Streikunruhen in Amerika. Ans Amerika häufen sich in der letzten Zeit die Unruhemeldunpen. Ueberall sind die Sowjet-Agenten am Werk, den Arbeiter aufzuhetzen. Unser Bild aus Barberton im Staate Ohio zeigt einen Polizei- rrupp, der mit Tränengas-Gewehren, Stahlhelmen und
Panzerwesten ausgerüstet, den Eingang einer Jsolatoren- sabrik bewacht, um größere Demonstrationen der streikenden Arbeiter zu verhindern. (Weltbild — M.)
Bild rechts: Soldaten im Dienst der Winterhilfe. Auch
in diesem Jahr hat sich die Wehrmacht in den Dienst der Winterhilfe gestellt. Mit ihrer Gulaschkanone sind die Soldaten hier in einem Berliner Vorort aufgefahren und verteilen ein kräftiges Essen an bedürftige Volksgenoffen. (Scherl Bilderdienst.)
SioZahchlmdert deutscherEisenbahn
Zur Eröffnung der ersten deutschen Bahnstrecke am 7. Dezember 1835.
„Möge auch im Vaterlande bald die Zeit kommen, wo der Triumphwagen des Gewerbefleißes mit rauchenden Kolossen bespannt ist und dem Gemeinsinne die Wege bahnet!" — Diese Worte schrieb 1825 bereits in einer Zeitung „der Alte Fritz Westfalens", Friedrich Harkort. Mit dem Schwaben Friedrich List, dem preußischen Minister Motz, den Bayern Ritter von Baader und Bürgermeister Scharrer gehört er zu den Pionieren des deutschen Eisenbahnwesens. In England ging der Erfinder Stephenson voran; in Deutschland legte kleinstaatliche Verschlossenheit dem großen Verkehrsfortschritt manches Hindernis in den Weg, obwohl die Zeit für ihn gekommen war. Neujahr 1834 trat der Deutsche Zollverein in Kraft; sechs Wochen darauf verlieh König Ludwig der Nürnberg-Fürther Gesellschaft das Recht zum Bau der ersten Eisenbahn zwischen den beiden regen Nachbarstädten. Am 7. Dezember 1835 konnte sie von dem tüchtigen Erbauer Denis dem Betrieb übergeben werden. Am Zustandekommen aber hatte Nürnbergs Bürgermeister Scharrer, Gründer auch der ersten bayerischen Spar- W, der bereits als junger Kaufmann „ein gemeinnützige Mensch" werden wollte, das Hauptverdienst.
Ganz klein fing die deutsche Eisenbahn an, heute ins größte Verkehrsunternehmen der Selt. Kaum eine Meile maß ihr Erstlingsglied. Herzig Pferdestärken hatte die noch im englischen Stephenson-Werk hergestellte und von dem Engländer Wilson gelenkte Lokomotive, „der Adler", der die noch ungefederten, größtenteils offenen Wagen zog, aber immerhin die schnellsten Postkutschen schon übertraf, während die heutigen Lokomotiven zweitausend Pferdestärken leisten. Tie Schienen waren in dem allein geeigneten Eisenwerk zu Neuwied am Rhein gewalzt worden und mußten mit dem Pferdefuhrwerk von da geholt werden.
Die erste Fahrt verlief glatt mit Fahnen und Blumen, Uniformen und Fracks der Ehrengäste. Aber das Mißtrauen gegen die neue Einrichtung war noch groß, selbst bei Fürsten und hohen Beamten wie in breiten Kreisen. Man befürchtete Geistesstörungen der Fahrgäste trotz des bescheidenen Tempos von kaum 40 Stundenkilo
meter und Dampfschäden für die Feldfrüchte. Der große Plan eines deutschen Hauptbahnnetzes, den L i st, der Vorkämpfer auch einer vaterländischen Wirtschaftspolitik, entwarf, konnte sich in der damaligen Vielstaaterei nicht durchsetzen. Die meisten Regierungen beschränkten sich zunächst aus die Genehmigung von Bahnbauten durch rührige Privatgesellschaften. Nach einem Jahrzehnt waren über 2000 Kilometer Schienenstrang im Betrieb, nach acht Jahrzehnten, 1915, über 62 000 Kilometer, und nach dem .stückgang infolge der Gebietsverluste, die viele Grenzbahnen zerschnitten, umfassen heute Reichsbahn und Privatbahnen zusammen über 5 8 0 0 0 Kilometer mit 22 600 Triebfahrzeugen und 673 000 Wagen. Nach 25 Jahren, 1860, wurden knapp 50 Millionen Fahrgäste er- rechnet; jetzt sind es jährlich 40maI soviel, 2 Milliarden, während der Güterverkehr etwa 400 Millionen Tonnen bewegt.
