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MeihW des SMdM« Neichsseoders.

Begeisterte Aufnahme des Reichsministers Dr. Goebbels im Saarland.

Reichspropagandaminister Dr. Goebbels hatte ..a am Mittwoch zu der feierlichen Einweihungdes neuen Reichsse nders in Saarbrücken be- acben. Als der Minister in der Landeshauptstadt des -aargebictes eintraf, hieß ihn Reichskommissar Bürckel aufs herzlichste willkommen.

Die Bevölkerung bereitete dem Minister in der iahnenübersäten Stadt einen Empfang, der in seiner Herzlichkeit und Innigkeit lebhaft an jene unvergeßlichen ctage erinnerte, da da? Saarland zur Mutter Deutsch- Hnd zurückkehrte. Der Empfang war noch überwältigen­der als Dr. Goebbels mitten in die riesigen Arbeits­stätten dieses Landes der Kohle und des Eisens fuhr. Sowohl in der Burbacher Hütte, der sein erster Besuch aalt, als auch in dem Röchlingschen Eisen- und Stahl- Mik war die ganze Belegschaft auf den Beinen und bereitete dem Minister inmitten wehender Fahnen und heulender Sirenen einen Empfang, wie er schöner und herzlicher nicht sein konnte. In beiden Werken sprach

Goebbels zu den Belegschaften. In dem Röchlingschen Eisen- und Stahlwerk hielt er in einer riesigen Maschinen­halle eine fast einstündige Rede.

Auf der Rückfahrt nach Saarbrücken stattete Reichs­minister Dr. Goebbels noch dem Warndt-Ehren- iniH einen kurzen Besuch ab, das, hart an der Grenze aus einer beherrschenden Anhöhe gelegen, dem Andenken der Gefallenen des Weltkrieges gewidmet ist. Am frühen Nachmittag empfing Dr. Goebbels im Beisein des Gau­leiters Bürckel den italienischen Präsidenten des Obersten Gstimmungsgerichts, Exzellenz Galli.

Nach einer Besprechung mit den Intendanten der Reichssender traf Dr. Goebbels gegen 5 Uhr im historischen Saal der Wartburg ein. Schon lange vor Beginn der Kundgebung drängten sich hier die Massen, die den Minister sehen und sprechen hören wollten. Die Feier­stunde wurde eingeleitet durch die Wiedergabe einer Dichtung von Adolf Weber, die ein junger saarländischer Komponist musikalisch untermalt hatte.

Aus den Kindertagen

der deutschen Eisenbahn.

Ein Reisetaschenbuch von 1845 Ein glänzendes Geschäft für die Aktionäre Das Beschwerdebuch beim Stations­vorsteher.

Zehn Jahre nach der Eröffnung der Ludwigsbahn NürnbergFürth, also 1845, gab Dr. Friedrich Wilhelm Freiherr von Redern in Berlin ein Buch über das deutsche Eisenbahn- und Dampsschiffahrtswesen heraus. DiesesTaschenbuch für Reisende, Aktienbesitzer, Eisen­bahnbeamte, Gasthalter, Kauf- und Geschäftsleute aller Art" enthält auch bemerkenswerte Ausführungen über die erste deutsche Eisenbahn, die am 7. Dezember ihren IM. Geburtstag begeht.

Zu Beginn des Buches heißt es, die Strecke Nürn- oerF-Fürth habeeine Länge von 22 000 bairischen Woder 0,88 deutschen Meilen". Die Anlage- und Ein- Hungskosten seien durch 1770 Stammaktien zu je 100 âden und zwei Anleihen von zusammen 35 500 Gulden i lju 4 Prozent verzinslich) gedeckt. Es wurden also $12500 Gulden aufgebracht. Für den Betrieb standen i> 1844 zwei Lokomotiven, 16 Personenwagen und 7 bis Pferde zur Verfügung. Täglich wurden acht Dampf- Mrten und 16 bis 20 Pferdefcihrten abwechselnd durch- Whrt; die Dampsfahrten dauerten 10 bis 15, die Pferde- lchrten 20 bis 25 Minuten.

Schon im ersten Jahre wurden auf der am 7. Dezem­ber 1835 eröffneten Strecke NürnbergFürth 449 399

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^HEBER-RfCHTiSCHUTZ DURCH VERLAG OSKAR MEISTER, WERDAU

) (Nachdruck verboten.)

