Einzelbild herunterladen
 

Kennwort: Nippon! / ^Ä« Bmit

Eine graue, langgestreckte Limousine suhl in rasendem Tempo an der Ecke der Dover-Street haarscharf an Detektiv For vorbei der sich mit einem kühnen Sprung seiner kurzen Beine noch im letzten Augen- W auf den Gehsteig retten konnte.

Lin Schutzmann, ein baumlanger Bobby, kam aufgeregt und atemlos angelaufen. Teufel! Teufel! Beinahe hätte es Sie er» milcht! Ich habe mir die Nummer des leichtsinnigen Fahrers gemerkt und werde ibn zur Anzeige bringen! Darf ich Sie um Ihren Namen bitten?"

Keine Aufregung, mein Lieber!" sagte !forDie Anzeige können Sie sich sparen! Die Autonummer ist todsicher alsch!"

Der Bobby las den Namen des berühm­ten Chefdetektivs von Scotland Yard und griff salutierend an die Mütze.

Fa, ja, mein Lieber!" lachte Fox. War eben ein glatter Mordversuch! In gewissen Kreisen bin ich nicht sehr beliebt!"

Der Schutzmann pfiff durch die Zähne.

In Scotland Yard ging Fox sofort in das Arbeitszimmer des Chefinspektors Hartley und erzählte ihm sein Abentuer.

Sieht den Burschen ähnlich! Mit der Brüder-Bande ist nicht zu spaßen!"

Warum heißt sie eigentlich Brüder- Baude?"

Die Anführer dieser Rauschgiftschmugg­ler und -Händler sind zwei Brüder, die sich alle möglichen Namen zulegen Sie müssen eine Menge Helfershelfer haben, die sich untereinander dadurch erkennen, daß sie mehrmals das Wort , Nippon' sagen und sich dabei langsam über die Stirn streichen."

Könnte aus einem Kriminalroman stammen!" lachte Fox.

Das Hauptquartier der Brüder-Bande ist hier in London. Das haben wir als durchaus sicher festgestellt. Das aus dem Auslande eingeschmuggelte Morphium und Heroin geht von hier an die Abneh­mer die es mit phantastischen Preisen be­zahlen müßen. Die Brüder selbst müssen, zumal die kleineren Mithelfer der Brüder- Bande, das Morphium sicher noch durch Zu­sätze verfälschen! Die Brüder selbst müssen Tausende von Pfund verdienen! Wessen die Burschen fähig sind, wenn man ihre Kreise stört, beweist ja der Mordversuch mit dem Auto! Heute weiß jedes Mit­glied der Bande, daß Sie den Fall über­nommen haben, und jeder besitzt Ihr Foto! Nochmals Vorsicht, Fox!"

Der Detektiv ließ sich beim Chef der Rauschgift-Zentrale melden.Möchte gern in das Verzeichnis der Rauschgiftsüchtigen Einblick nehmen!" sagte er.

«Jagd auf die Brüder-Bande, Mister Fox?" lachte der Chef.Keine angenehme Sache! Aber was wollen Sie mit den Adressen von Leuten, die an Drogen ge­wöhnt sind?"

Vielleicht finde ich eine Spur! Rausch- sind oft Händler mit dem wei-

Er notierte sich einige hundert Namen Md Adressen.

. Am nächsten Morgen hätte kein Mensch m dem kleinen modisch gekleideten alten Herrn, dem der kurzgehaltene schwarze Vollbart einen exotischen Anstrich verlieh, den Chefdetektiv Fox von Scotland Yard ttkannt. Sein erster Besuch galt dem Professor der indischen Dialekte Devadassi, der als erster auf der Liste stand. Auf

Klingeln an einem kleinen Hause dssnete ein junges Mädchen in indischer bracht.

Ich möchte Herrn Profesior Devadassi sprechen!"

In welcher Angelegenheit?"

Vn einer streng persönlichen?"

Das junge Mädchen verschwand und «m erst nach geraumer Zeit wieder.

,Lerr Professor läßt bitten!