.Die Wirkungen des neuen Verkehrsmittels und Verkehrsweges sind aus allen Gebieten tiefgreifend gewesen. Der Schwerpunkt lag anfangs bei der Personenbeförderung; das erste Frachtgut waren zwei Ästchen bayerisches Bier. Allmählich ermöglichte aber die Asenbahn den Aufschwung der Gütererzeugung für weite Gebiete. Zugleich rückten sich die deutschen Stämme näher, ^chon 1828 hatte Goethe prophetisch geäußert: „Mir ist Nicht bange, daß Deutschland nicht eins werde; unsere Viten Chausseen und künftigen Eisenbahnen werden schon das ihrige tun."
Allerdings gelang es Bismarck selbst nach dem ^suignngskriege nicht, eine einheitliche Reichsbahn bei den ^tnzelstaaten durchzusetzen. Wenigstens gingen nach den enthüllten Schäden und Vermögensverlusten der speku- "erenden „Gründerzeit" fast alle größeren norddeutschen Fahnen, die trotz noch lückenhaften Ausbaues 1870 die Feuerprobe bestanden hatten, in Staatshände über; in ^uddeutschland wog schon eher der Staatsbesitz vor. zarteste Prüfung brachte der Weltkrieg. Die veut- nyen Eisenbahner, von denen 25 000 auf dem Felde der blieben, mußten auf allen Fronten tief in Feindes- hinein Gewaltiges leisten. Freilich waren nach dem "teren Ende die Betriebsmittel sehr erschöpft, und vom michineu- und Wagenpark mußten über 8000 Lokomo- und fast 300 000 Wagen den beutegierigen Gegnern ‘^liefen werden. Doch was Jahre des Glückes nicht "Müde gebracht hatten, schmiedete wenigstens im Verkehr
Aoi schon im Jahre 1920 zusammen: b i c Reich s b a h n kam. Noch harrte ihrer eine o^Ute Leidenszeit; sie wurde ein Hanptlasteniräger der vangsgläubiger und mußte für sie Milliarden auf- c^'Uen. Erst ju3t> fiel der ausländische Einfluß und zwei
Water jede Tributleistung fort.
de- ^ui D r i t t e n Reich wie auch schon in den Jahren - uirfeé hat die Reichsbahn ihre Leistungsfähiakeit ae- UsteigM. tm^ AMMN bÄ^Mt
Die nationalsozialistische Sozialordnung.
Dr. Ley
Leipzig, 5. Dezember.
Dr. Ley sprach am Mittwoch auf der Arbeits- und Schu- tungstagung der DAF über die neue nationalsozialistische Sozialordnung. Er ging dabei von dem Begriff der Arbeit aus, die für den Nationalsozialismus keine Ware, sondern eine Funktion der Persönlichkeit des Menschen und sein Wertmesser sei. Die Arbeit könne nicht verkauft werden, wie es die Marxisten lehrten. Und für diese Arbeit sei der beste Lohn zu gewähren. Dazu gehöre nicht nur das Bargeld, sondern auch Kraft durch Freude, die Stellung des Menschen in der Fabrik, sein Gemeinschaftsleben, seine Achtung, seine Ehre; mit einem Wort: der gesamte Mensch. Je stärker das Gemeinschaftsleben in einem Volk sei, um so glücklicher werde der einzelne sein. Unternehmer und Arbeiter seien beide Soldaten der Arbeit, die auf verschiedenen Kommandoposten ständen und sich als Kameraden ehrten und achteten. Niemals, so erklärte Dr. Ley, habe der deutsche Arbeiter dem Unternehmer sein Besitztum geneidet. Der Klassenkampf sei nur dadurch möglich geworden, daß der Reichtum seinen Besitz mißbraucht habe. Kapitalismus bedeute nicht, daß ein Mensch Geld und Betriebskapital habe, sondern Kapitalismus sei es, wenn jemand diesen Besitz zu machtpolitischen Zwecken mißbrauche. Bevor Adolf Hitler kam. sei eine große Lücke und eine seelische Leere in uns gewesen. Es habe das Wissen um das Kostbarste des Menschen, um seine Mission und um seine Aufgabe gefehlt.
