Mitteilungen der NS.-Dienststellen.
Auf Anordnung der Eau-Propagandaleitung haben sich am Sonntag, den 24. November, vormittags um 9 Uhr alle Ortsgruppen- und Stützpunkt-Propagandaleiter im Evangelischen Gemeindehaus einzufinden. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert, daß jeder Propagandaleiter erscheint. Der Kreispropagandaleiter.
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Meldung zu den Hilfskassen der Parteigliederungen
Mit Wirkung vom 1. November 1935 werden die Beiträge zur Hilfskasse von den innerhalb des Stadtbezirks Fulda wohnenden, den vorgenannten Gliederungen angehörenden Nicht-Parteigenossen, durch die Ortsgruppen- (Zellen- bezw. Blockleiter) erhoben.
Ich mache darauf aufmerksam, daß die Beiträge spätestens am 18- jeden Monats für den folgenden Monat abgeführt werden müssen. Die Beitragszahlung zur Hilfs- kasse ist eine Vringeschuld. Zur Erleichterung sind die Zellen- bezw. Blockleiter angewiesen, die Beträge einzuziehen. Jedoch ist es denselben nicht möglich, mehrere Male wegen der Beiträge bei jedem einzelnen vorzusprechen. Es wird daher ersucht, die Beiträge zu hinterlegen oder g.F. dem Zellen- bzw. Blockleiter zu bringen, wenn der Versicherte bei Erhebung der Beiträge nicht angetroffen wurde.
Es hat jeder, den obigen Gliederungen angehörige Nicht-Parteigenosse dafür Sorge zu tragen, daß er versichert ist. Er muß sich daher bei dem zuständigen Zellenleiter melden. Als Ausweis gilt die blaue Versicherungskarte, die inzwischen den Versicherten von den Zellen- bezw. Block- leitern zugestellt wurde. Wem diese seit dem 1. September 1935 neu eingeführte Versicherungskarte nicht zugestellt werden konnte, da er infolge nicht gemeldeter Adressenänderung oder sonstiger Umstände nicht auffindbar war, gilt als nicht versichert. Die Meldung zur Hilfskasse ist nur dann rechtskräftig, wenn der Betreffende sich unter genauer Anschrift bei seinem zuständigen Zellenleiter gemeldet hat und dieseMeldung von dem Zellenleiter umgehend zur weiteren Erledigung an den Unterzeichneten weitergegeben wird. Vorstehendes gilt insbesondere auch beim Wohnungswechsel. Die An- und Abmeldungen haben innerhalb drei Tagen bei den zuständigen Stellen zu geschehen mit genauer Adressenangabe. Der Kreiskassenleiter.
Deutsches
Frauen- und Mädchenturnen
Turnen ist die beste Medizin!
An diesen Anfang eines alten Turnerliedes wurde man unwillkürlich erinnert beim Zuschauen des großen Schau- und Werbeturnens der weiblichen Mitglieder der Turngemeinde Fulda. Es ist schon so, wie der stellvertretende Gauleiter Landrat Dr. Burkhardt ausführte, daß tüchtige Frauen und Mütter hier herangezogen werden und daß durch solche Arbeit auf turnsportlichem Gebiete wirkliche Aufbauarbeit am Baterlande geleistet wird. Sehr gut sind die einzelnen Uebungen, je nach der körperlichen Beschaffenheit der Ausführenden aufgebaut, ob die Kleinsten der Kleinen ihr originelles Bodenturnen vorführen, ob die etwas Größeren springen, tanzen oder am Gerät turnen, alles wird mit bewundernswerter Leichtigkeit und vorbildlicher Körperbeherrschung ausgeführt. — Den Hauptdank für die hier gezeigte, von Außenstehenden kaum zu würdigende Arbeit verdienen der unermüdliche Der- einsturnlehrer Fritz und Frl. Waszin. Was es heißt, so einer quicklebendigen Schar, wie wir sie am Mittwoch sehen konnten, zunächst die nötige Disziplin beizubringen, die Leistungen dann nach und nach zu steigern bis zur gezeigten Vollendung, kann nur der ermessen, der schon einmal eine solche Aufgabe zu lösen hatte. Auch der äußere Rahmen, der Stadtsaal selbst, war dem Ganzen gut ange- paßt.