^?nz in diese quälenden Gedanken versunken, blieb Mau von Berkow an einem Schaufenster stehen, wo uuerlei Lebensmittel ausgestellt waren. Eigentlich Hattr K verschiedenes einkaufen wollen, nun mußte sie es Doch unterlassen. Denn wenn man sich die nächsten ^vate noch mehr einschränken mutzte, wie bisher, dann Mtzte man eben noch manches entbehren, was man bis- noch gehabt hatte.

Herz wurde ihr schwerer und schwerer, je näher lyrem Heim kam.

mitte schleppte gerade mit der Aufwartefrau den Men schweren Teppich aus dem Speisezimmer in den

H°f, wo ihn die Frau klopfen wollte. Aline sah ^Mutter, sah ihr stilles, sorgenvolles Gesicht. Sah die «wen, die noch an den Wimpern hingen.

Mütterchen?"

'Ach erzähl' es dir lieber gleich, Aline."

lUlü hastig berichtete sie. Alines Gesicht wurde blaß. J5 war denn das auf einmal für eine Schikane, die w allen Ecken und Winkeln hervortrat? Hatte man olles dem widerlichen, kleinen Menschen zu sanken, den Dani abgewiesen?

Mütterchen, weißt du, am besten ist es doch, wir gehen älipm <och Berlin zurück. Man taucht da eher unter. Mn» " kennt einen und ich vermiete dort einfach i» Du brauchst dich um gar nichts zu kümmern, Nb.O.vll nur tüchtig spgzieren mit der Kleinen. Den nicht sinken lassen."

vost gewiß recht. Aber Edellinde ihr zuliebe Assias wir noch warten. Vielleicht erklärt sich der doch noch."

-weicht! Es wäre wirklich gut. Dani und ich kbcn Worein Holz geschnitz " ......7 soll vor Dame geboren. Obwohl heute jeder zupacken wen» M - Winer Haut heraus kann doch keiner. Und tat wwr sie heiratet, er wird ja bald Amtsgerichts- ob !n würde sie sicherlich gut aufgehoben sein. Aber L a Hoffnungen erfüllen?"

%au vqn Verkow faltete die Hände.

liebe Gott gebe es Edellinde würde große Ent- N^ll'en kaum noch ertragen."

ne nickte, dann sagte sie:

t. Aber Edellinde ist

Dann rief Reichssendelciter Hadamovsky die deutschen Sender zum Appell auf.

Die deutschen Sender grüßten in kurzen, dichterisch geform­ten Worten ihren jüngsten Bruder und bekundeten ihre Verbundenheit mit der Westmark. Ihnen antwortete der Reichssender Saarbrücken mit dem Gelöbnis, die Wacht an der Grenze zu halten. Nachdem der Oberbürgermeister den Gruß der Stadt entboten hatte, ergriff Dr. Goeb­bels das Wort zu einer längeren Rede, die immer wieder von stürmischem Beifall unterbrochen wurde.

Der Minister gedachte zunächst der festlichen Gelegen­heit, die ihn nach Saarbrücken geführt habe und erinnerte dann an die unselige Zersplitterung im deutschen Volke, der die große Tat des Führers ein Ende bereitet habe. Die Eröffnung des neuen Senders weckte die stolze Freude, ein Versprechen eingelöst zu haben. Unter der stürmischen Zustimmung der Zuhörer erinnerte der Minister daran, wie sehr der Rundfunk in der Zeit des Abstimmungskampfes die Verbindung zwischen dem Reich und den Saarländern erhalten habe. Als man nicht ins Saargebiet kommen konnte, sei der R u n d f u n k d i e Brücke gewesen. Er sei heute nicht hierher gekommen, um Illusionen zu wecken. Schwierigkeiten seien dazu da, um überwunden zu werden. Eine scharfe und sarkastische Abrechnung hielt Dr. Goebbels dann mit den

Kritikastern, die die Welt vom Standpunkt der Butter- käufer aus betrachteten und die aus Oppositions­gründen vom fanatischsten Vegetarier zum sana tischsten Schweinefleischcsser werden können.

Dr. Goebbels sprach dann noch von der Liebe und An­hänglichkeit des Volkes zur Regierung, auf der deren Stärke ruhe. Begeistert stimmte zum Schluß die Men­schenmenge in die Heilrufe auf den Führer ein. Die Nationallieder beschlossen die Feierstunde.

Der Minister verließ dann die Wartburg und fuhr im Kraftwagen durch die hell erleuchteten Straßen der Stadt, um sich dann kurze Zeit danach durch die Pfalz nach Bad Dürkheim zu begeben, wo er mit den Arbeitern und Winzern den Abend verlebte.

