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Erössnungsserer tm neuenHaus der Flreger". Im seitlich geschmückten Sitzungssaal des früheren Preußischen !>rirdtages, der zu einemHaus der Flieger" umgestaltet L^e hatten sich am Sonnabendabend alle an der Lust, fahrt 'interessierten Kreise zu einer schlichten Eröffnungs- èier eingefunden. Unter den Gästen bemerkte man Dr. Mener und Major von Kehler (vorn auf unserem Bild) ; hinter Geheimrat Schötte. (Weltbild M.)

Bild rechts: Erdrutsch zerstört die berühmte Likörfabrik von Chartreuse. Ein ungeheurer Erdrutsch zerstörte die berühmte französische Brennerei der Kartäuser-Mönche von Grande Chartreuse. Ueber 500 000 Kubikmeter Erde kamen oberhalb der Brennerei in der Nähe von Grenoble in Be­wegung und verwandelten die große Fabrikanlage in ein Trümmerfeld. Die in die Felsen eingebauten Keller mit

den riesigen Vorräten des berühmten Likörs derErande- Chartreuse" sind bisher unversehrt geblieben, doch da die Zufahrtsstraßen durch den Erdrutsch zum Teil abgesperrt sind, können die alten Fäffer mit dem kostbaren Likör vor­läufig nicht abtransportiert werden. (Scherl Bilder­dienst M.)

Sturm an den Atlantikküften.

Nordamerika, Portugal und Frankreich schwer heimgesucht. Schiffe in Not, Ueberschwemmungen und Erdrutsche.

Am Atlantischen Ozean, sowohl an der amerikani- iHen als auch an der europäischen Küste, tobt seit Tagen ein furchtbarer Orkan, der schwere Verheerungen an- gerichtet und Millionenwerte vernichtet hat.

An der amerikanischen Ostküste, von Kap Hateras bis New Jork, beträgt der Schaden, meist durch Spring- sluten verursacht, Millionen Dollar, überall wurden die Arandbefestigungen, Bollwerke, Buhnen und Anlege­brücken zerstört. Die in unmittelbarer Nähe des Metzres gelegenen

Häuser wurden unterspült, so daß Einsturzgefahr bei vielen Gebäuden besteht.

Der Eisenbahnverkehr ist vielfach unterbrochen, weil die Bahndämme unterspült oder fortgerissen wurden. Auch die an der Küste entlangführenden Bandstraßen sind vielfach meilenweit unpassierbar. Di-t Verbindungen zwischen einigen Orten sind völlig unte rbrochen. Der Adstrand von Long Island hat ebenfalls schwer Mr dem wütenden Orkan gelitten. Das Wasser ist Mit landeinwärts gedrungen.

Auch an der französischen und portugie­sischen A l l a n t i k k ü st e tobt ein verheerender Sturm. In Le Havre konnten die Schiffe nicht den Wa anlaufen.

Är Sturm an der portugiesischen Küste ,riß das portugiesische KriegsschiffTamega" von seiner Ver­ankerung in der Tejomündung los und trieb es führungslos dem Meere zu.

N großen Anstrengungen gelang es schließlich Schlep­pn, dieTamega" ins Schlepptau zu befommen.

Zugleich mit dem Sturm geht Wolkenbruch - Öliger Regen, namentlich in Frankreich und "8 land, nieder. Das- Wasser der Rhone hat im einer Nacht um 30 Zentimeter zugenommen Seit . Vieren hat die Überschwemmung in der Rhone- TOerung nicht solche Ausmaße angenommen. In vielen * ist seit Tagen die elektrische Zuleitung unter- roctjen. In A v i g n o n und Umgebung hat die Polizei oereus etwa 100 Diebe verhaftet, die den von Bewohnern magenen Häusern Besuche abstatteten; etwa 20 sind abgeurteilt worden.

, England sind elf Flüsse über die Ufer ge- und die Überschwemmungen haben großen Scha­ck ungerichtet. Ganze Städte sind abgeschnitten. Dörfer zum Teil unter Wasser, und

Einwohner haben sich in die obersten.Stockwerke 'yrer Häuser geflüchtet und werden durch Boote mit

. Lebensmitteln versorgt.

W Eisenbahnlinien sind durch einen Erdrutsch von bon Tonnen Erde und Felsen blockiert wor- der Grafschaft Sommerset ist ein ganzes Tal Ausser, ebenso eine Strecke von 22 Meilen zwischen . und Banbury. Die Themse steigt immer noch, n Windsor wurden Teile der Schloß- «arten überflutet.

