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Ziehet ein in den größeren Bund!

«um Aufsehen der Turnerschaft in dem Reichsbund für Leibesübungen.

Von Carl Steding, stellvertretendem Führer der Deutschen Turnerschaft.

1935 wird für deutsche Turner und Turnerinnen als das Jahr einer Entscheidung, als Ausklang und Wieder- auferstehung fortlebcn. Unsere 75-Jahr-Feier in einer pfingstlichen Fcstesstimmuug in Koburg ist nun aus- geklungen zu einem großen Ereignis, dessen Bedeutung für die Gestaltung des inneren und äußeren deutschen Menschen vom Leibe her erst nach Jahren in der ganzen Tragweite empfunden und gedeutet werden wird

Die Veröffentlichung der Entschließung der denk­würdigen Sitzung der DT.-Führer am 23. November ist von der gesamten Presse mit größter Zustimmung aus­genommen worden. Dennoch ist zu verstehen, daß die Nachrichten vom restlosen Aufgehen unserer Turnerschaft in dem Reichsbund für Leibesübungen für manchen zu plötzlich gekommen sein möge, da viele Turner mit vollem Kerzen an ihrer Turnerschaft hingen und da sie zu eng mit ihr verwachsen waren. Als Kinder haben sie im Verein geturnt, als Vorturner, Vereinsführer und Mit­arbeiter in Kreisen und Gauen mit voller Hingabe tagein und tagaus gewirkt und geschafft. Jeder Turner hat mitgeholfen an seinem Hause, dem stolzen Bau der DT. Jeder einzelne fühlte sich als Träger einer stolzen GemeinsÄMft. Die Turnerschaft war im großen Vater­land des Turners besondere Liebe, der viele ihr Herz­blut gegeben haben.

Das ist nicht so. Ich brauche wohl nicht erst su sagen, daß der Entschluß, die geschichtliche Sendung der Deut­schen Turnerschaft als erfüllt zu sehen, von den Führern in der DT., wie bisher immer, nach gründlicher Prüfung gefaßt worden ist. Wer uns restlos verstehen will, darf nicht allein von den Gefühlswerten in unserer Turner- schaft ausgehen, sondern muß, wenn er den National­sozialismus bejaht, von Adolf Hitlers Kampf um die Einheit des deutschen Volkes ausgehen. Was Turner vor 125 Jahren in der Berliner Haienheide er­träumt und erhofft haben, wofür Turner in der 1848er Jahren auf den Barrikaden kämpften, und was unser BundDeutsche Turnerschaft" nach seinem Grüudungs- jahr 1860 in Erfüllung hat gehen sehen: den deutschen Bundesstaat Bismarcks, das ist von unserem Führer Adolf Hitler nunmehr in einem einigen einzigen Reich vollendet worden. Deutschlands Einheit, die bereits der Traum eines Friedrich Ludwig Jahn war, ist erreicht. Und was sich auf dem großen politischen Plane vollzogen hat, muß folgerichtig auf jedem Lebens­gebiet des deutschen Volkes erreicht werden. Die politische Einheit ist ja auf die Dauer nur gewährleistet, wenn das Polk in seinen einzelnen Lebensgebieten nach einer wohl­überlegten Ordnung auf ein Ziel marschiert So müssen früher oder später alle Menschen, die da Leibesübung treiben, in einer großen Gliederung nach einer Richtung marschieren. Wenn wir aber bedenken, daß die deutschen Leibesübungen nicht nur ein einzelnes Lebensgebiet, Mern schlechthin der Quell einer dauernden Wieder- emrkung unseres Volkes sein sollen, wenn wir daran gbuben, daß Leibesübungen ein ausgezeichnetes Mittel Md, Volksgefühl und Volksgemeinschaft zu verankern, MN muß aus dieser Erkenntnis heraus ein einziger -öund deutscher Leibesübungen aus vollem Herzen bejaht werden.

Das ist der politische Gedanke, der maßgebend war für die Gründung des Deutschen Reichsbundes für Leibes­übungen und für seine Entwicklung zur Einheit. Einen einheitlichen Bund hat die DT. immer gefordert, und deshalb haben wir alle ehrlich um diese Einheit gerungen und haben Schritt für Schritt, wie es sich für Turner und deutsche Menschen geziemt, immer mehr Boden für unsere turnerische Auffassung der Leibesübungen im Deutschen Reichsbund und im deutschen Volke gewonnen. Nun ist das Ziel erreicht, der N e i ch s b n n d ist fortan träger des turnerischen Gedankens im nationalsozialistischen Staat. Er ist damit die neue große Turnerschaft geworden, die schon Jahn im Geiste gesehen hat. Es kann daher, nachdem die Entwicklung bis hierher gekommen ist, nicht zwei Träger des turue- mchen Geistes nebeneinander geben: den Reichsbund und die DT. Da nun der Reichsbund die allumfassende Orga­nisation ist und die gesamte sachliche Arbeit durch die tzachämter leistet, bleibt für die DT. nur der eine folge­richtige Weg: Aufgehen in die größere Deutsche Turner-

den Reichsbund für Leibesübungen.

