Lul-aer Anzeiger
SÄ» A Tageblatt für Rhèa un» vog-l-b-rg S'nK julba- unb Haunetal» Zuldaer Kreisbia«
«otationsdru. Gleiter Friedrich Ehren- V
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^52 - 12. Jahrgang
Fulda, Montag, 28. Oktober 1935
Einzelverkaufspreis 10 Pfg.
Der Führer gab seinem Gauleiter
das letzte Geleit.
Einer der treuesten Mitkämpfer Adolf Hitlers, der »erstorbene Reichsstatthalter in Braunschweig und Anhalt «b Gauleiter von Magdeburg Anhalt, Wilhelm z r i e d r i ch Loeper, wurde in Anwesenheit des Wrers, der es sich nicht hatte nehmen lassen, persönlich ikm Toten die letzte Ehre zu erweisen, zu Grabe getragen.
Ein regenschwerer Tag lag über Dessau. Seit den Morgenstunden marschierten die Kolomren der SA. und der Politischen Leiter durch die Straßen der Stadt, um M Spalier Aufstellung zu nehmen und ihren toten Gau- [eiter noch einmal still zu grüßen. Zehnlausende waren ws allen Teilen Mitteldeutschlands gekommen, die an itm feierlichen Staatsbegräbnis teilnehmen wollten. Die , Hrenden Männer der Bewegung, fast alle Reichsleiter nnb Gauleiter, ferner Reichsminister und Staatsminister wohnten der Trauerkundgebung bei.
stürz vor 11 Uhr traf der Führer auf dem Bahnhof ein. Tausende von Menschen grüßten ihn mit erhobener Land. Der Führer und seine Begleiter fuhren durch die im Tranerkleid stehende Stadt zum Friedrich-Theater, wo
während der Nacht Politische Leiter am Sarge des Verstorbenen Totenwache gehalten hatten. Der Führer schritt eine Ehrenkompanie ab. Dann begab er sich in das Innere des Hauses. Seine Miene spiegelte den Ernst der Stunde, als er in der ersten Reihe des Parketts neben der Gattin des Verstorbenen Platz nahm. Neben ihm sah man Rudolf Hetz, die fieichsm in i st e r Dr. Goebbels, Frick, Darre, Robert H Reichsstatthalter v. Epp, Iulius Streicher, den Herzog M die Herzogin von Anhalt und Reichsführer SS. Mutier. Ministerpräsident Görin g hatte, wegen seiner Teilnahme am Breslauer Gautag Vertreter entsandt. Auch die Generalität mit General von Rundstedt und General don Witzleben an der Spitze, war erschienen.
Oie Trauerfeier im Friedrich-Theater.
. Das nur matt erleuchtete Theater war ganz mit ichtvarzem Tuch und Hakenkreuzfahnen ausgeschlagen. Auf der Bühne stand der Sarg von einer Hakenkreuzslagge überdeckt. Zwölf Standarten der SA. flankierten ihn. Das bliche Vorspiel zu „Parsifal" und ein Gesangchor „Sei chreu bis in den Tod" leiteten die Feier ein. Dann ließ "^uhaltische Staatsminister Frehberg ein Lebensbild des politischen Kämpfers Loeper erstehen. Er er- Merte an die alte Kampfgemeinschaft, an die Zeiten, er als Verteidiger den Hauptmann aus dem Magdeburger Gefängnis führen konnte, und schilderte das ^arakterbild des Toten mit den Worten: „Rücksichtslos sich selbst, aber unerbittlich gegen die Feinde Deutschlands führtest ou mit heiligem Eifer und innerer un den Kampf. Dein Wort war gewaltig und gewann Herzen des ganzen Landes'Anhalt. So führtest tu .lnhalt den Nationalsozialismus zum Sieg." Nach-
Sturmfluten an der Ostseeküste.
Hochwasser im Stettiner Hafengebiet. — Schwere Schäden in den pommerschen Bädern.
, Windstärke 12 kündeten die Seewarten an der Ost- am Wochenende. Ein furchtbarer Sturm tobte über r ^ee, und dazwischen prasselte der Regen, überall an r pommerschen Küste bestand ernste Hochwassergefahr. to„?on ^ See her kommende Sturm staute gewaltige in den Küstenflüssen. Die Oder und ihre
Met keinen Abfluß zum Meer und traten
Stettiner Hafengebie 1 trat ernste „ v^Sefahr ein. Alle tiefer gelegenen Siedlungs--
'm Stettiner Haffgebiet wurden überflutet. Die P ' war so groß, daß Technische Not Hilfe, t o n e und Teile des Infanterie-Re gl - Mög., * Ar Hilfeleistung eingesetzt werden mutzten. Im i^rRevler mutzte eine ganze Anzahl Gehöfte ge- der ^?.?en. In dem Vier-Minuten-Kanal und an drang in dem tiefer liegenden Gelände das arbüVÜ 'u die Siedlergehöfte vor. Die Rettungs- Mälln bei der Dunkelheit sehr schwierig. Im toeucil der ganze tiefer liegende Teil geräumt
^Bevölkerung flüchtete sich auf das höher liegende
Jm N Gelände.