^ Addis Abeba feierte den Krönungstag Haile Selafsies.

^j.^rönungstag des Negus wurde in der abessinischen Hauptstadt mit großem Pomp begangen Tausende von

Waieit nach Addis Abeba gekommen, um ihrem Kaiser zu huldigen, der, wie unser Bild zeigt, in der ^'tchen Staatskarosse ganz nach europäischem Vorbild durch die Strassen. Der Hauptstadt fuchr. (Scherl Bilderdienst

25 Todesopfer des Sturmes.

Der schwere Nordost-Sturm, der in den letzten Tagen dieamerikanischeAtlantikküste heimsuchte, ver­ursachte zahlreiche Verkehrsunfälle, wobei nach den letzten Berichten 2 5 Menschen getötet und Hunderte ver­letzt wurden. Zahlreiche Küstendampfer und Fischerboote erlitten im Sturm schwere Beschädigungen. Die Ufer­straßen von New York stehen teilweise über zwei Fuß hoch unter Wasser.

Ltberschwemmungen in Oberitalien.

Seit elf Tagen regnet es an den Südabhängen der Alpen fast ohne Unterlaß. Der Lago Maggiore ist infolgedessen weiter gestiegen und hat bereits den ganzen Hauptplatz von Pallanza überschwemmt, so daß das WasserbisunterdieBogengängedesRat- Hauses reicht. Der Fluß Toce ist mächtig angeschwollen und führt Gegenstände aller Art, Baumstämme und Tier­leichen, mit sich. Auf den Bergen ist bis tief hinunter Schnee gefallen. In der Nähe von Savona an der Mittelmeerküste ereigneten sich zwei größere Erdrutsche.

Oeuische Verwahrung in Stockholm.

Die deutsche Gesandtschaft in Stock­holm hat in diesen Tagen im schwedischen Außenministerium nachdrücklich und wiederholt dagegen Verwahrung eingelegt, daß die der Regierungs­partei nahestehende ZeitungSozialdemokraten" mehr­fach kränkende Ausführungen gegen dre Berson de è Führers und Reichskanzlers gebracht hat.

4000 Jahre Flachsanbau.

Die Mittelmcerlönder Heimat der Flachspflanze, die germanischen Länder aber Heimat des kultivierten Flachs­anbaus und der Leinwand als Volkstracht.

Im nächsten Jahr sollte jeder Bauer, dessen Boden und Klima es ermöglichen, ein paar Quadrat­meter Flachs bauen." So lautet die Parole, die auf dem Goslarer Reichsbauerntag 1935 im Zusammenhang mit der Steigerung der Erzeugung industrieller Rohstoffe ausgegeben wurde. Unter diesem Gesichtspunkt dürften die nachstehenden Aus­führungen unsere Leser besonders interessieren.

Zu einer der ältesten Kulturpflanzen gehört der Flachs. Funde aus dem Schlamm der Schweizer Seen beweisen, daß bereits die alten Pfahlbauer Flachs gebaut haben. Neben Getreidearten, Früchten der Stein­eiche. Knocken- und Steinwerkzeuaen fand man Samen.

Stengel und Wurzel einer " jährlich wiederkehrenden Flachsart, Linum angustifolium, die heute noch in den Südalpen vorkommt. Diese Flachsstengel waren nicht gerauft, sondern geschnitten, was auf die Benützung aus­dauernder Pflanzen hindeutet. Man fand auch Samen derSilene eretica", eine in Italien heimische, Flachs­felder verunkrautende Pflanze. Die Bewohner der lom­bardischen Torfmoore bauten und verarbeiteten ebenfalls Linum angustifolium, sie hatten die gleichen Getreide­arten und ebenfalls die gleichen Steinwerkzeuge. Die Moore bei Laibach und Mondsee weisen in dieser Epoche keine Reste von Flachsbau auf. Daher scheint der Schluß berechtigt, daß der Flachs von Süden, und zwar aus Italien, kam. Aus dem südöstlichen Europa dürfte er nicht gekommen sein, da die Schweiz nach dieser Seite durch riesige Wälder während der jüngeren Steinzeit ab­geschlossen war.