Personen befördert. Die Einnahmen betrugen 59 980 Gulden, die Betriebskosten jedoch nur 22 599 Gulden, so daß die Bahn im ersten Jahre nur 38 Prozent der Ein­nahmen für den Betrieb verbrauchte! An Dividenden wurden von 1836 bis 1844 jeweils 2015 Prozent gezahlt. D i e Aktionäre haben also kein schlechtes Geschäft gemacht. Die Fahrpreise waren mit 6, 9 bzw. 12 Kreuzern für die 3., 2. bzw. 1. Wagenklasse recht niedrig. Zwar konnte man auch gegen Bezahlung des Fahrgeldes für einen ganzen WagenExtrafahrten" zwei Stunden vor Abfahrt bestellen, aber davon dürfte nur wenig Gebrauch gemacht worden sein.

Aus diese eingehenden Mitteilungen über Verkehr und Betrieb der Bahn folgt eine genaue Wiedergabe der Bestimmungen" über die Beförderung. Hier fällt die große Vorsicht aus, die man dem Publikum auserlegte. Beim Nahen des Zuges wurde der Bahnsteig abgefperrel", und nur die Fahrgäste mit Karten erhielten Zutritt. Das Aussteigen war nur aus Anordnung nach Halten des Zuges gestattet. Das eigenmächtige Offnen der Wagentüren, die Mitnahme feuergefährlicher Dinge oder geladener Gewehre usw. waren untersagt; sonst aber durfte man an Gepäck so viel mitnehmen, wie man tragen konnte. Und wem irgend etwas nicht paßte, oder wer sich zu einer Beschwerde veranlaßt fühlte, konnte dies bei den Stationsvorstehern in ein B e s ch werde- b u ch eintragen, das dem Direktor der Bahn zur Klärung der Angelegenheit vorgelegt wurde. Auch Fundstellen waren schon eingerichtet. Beiallen-

Mütterchen, bleibe Hier nicht länger in dem kühlen Hausflur stehen. Du bist jetzt draußen in Hitze und Sonne gelaufen."

Dankbar nickte ihr die alte Frau zu.

Du bist ein gutes Geschöpf, Aline!"

Und bedauernd ruhten der Mutter Augen eine Weile auf den Händen der Tochter, die deutliche Spuren grober Hausarbeit zeigten. Dann ging sie in ihre Wohnung.

Edellinde lachte bitter auf, als sie hörte, daß man sich noch mehr werde einschränken müssen.

Dann--ist wohl jede Hoffnung dahin. Ich hatte dich gerade heute bitten wollen, den Assessor Primer zum Abendbrot für Donnerstag zu bitten."

Das können wir trotzdem," erwiderte Aline ruhig. Ich habe ein paar Spargroschen zurückgelegt. Und zu einer kleinen, netten Ausstattung will dir Tante Julie fünftausend Mark geben. Ich habe schon seit längerer Zeit mit ihr darüber korrespondiert. Ich habe auch gleich versichert, daß Dani und ich dann auf jede Beihilfe ver-, züchten. Denn mehr als diese fünftausend könnte Tante Julie beim Besten Willen nicht hergeben, das wissen wir ja genau."

Edellinde beugte sich vor.

Aline, das hättest du getan? Und wenn ich auch deine Großmut annehme, Daniela kann nicht verzichten, sie ist nicht mündig."

Es ist ein Geschenk und kein Erbe. Wir haben alle drei nichts zu fordern. Also können wir uns einigen," meinte Aline.

Dann--danke ich euch! Ihr seid sehr lieb. Aline, ich möchte Kochen lernen. Ich komme ietzt jeden Vor­mittag ein bißchen in die Küche."

Sehr nett von dir."

Daniela hatte das alles schweigend mit angehört. Und die Mutter lächelte nun wieder ganz glücklich vor sich hin. Man mußte es wirklich nicht so schwer nehmem

Plötzlich erklärte Daniela:

Mütterchen, ich will mir selber etwas suchen. Irgend­eine ehrliche Arbeit und ein stilles Glück. Ich werde einmal nur einen Mann heiraten, den ich liebhabe. Sonst bleibe ich lieber allein. Ich suche mir mein Glück. Und paß nur auf, Mütterchen, ich finde es anch!"

Dani! Wie willst du denn das machen?"

$cB suche mir eine Stellung. Arbeiten ist keine Schande!"