« lehrte den Detektiv in ein großes «rvèltszrmmer. Hinter einem mit Büchern 2 Schriftstücken bedeckten Schreibtisch er-

5n langer dünner Herr, desien .W Asichtszüge und stechende, leicht ge- Augen, mit starren stecknadelgroßen sofort auffielen.Typischer

r,. ^^lst! * dachte der Detektiv und ver- Souston'"^ 'âbin Name ist Doktor nen^te.Uit! Womit kann ich Ihnen die-

Doktor?"

$rS$UI^ Sie die Störung, Herr genaue1® ^ ^6e erfahren, daß Sie ein dr>^^..^enner Japans sind. Hin liegt Tit»l"'°- etne wissenschaftliche Arbeit den tittem e^nCt Buches zu erfahren, das vor Wi ^rzehnt erschienen sein soll. Es eu, jetzt kann ich nicht ^eihf» n ^uel kommen... warten Sie, es

" strich sich langsam über die >Ninn"^' «Nippon' heißt das Buch!" fc^V ^' $*? japanische Name für

" Tut mit leid, Doktor Houston,

Ihnen nicht helfen zu können! War nie lm Lande der ausgehenden Sonne und weiß von Japan weniger als ein Eton-Boy!"

Entweder ein schlauer Hund oder ein ahnungsloser, an Stimulantien gewöhnter Gelehrter! dachte Fox und verabschiedete sich mit einigen entschuldigenden Worten.

Abends um zehn Uhr kam Fox wieder in seine möblierte Wohnung zurück Als er im Schlafanzug auf der Couch saß, strich er die ersten zwölf Adressen in seinem Notizbuch durch. .Schade, um den verlore­nen Tag!'

Am nächsten Morgen machte sich Fox wieder auf den Weg. Als es Mittag war, hatte er fünf Adressen aus seinem Notiz­buch erledigt. Ohne jeden Erfolg!

Abgemattet setzte sich der Detektiv in ein kleines Kaffeehaus nahe der Viktoria- Brücke und las dieTimes". Plötzlich stutzte er. Drei jüngere Herren hatten sich an einen Nebentisch gesetzt. Deutlich sagte der eine das Wort , Nippon' und fuhr sich dabei über die Stirn. Fox brannte mit seiner Zigarette ein Loch in die Zeitung. Jetzt konnte er deutlich, und ohne selbst beob­achtet zu werden, den Tisch nebenan über­blicken. Wieder fuhr der eine der Herren, über die Stirn und sagte dabei deutlich , Nippon'!

Der Detektiv triumphierte. Nun galt es, vorsichtig zu sein! Sein Plan stand im Augenblick fest.

Fox stand auf. Als er am Tische der drei vorübergehen wollte, heuchelte er einen Ohnmachtsfall. Sofort sprangen zwei der Herren auf.Sind Sie krank?" fragte der eine.

Fox lächelte schwach und sagte:Habe diese Anfälle leider öfter! Darf ich mich einen Augenblick setzen?"

Selbstverständlich!" sagte der dritte, fitzengebliebene Herr und schob ihm sein volles Whiskyglas zu.Kenne diese Zu­stände! Wohl die Droge ausgegangen?" Wie kommen Sie darauf?" fragte Fox.

Ich habe einen Blick dafür!" lächelte der Herr.Hatte mir vor Jahren in den Tropen eine schwere Ruhr geholt und bin dann auf dem gewöhnlichen Umwege über Opium an Morphium gekommen!"

Daher also!" lachte Fox.So unrecht haben Sie übrigens nicht!"

Materialbesorgung ist wohl ein bißchen schwierig, alter Herr?"

Müßte lügen, wenn ich es bestritte! Die Gesetzesbestimmungen find sehr scharf?"

Mit Geld können Sie doch so viel Sub­stanz bekommen, wie Sie wollen!"

So?" fragte Fox,und von wem, wenn ich fragen darf?"

Zum Beispiel von mir! Das Gramm Morphium kostet allerdings eine Guinee."

Viel Geld!" meinte Fox.Da ich aber eine gute Rente beziehe und für niemand zu sorgen habe, neunte ich zehn Gramm. Haben Sie das Betreffende bei sich?"

Wo denken Sie hin! Das wäre doch zu gefährlich! Ich wohne fünf Minuten von hier in der Paddington-Street. Ha­ben Sie denn zehn Guineen bei sich, alter Herr?"

