Zul-aer Anzeiger
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Tageblatt für Rhön un- Vogelsberg
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M. 281 — 12. Jahrgang
Fulda, Montag, 2. Dezember 1935
Einzelverkaufspreis 10 Pfg.
Die Presse freie Dienerin des Volkes
Der Höhepunkt des Reichspressetages. — Dr. Goebbels sprach.
bandès, Weiß, gab dieser Zustimmung abschließend Ausdruck, als er dem Reichsminister für die richtungweisenden und grundsätzlichen Darlegungen nationalsozialistischer deutscher Pressepolitik dankte. Ein dreifaches Sieg Heil aus den Führer und Reichskanzler und der gemeinsame Gesang der Nationalhymnen beschlossen die Kundgebung.
Den Höhepunkt der Kölner Reichstagung des Reichs- mbnndes der deutschen Presse bildete eine große Kund- liebung, aus der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels grundsätzliche Äusserungen über die Neugestaltung des deutschen Pressewesens^ machte.
Schon lange vor Beginn der Kundgebung Ivar der qroße Gürzenichsaal bis auf den letzten Platz gefüllt. Der alte historische Raum mit seinen reichen Gemälden aus der Geschichte der rheinischen Hansestadt war reich geschmückt mit Blumen und frischem Grün. Von den Wänden grüßten zwischen Hakenkreuzbannern die alten Kölner Hansefarben, von der Stirnwand und der Rück- Sand des Saales prangten leuchtend das Hakenkreuz und das Abzeichen der NSDAP.
Als Reichsminister Dr. Goebbels mit seiner Be- Mung den Saal betrat, wurde er von den vielen Tausende mit dem deutschen Gruß begrüßt. Das Kölner Städtische Orchester spielte die Ouvertüre aus „Oberon". Der Leiter des Reichsverbandes, Hauptmann a. D. W e i ß . begrüßte einleitend den Reichsminister Dr. Goebbels, in dem, wie er ausführte, die deutsche Presse ihren Schutzherrn sicht, und dankte ihm für die Tatkraft, ständige Fürsorge und Förderung, dankte vor allem aber dafür, daß dan! des Wirkens dès Ministers und des nationalsozia- Hischen Deutschland die Presse heute wieder eine politische Maß! im wahrsten Sinne des Wortes darstelle.
Gauleiter Staatsrat G roh è ergriff darauf das Wort, schilderte den politischen und kulturellen Kamps der Ätart Hier im Rheinland, so sagte er. lebt ein K ein Volk, das so urdeutsch ist wie nur in einem W des Reiches. Hier lebt ein Volk, das in Zukunft Nndiger an dem Wollen und der Politik des Natio- Äsovansmus sesthalten wird, als es je einer früheren ; Ackitik gefolgt ist. Das deutsche Volk am Rhein wird dem Führer die Treue halten über alle Schwierigkeiten hinweg.
Stürmischer, ianganhaltender Beifall brauste durch den dichtbesetzten Saal, als Reichsminister Dr. Goebels an das Rednerpult trat. Dann sprach Dr. G o eb- dcls über den Kampf um die Neugestaltung einer deut- schen Presse, frei von Sonderinteressen, frei von Sonder- deeinflussungen. aber voll nationaler Disziplin und Ver- Mtwortlichkr.it.
Die Presse, so betonte er, ist heute Dienerin der deutschen Politik.
Der Minister stellte fest, daß sich die Presse den ihr im vergangenen Jahre gestellten Aufgaben gewachsen gezeigt Mbe. Sie habe in den großen außenpolitischen Problemen Wi! Mann gestanden und sich damit um das Vaterland verdient gemacht. „Ich stehe nicht an", so betonte Goebbels, „ihr dafür in aller Öffentlichkeit den Dank des Führers und der Reichsregierung zum Ausdruck zu bringen." Heute seien die Schriftleiter ein Berufsstand mit öffentlichen Pflichten. Auch die letzten Reste der Jnter- MNpolitik im Pressewesen hätten zum Verschwinden ge- vwchl werden müssen. Man könnte heute mit Stolz sagen: .Pß deutsche Presse wird wieder von Deutschen ge- Wieben. Sie ist damit das Sprachrohr der öffentlichen Meinung des deutschen Volkes geworden (Lebhafter Bci- M und Händeklatschen.)