Wenn man nichts gelernt hat, findet man heutzutage keine Stellung. Und als Abwaschmädchen in irgendein Hotel wirst du wohl nicht gerade gehen wollen." Edel­linde hatte es gesagt, und da war nun wieder der Hoch­mut, der ihr immer angehaftet hatte. Aber die Mutter wollte keinen Zank und so sagte sie rnhig:

Dani hat recht. Sie mag sich eine 'Stellung suchen. Daß es eine Stellung ist, die für sic paßt, dafür wird sie schon soraem"

falsigen Störung unterwegs" hatten sich die Passagiere ruhig zu verhalten und demKontrolleur und Konduk­teur, welche über das Vorgefallene Auskunft erteilen, Gehör zu geben und Folge zu leisten", und selbstver­ständlich wurde die MilfahrtBetrunkenen, Kranken und überhaupt solchen Personen, die den Nebensitzenden durch ihre Nachbarschaft oder durch unanständiges Betragen lästig sind", nicht gestattet.

Was bringt der Rundfunk?

Reichssender Frankfurt.

Frankfurt: Freitag, 6. Dezember

6.00: Chural, Moraenspruch, Gymnastik. 6.30: Dza.: Früh­konzert. In der Pause 7.00: Nachr. 8.00: Wasserstand, Zeit, Wetter. 8.15: Stuttgart: Gymnastik. 8.45: Sende­pause. 9.00: Nur Freiburg: Werbekonzert u. Nachrichten. 9.15: Nur Freiburg: Freiburger Sängerwettstreit. 10.00: Nur Frankfurt: Werbekonzert. 10.15: Leipzig: Schulfunk. Einst Lokomotivenscheu jetzt 4000 VS. Hörfolge. 10.45: Prakt. Ratschläge für Küche und Haus. 11.00: Nur Frank­furt: Werbekonzert. 11.20: Nur Trier u. Koblenz: Nachr. 11.35: Meldg. 11.45: Sozialdienst.

12.00: Mittagskonzert. Dazw. 13.00: Zeit, Nachr. 14.00: Zeit, Nachr., Wetter. 14.10: Vom Deutschlandsender: Al­lerlei zwischen zwei und drei. 15.00: Wirtschaftsbericht, Zeit, Wirtschaftsmeldg. 15.15: Weihnachtsmarkt der Frank­furter Künstler. 15.25: Ph. v. Trotha: Ueber das Wesen des Nordischen. 15.40: Die andere Welt. Ein Deutscher in Leningrad

16.00: Konzert. 1. Lieder mit Klavierbegleitung. 2. Kassel: Sonate für Violine und Klavier. 17.00: Leipzig: Leipziger Kaleidoskop. Buntes musikalisches Farbenspiel. 18.30: 1. Prof. Sittig: Der Himmel im Dezember. Woher stammen die Meteorite? 2. Wilh. Bickendorf: Aufgaben der Landesplanung. 18.55: Meldungen.

19.00: Kassel: Unterhaltungskonzert. Durch ferne Länder. 19.50: Tagesspiegel. 20.00: Zeit, Nachr. 20.15: Königs­berg: Reichssendung: Stunde der Nation. Georg Schu­mann: Händel-Variationen. 20.45: Der Held. Kurzhör- spiel von W. G. Klucke. 21.15: Kunterbunt zur Abend­stund .22.00: Zeit, Nachr. 22.15: Nachr., Wetter, Sport. 22.20: Dein Buch unterm Weihnachtsbaum. 22.llö: Sport­schau der Woche. 23.00: Vom Deutschlandsender: Barnabas von Geczy spielt zum Tanz. 24.00: Stuttgart: Nacht­konzert. (Wachswiedergabe).

Deutfchlandsender.

Dcutschlanvsender: Freitag, 6. Dezember

6.00: Guten Morgen, lieber Hörer! Glockenspiel, Tages- 'bvuch, Choral, Wetter 6.10: Berlin: Gymnastik. 6.30: »rohl Morgenmusik. Dazw. 7.00: Nachr 8.30: Sende­pause 9.00: Sperrzeit. 9.40: Will Vesper: Kleiner Le- gendenkranz um Margarethe Luther 10.00: Sendepause. Lastenträger zum Schienenzepp Hörspiel. ft Sprelturnen im Kindergarten. 11.15: Seewetter- 1 Heilkräuter im Speisezettel. 11.40: Paul

1 y ' F"vrlei wichtige Winterarbeiten: anschl.: Wetter 1Breslau: Munk zum Mittag. Dazw. 12.55: Zeit- ^etÄen 13.00: Glückwünsche. 13.45: Nachr. 14.00: Al- drei 15.00; Wetter, Börse, Programm- ^?10: Kameradschaft unter Jungmädeln. 15.30: Frohl Kindergarten.