Sehr zahlreich sind die Beweise des Flachsbaues im alten Ägypten. Auf vielen Wandmalereien ist der ganze Prozeß der Flachsverarbeitung von der Pflanze bis zur fertigen Leinwand dargestellt. Wissenschaftler haben den Lein in einem Totenopfer von 2400 bis 2200 v. Chr. nachgewiesen, zu welcher Zeit er nach Darstellun­gen schon Kulturpflanze war. Die Mumien der alten Ägypter sind in Leinen eingewickelt und beigesetzt worden. Die Phönizier lieferten schon früh den Anwohnern des Mittelmeeres linnene Kleider, die sie aus Ägypten und Palästina bezogen. Es muß in diesen Ländern bereits zu dieser Zeit ein ausgedehnter Flachsanbau statt« gefunden haben. Die griechischen Schriftsteller erwähnen den Flachsanbau fast gar nicht. Es scheint, als ob dort der Flachs eingeführt und von den Frauen gesponnen, aber nur wenig gebaut wurde, trotzdem in Griechen­land viel Leinen getragen wurde.

Zur Zeit der römischen Weltherrschaft wurde die Leinpflanze in Süditalien nur wenig angebaut, während am Nil und in Mittelasien eine blühende Flachs­kultur bestand. Plinius gibt uns einen Bericht über den Flachsbau in der Welt. Demnach wurde in Norditalien und Spanien, besonders in den wasserreichen Gegenden, sehr viel Flachs gebaut. Gallien hatte neben sehr aus­gedehntem Flachsanbau ein stark verbreitetes Leinen­gewerbe. Plinius spricht bereits vomAusreißen" der Pflanze, trotzdem es bereits metallene Schneidewerkzeuge gab. Dieses läßt den Schluß zu, daß bereits der einjährige Lein, Linum usitatissimum, angebaut wurde. Bel­gischer und flämischer Flachs waren bereits kurz nach Christi bekannt.

Die Germanen bauten Lein in ausgedehntem Maße. Die Verarbeitung des Flachses zu Leinwand wurde bei ihnen zum notwendigen Lebensbedürfnis, da sie ihre Kleider daraus herstellten. Von hier aus gewann die Leinwand wieder Eingang in die Sitten und Ge­bräuche der verfallenen antiken Welt. An vielen Orten trug man früher Leinwand, aber als Volkstracht hatte sie nirgends solche Bedeutung erlangt wie im nordischen Germanien. Den Gebrauch und die Herstellung gestopfter mit Leinwand überzogener Polster und Kiffen lernten die Römer durch die Germanen und Gallier kennen. Die ersteren verwendeten früher nur Lagen von Decken und weichen Stoffen. Das linnene Unterkleid, das eigentliche Hemd, kannten die Römer und Griechen nicht, es ist ger­manischen Ursprungs. Plinius und Tacitus erwähnen, daß die germanischen Frauen Flachs gesponnen hätten. Strabo schildert die heiligen Prophetinnen der Gimbern als grauhaarig, barfüßig, mit ehernem Gürtel und spangenbefestigten Mänteln aus feinem Flachs bekleidet. Während der Völkerwanderung war das linnene Kleid ganz allgemein geworden unter den aufgebrochenen Völkerstämmen. Aus all diesen geschichtlichen Berichten geht hervor, daß die Heimat der Flachspflanze der Süden, die Küste des Mittelmeeres ist, die H e i m a t des kultivierten Flachsanbaues und der Lein­wand als Volkstracht aber in den germani­schen Ländern zu suchen ist.

Die Länder des mittleren und südlichen Europas haben in ihren Sprachen arischen Ursprungs die gleichen Bezeichnungen für Lein: Lin, Llin, Linum, Linon, Lein, Lan, Sinn uff. Gänzliche Abweichungen hiervon weisen jedoch die finnischen Bezeichnung» für Lein aus Es scheint, als ob das finnische Volk aus turanischem Stamm den Lein bereits aus 9lfien mitgebracht und im Norden Europas verbreitet hat. Diese Annahme wird durch die Tatsache unterstützt, daß in Finnland ausgedehnter Flachsbau betrieben wird, die Pflanze jedoch nicht wild vorkommt. Die Verbreitung des Flachses in Europa scheint von den Westariern von Südwesten nach Norden und Osten vor sich gegangen zu sein. Das Alter der beiden hauptsächlichsten Formen des kultivierten Flachses wird von manchen Forschern mit 4000 bis 5000 Jahren an­gegeben, was auch nicht zu hoch gegriffen sein dürfte.

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Die Kameradschaft des deutschen Volkes bewährt sich im WiNterßilfswert. Teutscher, du-darfst rricht schleuß -