag alle guten Vorsätze über den Haufen geworfen wer­den und daß man planlos herumläuft und Geschenke einkauft, die in den wenigsten Fäl­len den Empfänger erfreuen, da er merkt, daß sie nichtliebevoll", sonderneilig" erworben sind. Am Fest selbst ist die Hausfrau dann meistens so müde und ab­gespannt, daß sie, ohne es zu misten, die Festfreude hemmt, denn außer ihren end­losen Besorgungen hat sie auch noch drei Feiertag-Mahlzeiten zu besorgen und zu kochen.

Es ist ein guter Rat für jede Frau, das Fest genau vorzubereiten. Zuerst überlege man, wer beschenkt werden mutz und womit man dem Empfänger Freude machen kann. Es ist dabei oft nötig, den

eigenen Geschmack nicht in den Vorder­grund treten zu lassen, sondern dem des Au Beschenkenden Rechnung zu tragen. Damit werden große Enttäuschungen ver­mieden. Dann überlege man, wieviel überhaupt für Geschenk« zur

Geld man

Verfügung hat und teile es ein.

Dann setze man den Backtag fest und stelle zeitig die Feiertag-Menus zusam­men, möglichst mit genauer Preisberech- Mng. Man vergesse dabei die Getränke, Obst, Süßigkeiten usw. nicht. Sehr wich­tig ist es, alle Einkäufe so zeitig wie mög­lich zu machen. Lebensmittel bestelle man rechtzeitig für einen bestimmten Termin bei seinem Lieferanten. Man bekommt sie dann gut ausgesucht ins Haus geliefert. Will man am Fest Gäste bei sich sehen, bitte man sie gleichfalls so bald wie mög­lich, da Weihnachtseinladungen sehr zeitig erfolgen müssen, sonst läuft man Gefahr, Absagen zu bekommen. Auch das Baum­putzen lasse man nicht bis zum Heiligen Abend. Wenn man sich die vielen äußeren Mühen einteilt, wird man mehr Zeit haben, sich innerlich mit Weihnachten zu beschäftigen und es zu, erleben. Viele Frauen haben sicherlich oft unterm Tan­nenbaum gestanden, zum Umfallen müde und abgehetzt und haben vergeblich auf ein großes Glücksgefühl gewartet, es kam nicht. Auch Freuden müssen gepflegt und gehegt weroen, und wir müssen die innere und äußere Bereitschaft für sie mitbringen, wenn wir sie recht empfinden wollen.

Habt doch Verständnis für einander

Das meiste Unglück auf dieser Welt ent­steht, weil wir uns nicht verstehen. Alles, was keine direkte Beziehung zu uns hat, liegt schon außerhalb unseres Jnterestenkrei- ses. Wir verstehen uns nicht, einer sagt's vom andern, der Mann von der Frau, die Frau vom Mann, die Eltern von den Kin­dern, die Kinder von den Eltern, Lehrer, Schüler, Chefs und Angestellte, keiner ver­steht den andern, weil keiner sich die Mühe macht, sich in das Leben und die Empfin­dungswelt des andern hineinzuversetzen. Ob wir es nicht doch einmal versuchen, un­sere schreckliche Ichsucht etwas zu be­kämpfen? Und das Glück und Unglück unfe- rer Mitmenschen für wichtig genug zu halten, um darüber nachzudenken, und unsere Handlungen danach einzustellen? Ich glaube, uns allen wäre geholfen. Es wurde plötzlich Verständnis untereinander geben, es würde Freude geben. Es muß nur einer den Anfang damit machen. Schlecht sind die wenigsten Menschen, nur gedan­kenlos. Unser eigenes Leben würde rei­cher und schöner, wir wären nicht mehr auf unser kleines Schicksal angewiesen, wenn wir die Schicksale unserer Nächsten Mitempfinden.