Für eine Gemeinschaft genüge noch nicht der Trieb, nicht mehr Einzelgänger sein zu wollen. Eine Gemeinschaft nationalsozialistischer Prägung unterscheide sich von dem Kollektiv bolschewistischer Prägung dadurch, daß jeder in dieser Gemeinschaft an seinem Platze sei. Sie solle eine Kampfgemeinschaft sein, um die Gemeinschaft Deutschlands für alle Zeiten sicher zu stellen. Wir wollen, rief Dr. Ley unter stürmischem Beifall aus, eine lebendige Gemeinschaft, ausqerichtet nach Fähigkeiten, erzogen zum Kampf.
Und wir werden eifersüchtig darüber wachen, daß die Einheit und Reinheit auch in den Urzellen des Betriebes niemals angetastet wird. Wir wollen, so sagte er, ein System bauen, das dem einzelnen mehr Glück und Zufriedenheit bringt, als er früher gebubt hat. Unsere Aufgabe ist es, den Menschen für diesen Kampf, den er selbst fuhren muß, stark zu machen und ihn die rechten Kampfmelhoden
hielt die Hebung der Schnelligkeit für Personen- und Güterzüge Schritt, die deutscher Bedarfsbefriedigung, dem Berufs- wie dem Erholungsverkehr zugute kommt. Sie steigerte sich im Fliegenden Hamburger und Kölner bis auf durchschnittlich 125 Kilometer in der Stunde. Zugleich hat die Reichsbahn den jüngeren Bruder der Lokomotive, den Motor, der ihr über den Kopf zu wachsen drohte, mit in Obhut genommen. Sie hat den A u t o - b a h n b a u selbst begonnen. Als Auftraggeber trägt sie, die einer eigenen Gefolgschaft von 660 000 Beamten und Arbeitern einschließlich Ruhegelder jährlich 2% Milliarden auszahlt, zum Gelingen der Arbeitsschlacht kräftig bei; erreichten doch allein im Vorjahr ihre Bestellungen fast 1200 Millionen.
Technisch wohlausgerüstet, fortschrittsfreudig, überall redlich bemüht, in Stadt und Land für das deutsche Volk bestmöglichen gemeinnützigen Verkehrsdienst zu leisten, tritt die Deutsche Reichsbahn in das zweite Eisenbahnjahrhundert ein. So verknüpft sie mit deutscher Volkswirtschaft und Volksgemeinschaft ein festes, fruchtbares Vertrauensband.
Wolfram Brockmeier — Fachberater für Lyriker.
Der junge Dichter Wolfram Brockmeier, der bad Hauptreferat Schrifttum im Kulturamt der Reichsjugeud- fuhrung leitet, wurde vom Präsidenten der Reichsschrifttüms- kammer, Hanns Johst, zum Fachberater für Lyriker in der Reichsschristtnmskammer ernannt und in den Ver- waltungsbeirat der Reichsschristtumskammer berufen. Damit hat wiederum die kulturelle Arbeit der HJ. Anerkennung gefunden. Einer ihrer jungen Dichter hat mit dieser ehrenvollen Berufung ein neues und schönes Aufgabengebiet an verantwortungsvollster Stelle im deutschen Kulturleben er- balten.
SA.- und SS.-Skimcisterschaften 1936.
