Erzieher der preußischen Armee.
Zur Erinnerung an Scharnhorsts Geburtstag, am 12. November 1755.
Es gibt über den General v o n S ch a r n h o r st , den ,n6elt Reorganisator der preußischen Ärinee wohl kein besseres Urteil als das, was Pe tschke über ihn niedergeschrieben hat.
A ^ene stramme Haltung", so schreibt Treitschke, „wie sie ... König von seinen Offizieren verlangte, war dem ein- Niedersachsen fremd. In unscheinbarer, fast vernach- âter Kleidung ging er daher, den Kops gesenkt, die tiefen „ènden Denkeraugen ganz in sich hineingesenkt ... Die £jnialt des Ausdrucks und der Empfindung in seinen ver- traulichen Briesen erinnert an die Menschen des Altertums; " in seinen Schriften ist ihm die Sache alles, die Form Ms Doch die Überlegenheit eines mächtigen, beständig uroduktiven und durchaus selbständigen Geistes, der Adel einer sittlichen Gesinnung, die gar nicht wußte, was Selbst- jst, verbreiteten um den schlichten Blaun einen Zauber natürlicher Hoheit, der die Gemeinen abstieß, hochherzige Menickeu langsam uüd sicher anzog."
" Das war Scharnhorst! Sohn des hannoverschen valides, einer angesehenen Bauernfamilie entsprossen — am 12 November 1755 wurde Gerhard Johann David Schamhorst als zweiter Sohn seinen Eltern in Bordenau Amt Calenberg geboren — war schon frühzeitig in dem üiiiislcn militärisches Interesse wach, so daß ihn der Vater, selbst alter Soldat und Kriegsteilnehmer, in die Kadetten- chule auf der Feste Wilhelmstein im Steinhuder Meer chickte, die der Graf Wilhelm zu Schaumburg-Lippe, einer der besten Soldaten seiner Zeit, eingerichtet hatte. Hier wurde in ernster Arbeit der Grund gelegt für Scharnhorsts militärisches Wissen. Es folgte Militärdienst in Der hannoverschen Armee, aber erst 1800 trat Scharnhorst, nach mehrfacher Aufforderung, in den preußischen Heeresdienst über. Aus Grund seiner umfassenden Kenntnisse konnte er bereits in den ersten Jahren die vorhandenen Militärschulen verbessern, feine anderen Versuche aber, aus Grund eigener Erfahrung einiges im Militärwesen umzugestalten, scheiterte am Widerspruch militärischer Stellen.
Auf den unglücklichen Ausgang des Jahres 1806/7 hatte Scharnhorst keinen Einfluß, wenngleich er den Ereignissen nahe genug gewesen war, um diese Erfahrungen zu verwerten, als das Vertrauen Friedrich Wilhelms lU. ihn an die Spitze der Kommission zur Reorganisation der Armee berief. Mitglieder dieser Kommission waren Gneisenan und Grolmann, Boyen und Graf Goetzen. Der König selbst legte der Kommission ein Programm von 19 Punkten vor, unter denen Abschaffung der entehrenden Strafen, Abänderung der Kriegsartikel, Neuformierung der Regimenter, wohl die wichtigsten waren. Jedenfalls wurde dies Programm die Grundlage für die Arbeiten, die Scharnhorst und seinen Mitarbeitern oblagen. So wurde am 6. August 1808 festgelegt: „Einen Anspruch auf Offizierstellen können im Frieden nur Kenntnisse und Bildung gewähren, im Kriege ausgezeichnete Tapferkeit, Tätigkeit und Überblick."
Weitere besonders wichtige Arbeiten dieser Kommission waren Anordnungen über die Rekrutierung des Heeres, die bekannte „Krümpereinrichtun g", die Verminderung der Befreiungen und die Beseitigung der Werbung von Ausländern. Besondere Erwähnung verdient die Tatsache, daß Scharnhorst selbst die Bestimmun- W über die in mehr kriegsmäßiger Form abzuhaltenden Äungen, sowie über das neue Jnfanterie-Exerzier- schlement niederschrieb. Bei dieser gewaltigen Arbeit sand Scharnhorst aber noch die Zeit, für die Ausbildung der Fähnriche die K r i e g s s ch u l e n in Berlin, Breslau und Königsberg zu gründen, weiter richtete er als „Kriegsschule für Offiziere" am 15. Oktober 1810 die frühere Militärakademie ein. Jedenfalls war die Reorganisation der preußischen Armee beendet, als die Katastrophe von 1812 über Napoleon hereinbrach. Am 12. Februar 1813 erfolgte die Mobilmachung der preußischen Armee, am 17. März die Organisierung der Land- toehr.
