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Schwedens Reichtum an Wasserkräften

Torgau 1760

32 Milliarden Kilowattstunden Das schwedische System der große Schaltungs­plan

Von Aage Larsen

Es gibt sicher nur wenige Länder in der Welt, die so wie die Schweden von der Natur mit reichen Gaben ausgestattet worden sind. Genügend Lebensraum, fruchtbarer Boden, reiche Erzvorkommen, unendliche Wälder und ungeheure Wasier- kräfte, das ist der Urbesitz dieses Landes, das dadurch von vornherein zu einer glück­haften Entwicklung nachgerade prädesti­niert worden ist. Hieraus entwickelte sich nun auch jenes freie und frohe Menschen­tum, das in seiner Selbstsicherheit und in­neren Gewißheit jenen Menschentyp re­präsentiert, der in der echten Demokratie seine Lebenshaltung gefunden hat. Weit streckt sich das Land bis in den hohen Nor­den hinauf, hell und licht wie seine Som­mernächte, fest und geschlossen wie der Charakter seines Volkes. Gewaltig stür­zen die Gefälle die Gebirge hinab, die in ihrem Innern die kostbaren Erze bergen, jene Erze, die immer wieder, in Not und in Gefahr, in glücklichen und unglücklichen Zeiten das unerschütterliche Rückgrat der Lebensexistenz Schwedens bilden.

Schon weit vor dem Weltkriege wurde in Schweden die Zweckmäßigkeit einer zu- sammenfasienden Organisation des Wasier- kraftwesens erkannt. Dabei hat man nun keinesfalls den Weg einer absoluten Ver­staatlichung aller Wasserkräfte beschritten. Im Gegenteil. Heute macht die staatliche Produktion von elektrischer Energie noch nicht ganz 35% »bei Gesamtproduktion aus. Die andere Produktion verteilt sich auf kommunale und private Unternehmer. Alle zusammen arbeiten nun zwar nicht Hand in Hand, doch ist durch das Wasier- recht für alle drei eine klare und in glei­cher Weise gültige Abgrenzung gegeben.

An der Spitze des staatlichen Wasser- kraftwesens steht die Königliche Verwal­tung der Wasierfälle. Sie ist dann wei­ter in technische, verwaltungsmäßige und organisatorische Abteilungen untergliedert. Zur Zeit verfügt der Staat über 12 Kraft­stationen, von denen einige allerdings noch im Bau sind. Trollhättan, Bästeras, Por- jus und Alvkarleby gehören dabei zu den größten Stationen. So verfügt zum Bei­spiel Trollhättan über 13 Turbinen, mit einer durchschnittlichen Energieproduktion von 800 Kilowattstunden. Daneben gibt es aber nun 52 kommunale und private Unternehmungen, die im Jahre 1932 eine Gesamtproduktion von 2,5 Milliarden Kilowattstunden erreichten. Unter ihnen sind die größten das Stockholmer Elektri­zitätswerk mit einer Produktion von 255 Millionen Kilowattstunden, die Udde- Holmsgesellschaft mit 232 Millionen Kilo­wattstunden und die Stora Kopaparbergs- Bergslags A. E., die älteste heute noch be­stehende Aktiengesellschaft der Welt, mit 211 Millionen Kilowattstunden.

Nach den Feststellungen des Elektrifizie­rungskomitees, das in den Jahren von 19171923 arbeitete, werden die gesamten in Schweden vorhandenen Wasierkräfte auf 32,5 Milliarden Kilowattstunden veran­schlagt. Davon sind bis zum heutigen Tage nur etwa 5 Milliarden ausgenutzt. Nach dem Jahresbericht der Königl.-Schwe- dischen Wasierverwaltung haben die staat­lichen Stationen im Jahre 1934 1,7 Mil­liarden Kilowattstunden geliefert. Das ergab eine Einnahme von etwa 32 Mil­lionen schwedischen Kronen.

Im Mittelpunkt der großen schwedischen Kraftorganrsation steht nun der Plan der Verbindung des sogenannten Zentral­blockes, der Süd- und Mittelschweden um­faßt, und dessen Hauptwerk eben Troll­hättan ist, mit dem sogenannten Nordland- block, der in Porjus seins nördlichste Sta­tion hat. Nachdem der Reichstag die hierzu notwendigen Mittel bewilligt hat, und da­mit der Ausbau der Großstation Stads-

Foto: Kruse M

Die WaeeerföHe de» Mora Sjöfollet

eine verloren geglaubte «nd doch siegreiche Schlacht Friedrichs des Große,

In den Tagen vom 9.12. Oktober 1760 hatten sich russische und österreichische Truppen in Berlin und Charlottenburg, im ganzen 40 000 Mann eingelagert.

Friedrich der Große iah sich durch diesen Vorstoß veranlaßt, aus Schlesien hinweg in der Richtung auf seine durch Kontribu­tionen und arge Plünderungen drang­salierte Hauptstadt zu marschieren, der Zweck wurde durch diesen Anmarsch er­reicht, die Wiederräumung Berlins er­folgte umgehend.

Doch dem Könige folgten die Oesterrei­cher unter ihrem General Laudon, sie wären die Herren in Sachsen geworden, wenn Friedrich es nicht hielt. So kam es am 3. November 1760 auf den Höhen der damaligen Elbfestung Torgau zur Schlacht, wo die 44 000 Preußen gegen 63 000 Oesterreicher in ihren fast unein­nehmbaren, mit dreimal stärkerem Geschütz bewehrten Stellungen nach lange vergeb­lichem und ungünstigem Ringen den Sieg erfochten.