Ter Oberste SA -Führer hat im Einvernehmen mit der Reichsführung SS. und dem Reichssporlführcr die SA- ud SS. -Skim e',i st er schäften für 1 936 für bei; -6. Februar 1936 ausgeschrieben und als Anstragungsori O b e r s ch r e i b e r h a u im Riesengebitge bestimmt An den Kämpfen nehmen außerdem erstmalig das RSKK, die Hitler- Jugend und die Politischen Leiter teil, und zwar in besonders für sie ausgeschriebenen Veranstaltungen Die diesjährige Ausschreibung erfolgt in Anlehnung an die vorjährige, doch ist an Stelle der vorjährigen Geländesportzwischenübüng (Seulen, zielwurf) diesmal KK.-Schießen vorgesehen. Besondere Aus- führunosbesüytmuni^n hierüber werden noch erwartet
spricht.
zu kehren. Den Platz an der Sonne sollen uns nicht unsere Soldaten erobern, sondern wir wollen ihn kraft unserer Leistung erhalten, und unsere Soldaten sollen uns dann schützen.
Nur ein vernünftiges und gerechtes System der Wertung der Arbeit sichere den gerechten Lohn, hätten wir das gefunden, so sei der Klassenkampf für alle Zeiten vernichtet. Der einzelne Mensch könne aber nicht nur verlangen, daß er für den Beruf stark gemacht, sondern auch in seinem Lebenskampf gesund erhalten werde. Dazu diene Schönheit der Arbeit, die Forderung nach einem ausreichenden Erholungsurlaub, die Fürsorge des Unternehmers für seine Gefolgschaft. Die Fürsorge dürfe nicht, wie bei den Gewerkschaften, in der Fabrik aufhören, sondern müsse in das Haus gehen. Neben der Schönheit der Arbeit müßten wir die Schönheit der Wohnung haben. Schließlich müßten auch die Kulturbedürfnisse der Menschen befriedigt werden. Weiter müsse dem einzelnen das Gefühl gegeben werden, daß er in diesem Kampf nie allein sei. Die Sozialversicherungen heutiger Prägung müßten in eine Sozialverpflichtung der Gemeinschaft gegenüber dem einzelnen umgebaut und völlig neu geschaffen werden. Völlig neue Wege müßten wir gehen. Dies gelte namentlich für die Altersversorgung, die durch vernünftige Arbeitsmethoden völlig neu zu ordnen fei. Die Arbeitsmethoden müßten wir nach den Kräften des Menschen je nach den Altersklassen laufen lassen. Bei der Krankenversicherung müßten die Volksgenossen verpflichtet sein, zur Gesunderhaltung des Volkes beizutraaen.
Dr. Ley erklärte zum Schluß: Wenn die Interessen des einzelnen die Interessen der Gemeinschaft sind, dann sind sie am besten zu befriedigen. Die Interessen sind die Forderungen des Menschen an das Leben. Wer etwas leistet, soll etwas fordern. Jede Forderung hat aber dort aufzuhören, wo die Interessen der Gemeinschaft anfangen. Es ist undeutsch und falsch, wenn der eine glaubt, sich gegen den anderen schützen zu müssen. Deutschland muß begreifen, wir sind eine Burg, und die Bürger in dieser Burg sind auf Gedeih und Verderb zusammengeschweißt und verschworen. Alle Brücken zu der alten liberalistischen We't sind abgebrochen. Deutschland muß leben, weil wir leben wollen.
Der Staat ist ein Mittel zum Zweck. Sein Zweck liegt in der Erhaltung und Förderung einer Gemeinschaft physisch und seelisch gleichartiger Lebewesen. Diese Erhaltung selber umfaßt erstlich den raffenmäßigen Bestand und gestattet dadurch die freie Entwicklung aller in dieser Raffe schlummernden Kräfte.
Adolf Hitler.
Zeder trägt das Weihnachts-Reiterlein.
Zm Weihnachtsmonat wird vom 18. bis 24. dieses Reiterlein aus buntbemaltem Holz durch die Winterhilfe zum LexM^ Mr^s«- tw$i WÜ»Aânst — X)