Wien geht der HMeitsmrfch
Roman von Bert Bertel.
Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa.
29 (Nachdruck verboten.)
Prinzeß Maria aber muß ihre freundlichen Fühlungen M Petersburger Hof lebendig machen. Sie wird mir Graf Lieben da drüben heraushauen, oder es mutzte mit dem Teufel zugehen. Und dann wird sie ihn D wohl heiraten, wie?! Hoppla, btt diplomatenkluger «ann, das scheint mir noch gar nicht so fest und sicher M fetn.
Ä will seinen Hafen. Daran, Gräflein, kommst w.rch nicht vorbei. — „Es ist schon ein verfahrener k schimpfte der Gesandte, zum Fenster hinüber- übet ®'n seines Kommando Husaren trabte vor«
Gesandten fiel eine Melodie ein, die damals von Husaren geblasen wurde, als Graf Lieben auf der Carozza-Schönstedt der Gräfin Schlettow vor« in u Wrde. Die Melodie des Hochzeitsmarsches. Tra- atcira. Tralattara! — Tralallatara! —
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iin^lArberge, nahe der russischen Grenze. Die Grä- leer^» s 1010 saß versunken am Tisch bei Gaststube, die »gs. ünd altgebräunt aus den Ecken dämmerte. Die èny starrte zum Fenster hinaus. Aber draußen âu sehen als die Nacht. Wohl hörte man den der seufzend und röhrend durch die Fugen der Zuweilen spülte ein Regen — wischte klar- über den Türstein.
^E Reisezeit war längst vorüber. Jetzt reifen Buhen hieß den Kampf aufnehmen mit den Un- Vorwinters. Die Straßen sahen aus wie ShZ I ^'nnen, gefüllt mit Bächen und Pfützen. D« 'cher schüttelten sich wie nasse Hunde.
Gräfin blickte auf. „Worauf warten Sie, Anny? vor schlafen. Wir haben noch anstrengende Tag« Sie schlg'feE^ erd em möcht ich allein sein. Also gehen
Der K^^te sich nicht.
Qin LUurm warf sich zornig ans Fenster. Die Frav Mie mit starren Augen zur Zofe hin drehte sich Anny herum. „Ich kann jetzt jetzt HirfW Ich werde jetzt nicht schlafen! Ich will schlafen!"
hielt Rebellion in diesen Worten!?" Die Gräfin R Mühsam zurück.
Scharnhorsts letzte politische Tat war der Abschluß des Militärbündnisses mit Rußland (Kalisch, 28. Februar 1813). Den Sieg selbst sollte er nicht mehr erleben, seine bei Groß-Görschen am 2. Mai 1813 erlittene Verwundung verschlimmerte sich derart, daß er am 28. Juni starb. Sein Werk war vollendet und hat sich voll bewährt. So war Scharnhorst, der Nichtpreuße, einer der großen Erzieher der preußischen Armee.
Das feldgraue Mahl.
Skizze von Bernhard Schulz.
„Der Krleg ist aus" — wohl durchlief das Wort mit freudigem Klang den Tag und träufelte Trost in ine Seelen, öerer, die daheim geblieben; viel Schweres aber war in den Herzen und Gliedern auch der Gesunden, und in den Nächien brüllte immer noch der Donner der Geschütze und zuckten die Scheinwerfer der Fliegerabwehrstation durch die fiebertraum- erfüllten Kammern, ob^'sich alles an der Front eine liefe wind- sloe Stille war und eine Schwärze wie nie zuvor.
Als dann mit dumpfem Gekeuch die Wagen zu rollen anfingen und die Pferde vor ihnen dürr und leblos waren wie Skelette, denen wundersweise noch die Kraft zu schreiten innewohnte, als hie und da und immer häufiger die deutschen Soldaten neben der Straße im Dreck des Grabens traumlos ins Schlafen sanken, den Mund nach Brot und heißem Kaffee gierig, naß der Rock, lehmig der Helm aus Stahl und wie in letztem wilden Mut das Seitengewehr umkrampft, damit kein Feind sie zu entwaffnen komme, da standen die Mütter in den Türen und die Töchter, und es liefen doch die Tränen über ihre Wangen, standen da und warteten, vom Hahnenschrei bis zur regentrommelnden Nachtstunde.