Ter Schriftleiterberuf sei in den nationalfoztalisti- MN Staat eingebaut und müsse ein inneres Tempo in tragen das' sich nicht richte nach dc: Bürokratie des sondern nach der Vitalität des neuen Staates .-timil sei die Presse wirklich eine frei? Dienerin iC y s' olke s. Reichsminister Dr. Goebbels wies dann ^rau; bin, -aß man auch im Ausland allmählich anfange "Puschen, daß man sich den Lurus einer unbeschränkten WiHt der Meinung für jeden einzelnen nicht mehr C^ könne. Ein Volk könne durchgreifend immer nur wenn es von einer inneren Gläubigkeit er- bnu sei
:âlr sehen die Freiheit des deutschen Mannes nicht der Möglichkeit, zu tun und zu lassen, was man ,sondern in der Möglichkeit, sich freiwillig und "erantwartu,igsvöll in die höheren Gesetze und Dec Wren sittlichen Gebote eines Staates einzufügen." q, ,Die deutsche Kunstkritik habe ihre eigentliche n'in • noch nicht hinreichend erkannt. Sie müsse nicht .ul lcues primitive Maß von Ehrfurcht vor der Leistung, auch vor dem anständigen Wollen haben. Der dürfe nicht von vornherein alles zerschlagen Aufgabe nicht in der systematischen Entmuti- des jungen Talentes sehen, sondern vielmehr in der den. ^""a dieses Talentes. Der Minister wandte sich ^^ ', dagegen, daß die deutsche Presse unter die Diktatur les "^eugejchäfts gestellt werde. Die deutsche, Presse dem Staate verpflichtet, darüber hinaus habe sie Iw ^rpflichttmgem Im Rahmen dieser Verpflichtung 1^0 Freiheit Dr. Goebbels kam weiter auf das j^ma der angeblichen Einförmigkeit zu sprechen und
(SM« der Meinung, daß das Gerede von der "Eiligkeit der deutschen Plesse verstummen müsse, denn die deutsche Presse ist nicht eintönig." haft , linderer Betonung wies der Minister daraus hin, Presse gegen alle Ansprüche, die unberechtigter- l.c„elli würden, energisch zur Wehr setzen müsse.
Weiter erklärte der Minister, daß die deutsche Presse dem Auslande keine Ratschläge erteile, aber ebenso wehrten wir uns dagegen, daß man Deutschland bevormundet. Wir wollen nicht die Dinge des Auslandes unter dem Gesichtswinkel der Verhältnisse des Dritten Reiches sehen: „Das Ausland ist nicht nationalsozialistisch. Es ist keine Phrase von uns, wenn wir sagen, daß der Nationalsozialismus keine Exportware ist. Wenn es nach uns ginge, würde er unter Patent und Musterschutz gestellt werden." Über die Nachwuchsfrage sagte Dr. Goebbels, daß hier noch eine große Erziehungsarbeit zu leisten sei. Die deutsche Presse trage auch für die Gestaltung der deutschen Sprache die größte Verantwortung Durch die Sucht zum Superlativ werde die Kraft der deutschen Sprache entwertet. Bei aller Tagesarbeit müsse die Presse immer die ganze Nation vor Augen haben
Langanhaltender Beifall der versammelten Schriftleiter dankte dem Minister für die Umreißung des Zieles der neuen deutschen Presse. Der Leiter des Neichsver-
Bom Minister bis zum jüngsten Staatsdiener
Beamte und Handwerker sammelten für He MmerWe.
Überzeugender Beweis von der Solidarität des Volkes.