So zweifeln wir nicht daran, daß der Deutsche ~ u rntag, der im kommenden Jahre einberufen werden wird, die Beschlüsse seiner Führerschaft aus innerstem Sörzen bejaht, und wir glauben fest daran, daß jeder Zürner und jede Turnerin in treuer Gefolgschaft hinter Führer der DT., Hans von Tschammer und Osten, steht, der uns hineinführen will in ein neues und noch größeres Haus, auf daß wir auch in Zukunft Baumeister und treue Mitarbeiter an der deutschen Volksgemeinschaft bleiben sönnen

Konrad Frey der Sieger in Frankfurt.

diesjährige Prüfung unserer Turner, die ^e Eerätemeisterschaft in Frankfurt am Mam, Ne»-. Kreuznacher Konrad Frey als überlegenen Auf dein Bilde sehen wir den neuen deutschen 1,111 Konrad Frey bei einer mustergültigen Hebung an

Dr. Goebbels auf dem Pressetag in Köln.

Den Höhepunkt des diesjährigen Reichspressetages, der nun in jedem Jahr stattfinden soll, bildete die Ansprache des Reichspropagandaministers im Gürzenich-Saal in Köln. Dr. Goebbels machte hier vor den Vertretern des Reichsverbandes der Deutschen Presse grundsätzliche Ausführungen über die Neugestaltung des deutschen Presse­wesens. (Scherl Bilderdienst M.)

Das neue Weltbild.

Rassegedanken in der weltanschaulichen Auseinandersetzung unserer Tage.

In seiner Antrittsvorlesung, die Dr. Groß heute im vollbesetzten Auditorium maximum der Friedrich-Wilhclin-Universität Berlin hielt, legte er die Grundzüge einer nationalsozialistischen, auf rassischer Grundlage beruhenden Geschichtsauffassung dar und führte hierbei u. a. folgendes aus:

Die liberalistische Tendenz in der Geschichte.

Durch Jahrhunderte und aber Jahrhunderte euro­päischer Geschichte zieht sich die universalistische Tendenz zur Vereinigung immer größerer Völker und L ä n d e r st r i ch e. Ob es sich dabei um eine macht­mäßige politische oder zunächst nur geistige Zusammen- fügung handelt, ob das politische Machtstreben sich nur einer geistigen Motivierung bedient, um ethisch bestehen zu können, oder ob der Gedanke der geistigen Einheit die weltliche Macht nur als Mittel zum Zweck benutzt, mag dahingestellt sein. Auf jeden Fall ist eine ganz verflossene Epoche europäischer, ja menschlicher Geschichte überhaupt, beherrscht von dem Gedanken, immer mehr Staaten und Völker, immer mehr Sitten und Kulturen in einem Reich geistiger und vielleicht auch weltlicher Hoheit zufammen- zufassen.

Wenn die grundsätzliche innere Gleichheit der Menschen und Völker auf dieser Welt feststeht, womit soll dann die Aufrechterhaltung von Grenzen zwischen ihnen begründet werden, mögen das nun politische und wirt­schaftliche, oder mögen es Sprach- und Kulturgrenzen sein? Wenn die geistigen und kulturellen Verschieden­heiten auf dieser Welt zufällige Folgen verschiedenen Ent­wicklungstempos oder Folgen der geographischen Umwelt sind, warum soll nicht der vom Menschen künstlich ge­schaffene Ausgleich dieser Verschiedenheiten in ivenigen Jahrzehnten die Überwindung aller Uneinheitlichkeiten und Verschiedenheiten herbeiführen können, die sich bisher noch dem Ideal der Menschheit im tendenziösen Sinn des Wortes entgegenstellten? So schien das Streben nach dieser Menschheit ein notwendiges Ziel, für das aber alle äußere Zweckmäßigkeit und alle innere Vernunft ganz überzeugend sprach.

Der Raffegedanke als Feind jener Tendenz.

Hier tritt der Rassegedanke unserer Tage als entscheidender Feind jener Tendenz in der Geschichte, er kennt dietiefgreisenden Unterschiede z w i s ch e n d e n R a s s e n u n d r a s s e n b e st i m m t e n Völkern dieser Welt. Er weiß, daß diese Unter­schiede sich nicht in Äußerlichkeiten erschöpfen, sondern im geistig-seelischen Gesicht nicht weniger aus­geprägt sind als in der äußeren Form von Nasen, Augen und Ohren. Er weiß schließlich, daß nicht der vorüber­gehend bestimmende Einfluß der jeweiligen Umwelt die Typen der Menschen prägt, sondern (zumindest für ge­schichtliche Zeiträume unabhängig vom Umwelteinslußi die erbliche Anlage, die mit der Zugehörigkeit eines Menschen zu einer Rasse oder einer Rassenmischung über die körperlichen wie die geistig-seelischen Entwicklungs- möglichkeiten seines Lebens entscheidet.