„Unser Vater tot, gefallen, Landsturmmann, kein Grab zum schmücken, irgendwo, zerfetzt, begraben." — In einem Rheindörfchen, zu dem noch das Rauschen des Stromes drang und der heulende Schrei der rastlosen Schlepper von weither, wartete eine Witwe auf den Sohn. An ihrem Häuschen vorbei verliefen auf der durchlöcherten Straße tagaus, nacht- etn die Wellen des müden, verhungerten und vom Nahesein des Todes ausgezehrten Heeres, und keine schwemmte in ihrem Wogen und schmerzlichen Verebben den Sohn an, den Erwünschten, an dem die Witwe all ihren Schmerz und Kummer zu stillen gewillt war. Wie wollte sie ihn umhegen und sein Vorhandensein als eine unverhoffte Gnade betrachten! Aber das Kind blieb aus, das mit Neunzehn schon ein Mann sein mußte, und sie glaubte sein Gesicht nicht ohne hinsterbende Liebe ertragen zu können. So mischten sich Angst und Hoffnung in ihrer Seele, sie sperrte die Pforte ihres Herzens und das Tor ihres Hauses weit auf. den Feldgrauen zu empfangen, aber stets waren es andere Söhne, die sie aufforderte einzutreten, und immer griffen andere Hände in dankbarer Hast nach ihren Speisen, andere Regungen der Liebe waren es und ein anderes Geleucht in den Augen, als sie es an ihrem Sohne zu spüren glauben mußte.
Doch gewohnte sie sich im schleichenden Schritt der Stun den und in ihrer dumpfen Not an den Gedanken, daß aHi diese bärtigen, von Leid und Sehnsucht stummen Kerle einet deutschen Mutter Kinder waren, und sie empfing sie mit den starken Druck ihrer Hand, dem mütterlichen Glanz ihrer Auger nicht anders als den eigenen Sohn, den sie wie alle Mutte: gewiesen hatte, das Land zu schirmen.
Wenn die Soldaten aus der Witwe Betten, Sofas uni Teppichen sich in den Schlaf wühlten und Frau und Kind ir ihren Traum beschworen, stieg das Wunder der Kamerad schaft heiß in der Einsamen Seele auf. Es war ihr wahr hastig, als seien alle diese im Schlaf jäh zuckenden und keuchen, den Soldaten ihre Kinder, die sie zur Welt gebracht und mt ihrem Gebet behütet hätte. Nun verbräche sie die Nächte mii ihrer Dienstmagd in der Küche und schälte Eimer voll Kar. löffeln, die sie von den Bauern erflehte und für Silber, Goll und andere Wertsacken erbandelte. Sie vilückte und säubert«
„Rebellion?!" atmete Anny erregt. „Warum weicht man mir denn auf meine Fragen immer wreder aus? Wo bleibt Graf Lieben? Wir haben vierzehn Tagreisen hinter uns und weit und breit ist keine Spur von thm zu sehen. Sie haben ihn verraten, Frau Gräfin! Das ist es! Und ich frag Tag um Tag danach, daß Sie es augeben. Jawohl, Sie haben ihn verraten. Die Sach« mit den zurückgelassenen Dokumenten war net ehr- ^^ie Schlettow fuhr vom Tisch auf. „Anny! Was ist denn das? Vergessen Sie Ihre Rolle nicht!"
Aber die Zofe ließ sich nicht mehr halten. „Mein« Rolle ist nicht so wichtig wie meine Liebe zu thm . . .
Ein Lächeln huschte spöttisch über das Gesicht lhrei Gegnerin. „Ach, Sie kleines Mädchen, etn Graf Lieber und Sie! Er wird wohl einem Abenteuer zuliebe ir Petersburg geblieben sein. Was weiß man denn vor Männern? Hat er Ihnen den Hof gemacht? Nun, das lag wohl in seiner Art. Ein Hans hat viele Fenster Grafenschlösser noch mehr. — Jm Ernst gesprochen: Ick möchte nicht, daß das kleine Amorsptelchen, dav zwischen Ihnen und dem Grafen bestanden hat, hier zu einet Revolution gegen mich gelangen soll. — Wenigstens bis Wien ..." , , r r
Anny stand jetzt nahe am Tisch. Draußen erhob stck der Sturm zu einem neuen brausenden Anlauf, bei krachend gegen das Gemäuer der Herberge stieß. Im Deckenring knisterten erschrocken die Kerzen.
,Frau Gräfin, ich liebe keinen Graf Lieben!" ^Wie?! Aber ..."