^°PNlch hielt der Arbeitsdienst die Dämme. Und dis ^ ' u e m ü n d e standen das Hafenbollwerk auf "grenzenden Straßen unter Wasser. Viele Orte Fischern u s e l Usedom sind überschwemmt. Den Ne -"°" Zempin trug der Sturm viele Boote und Bis
die Brust im Wasser stehe,ld, versuchten die aus den Booten wenigstens die Motore zu Nestiiis, retten.
Hub der ^"u Zempin wurde der Wall durchbrochen oavor liegende Wald überschwemmt. Von der
Die Trauerfeier in Dessau. — Loeper in Mildensee beigesetzt
dem der Minister noch auf die große Liebe des Toten für die Kunst, in der er seine einzige Erholung fand, eingegangen war, schloß er mit den Worten:
„Dein heiliger Glaube an Deutschland und an die hohe Sendung des Führers ist bei uns geblieben und wird uns weiter führen. Du bist dem Führer und dir treu geblieben bis zum Tod."
Der braunschweigische Ministerpräsident Klagges griff in seiner Ansprache zurück auf die Tätigkeit Loepers während der Kampfzeit. Jede Loeper-Versammlung, so sagte er, war für die kleine Schar der allen Braunschweiger Parteigenossen eine Erholung, eine Kraftquelle und ein Sprung nach vorn bis zur endgültigen Durchsetzung des Sieges des Nationalsozialismus. Ministerpräsident Klagges hob besonders die Tätigkeit Loepers auf dem Gebiete der Volkswohlfahrt hervor. Tas Wohl der großen Masse aller schaffenden Menschen lag ihm besonders am Herzen; er fühlte sich für das Wohl eines jeden einzelnen verantwortlich. Wenn etwas imstande ist. so schloß der Minister, uns über den schweren Verlust zu trösten, den wir erlitten haben, dann ist es vas hohe Vermächtnis, das uns der dahingeschiedene Parteigenosse, Kamerad und Freund in seinem Lebenswerk hinterlassen hat.
Der Führer spricht.
Dann sprach der Führer. Mit tiefbewegten, alle Herzen ergreifenden Worten des Dankes und der Teilnahme nahm der Führer Abschied von seinem alten Mitkämpfer und Gauleiter. Er bezeichnete den Verstorbenen als einen Fanatiker des Glaubens und ein Vorbild der Treue.
Nach den Gedenkworten des Führers ertönte der Trauermarsch aus der „Götterdämmerung". Während das Lied vom guten Kameraden erklang, wurde der Sarg aus dem Theater getragen und auf eine Lafette gehoben. Nachdem der Führer seinen Wagen bestiegen hatte, reihten sich die übrigen Ehrengäste dem Trauergeleit ein, das sich durch die Straßen der Stadt zum Vorort M i l d e n s e e bewegte. SA. und die übrigen Formationen der Bewegung bildeten auf dem Wege dorthin Spalier.
In Mildensee wurde der Sarg vor dem von dem Fürsten Leopold Franz von Anhalt zu Anfang des 19 Jahrhunderts nach griechischem Vorbild erbauten Tempel aufgebahrt. Der Landesbischof Peter hielt eme Ansprache. Nach der feierlichen Einsegnung widmete der Stellvertretende Gauleiter des Gaues Magdeburg-Anhalt, Staatsrat Eggeling, dem Toten einen letzten Nachruf, indem er nochmals die soldatische Kampfernatur des Verstorbenen erstehen ließ. Darauf wurde der. Sarg unter Trommelwirbel und den, Horst-Wessel-Lled in die Gruft getragen. Die Kranzniederlegung beschloß die feierliche Handlung.
Koserower Steilküste sind große Massen ins Meer gespült In dem Ort Klütz stehen die Straßen und Wiesen völlig unter Wasser. In Ne u h o f bet .Heringsdorf ist der Sackkanal, der erst kürzlich vom Arbeitsdienst instand gesetzt wurde, 2-/- Meter tief unter Sand gesetzt worden. In Kölpinsee mutzten sämtliche Fischer bilden geräumt werden.
Zinnowitz wurde die Scebrüüc kurz hinter dem Strand abgebrochen.
Grotz sind auch die Überschwemmungen im Kreise C a m m i n. In S t e p e n i tz konnten die Schulünder infolge der überschwemmten Straften nicht zur Schule gehen Einige Wohnungen mußten geräumt werden W $nfel Gristow ist von Cammin infolge des Hochwassers abgeschnitten.
