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Fuldaer Anzeiger

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breiten Anzeigenspaite oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei Kon­kurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß. D.A." IX. 35. 910. Zur Zeit ist Preis- liste Nummer 3 gültig. Verantwortlich für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

^m -12. Jahrgang

Fulda, Samstag, 26. Oktober 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Mussolinis Friedensbedingungen

Nach Behauptungen englischer und französischer Blätter.

Die diplomatische Fühlungnahme zwischen London, Qtis und Rom zur Regelung des Abessinienstreits bc- Miat in hohem Maße die Presse der beteiligten Staa- M Die Londoner Blätter sind natürlich in erster Linie ^^interessiert, die Bedingungen Mussolinis kenncn-

Mitteilungen einiger Londoner Blätter fordert Mlini die Abtretung der Provinz Tigre m Italien und die Unterstellung der übrigen Gebiete M von Addis Abeba unter internationale Kontrolle, während über die Zukunft Harrars noch Mieden werden müsse. Im übrigen wünscht Italien in, Mstgebiel von Abessinien Konzessionen nach -^Muster der Japaner in der Mandschurei und in Nordchina.

Tie italienische Armee soll zum Teil als Polizei­macht in Abessinien verbleiben.

Aus diese Weise werde England von seinen Sorgen meiner großen farbigen Armee im Süden des Sudans befreit. Gleichzeitig solle ihm das Gebiet um den Tanasee alsKonzession" zugewiesen werden.

In Ergänzung dieser angeblichen Forderungen Mussolinis will das Pariser BlattO e u v r e" wissen, daß der Duce zunächst darauf verzichte, daß die Abberu- suny von einer Division aus Libyen sofort mit der Zurückziehung britischer Schiffe beantwortet werde. Er übernehme ferner die Verpflichtung, bis zu einer Stel­lungnahme Englands den Fortgang der Feindseligkeiten mzuhalten, und werde bis dahin auch

keine neuen Truppen nach Ostafrika

Wen. Wenn England seine Vorschläge für annehmbar chhe, sollten diese dem Fünferausschuß und dem ?uizehn erausschutz des Völkerbundes Ermittelt werden. Ferner verpflichtet Wh immer N den Behauptungen desOeuvre" Italien, in Minen Konzessionsgebieten keine Eingeborenentruppen Michuheben und nur Polizeikräfte zu unterhalten, deren Mahl und Bewaffnung von den Unterzeichnermächten Mes Vertrages von 1906 kontrolliert werden würde. Mererfeitë aber fordere Italien eine Änderung des Militärischen Systems im eigentlichen Abessinien, und WDr mit dem Ziel einer Entwaffnung Der Ve - Möllerung, so daß nur noch die reguläre Armee des »Kgus im Besitz von Waffen bleibe.

Nriot sm gemeinsame WmmWm

1 , Paris, 26. Oktober.

dem Radikalsozialistischen Parteitag hielt Staats­güter Herriot am Freitag eine große Rede, in der u. a. ausführte, es könne Frankreich nicht verwehrt wen, Protest zu erheben, wenn eine kleine Nation An- ausgesetzt sei, die ihre Unabhängigkeit bedrohten.

laute nicht, ob Frankreich italienfreundlich oder ^vanvsreundlich oder italienfeindlich oder englandfeind- foSS^ern sie laute:Ist Frankreich für oder gegen iwM - des Völkerbundes; will Frankreich die Genfer Hin k-Se? oder nicht; will Frankreich Schluß machen »er blsherigen Epoche und eine neue begründen, oder Zurückkehren zum System der Bündnisse, zum ^j.^lvtcht der Kräfte, zu Auffassungen, die stets zum ^luhrt haben?" Nach den üblichen Lobsprüchen u'J tn$ "sowjetrussischen Freunde" erklärte Herriot, er ,ctlt gemeinsames Vorgehen. Eine Schluß- Zwinge sich unbedingt auf:

!, ^ sei an die Durchführung des Völkerbundspak- 9118 1 ^^ Pflicht und durch seine Ehre gebunden. das Genfer Protokoll ausarbeitete, sei es ^wesen, das Sühnemaßnahmen verlangt habe. Mim ^ es gedauert, um England zu dieser Auf- -z: ' ^.bringen. Könne Frankreich jetzt erklären, daß ^no "/h"^ geändert habe und daß es nicht mehr An- !èi? 1 ^ Grundsatzes gemeinsamer Sühnemaßnahmen

q. *

Gernots hat in Spanier parlamentarischen ailMibo^ gefunden, vor allem weil Herrwts Dido, Ansichten und Empfehlungen zum Seil im stehen ruch zu ter von Laval verfolgten Außenpolitik Ht®1 verweist man auf Herriots Betonung der Pakttreue und auf das Unterstreichen der i^n o Ä Freundschaft, während Laval der Zug Maischen Freundschaft gegenwärtig den Vor- nimmt daher an, daß die Rede Remote ^ben wird Auseinandersetzungen im Gefolge

^^ italienische Friedensdedingungen!

.Sie enQlK, _ London, 26. Oktober.