Die Begrüßung der Erschienenen erfolgte durch den langjährigen Vereinsleiter Studienrat Schnädter, der hervorhob, daß es nicht nur auf Spitzenleistungen in der Turnerei ankomme, sondern die Allgemeinleistung stehe im Vordergrund. Ebenso markig war die Ansprache des Turnbruders Miller, der das Vermächtnis des Turnvaters Jahns als mit notwendig zum Aufbau unseres deutschen Vaterlandes bezeichnete. Mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschland- und Horst-Messel-Liedes klingt die Veranstaltung aus, in der so vieles Schöne geboten wurde, das sich bestimmt zum Besten des veranstaltenden Vereins auswirken und der deutschen Turnsache recht viele neue Freunde und „Freundinnen" zuführen dürfte. -r.
Das Winterhilfskonzert des Trompeterkorps des Artillerie-Regiments 45
hatte leider nicht den Besuch gebracht, den man erwarten durfte. Wenn auch der Saal ziemlich gut belebt war, so war doch in Anbetracht des Zweckes, dem das Konzert galt und trotz der dargebotenen guten Leistungen unserer Artillerie-Kapelle eine ganze Anzahl Plätze unbesetzt geblieben. Einmal zeugte der schwache Besuch wohl noch für einen Mangel an sozialem Verständnis mancher Volks- kreise und zum andern hätte der Tank an Musikmeister Rohde, der uns in der Zeit seines Hierseins manche köstliche Stunde bereitete, und der uns zum Bedauern aller Musikfreunde in kürzester Zeit verläßt, einen besseren Besuch gewährleisten sollen. — Ein geschmackvoll aufgestelltes Programm bot den Erschienenen wiederum Perlen klassischer Musik. Wie fein war die Wiedergabe der Ouvertüre zu „Stradella"; ihre musikalische Farbenpracht, ihre glitzernde Schönheit wurde unter Musikmeister Rohdes Stabführung, man möchte fast sagen, plastisch ausgedeutet. Abgeklärt, aber voller Lebendigkeit, war die Jnterpretion der großen Fantasie aus der Oper „Das Glöckchen des Eremiten". Und dann stellte uns Musikmeister Rohde eine ganze Anzahl Solisten seines Orchesters vor. Unterwachtmeister Gerbracht als Posaunisten, Kanonier Lang als Saxophonist, die Gefreiten Par i sk y und Heise als Trompeter, Unteroffizier Mederski als Geiger, Unteroffizier Kaiser als Flötisten und Unteroffizier Bach als Hornist. Wir wollen nicht den einen oder anderen besonders hervorheben, die Gerechtigkeit verlangt, daß jeder von ihnen durchweg Lob verdient. Der überaus freundliche Beifall, Blumen und Geschenke, dürfte dieses am besten bezeugen. Den Abschluß bildete der vom Dirigenten komponierte Fanfarenmarsch „Artilleristen-Gruß", zu dem sich das Publikum eine Zugabe erzwang, die mit dem Marsch „Kommandeur-Fanfare", ebenfalls eine Komposition unseres scheidenden Musikmeisters, gern und freudig. gegeben wurde. -p»
Seele» vergiß ste nicht, Die den Armen die Liede schürt, Seele, vergiß nicht die Taten! Atmen ste auf und erwärmen, Sieh, ste umschweben dich, Und genießen zum letztenmal Schauernd, verlassen, Ihr verglimmendes Leben.
Und in den heiligen Gluten, Friedrich Hebbel „Renuiein"
Union-Theater:
„Leichte Kavalleri e".