Denke doch!" lachte Fox.

Dann können wir ja gehen!"

Sie bogen in die nahegelegene Padding­ton-Street ein. Vor einem hohen grauen Hause blieb der Herr stehen.Hier wohne ich, drei Treppen hoch!"

In einem kärglich eingerichteten Zimmer nahmen Fox und zwei der Herren Platz, während sich der Wohnungsinhaber ent­fernte. Nach kurzer Zeit trat er wi^er ein.So, mein lieber Herr Chef­detektiv Fox, jetzt sollen Sie Ihr Mor-

Und doch aufwärts .

Es ist noch reichlich dunkel, als Martin das Haus verläßt. Der Schlaf ist aus den Augen verschwunden die Unruhe der Nacht hat einer freudigen Stimmung Platz

Glücksgefühl hat seinen Schlaf gestört. Ewigkeiten lag er wach, und wenn er ge­rade die Augen geschlossen und Bilder schöner Stunden an ihm vorüberzogen, dann kam wieder die Erregung und der Schlaf war vorüber.

Jetzt geht's zur Fabrik. Lange Zett hatte er draußen gestanden, fern der Maschine, an der er manche Stunde geschafft. Und doch gingen die Maschinen weiter, sangen ihr Lied der Arbeit, dock andere standen vor ihr, machten die Handgriffe, schalteten die Hebel und gingen abends müde nach Hause

Währenddessen reihte er sich in die Front, die im Arbeitsamt in langer Reihe anstand um die Karte stempeln zu laßen und das Geld abzuholen, für das er nicht arbeitete. Auch viele schöne Stunden waren dabei gewesen. Wenn er mit Gretel

phium bekommen und gleich so viel, daß Sie genug haben! Ihre Schnüffelei paßt uns verteufelt schlecht in unseren Kram!

Fox sah drei Revolverläufe auf sich ge­richtet. .Verdammt!' dachte er und sagte laut:Sie scheinen Scotland Yard für ein Asyl für Leichtverblödete zu halten, meine Herren! Leider muß ich Sie enttäuschen! Zehn meiner besten Beamten verfolgen mich auf Schritt und Tritt! Ehe ich nicht aus diesem Hause wieder munter und wohlbehalten herauskomme, läßt man kei­nen Mäuseschwanz hier heraus!"

Verdammt!" sagten die drei wie aus einem Munde und steckten die Revolver ein.Kommen Sie!"

Sie schritten die Treppe herunter. Fox trat als erster aus der Haustür. Ehe er es sich versehen hatte, sprangen die drei Burschen in eine vorüberfahrende Auto­taxe.

Fox lachte hinter ihnen her. .Stümper!' murmelte er und stieg die drei Treppen wieder hinauf. Die Wirtin, eine alte, schwerhörige Frau, wutzte von ihrem Mie­ter weiter nichts, als daß er vor drei Tagen das Zimmer für zehn Schilling die Woche gemietet hatte.

Er hat keine Sachen hier?" fragte Fox.

Wie Sie sehen, nein!" schrie die alte Frau, nach Art der Schwerhörigen. Fox sah sich um. In der Ecke stand ein Schreib­tisch. Darauf lagen einige weiße Bogen und ein Füllhalter.

Wollen Sie mir für alle Fälle Ihren Namen sagen?" Er wollte den Füll- hlater zum Schreiben benutzen, bemerkte aber, daß keine Tinte drin war.

Es war vierzehn Tage später, als Fox in das Arbeitszimmer Hartleys eintrat. Sie glauben gar nicht, lieber Fox, was mir für ein Stein von der Seele gefallen ist, daß wir die Brüder-Bande hinter Schloß und Riegel haben!"