'S S'W Presse bespricht auch weiterhin die zwischen ^ckten ^vd London auf diplomatischem Wege ausge- '"Niedensfühler". Reuter schreibt, wenn

Auslandsfunk m Südtirol verboten.

Die Südtiroler Gemeinden haben im Auf­trage des Bozener Präfekten an alle Besitzer von Rund­funkgeräten in öffentlichen Lokalen die Weisung ergehen lassen, daß der Empfang von Nachrichten nur durch d ie italienischen Sender vermittelt werden darf. Die Einstellung der Apparate auf Auslandssender wurde unter Strafe gestellt. Es handelt sich um eine telegraphische Weisuna der Präfektur Bozen.

Krieg im Schlamm.

Wolkenbrüche im Süden Abessiniens Abessinische Trnppcnverstärkungcn im Norden.

Es scheint wirklich so, als wenn infolge der Friedens­bemühungen zwischen Rom, Paris und London die Ita­liener vorerst keine neuen militärischen Aktionen in Abessinien unternehmen.

I m Süden machen im übrigen wolkenbruch- artige Regenfälle größere Kämpfe unmöglich. Die Italiener haben dort im Schebeligebiet wieder ein Dorf besetzt. Die Stammeshäuptlinge sollen sich den Italienern unterworfen und ihre Waffen abgelieferi haben. Die Ebene des Schebeliflusses ist durch die Wolkenbrüche in einen Sumpf verwandelt. Die italienischen Vorposten sind infolgedessen von der Hauptarmee vollkommen ab­geschnitten, da die Proviantwagen in dem zähen Schlamm liidjt vorwürtskommen. Den vorgeschobenen Posten werden Munition undLebensmittelvonden Flug­zeugen mit Fallschirmen a b g e w o r f e n.

In der abessinischen S ü d a r m e e soll der Skorbut ausgebrochen sein. Ter Kaiser hat daraufhin den Versand von Zitronen und frischen Früchten an die Truppen der Ogadensront angeorvnel und auch in Europa frische Nahrungsmittel bestellt.

An d e r N o r d f r o n t ist die Lage unverändert. Die Abessinier schicken immer neue Truppenmassen nach Norden. Auch der abessinische Kriegsminister ist mit einer Armee von 70 000 Mann unterwegs. Der Negus bat seine Abreise an die Front verschoben, und zwar angeb­lich aus die Warnung eines Wahrsagers hin, der aus den Sternen festgestellt haben will, daß der Kaiser nicht vor­dem Jahrestag seiner Krönung am 2. November die Hauptstadt verlassen würde, wenn er ein Unglück vom Lande abwehren wolle.

auch amtlich dementiert werde, daß Laval dem britischen Botschafter irgendwelche festumrissenen Friedensvorschläge mitgeteilt habe, so habe der französische Ministerpräsident doch zweifellos über den Fortschritt der Friedensbemühun­gen berichtet, die eben noch nicht weit genug fortgeschritten seien um eine Verhandlungsgrundlage abzugeben. Die Rolle Englands bei diesen Friedensbesprechungen werde in London als die eines Beobachters angesehen, der _bie Sache des Völkerbundes und Abessiniens vertrete. So­weit England überhaupt von Mussolinis Frie­densbedingungen unterrichtet worden sei, sei dies durch Frankreich geschehen. Die Rolle Lavals bestehe offenbar darin, eine Brücke über die Kluft. zwischen den italienischen Mindesttorderunqen und den höchstzugeständ- nissen zu finden, die der Völkerbund in Uebereinstimmung mit seinen Grundsätzen machen könne.

Eine hohe abessinische Persönlichkeit hat dem Reuterver­treter in'Addis Abeba zu denFriedensfühlern" in Rom erklärt, daß nicht die geringste Aussicht auf Frieden be­stehe, so lange die Italiener auch nur einen Fuß breit Ge­biet der Provinz Tigre besetzt hielten. Wenn der Kaiser einwillige, die Provinz Tigre an die Italiener abzutreten, würde er innerhalb 24 Stunden seinen Thron verlieren, selbst wenn man eine finanzielle Entschädigung oder einen Ausgang nach dem Meere hin als Gegenleistung anbiete.

Ein MW 3Uli Laarkamp)

Kehl, 26. Oktober.

Der Leiter der Werkpolizei der Röchling-Werke in Völk- Israeli (Saar), der Kriegsblinde Rathke, und der An- aestellte des gleichen Werkes, Frischmann, die beide weaen angeblicher Spionage in Frankreich zu zweieinhalb- iäbriger Gefängnisstrafe verurteilt worden waren, sind am Freitag nach einer hast von nicht weniger als einem Jahr vier Monaten im Wege des Austauschverfahrens aus geliefert worden. Die Freigelassenen, die an der Grenze mit herzlichen Worten begrüßt wurden, werden die Nacht noch in Kehl verbringen und dann am Sonnabend die Heimreise nach Völklingen antreten.

*

OTan wird es allgemein begrüßen, daß die beiden Män­ner' die nichts anderes getan haben, als sich in den Dienst der' deutschen Saarsache zu stellen, jetzt wieder ihrer Familie und ihrer Arbeit zurückgegeben worden sind.