Fotos (a) Löblich

Kampffelde

Archiv des Auswärts-Verlags M Eine Kugel fiel aus den Kleidern des Königs

TORGAU 3N0V1760

C=±=3 ÖSTERREICHER

König Friedrich und Ziesen am

Archiv des Aufwärts-Verlags M

Morgen nach der Schlacht

Der große König hatte bis in den spä­ten Abend glauben müssen, die Schlacht verloren zu haben, tro^em er tatsächlich der Sieger des Tages war.

Nach einem langen Umgehungsversuch in den Rücken der österreichischen Stellung

Skizze der Schlacht bei Torgau

forsen durchgeführt werden tonn, dürfte die Schließung des Gesamtnetzes etwa bis zum Jahre 1945 erreicht sein. Auf diese Weise wird vor allem auch die Durchfüh­

rung der Ver­koppelung aller Statio­nen erreicht, so daß ein etwa ausfal­lendes Werk sofort von einer anderen Station ersetzt werden kann, die ihre Re­servekraft dann ohne Mühe in das Gebiet des ausfallenden Werkes hin­überleitet.

Es war selbst­verständlich, daß sich zum Ausbau des

Kraftnetzes

hatte er erst am Mittag den

Feind angegrif­fen, war unter sehr schweren Verlusten seiner wie die Löwen angreifenden Erenadierbatail- lone dreimal zurückgeworfen worden und

beim

n-

griff verwundet.

Von den Vor­gängen an der Südseite der Süptitzer Höhen, wo Zielen gleich­zeitig angreifen sollte und die Oesterreicher ge­schlagen hatte, wußte Friedrich nichts.

Die' Kirche von Elsnig bei Torgau, in welcher Friedrich der Große nach der Schlacht die Nacht vom 3. zum 4. November 1760 verbrachte

So kam es daß er selbst verwundet und in der furchtbaren Ueberzeugung zu Beginn des fünften Kriegsjahres seine höchstwahrscheinlich letzte Feld­schlacht verloren zu haben glaubte, vom

abzog und sein Quar­tier in der kleinen Kirche des Dorfes Elsnig nahm. Auf einer Schütte Stroh, die ihm Bauern hercknge- holt hatten, verbrachte der Tiefgebeugte die Nacht, auf den Altarstufen lie­gend, da kein anderes Quartier zu beschaffen war.

In das flackernde Ker­zenlicht des kleinen Rau­mes trat ein Hauptmann vom Stabe Zietens, der dem König den Sieg der preußischen Armee mel­dete. Friedrich konnte es kaum fassen.

Als am anderen Morgen die beiden Teile der wie­der vereinten Truppen auf

auch die Elektrifizierung der Eisenbahn fort­entwickelte. 2n Kürze werden somit bereits 2705 Kilometer des Gesamtnetzes der Bahn elektrifiziert sein, was etwa 40% sind. Insgesamt gebraucht die Bahn jährlich 400 Millionen Kilowattstunden, also 8% der gesamten schwedischen Kraftproduktion.

Daneben spielt die Elektrizität natürlich heute auch in der schwedischen Landwirt­schaft eine große Rolle. Zur Zeit sind etwa 50% der landwirtschaftlichen Bezirke in Schweden elektrifiziert. Dabei muß selbst­verständlich die ungeheure Ausdehnung des Landes und die vielfach dünne Be­siedlung (im Norden stellenweise 0,7 pro qkm) berücksichtigt werden. Die Verteilung der Kraft erfolgt in den einzelnen Bezir­ken durch kooperative Gesellschaften, die aus den Verbrauchern selbst zusammen­gestellt sind.

Schließlich find aber auch die einzelnen schwedischen Haushalte in weitestem Maße elektrifiziert. In vielen Gegenden find be­reits 75% der Küchen elektrisch. Hier ist also der Gasverbrauch schon bis zu einem Minimum herabgedrückt worden. Der Aus­bau des Netzes in Verbindung mit der Billigkeit des Stromes, die Kilowatt«

dem Schlachtfelde zusammentrafen, sti«» Friedrich vom Pferde und schloß weinend seinen großen Reitergeneral in die Arme der den Dank in seiner bescheidenen Art abwehrte:Er hat recht", sagte Friedrich das hat ein Höherer getan als wir!"

Durch alle Zeiten der aus bet preußischen Schule des großen Königs hn- vorgegangenen Wehrmacht des deutschen Vaterlandes aber lebt die Erinnerung an jenen bösen und doch glorreichen Tag fort, wenn in markigen Klängen die Sieges­fanfaren des Torgauer Marsches et. klingen. c. w. K.

stunde kostet durchschnittlich 10 ore we­ben aber wahrscheinlich schon m kurze Frist zu einer absoluten Elektrifizierung Schwedens führen, und somit das ganz Land gemäß seines Wasserreichtums z einemelektrischen"Lande machen.

Bei einer gegenwärtigen Produtt summe von 5 Milliarden Kilowattstu und 6,2 Millionen Einwohnern betrag die Produktion also schon 800 Ki stunden pro Kopf der Bevölkerung. restlose Ausnutzung des gesamten denen Kraftvolumens von 32,5 ^ den würde zu einer $robuftion ö p 5200 Kilowatt pro Kopf der Bevölkern s führen, eine Energieproduktion, * itiÄ lich niemals allein in Schwedenv werden könnte. Aber auch schon wird schwedischer Strom m andere der, insbesondere nach Danem »_ fert. Damit würde also Schwe b . ^ xe- heutige Produktion auf den Kopf . völkerung umgerechnet, etwa 'y tion der Schweiz entspricht.^en Stro- zu einem Eroßexporteur elekt W mes, ein Wirtschaftsfaktor, nagHi$ weitere Entwicklung Schwedens von ungeheurer Bedeutung rp.