107?0: Musik am Nachmittag. Die Jahreszeiten! In der ißnn k : ^-er Hecht. Svitzbubengelchichte v. P. Ernst. ?^der und Variationen für Violine. 18.30: Im Nhreniaden. Von denNürnberger Eiern" bis zum Pots- oamer Glockenspiel.

^-00.:.Barnabas von Geczy spielt. 19.45: Deutjchlandecho. Kamerad des Weltkriegs, Kamerad im Kampf der ~ Wfr rufen dich! 20.00: Kernspruch: anschl.: Kurznachrichten. 20.15: Der Thron im Nebel Bvrwiet von Georg Basner. 21 00: Barnabas 0 Geczy !M für Unterhaltung. 22.00: Wetter, Nachr., Sport. shrinH' I: Worüber man in Amerika U ^2.30: Klamerstucke von Friedrich Welter. 22.45: «ecmeiterömd&t. 23.00: Barnabas v. Geczy spielt zum

Wer im Winterhilfswerk opfert, beweist sein Deutschtum!

Ich gehe zu Tante Jnlie nach Berlin. Vielleicht weiß einen Posten für mich. Sie hat viele Bekannte, da findet sich eher etwas."

. Daniela sagte es ganz tapfer, aber sie konnte es nicht andern, daß sie gerade in diesem Augenblick an einen großen blonden Mann denken mußte.

.. Was war das nur, daß ihr immer dieser Fremde ein- fiel? Sie wollte ihn doch vergessen! Denn sicherlich hatte er nur ein Abenteuer gesucht, wie ihr die Mutter ge­sagt hatte. *

Und darilm war es auch besser, wenn sie von hier fortging. Dann würde sie ihn bald veraessen. Aber er hatte 10 trotztet) getacyt. Ganz qutckum patte Dieses Lachen sie gemacht.

Die Mntter sagte freundlich in all ihre Gedanken hinein:

Darüber reden wir noch, Dani."

Am Nachmittag bat Frau Major von Berkow brieflich den Herrn Asiessor Primer für Donnerstag zum Abend­brot. Er sagte zu. Und nun lief Edellinde mit einem solch glücklichen Gesicht umher, daß der Mlltter gans frei und leicht zumute wurde.

3.

Es gao eine neue Sensation: Der Assessor Primer hatte sich mit Edellinde von Berkow verlobt! Da hatte man ja nun den klaren Beweis, wie fein die Frau Major ihre Pläne ausspann! Auf den Assessor hatten sich andere junge Damen des Städtchens auch Hoff­nungen gemacht, die bedeutend jünger waren als Edel­linde von Berkow! Aber man war eben nicht so raffi­niert wie,die Damen im Efeuhanse! Das war es! Das ganz allein! Die Frau Amtsgerichtsdirektor war auch außer sich. Luft machen konnte sie sich aber nur, wenn sie bei ihren Freundinnen weilte. Denn der Herr Amts­gerichtsdirektor hatte sich Szenen solcher Art daheim ein für allemal energisch verbeten. Er blieb weiterhin auf sehr freundschaftlichem Fuße mit hem Assessor. Aber einem konnte er sich nicht verschließen: seine Fran batte, ihn gefragt, wie er sich denn das eigentlich dächte? Wenn man den Assessor zu sich bat, mußte man auch seine Braut einladen. Und oas fiele ihr im Leben nicht ein!

Der Herr Amtsgerichtsdirektor sah sich in einem schweren Konflikt. Und so bat er eines Abends im Ratskeller den jüngeren Kollegen, sich doch versetzen zu lassen. Sein Schritt habe verschiedene Hoffnungen ge­täuscht, und die Damen von Berkow seien hier ailch nicht besonders beliebt. Er habe ihn sehr geschätzt. Aber solche gesellschastlichen Reibereien seien alles andere als an­genehm. Und der Assessor hatte zu diesen Worten genickt. Hatte gesagt, daß er schon selbst daran gedachi habe. Er sei sehr glücklich mit seiner Brant und rnerbe zu ver­hindern wissen. Daft sie gekränkt werde. Aber bis zur Hochzeit wolle er noch hierbleiben. (Fortsetzung folgt.)