Franz von Suppë wird in seinen unsterblichen Weisen in diesem Film, der sich um Zirkus und Liebe dreht, lebendig. Ein neues temperamentvolles Persönchen taucht in diesem Film auf — Marikka Rökk — diesen Namen wird man sich merken müssen. Maria Rökk als Rosika ist eine bezaubernde Schauspielerin, Tänzerin, Sängerin und Tänzerin — kurzum: das reinste Universalgenie. Kein Wunder, daß die ganze männliche Umwelt in dieses Zirkuskind verliebt ist. Es gibt sogar ernste Konflikte — aber trotz allem kommt doch zuletzt der große Erfolg und Rosika bekommt den „Richtigen", den edlen Geza von Rakos (Heinz von Eleve).
Die zauberhaft bunte Welt des Artistenvölkchens, schneidige Dressuren, prächtige Zirkusrevuen umrahmen diese liebenswürdige Zirkusromanze, die in dem zirkusliebenden Fulda besonderen Anklang finden wird. Auch das Beiprogramm ist reichhaltig und gut. -u-
Schweinemarkt.
Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 124 Ferkel aufgefahren. Die Preise betrugen 13, 15 und 18 Mark je Stück. Größere Tiere wurden über Notiz bezahlt.
Buttermarkt.
Auf dem Buttsrmarkt kostete Butter je Pfund 1,35— 1,42 Mark. Eier das Stück 11 Pfennig, Gänse 70, 75 und 80 Pfennig je Pfund.
Marburg, 22. Nov. (Gefängnis für einen rabiatenEhemann.) Vor dem Riesigen Amtsgericht stand der verheiratete Einwohner Trey aus Marburg unter der Anklage, seine Ehefrau körperlich immer mißhandelt zu haben. Frey lebte schon seit längerer Zeit mit seiner Frau in ständigem Streit, der darauf zurückzuführen war, daß er sich nicht ohne Folgen mit einer anderen Frau einließ. Kürzlich schlug er nun seine Frau, als sie nach schwerer Krankheit kaum aus der Klinik entlassen war, nach einem Wortwechsel zu Boden und versetzte ihr dann noä). mehrere Fußtritte, Der Rohling wurde zu einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten verurteilt.
Gießen, 22. Nov. (Todesopfer einer Kohlenoxydgas-Vergiftung.) Inder letzten Nacht starb hier in der Medizinischen Klinik der etwa 40 Jahre alte Dern aus Hörnsheim (Kreis Wetzlar), der am Bußtagmittag mit seiner Frau zusammen im Schlafzimmer ihrer Wohnung bewußtlos an einer Kohlenoxydgas-Vergiftung schwer erkrankt aufgefunden worden war. Während der Mann ein Opfer des Unglücksfalles geworden ist, hat sich die Frau mittlerweile wieder soweit erholt, daß sie sich auf dem Wege der Besserung befindet.
Gießen, 22. Nov. (Ein grausiger Fund.) Wie die Polizei mitteilt, ist gestern in dem städtischen Klärbecken das linke Bein, der rechte Arm und die unterste Hälfte des Rumpfes eines neugeborenen lebensfähigen Kindes aufgefunden worden. Bein und Arm sind fachmänniicki vom Rumpfe abgetrennt. Nach dem ärztlichen Befund der aufgefundenen Körperteile liegt die Geburt des Kindes etwa 8 Tage zurück.
Altenkirchen, 22. Nov. (R o t t e n a r b e i t e r vom Schnellzug erfaßt.) Ein beim Bahnbau in Weidenau beschäftigter Arbeiter war mit der Befestigung von Schrauben an den Schienen beschäftigt, als er plötzlich hinter sich den heranbrausenden Schnellzug hörte und mit dem an der Unfallstelle weilenden Bahnwärter noch schnell zur Selle springen wollte. Während dies dem Bahnwärter ge- lang, wurde Reichenau von der Lokomotive erfaßt und zur Serie geschleudert. Als ein Wunder rnutz es üe^euWet Der-
November ist's. Mit trübste Zeit des Jahres nJl^ gezogen. Herbstliches Sterbt Vergehen liegt über der kalten Herbstwinde sch^j D Die Bäume, und die letzten b Blätter wirbeln zur Erde""? stirbt das sommerliche Wald, Feld. Garten Ä* Entlaubte Zweige, schwarze von denen trostlos der 1 tropft, nichts weiter bleibt Eins bleibt noch. die das Erwachen im Frühling s Schwermutstimmung des bers gab wohl auch Anlatz ernsten Gedenktag, den sonntag, in seine Tage aufr« men. Ein Tag im Jahre % Toten geweiht. Menschen ersS von ernster Trauer u. mebmüj Gedanken, pilgern durch die Pforte zu der Stätte, wo i Gras und Blumen alles m jvoran sich stille Hoffnung und tiei' st es Glück klammerte. Uad Gang durch den Friedhof mit iEi neu ernsten, schweigenden sen führt uns mit jedem Echtz« näher zur Pforte des eignen Sterbens. Unser Leben ist nichts als eine endlose Wandern die zuletzt in die geöffneten ArU des Todes führt.