Fox setzte sich, zündete sich behaglich eine Zigarre an und blies den Rauch in lang­samen Stößen von sich.Ohne diesen Füll- yalter hier wäre ich kaum hinter die Schliche der Burschen gekommen", sagte er.Ich fand ihn in einem Ab­steigequartier der Bande auf der Padding­ton-Street, wo mich die Burschen, wie Sie wißen, gekillt hätten, wenn ich sie nicht mit dem improvisierten Schwindel von meinen zehn Detektiven eingeschüchtert hätte. Sehen Sie hier, Chef! Hier kann man das Ding aufschrauben. In dem Elasröhrchen kann man gut zwei Gramm Morphium verbergen! Es war nicht so einfach, unter den ungefähr hundert Füll­halterfabriken Londons den Hersteller die­ses Halters herauszufinden. Aber es ge­lang! Der Inhaber der kleinen Fabrik in Eroßvenor-Gardens hatte keine Ahnung, welchem großangelegten Schmuggel seine Fabrikate dienten! Man hatte ihm ge- lagt, daß die Füllhalter für eine medizi­nische Auslandspropaganda bestimmt wären. Deshalb habe ich die beiden Bur­schen, als sie tatsächlich am letzten Sonn­abend erschienen, nicht festnehmen laßen. Sie holten die Kisten mit den Füllhaltern ab und bestellten hundert Dutzend neue! Während die Jungens oben beschäftigt wa. ren, bespritzte ich im Hose ihr Auto mit un­serm berühmten unsichtbarenPräparat 8000", das bekanntlich sechs Wochen lang haftet und das ein mittelmäßiger Polizei­hund bis nach Schottland verfolgen könnte, ohne einmal von der Spur abzukommen! Wie wir die Bande in Hampstead ausge­hoben haben, wißen Sie ja, Chef!"

Diesen Füllhalter wollen wir dem Kri­minal-Museum von Scotland Yard ein­verleiben! Sie dedizieren ihn mir doch für diesen Zweck, lieber Fox?"

, Kurzgeschichte

' von Werner Wittkopf

hinauszog, als auch sie ihre Stelle im Kaufhaus verloren, wenn er mit den Kameraden draußen im See badete, das alles hatte sich geändert, als Gretel in die Landhilfe gegangen, als sie nicht mehr un­tätig herumfitzen wollte, sondern dort hel­fen konnte, wo die Ernte in Ge­fahr war. Da war Unlust ein­gezogen. Er mied seine Freunde, spielte keinen Skat mehr mit ihnen und schloß sich zu Hause ein.

Dann war auch er in den Arbeitsdienst eingetreten. Ein halbes Jahr hatte er frei­willig den Spaten genommen. In Ost­preußen hatte er im großen Moosbruch ge­arbeitet und stand mit seinen Kameraden im großen Heer der Arbeitsmänner.

Dort taucht seine alte Arbeitsstätte vor ihm auf. Er erreicht das Hoftor. das noch geschloßen ist. Um die Zeit bis zum Ar­beitsbeginn zu verkürzen, geht er in den nahen Park.

Späte Herbstblumen stehen in den Beeten, noch feucht vom Nebel, der von der Alster her herüberkommt. Eine dunkelrote

Aster pflückt er und betrachtet sie nachdenk­lich. Er denkt an Gretel, die noch immer dort oben ist und die erst gestern ihm geschrie­ben hat, daß sie es dort sehr schön habe. Sie hat ihm von ihrer Arbeit berichtet und von den Kameradinnen geschrieben, die immer so gut zu ihr seien. Sie möchte gern auf dem Lande bleiben, dort schaffen auf der Scholl«, auf einem eigenen Stück Land, wenn es auch noch so klein sei das wäre ihr Wunsch...

Aber Martin will nicht. Er muß zurück in die Fabrik, die Räder hören, das Krei­schen der Sägen, das Schaffen am laufen­den Band. Und nun hat ihm das Glück die Hand gereicht: er ist wieder in der Ar­beit, schafft in ihr mit seiner ganzen Kraft und verdient sich selbst sein Brot.

Schritte wecken ihn aus seinem Nach­denken. Jetzt kommen auch die anderen.

Martin trifft unter den Ankommenden auch Fritz, mit dem er bei dem alten Mei­ster Gottschalk gelernt hat, mit dem er die ersten Gewinde drehen lernte in der klei­nen Schloßerei und mit dem er manchen Unfug ausgeheckt hat, bis der Meister böse wurde und zu wettern anfing. Schon lange ist das her und vieles liegt da­zwischen. Nun sollen beide wieder neben­einander stehen, an der großen Bandsäge, die Stämme zerschneiden zu schmalen Bret, tern. Beide stehen vor dem Meister, der sie freundlich mit Handschlag begrüßt und Martin den Platz anweist.