Kinderkrankheiten

~ Scharlach

. Kein Kind ist vor dem Scharlach sicher, darum müssen die Mütter aufgeklärt sein, mir sie sich zu verhalten haben, wenn diese Krankheit auftaucht und woran man sie Erkennt.

Drei bis fünf Tage nach der eigentlichen Ansteckung machen sich die Anzeichen be­merkbar: das Kind hat Halsschmerzen, ziemlich hohes Fieber und mutz erbrechen. Nach ungefähr 15 bis 20 weiteren Stun­den bricht der Ausschlag durch: er steht zuerst hellrot aus, bildet kleine, ungefähr stecknadelkops große Flecken, die sich vom Hals über die Brust und dann über den ganzen Körper erstrecken und langsam dunkelrot werden. Nur die Nase, die Oberlippe und das Kinn bleiben frei.

Sowie ein Kind über Halsschmerzen in Verbindung mit Brechreiz klagt, muß der Ar^t geholt werden Die Krankheit ist außerordentlich ansteckend. Für ihren nor­malen Verlauf rechnet man sechs Wochen, aber nur zu häufig hat sie Folgeerschei­nungen: Nierenentzündung, Drüsen, Ohren, Augen und Herz können in Mit­leidenschaft gezogen werden Der Arzt entscheidet, ob die Pflege im Hause ohne Gefahr für die übrigen Familienmitglie­der durchgeführt werden kann, oder ob die Einlieferung in ein Krankenhaus notwen­dig ist. Das Letztere wird im Interests aller Beteiligten vorzuziehen sein, denn es müßte mit einer Pflegerin völlig ab­gesondert leben, nicht einmal das Geschirr oder die Wäsche dürften ohne Desinfektion aus dem Krankenzimmer heraus, ge­schweige dürfte die Pflegerin mit der Fa­milie zusammenkommen. Bei Abschluß der Krankheit muß der Raum, in dem der Kranke gelegen hat, vorschriftsmäßig des­infiziert werden.

Diphterie

In der kalten Jahreszeit steigt die Diphteriegefahr stets in die Höhe, und es muß die dringende Mahnung an alle Müt­ter gerichtet werden, Erkrankungserschei- nungen bei den Kindern nicht zu leicht zu nehmen, da auch schwere Gesundheits­störungen sich im Anfang nur durch schein­bar unwichtige Beeinträchtigung des Wohl­befindens anzeigen können. Man neigt zu Kopfschmerzen, Mattigkeit und Appetit­losigkeit. Wie leicht ist man bereit, an eine kleine Magenverstimmung oder Aehn. liches zu glauben und den Gedanken einer Gefahr weit von sich zu schieben.

Sowie ein Kind über Stiftungen klagt, mutz man den Hals besehen. Zeigt er sich rot oder gar belegt, mutz unverzüglich der Arzt gerufen und festgeftellt werden, ob es sich um eine Diphterie handelt. Ist letz­teres der Fall, kann nur eine sofortige Serumeinspritzung den Weiterlauf der Krankheit verhindern. Durch das Serum bekommt das Blut die Abwehrkräfte und die Möglichkeit, den Herd einzukreisen. Es ist bester, eine Einspritzung zu geben, wenn man nicht ganz sicher ist, welchen Verlauf eine Vermutung nimmt, also dar­auf zu verzichten, oder sie zu spät vorzu­nehmen. Also sofort den Arzt rufen, wenn der Halsschlund verdächtig aussteht.

Archiv Aufwirts-Verlag M

Neue verzierte Hüte für unsere Kleinen

Gebrauchtes Backfett läßt sich durch Auskochen mit Master reini­gen und wieder verwendungsfähig machen. Auf 1 kg kaltes Fett gibt man dreiviertel Liter kaltes Master und läßt es damit langsam ein« Stunde nicht zu scharf kochen. Man gießt es durch ein Sieb und läßt es erstarren. Dann wird das Fett ab. gelöst, sauber abgeschabt und noch- mals unter Beifügen von drei ge- trockneten Erbsen erhitzt. Die Hül- senfrüchle ziehen die Feuchtigkeit aus dem Fett.