Zugend singt über die Menzen.

Zur Weltringsendung des Rundfunks am 27. Oktober.

Die deutsche Jugend tritt in ihrem unermüdlichen Streben, die Verständigung der Völker zu fördern, mit einem neuen großen Werk an die Öffentlichkeit, das ge­eignet ist, ein wirkliches Friedensiverkzeug zu sein: Die Weltringsendung des deutschen Rundfunks am 27. OktoberJugend singt über die Grenzen". Diese Sendung soll erneut beweisen, wie unrecht die auslän­dischen Hetzer haben, die die Hitler-Jugend als eine mili­taristische Einrichtung bezeichnen. Die HJ. wirbt für den Frieden, anders als jene, die nur das WortFrieden" dauernd im Munde führen, innerlich aber ganz anders denken und fühlen. Die deutsche Jugend erhebt keinen Anspruch darauf, ihre nationalsozialistische Weltanschau­ung der Jugend anderer Länder aufzuzwingen, sie setzt sich im Gegenteil dafür ein, daß die Völker untereinander sich gegenseitig achten. Dazu soll die Weltringsendung am 27. Oktober mtthelfen.

Der Gedanke zu dieser Sendung ist in der Hitler-Jugend entstanden. Als zu Beginn des Jahres der Intendant des deutschen Kurzwellensenders, Dr. von Boeckmann, nach Genf zu einer Tagung des Weltrnndfunkvereins fuhr, machte ihm der Leiter des Rundfunkamtes der Reichsjugendführung, Ober­gebietsführer Cerff, den Vorschlag, eine Weltring­sendung zu veranstalten. Dr. von Boeckmann brachte bei der Tagung des Weltrundfunkvereins diesen Vorschlag zur Sprache. Man beschäftigte sich eingehend damit und erkannte die große Bedeutung dieses Vorschlages für die friedliche Arbeit des internationalen Rundfunks. Auch die Techniker reizte die Aufgabe, denn bisher ist nockt niemals eine internationale Sendung. dieser Art zu­stande gekommen. Auf einer späteren Tagung des Welt­rundfunkvereins in Warschau wurden dann die tech­nischen Einzelheiten dieser Sendung festgelegt. Berlin wurde wegen seiner zentralen Lage und seiner guten Kabel- und Kurzwellenverbindungen als Mittelpunkt und Schaltzentrale ausersehen.

Von den Schwierigkeiten, mit denen eine solche um­fassende Sendung verbunden ist, bekommt man einen Be­griff, wenn man hört, daß 3 2 Staaten daran b e - r e i l i g t sind Es kommt nun nicht darauf an, daß nach­einander diese 32 Staaten mit ihren Sendungen nur im deutschen Rundfunk zu Gehör gebracht werden. Damit wäre ja nicht der Gedanke erfüllt, daß alle beteiligten Völker auch als Hörer Anteil an dieser großen fried­lichen Sendling haben sollen. Vielmehr wird die Welt­ringsendung, die eine Dauer von zwei Stunden bat, so eingerichtet, daß sämtliche beteiligten 32 3 ta a= ten gleichzeitig mithören, wenn die Jugend eines dieser Staaten ihre Lieder in den Äther schickt.

In stetem Wechsel ivird die elektrische Welle^ von einem Land zum anderen geben. Für jede Nation stehen drei bis vier Minuten zur Verfügung, und in bunter Reihenfolge geht es von Deutschland über England, Australien, Polen, Frankreich, Nordamerika, Hawai, Spanien, Italien, Holland, Schweiz, Österreich, Belgien. Norwegen, Tschechoslowakei, Argentinien, Brasilien, Jugoslawien, Schweden, Ungarn, Lettland, Afrika, Nie- derländisch-Jndien, Dänemark, Rumänien, Finnland, Litauen, Uruguay, Paraguay, Siam, Japan bis nach Mexiko. Ausschlaggebend für die Reihenfolge der ein­zelnen Nationen waren lediglich technische Gesichts­punkte. Wo wegen der großen Entfernungen und der technischen Vorbedingungen eine Verbindung durch Kabel nicht möglich ist, da springt die Kurzwelle ein. Um aber ganz sicher gehen zu können und Störungen auszuschal­ten, sind für alle Fälle Wachsplattenaufnahmen vorher hergestellt worden, die im Notfall eingesetzt werden.

Der N u n d f u n f a l s Brücke der V e r st ä n -' d i g u n g zwischen den Völkern hat hier eine Feuertaufe zu bestehen. Alle technischen Möglichkeiten der den Erd­ball umspannenden Funkwellen werden hier ausgeschöpft im Dienste eines großen friedlichen Gedankens, und die deutsche Jugend darf stolz darauf sein, daß von ihr der

Erinnerungsplakette zum 9. November.

Der 'Führer stiftete den an dem Neubau der Münchener Lndwiqsbrücke beteiligten Hand- und Kopfarbeitern eine Plakette, die aus den historischen Marsch am 9. November 1923 Bezug nimmt. (Heinrich Hofsmann.)