„Ihr Adjutant war nicht Graf Lieben!
„War nicht?!" r .
Nein, Graf Lieben hält sich noch in Wien auf und hat Karl - ist, so heißt er - als seinen ihm aufs Haar ähnlichen Doppelgänger mit auf die Reise geschickt/
„Und wer ... wer ... wer ist dieser .. . Karl?"
Anny lächelte. Der Sturm schob einen hohen lachhaften Triller über das Dach des Gasthauses. In den Ställen wieherten die Pferde. Der Wirt kam aus bei Hinterstube, machte sich zu schaffen und verschwand wieder.
„Karl ist seines Berufes ein Küfergeselle, Frau Gräfin!"
Die in hundert Frauenlisten erfahrene Gräfin sah blaß ans und komisch hilflos. „Ein — Küfergeselle — sagen Sie — Anny?"
Die Zofe hatte eine tiefe nachdenkliche Falte über den geschwungenen Augenbrauen. „Hat er Ihnen den Hof gemacht, Frau Gräfin? Run, das lag wohl in seiner Art. Ein Haus hat viele Fenster. Und in einem Küferkeller liegen viele Fässer, liegt vielerlei Wein."
Es blitzte in den Augen der Schlettow. Sie spürte den Hieb. Schmerzend spürte sie ihn. „Aber wie ist denn das alles möalich?/ . .
Bütten voll Salat, Sie der Garten noch zu spenden vermochte, und schnitt das Fleisch in kleine Würfel, Kessel voll, ein schmackhaftes heißes Essen, damit der Hunger vieler ihre: Kinder gestillt werden konnte.
Dann kamen jene am Mittag in ihr Haus, saßen auj Treppen und Truhen, wenn kein Platz mehr war an der Tischen, hoben die Füße auf wie Kinder, das Parkett zr schonen, und sangen doch die wilden todgeweihten Lieder bei Front, fangen und waren glücklich des Sattseins und der jät sie überkommenden Wärme.
So ging es durch Wochen. Immer neue Wellen fluteten an und verebbten. In stiller klagloser Arbeit, die das Witwenherz mit Kraft und Einsichr beschenkte, opferte sie ihr Letztes hin, die Krieger zu bewirten und ihnen gut zu sein, ja, dies feldgraue Mahl in seiner Schlichtheit und front- schweren Würze, daran sie als Kameradin und Mutter teilnahm, erheiterte sie fast ein wenig und machte sie stark im Erahnen des Todes.
Täglich rührten neue Hände zaghaft ihres Hauses Klingelzug, mit dem ihr Herz in einer geheimen Verbindung stand. Nie war es der Sohn, der eintrat, aber breite und schmale Gestalten, und alle mit dem gleichen Ernst in den Zügen, der gleichen Umwitterung von Granateinschlägen und blitzenden Bajonetten, alte und junger Männer, Mannschaften und Offiziere, Frontgeschlecht. Dann geschah es dennoch, daß sie weinen mußte und ein grober Kerl seine Hand um ihre Schultern legte, erwacht zu einem wundersam erblühten Brudermm, und den Kopf der Schwester an seine Brust zog, die stille Weisheit eines Kämpfers in den Augen, der ums Sternen weiß und um das tapfere Vergehen eines jungen Helden vor dem Feinde.
Einmat schluchzte sie besonders heftig, — da flatterte freilich eine weiße abgestempelle Todesbotschaft aus ihren Händen, wie eine Frucht vom Baume fällt unb in die Hände ihres Schöpfers zurückgegeben wird.
Die kleinste Stationsvorsteherin der Welt.
Sie ist erst vierzehn Jahre alt, die Stationsvorsteherin des japanischen Ortes Scho. Sie hat tagtäglich die An- und Abfahrt von dreißig Eisenbahnzügen zu überwachen. Für gereifte Männer ist das kein besonders schwieriger Posten, aber für ein Mädchen von vierzehn Jahren... Die kleine Japanerin dürfte unter den Berufskameraden der ganzen Welt bei weitem am jüngsten sein. Weshalb sie so früh zu diesem Posten kam? Sie oerdankt ihn ihrem Vorgänger. Das war niemand anders als ihr Vater. Der starb eines vorzeitigen Todes. Aber bevor er ven letzten Seufzer tat, bat er die Behörde, seiner Tochter das Amt anzuvertrauen, damit die Familie von Nahrungssorgen verschont bleibe. Man war großzügig genug, dieser Bitte zu entsprechen, und hat dies anscheinend auch nicht zu bereuen.