Und dann erklärt ihm Fritz die Bedie­nung der Säge, zeigt ihm das Einschalten des Motors und rät ihm zur Porficht. Nimm vor allem nicht die Schutzvorrich- tung weg! Wenn es auch langsamer geht, aber deine Knochen bleiben heil," brüllt er ihm zu im Singen des Motors.

Mach Dich man nicht lächerlich, Fritz. Wozu habe ich denn meine Augen. Willst mich wohl noch ängstlich machen hier, vor der kleinen Maschine, was?"Ich will Dich nur warnen, nur Schaden verhüten!" ruft ihm Fritz zu.

Nun reißt auch Fritz den Schalthebel herum. Das Band der Säge bewegt sich, mit ihm wandern die vielen kleinen Fähnchen, die sich gefräßig in die Hölzer nagen und dünne Blätter schneiden.

In das Surren und Kreischen stimmt die Säge ein. Stunde um Stunde ver­geht. Der Meister ruft Fritz, und Martin hält weiter die Balken an das gleißende Metallband. Er will jetzt keine Pause machen, jetzt in der Arbeit. Er ist ge­rade so schön im Schwung.

Ein Ast im Balken hemmt das Vor- wärtsschreiten. Das Band kommt nicht weiter. Don der Seite aus versucht Mar­tin, die Ursache zu erkennen. Doch das Schutzgitter versperrt. Während die Ma­schine weiterläuft, reißt er das Gitter her­unter. Immer geringer werden die Tou­ren, die der Motor läuft, schon halb ist 6er Ast durch.

Ein bißchen Nachdrücken," denkt Fritz und schon schieben seine beiden Hände am Balkenende gegen das Band. Dumpf wird der Ton, den das Sägeblatt ausstößt. Dann kreischt es auf es frißt sich näher und, bevor noch Martin die Hand zurückreißt, springt der Balken ausein­ander, das Blatt fällt ab und...

Im Krankenhaus liegt Marttn schon seit Wochen. Der Unterarm ist abgenom­men worden. Doch der große Verband verbirgt die Wahrheit. Am Bett sitzt der Doktor, ein älterer Mann mit weißem ge­scheiteltem Haar und antwortet vorsichtig auf die vielen Fragen des Jungen.Die Säge hat den Knochen gefaßt, und zur Hälfte durchschnitten. Nur der Umstand, daß Sie rückwärts fielen, hat verhütet, daß der Arm nicht vollständig durchschnit­ten wurde und daß Sie nicht noch mehr Schaden genommen haben... Doch dann kam eine Blutvergiftung, und ich mußte, um Sie zu retten, den Arm doch noch abnehmen ..."

Die Wahrheit zerschlägt Marttn. Ein Zittern zuckt um seinen Mund, und dann finkt er mit einem Aufschrei in die Kißen zurück.

Tage später, der Kranke scheint den Schlag überwunden zu haben, geht er mit Gretel im Garten spazieren. Sie will ihn aufrichten, will ihre Arbeit im Stich laßen und ihm helfen. Doch er wehrt ab.Geh zurück, Gretel. Ich kann nicht mehr arbei­ten. Mit dem linken Arm... Geh! Laß mich allein..."

Bitterkeit spricht aus den Worten, Vor­würfe gegen die Welt, gegen sich und sei­nen Leichtsinn.Von der Rente oder von dem Lohn als Hausmeister können wir nicht leben. Geh zu Deiner Arbeit... wir können nicht mehr zusammen sein, ich, ein Krüppel, der jetzt vom Geld der anderen lebt. Ich will niemand zur Last fallen, ich kann nicht mehr für die Ge­meinschaft arbeiten..."

Gretel geht fort. Ihre Hoffnungen sind zerschlagen. Traurigkeit ist in ihr. Lange bleibt Marttn unauffindbar. Doch eines Tages kehrt er zurück. Er hat sich wieder einen Platz in der Welt erobert, wo er schaffen kann für die Gemeinschaft. Die Kraft, sein Will« riß ihn aufwärts im Beben, x

t