Wellen bis zu zehn Meter Höhe verursachten auch empfindlichen Schaden. So wurden unter der Strandhalle von Schmoldt drei Bewnpfeiler weaaeristen Unterhalb der Dammbrückc in Cammin am Schwenzer Bach brach der Deich. Zwischen Greifswald und E l d e n a sind Tausende von Morgen Wiesen überschwemmt. In Greifswald und Wolgast trat das Wasser über das Bollwerk. Auch in Reval und Kolberg brachte das Hochwasser Überschwemmungen.
An der Nord- und Ostküstc der Insel Bornholm tobte ein Sturm, wie ihn die Insel seit der Sturmflut von 1913 nicht mehr erlebt hat.
Qn verschiedenen Städten der Insel sind die Hafenanlagen unter Wasser gesetzt worden. In dem Badeort Sandvig stürzte eine Zementmauer an der Strand- promenade in 30 Meter Länge ein. Die Schiffsverbindung zwischen Bornholm und Kopenhagen war zeitweise unterbrochen.
Von der Beisetzung des Reichsstatthalters Loeper.
Der Führer legt am Sarge seines verstorbenen Gauleiters einen Kranz nieder.
(Heinrich Hoffmann — M.)
„Diese alte Garde
hat nicht umsonst gelebt."
In seiner Rede bei der Traucrfeicr im Friedrich- Theater hatte der Führer u. a. ausgeführt: Zum zweiten Male in diesem Jahr stehen wir an der Bahre eme» Kampfgenossen in diesem Streit um Deutschland. Und wenn ich heute spreche, bann rede ich als der glückliche und doch jetzt so unglückliche Führer, der einen seiner Alten Garde nun zu Grabe geleiten mutz, einen Mann, wie es auch in unserer Bewegung nur wenige gibt. Er ist
einst zu mir gekommen, als von dieser Bewegung nichts anderes zu erwarten war als Opfer und Sorgen, Verfolgungen unb Schmähungen.
Er kam zu mir, als ich — selbst ein gefangener Mann, wehrlos und von vielen aufgegeben — ihm gar nichts bieten konnte. Damals, da stietz zu jener Schar unzertrennlicher Männer, die entschlossen waren, den Kampf für ein neues Deutschland unter allen Umständen und auf jede Gefahr hin sofort wieder aufzunehmen und weiter zu führen, auch dieser unbekannte Parteigenosse. Es war wirklich nur die Liebe zu Deutschland, lind dieser Mann der grenzenlosen Liebe zu Deutschland war auch ein Mann eines unerschütterlichen Glaubens; denn er kam nicht in dem Augenblick, da auch dem Zweifler die Zukunft der Bewegung als etwas Selbstverständliches vor Augen stehen mutzte. Nein, er kam in dem Augenblick, in dem viele, viele verzagten, da das andere Deutschland schon glaubte, triumphieren zu können.
Und dieser Glaube, der sich bei ihm in einer klaren und hellseherischen Hoffnung offenbarte, der hat sich verbunden mit einer einzigartigen Treue. Wenn ich selbst damals als der bestgehatzte Mann in Deutschland stand, wie leicht konnte da nicht die Versuchung an den einen oder anderen Herankommen und ihni den Zweifel eingeben, ob es wohl gelingen kann, nnb selbst, wenn cs gelingen sollte, ob das wiederum der Mann ist, der dieses Werk' zum Erfolg führen wird, ob nicht das Schicksal einen anderen bestimmt hat oder ob die Zeit dazu überhaupt schon gekommen ist? Ich weiß, es gibt keinen dieser Mitkämpfer, auf den nicht diese Versuchung ge- stoßen wäre. Einige sind ihr erlegen,
die große, die weitaus große Mehrzahl meiner Alten Garde aber, sic hat standgchalten.
Aber auch unter denen, die standhielten, ragten wieder einige hervor, die über jede solche Anfechtung geradezu tilrinhoch erhaben schienen. Und einer unter diesen Aller- treuesten, das war der Parteigenosse Loeper. ^ch weiß das. Wir haben in der Kampfzeit nie davon geredet, es hätte das ja auch keiner verstanden. Ich habe das niemals öffentlich erklärt. Aber heute, an der Bahre meines toten Kampfgenossen, da muß ich das aussprcchen, nicht mehr für ihn, aber für Deutschland, für die deutsche I u a e n d . daß sie sich ein Vorbild nehmen möchte und daß sie verstehe, daß dieses neue Reich uns nicht geschenkt worden ist, sondern schwer erkämpft werden mnßte, daß dieser Kampf ein sorgenvoller war und daß in diesem Kampf die Männer sich bewähren mußten, daß nur ein Übermaß an Liebe zn Deutschland, an Glauben, Opferwilligkeit und Treue diesen Kampf gewinnen ließen.