Humboldt-Medaille für Ausländer!
Zum 100. Todestag Wilhelm v. Humboldts am 8. April 1935 wurde durch die Deutsche Akademie, um das Andenken an seine schöpferischen Leistungen uns wissenschaftlichen Verdienste im Bereich der Sprache zu ehren, eine Humboldt-Medaille gestiftet. Sic wird künftig jährlich einmal an Ausländet verliehen, die sich um die Erlernung des Deutschen besonders bemüht und sich außerdem an einer von der Deutschen Akademie gestellten Preisaufgabe mit Erfolg versucht habeu. Der Verfasser der besten Arbeit erhält zudem einen halben Freiplatz bei den vierwöchentlichen Fortbildungskursen des Goethe-Instituts der Deutschen Akademie in München.
Für die e r st m a 1,1 g e V e r t e i l u n g d e s Preises (spätester Zeitpunkt der Einsendung: 15. März, Bekanntgabe der Ergebnisse: 8. April 1936) setzte der Prä stdent der Deutschen Akademie folgende Preisarbeiten fest: 1. Was bedeutet die Volkslehre I. G. Herders für die Entwicklung meiner Nation? 2. Was nützt mir die Kenntnis bei deutschen Sprache innerhalb und außerhalb meines Berufs? 3. Mein Vater hat mir 200 Mark für einen Aufenthalt im neuen Deutschland geschenkt. Wie führe ich meine Deutschlandreise durch?
Anny berichtete. Der Gras habe einer Liebe zu Wien wegen nicht aus der Stadt fortgemocht. Ein Zufall an der Straße habe ihm den Doppelgänger Karl in den Weg geführt. Und so sei eben diese ganze verwickelt« Geschichte entstanden.
AIs sie alles erzählt hatte, blieb es still in der Stube Selbst der Wind draußen ruhte sich in den breiter Bäumen des Gasthofgartens aus.
„Frau Gräfin!"
„Ja..."
"Sie müssen uns helfen! — Wo ist Karl? Warun blieb er zurück?"
Die Gräfin sah starr geradeaus. „Helfen? Das iß nicht ganz so einfach. Dieser — Karl — oder wenn ei Ihr Karl ist — Ihr Karl ist verhaftet. Wegen Spio. nage. Es war gut ausgedacht. Man wird ihn verhafte« haben, als er mein Zimmer noch einmal betrat di« Dokumente zu suchen. Die Dokumente waren gefäyrliâ für ihn. Zeichnungen aus der Festung . . ."
„Um Himmels willen, Gräfin! Darauf steht doch .. /
„Ja, darauf steht der Tod! Darunter tut es ein« Schlettow nicht, wenn man sie tödlich beleidigt."
„Aber er war doch gar kein Graf! Er mußte doâ Ihre Liebe ansschlagen. Helfen Sie ihm doch!"
„Helfen? Umkehren? Dafür ist es zu spät. Zeichnungen sind Zeichnungen. Vielleicht kann der Gesandt« etwas tun. Von Wien aus müssen wir . . ."
Anny hörte nicht mehr ihre undeutlichen Ver. sprechungen. Sie wankte die Treppe zum Schlafzimme: hinauf und weinte sich in die bäurischbreiten Kissen hiw ein. Karl... ihr Karl... war verloren!
Auf Spionage stand der Tod. Wer half ihm? Konnt« ihm helfen?
Auf dem Dach klapperten Ziegel. Die Nacht rüttelt« an allem. Unten in der Gaststube saß die Gräfin immet noch und dachte über den seltsamen Streich nach, den ißt das Leben gespielt hatte. Nein, sie mochte nun nichi mehr nach Wien zurück. Sie wollte nach Ungarn, auf ihre Güter. Zwischen Ziehbrunnen und den einsamen tageweiten Pferdeweiden musste sich dies alles vergessen lassen.
Sie war mit einem Male sehr müde. Selbst ihre Nach« war still und blaß eingeschlafen.
fgottletung folgt)
Heitere».
Die Kartenlegerin orakelt geheimnisvoll: „Unheil! Diese Karten küâen, daß ein schwarzer Mann, den Sie fürchten, bei Ihnen eindringt, um sich Ihres Geldes zu bemächtigen, ehe sich der Mond neuet. Haben Sie eine Ahnung, wer das sein kann?"
„O ja. Das kann nur der Kohlenmann mit seiner Rechnung sein,"