Der erste Adventssonntag hatte im ganzen Reich einen neuen Beweis von der Solidarität und dem O p f c r s i n n des deutschen B o l k e s gebracht: die deutsche Beamtenschaft und das deutsche Handwerk haben dem Wintcrhilsswerk und damit den noch notleidenden deutschen Volksgenossen in einer zweiten Neichsstraßcusammlung in gemeinsamer Aktion ihre ganzen Kräfte zur Verfügung gestellt. I n Stadt und Land war die gesamte deutsche Beamtenschaft v o in M i n i st e r b i s z u m jüngsten Staatsdiener in diesem einheitlichen Willen auf den Plan getreten, und mit ihnen haben sich die deutschen Handwerksmeister mit ihren Gesellen und Lehrlingen für die in Not geratenen Volksgenossen voll eingesetzt.
In Groß-Berlin bildeten weit über 100000 Beamte und Handwerker, unterstützt durch zahlreiche Umzüge und mehr als 30 Platzkonzerte, den Stoßtrupp im Kamps gegen Hunger und Kälte. Beamte aller Art in Zivil und Uniform, Beamtinnen, Bäcker und Zimmerleute, Schornsteinfeger und Wäscherinnen, Färber, Tischler, Fleischer. Friseure und alle übrigen Innungen, größtenteils in zünftiger Tracht, gaben durch die Tat ein schönes Vorbild der Hilfsbereitschaft, so daß dieser Tag ein Ehrentag im besten Sinne des Wortes für sie geworden ist.
An den Sammlungen in den verschiedensten Stadtbezirken beteiligten sich neben den Reichsministern Dr. Frick und Dr. Gürtner eine große Reibe von Staatssekretären, der Reichsbeamtenführer Ne ef, Reichs- Handwerksmeister Schmidt, die Politischen Leiter des Hauptamtes für Beamte, wie überhaupt sämtliche Beamten- und Handwerksorganisationen mit ihren Leitern an Der Spitze.
Ein sehr einträgliches Sammelverfahren war die amerikanische Versteigerung von Hasen durch Forst- b e a m t e, Die an mehreren Plätzen vorgenommen wurde. Unter den Linden brachte ein einziger Hase durch groschenweise Gebote, die sich zuletzt verständlicherweise fast überstürzten, Die stattliche Summe von 14,30 Mark. Der große Sammeltag Der Beamten und Handwerker hat so in der Reichshauptstadl einen seltenen Rahmen gefunden und darüber hinaus seinem eigentlichen Zweck in vorbildlichster Weise gedient
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M die erbgesunde, kinderreiche Familie.
Dr. Wagner über nationalsozialistische Bevölkerungs- politik.
Im Deutschen Hygienemuseum in Dresden fand zur Einweihung einer Büste des Führers eine Betriebs- feier statt, aus der Reichsärzteführer Dr. Wagner- München eine Ansprache hielt. Das Museum, so erklärte er, fei in einer Zeit entstünden, in der sich die hygienischen Bestrebungen in einer Jndividualhygiene erschöpft hätten. Man habe damals vergessen, daß der einzelne Volksgenosse nichts sei ohne die Familie, die Sippe, das Volk und die Nation Nichts liege ferner, als die Verdienste der Hygiene der Vergangenheit verkleinern zu wollen. Wenn es aber den Maßnahmen der Hygiene und der medizinischen Wissenschaft gelungen sei, das durchschnittliche Lebensalter der Menschen erheblich zu ver- längeru, so müsse uns dies doch mit einer gewissen Sorge erfüllen, wenn nicht gleichzeitig eine entsprechende Erhöhung der Geburtenzahl erreicht werden könne.
Die nationalsozialistische Bcvölkerungspolitik gehe von der Ansicht aus, daß für das Wohlergehen und
Zum Abschluß der Kölner Reichstagung der deutschen Presse fanden im Kölner Opernhaus und im Schauspielhaus Festvorstcllungen statt. Dr. Goebbels wohnte der Erstaufführung von Dietrich Loders historischer Komödie „Die Eule aus Athen" bei. Anschließend besuchte der Minister mit den Herren seiner Begleitung den diesjährigen Kölner PressebaÜ, der unter dem Motto: „Köln, die goldene Stadt", in den Zoofestsälen veranstaltet wurde. Das Fest der Kölner Presse, dem der Minister bis lange nach Mitternacht beiwohnte, war ein überaus schöner, erfolgreicher Ausklang der großen deutschen Pressetagung.