Ein wenig Schönheitspflege

Erweiterte Gesichtsporen behandelt man eine Zeitlang täglich mit Zitronensaft. Das Gesicht muß völlig sauber sein, dann nimmt man etwas Zitronensaft auf den Zeigefinger und massiert die betreffenden Stellen kreisförmig.

Um einen wirklich gepflegten Kopf zu haben ist es nötig, die Haare mindestens alle 14 Tage vom Friseur schneiden zu lasten.

Es genügt nicht, das Schlafzimmer abends vor dem Schlafengehen durchzu­lüften. Man soll es sich zur Gewohnheit machen, wenigstens einen Spalt des oberen Fensters während der Nacht offen zu ha­ben. Wenn man in einer lauten Stratze wohnt, kann man sich helfen, wenn man im Nebenzimmer ein Fenster öffnet. Vor Zugluft muß man sich allerdings schützen, auch muß man warm, aber leicht zugedeckt sein. Das Einwirken der frischen Lust während der Nachtstunden gibt dem Kör­per Spannkraft, und man wird stch im ganzen viel frischer und wohler fühlen.

Kein unnötiges Mastern der Nahrungs- mittel, da sonst Nährstoffe ausgezogen wer­den. Nudeln und Makkaroni müssen stets in kochendem Master aufgesetzt werden, damit sie ihre Form behalten.

Hülsenfrüchte müsten nach dem Waschen 12 Stunden eingeweicht werden.

Reis darf nie gerührt, nur geschüttelt werden.

Reis mutz in sehr viel kochendem Salz- master ohne Deckel gekycht werden, wenn er weih und nicht zu weich sein soll.

Kräftige Fleischbrühe muß kalt angesetzt werden, damit durch langsames Erhitzen das Fleisch ganz ausgelaugt wird und alle Eiweitzftoffe in die Brühe übergehen.

Klare Fleischbrühe mutz offen gekocht werden.

Saftiges Kochfleisch muß kochend angesetzt werden. Durch die plötzliche Einwirkung der Hitze wird das Eiweiß an der Außen­fläche zum Gerinnen gebracht und der Fleischsaft bleibt im Fleisch erhalten. Soll beides vereinigt werden, kräftige Suppe und saftiges Fleisch, so setzt man Master, Suppengrün und Knochen kalt an und fügt das Fleisch beim Kochen dazu.

Puddingkochen erfordert öfters Nach­gießen von verdampftem Kochwaster. Das Master muß stets kochend sein, da der Pud­ding sonst aus dem Kochen herauskommt. Die Form muß bis dreifingerbreit unter­halb im Wasterbade stehen.

Die pflege der Zimmerpflanzen

Menn wir der Blumeninhaberin heute mit einigen Ratschlägen zur Hand gehen möchten, so müsten wir vorher darum bitten keine Wunderwerke zu erwarten. Unsere Erfahrungen find nur für diejenigen Frauen geeignet, die eine glückliche Hand und den Willen mitbringen, ihre Pfleg­linge zu verstehen.

Zimmerpflanzen sollen im allgemeinen in nicht zu großen Gefäßen stehen, weil fie darin leicht zu faulen beginnen. Be­merkt man dies, so muß die Pflanze sofort umgetopft werden. Dazu nimmt man sie behutsam aus ihrem Erdreich, wäscht die Wurzeln vorsichtig in lauwarmem Wasser aus, schneidet alle erkrankten Triebe ab und setzt fie in einen kleineren Topf. Zu Anfang darf man nach dieser Behandlung nur wenig Master geben.