An Stelle der abstrakten Menschheit steht die Vielheit rassenbestimmter Gruppen vor unserem Auge, und zwischen der Vereinsamung des sich selbst genügenden Individuums und dem grenzenlosen Verlieren an die Utopie einer nur gedachten Menschheit stellt die Rasse oder das rnffenöeftimmtc Volk jenen Bezirk geschicht­lichen Lebens dar, in dem die schöpferischen Kräfte im Geben unb Nehmen Kultur und Glauben gestalten.

Dabei verkennt niemand von uns, wie vieles über alle Rassen und Völker hinweg den Menschen an sich ge­meinsam ist. Aber wir sehen, daß das Gemeinsame spär­licher wird, je tiefer unser Blick in das Wesentliche der geistigen und körperlichen Strukturen einbringt.

Der Besitz von Nasen und Ohren ist allen Raffen gemeinsam; schon ihre Form zeigt auffallende und meßbare Unterschiede.

Die Gesetze der Logik gelten für alle Menschen dieser Welt; ihr Wert und ihre Verwendung zeigt nicht nur Unterschiede der Entwicklungsstufen, sondern solche letzter rassischer Bedingtheit. Und so können auch vom Rassegedanken her zahllose Gebiete menschlichen Lebens gemeinsam und international behandelt unb gestaltet werden, aber es werden stets die Gebiete sein, die an der Oberfläche kulturellen und geschichtlichen Seins liegen. Je mehr wir in dieTiefe und damit in das W c f c n aller Kulturen dringen, desto stärker fordern die rassenbcdèngten Verschiedenheiten ihr Recht und desto klarer setzt sich'ein völkischer Lebenskreis auf dieser Erde von dem anderen ab. Indem aber der Rassegedankenatur gemäß

gestern die Feststellung des Gleichen und Ähnlichen in den Mittelpunkt zu rücken suchte, bedeutet er damit gleich­zeitig eine Hinwendung von der Ober­st ä ch e z u r T i e f e, von den Äußerlichkeiten einer zivili­sierten und mechanisierten Welt zum inneren Reichtum völkisch- und rassisch-bestimmter echter Kulturen.

So wenig dieses neue Weltbild materialistisch ist, so wenig ist es chauvinistisch oder imperialistisch. Es stellt vielmehr in sich die Absage dar gegen jeden Ver­such, fremde Kulturen zerstören oder verwandeln zu wollen. Es läßt auch keinen Raum für die Sclbstübcrheb- lichkeit; denn es erkennt die rassische Bedingtheit der Welt­maßstäbe, mit denen Völker und Raffen auf dieser^Welt ihre und der anderen Leistungen beurteilen können. Und es ist zuletzt nicht unreligiös, sondern läßt den vollen Raum für jede innerlich echte Art wahrer Frömmigkeit.

Aus der Bewegung.

Der NSLB. siedelt insHaus der Deutschen Erziehung" über

Die Bauarbeiten amHaus der Deutschen Erziehung" in Bayr e u t h sind jetzt so weit fortgeschritten, daß die Ver­waltungsräume in den nächsten Tagen fertiggestellt sein werden. Anfang Dezember wird die Reichsamtsleitung des NS.-Lehrerbundes, deren Dienststelle sich bisher im Re­gierungsgebäude befand, in das Haus der Deutschen Erziehung ü b e r s i e d e l n. Mit dem Verwaltungsgebäude ist jedoch erst ein Teil des gewaltigen Bauwerkes vollendet worden. Die endgültige Fertigstellung wird noch mehrere Monate in Anspruch nehmen. Die feierliche Einweihung des Hauses der Deutschen Erziehung wird zu Pfingsten nächsten Jahres statt­finden.

Rcichsarbeitstaguug des Presse- und Propagandaamtes der Reichsjugendführung.

In der kurmärkischen Jugendburg in Storkow in der Mark fand vom 25. bis 27. November eine Arbeits­tagung des Presse- und Propagandaamtes der Rcichssugend- führung statt. An ihr nahmen alle Leiter der Presse- und Propagandaabteilungen der Gebiete, die Schriftleiter der Ge- bietszeitungen und die Obergaupreffereferentinnen teil.

Das neue Memeldttektorium im Amt.

Am Sonnabend trat nach langer Zeit wieder ein rein deut­sches Memeldirektorium, das von dem Landwirt August Daldfzus gebildet wurde, zusammen. Unser Bild zeigt die vier Mitglieder des neuen Direktoriums. Oben von links nach rechts: Landespräsident Baldfzus und Landesdirektor Sziaaud. Unten von links nach rechts: Landesdirektor