Reichsminister Dr. Goebbels bei KarSènalSchulte
Reichsminister Dr. Goebbels stattete zusammen mit Gauleiter Grohs gelegentlich seiner Anwesenheit bei der Rcichspressetagung in Köln dem Erzbischof von Köln, Kardinal Schulte, einen dreiviertelstündigen Besuch ab.
den Reichtum des Volkes nur die Zahl seiner gesunden Kinder maßgebend sein könne.
Deshalb sei der nationalsozialistische Staat bemüht, durch Gesetze und Verordnungen sowie durch Propaganda den Willen zum Kinde in der gesamten deutschen Bevölkerung zu wecken. Die Zahl der Geburten seit tatsächlich ist erfreulicher Weise im Steigen begriffen.
Neben der quantitativen werde vor allem qualitative Bevölkerungspolitik betrieben, indem die tüchtigsten und besten Elemente gefördert, die crbuntüchtigen aber ausgemerzt würden. Der Redner trat in diesem Zusammenhang besonders für die erbgesunde, kinderreiche Familie ein, die durch die Steuergesetzgebung bevorzugt behandelt werden müsse.
Gammeldienst ist Ehrendienst!
Der Reichsjugendführer zum Tag der nationalen Solidarität.
Der Reichsjugendführer richtet an die Führer uno Führerinnen der nationalsozialistischen Jugend zum Tag der nationalen Solidarität folgenden Befehl:
Am 7. Dezember 1935 feiert das deutsche Volk den Tag der nationalen Solidarität. Die Führerschaft aller Gliederungen der Partei und des Staates wird an diesem Tage persönlich für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes sammeln. Es ist auch für die Führer und Führerinnen der nationalsozialistischen Jugendbewegung Ehrensache, an diesem Tage durch persönlichen Einsatz der großen deutschen Kameradschaft Ausdruck zu geben. Ich ordne deshalb für alle Führer vom Unterbannführer b z w. S t a m in f ü h r e r aufwärts und für alle Führerinnen von Unter- ganführerin bzw. Jungmädeluntergau- f ü h r e r i n aufwärts an, daß sie sich für den Tag der nationalen Solidarität Den Beauftragten des Reichspropagandaleiters zur Verfügung stellen.
Ich verlange von den Führern und Führerinnen der deutschen Jugend, daß sie dem ganzen deutschen Volk in ihrer Sammelfreudigkeit und EinsatzbereitsckaU ein Beispiel geben. Sammeldienst ist Ehrendienst!
Zu Admiralen ernannt.
Beförderung der Vizeadmirale Foerster und Albrecht.
Mit Wirkung vom 1. Dezember 1935 sind befördert zu Admiralen: die Vizeadmirale Foerster, Flottenchef, Albrecht, Kommandierender Admiral der Marinestation der Ostsee.
Zu Vizeadmiralen die Konteradmirale Witzel, Chef des Marinewaffenamtes im Reichskriegsministerium, Bastian, Chef des Allgemeinen Marineamtes im Reichskriegsministerium.
Dr. Todt eröffnete die Braunschweiger Ausstellung „Oie Straße".
Am Sonntag übergab der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Dr. T o d t, in der Braunschweiger Brunsvighalle die Ausstellung „Die Straße" der Öffentlichkeit. Bei der schlichten Eröffnungsfeier wies Ministerpräsident Klagges in seiner Ansprache besonders aus die engen Beziehungen Braunschweigs zu dem dentfchen Straßenbau hin. Dr. T o d t umriß in seinen Ausführungen die gewaltige wirtschaftspolitische Bedeutung der Reichsautobahnen, die heute rund einer Viertelmilliou Volksgenossen Lohn und Brot geben.
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