Doch da leuchten blühende Lhn,- santhemen in ihrer Farbenpracht und verdrängen die trüben kenbilder. Dieses Blühen in der sterbenden Natur erfüllt das Hey des gebeugten. schwermmiNn Menschen mit neuer Lebenskiajt. Gedenken wir in Ehrfurcht und Liebe unserer Dahingegamem, denen dieser Tag gilt, dann erkennen wir, daß wahrhaft treue Liebe nicht verloren geht, sondern den Tod überdauert. Dies ist uns Lebenden Trost.
den, daß Reichenau nicht von dem inzwischen auf dem andern Gleis fahrenden Güterzug überfahren wurde. Er erlitt neben Brustquetschungen innere Verletzungen.
Altenkirchen, 22. Nov. (Den Zugführer vergessen!) Ein Vorfall, der einer gewissen Komik M entbehrt, ereignete sich dieser Tage in Betzdorf. Der gegen 21 Uhr von Daaden abfahrende Personenzug lief mit groß« Verspätung in Betzdorf ein. Diese Verspätung hatte eint» außergewöhnlichen Anlaß. In Niederdreisbach hatte der Zug schon längeren Aufenthalt, so daß die Fahrgäste sich bereits ihre Gedanken über die Ursache machten. Einige glaubten bereits an ein Unglück auf der noch zu befahrenden Strecke und ähnliches, bis man plötzlich den wahren Emd erfuhr. In Biersdorf hatte man die wichtigste Person, den Zugführer, vergessen. Da man nun den Zug nicht allein weiterfahren lassen durfte und konnte, wartete man so lange, bis der Zugführer den Weg zu Fuß nach Niedei- drelsbach zurückgelegt hatte und schnaufend den Zug besteigen konnte, der nun die Reisenden wohlbehalten nach Betzdorf brachte. So geschehen im Zeitalter des Tempos and der Technik!
Baufchheim (Kreis Groß-Gerau), 22. Nov. (Erhaltung e i n e s historischen Brunnen s.) Die Ee- meindeverwaltung Baufchheim hat im Einverständnis mit dm Denkmalspfleger für Hessen und dem Kreisamt beschlot sen, das Wahrzeichen der Gemeinde, den Gemeindebrunnen nicht zu verlegen und neu herzurichten. Der historische Brunnen stammt aus dem Jahre 1740 und wird mit Alten Mauer unverändert erhalten bleiben.
Meisterwerk öer Vriickenbaukunst durch König Gustav Stockholm geweiht. .
Am Mittwoch wurde die neue Västerbriicke in& eine der größten und schönsten Brücken der sm - König Gustav von Schweden dem Verkehr uberg gewaltige Brücke mit einer Länge von 601 ! Bjet
zuletzt ein Werk deutscher Brückenbaukunn. fielen Preise, die für die Pläne zur Verteilung kam sämtlich deutschen Ingenieuren zu, und auch .^liefert konstruktion wurde von einem deutschen u ^ Die Baukosten waren mit 13,2 Millionen Krain . Mp Millionen geringer, als ursprünglich oerai ’i u , «rin« Auf unserem Bilde sehen wir König Gustcu ' ^
zessin Sybille von Schweden, geborene MM- KDburgâllha, bei den Einweih u ngsfeiprld^^