Zum Düngen der Pflanzen geben wir eine erprobte Mischung an, die man sich durch jeden Drogisten zusammensetzen lasten kann: 38% salpetersaures Ammoniak, 30% doppelt phosphorsaures Ammoniak, 26% salpetersaures Kali (Salpeter), 5% doppelt phosphorsaurer Kalk fein gepul­vert und 1% schwefelsaures Eisen. Diese Bestandteile werden in Master aufgelöst und in verdünnten Zustand zum Gießen der Pflanzen einmal wöchentlich ver­wendet.

Besondere Vorsicht ist beim Wastergeben zu beobachten. Gewöhnlich tut man des Guten zuviel oder zu wenig. Am sichersten ist es, wenn man wartet, bis die Ober­fläche des Wurzelballens trocken geworden ist. Es darf nur überschlagenes Master verwendet werden. Im Winter empfiehlt es sich, die Erde nach der Mitte des Topfes ein wenig zu erhöhen, um das Innere mehr trocken^ das Aeußere mit den auf­saugenden Faserwurzeln mehr feucht zu halten. Im Frühjahr muß die Erhöhung wieder ausgeglichen werden.

Es muß noch gesagt werden, daß Gas­licht allen Pflanzen schadet und elektrisches Licht das Wachstum fördert, wenn es durch farbloses (weißes) Glas gebrochen wird.

Der Teewagen

mit großen Rädern und einem beweglichen Gelenk, sollte seinen festen Platz in jeder Küche haben. Es wird alles, aber auch alles, was bei Tisch gebraucht wird, dar­auf gesetzt und mit einem Handgriff ins Eßzimmer gefahren. Man spart tatsäch­lich viel Zeit und Lauferei und es ist sicher eine Freude für Mann und Kinder, wenn Mutter nicht alle Augenblicke aufspringen muß.

Eintopfgerichte

Gânseklein mit Bohnen. Man kocht 1% Pfd. weiße Bohnen, die die Nacht über in Wasser eingeweicht werden, bis sie sich leicht zerdrücken lasten und läßt sie aus einen Durchschlag ab­tropfen. Gleichzeitig hat man ein Gänseklein in wenig Wasser, Zwiebel und ein wenig Ma­joran gar gemacht und mit Butter und Mehl sämig angeschwiht, mischt nun alles behutsam untereinander, schmeckt auf Salz und Pfeffer ab, gibt ein wenig gehackte Peterstlie und ein mittlere Dose Tomaten-Püree hinzu und läßt daS Gericht auf gelindem Feuer noch ein Weilchen kochen.

. Pfeffer-Pothast. Ein und ein halbes Pfund sogenannte kurze Rippen vom Rind werden in der Größe eines Dreimarkstückes zerhauen und in wenig Wasser und etwas Salz angekocht. Dann gibt man ein Pfund kleine, abgezogene Zwiebeln, 2 Pfund rote geschälte Nierenkartof­feln, Pfeffer, Gewürzkörner, Nelkenpfeffer, ein Lorbeerblatt, eine Zitronenscheibe und reich­lich Kapern hinzu. Ist die Soße noch zu dünn, so kocht man eine Rinde Schwarzbrot mit.

Stolzer Heinrich. Man koche l ^ Pfund Brat- wurst, die man in kleine Würste von Finger- länge abgeteilt und fest zugebunden hat, in X Liter Weißbier gar. Nimmt die Würste nach 10 Minuten heraus und läßt die Soße so kurz einkochen, bis stch ein brauner Satz auf dem Boden bUdet. Man gießt nun das Fett ab leS kann wieder verwendet werden) gibt noch ein wenig Weißbier und eine Taste voll Kartoffel- master, etwas Zucker, einen Eßlöffel Essig, Pfeffer, einen Teelöffel voll Kümmel und etwas geriebenen Zwieback dazu und laste 2 Pfund rote Kartoffeln darin gar werden. Dann legt man die Würste wieder hinein und läßt sie auf kleiner Flamme heiß werden.

Anmerkung: Die Bratwurst muß vor dem Zubereiten mit einer spitzen Gabel ge­prickelt und dann mit kochendem Master übe^ -osten werden, damit st« nicht platzt.