Mensch ärgere Dich nicht!
So heißt ein lustiges Gesellschaftsspiel, m-nn man denkt, man ist am Ziel, wird mit einem Zug wieder an den An- 5a zurückgeworfen und man soll sich trotz- nicht ärgern, wenn man kann! Aus Kieiem Spiel sollten wir eigentlich eine gehre für uns ziehen und uns öfter im pJCn daran erinnern: Mensch, ärgere Dich nicht, es verlohnt sich gar nicht. Besonders wenn man dazu neigt, gallig zu ein und wenn bei der kleinsten Eelegen- Keit'ein häßliches Gefühl des Aergers durch den Körper geht, sollte man dringend versuchen es sich abzugewöhnen und ein wenig Leichtigkeit aufzubringen. Wenn Sie einen Aeraer am nächsten Tag betrachten, wer- ben Sie kaum verstehen warum Sie sich so aufregten. Schonen Sie doch Ihr eigenes Herz und Ihre Nerven, Ihren inneren Frieden und das Wohlbefinden der Mitmenschen und ärgern Sie sich weniger. Es lohnt sich!
Der erste Streif
In der Zeit, wenn zwei Menschen sich lieben, tut jeder das seine, um es nicht zu einem Streit kommen zu lassen. Vielleicht fühlt er instinktiv, daß ein erster Streit niemals der letzte, sondern der Anfang einer langen Kette ist. Jede Duldsamkeit gegeneinander hört auf, wenn einmal Worte gefallen sind, die entschleierten, daß trotz aller Liebe ein sehr irdisches Gefühl: nämlich die Kritik an der Person des Andern, vorhanden ist. Was man einmal ausgesprochen hat, sagt man immer wieder, und wie kann eine Liebe Glanz und Dust behalten, wenn man sich böse Worte gesagt hat? Sie stehen da und bleiben. Verzeihung erfolgt, und alles scheint wieder wie früher, aber das ist ein Trugschluß. Sicher kann die Liebe noch viele schöne Stunden bringen, aber ihre ganze Süße und Wärme, die lebenserhaltend, beseligend und kräftespendend wirkt, ist unwiderruflich dahin. Was im Anfang möglich ist, sollte doch auch später möglich sein? Warum müssen wir alles aussprechen? Warum grade es der geliebten Person sagen? Wir sagen fremden Menschen doch auch nicht in einer plötzlichen Auf- mllung, was wir von ihnen denken, was wir anders haben möchten! Wir machen ms die Mühe, höflich an bleiben und im äußersten Fall etwas zu erbitten. Wenn die Meinungsverschiedenheiten wirklich sehr groß sind, muß dann gestritten werden? Kann man nicht genau wie im An- iang daran denken, dem andern nicht weh tun zu wollen und einen geeigneten Moment abwarten, mit Verständnis und Güte den Fall klarzulegen? Und wenn es zu reiner Einigung der Anschauungen kommen kann, soll man dem andern nicht das Recht lassen, seine Anschauung für sich zu behalten? Merkt Euch Frauen: „Streit macht nicht gut, Streit zerstört." Darum überlegt es wohl, ehe ihr es dazu kommen laßt.
Kultur der Geselligkeit
Die Kultur der Geselligkeit liegt in den vanden der Frau. So war es in den längst verschwundenen Epochen der Re- nalßance, des Rokoko uns so ist es bis auf die heutige Zeit geblieben. Ihr Werk
v Fäden zwischen den Menschen zu aupsen, das geistige Niveau zu halten und ^steigern und mit feinstem Takt alle Ee- ^ eine Geselligkeit bedrohen kön- :/> lernzuhalten. Voraussetzung dafür sie ein guter Menschenkenner ist, nur diejenigen verbindet, deren Cr- unb Meisterung des Temperamen- Geschmack und Sicherheit das "Kultur" für sich beanspruchen kön- * ' Sie muß den Schwätzer vom Spre- /verscheiden können und ihn aus- v muß gut zuhören können ober Achtelt besitzen, ein Gespräch Drskusiion zum Leben zu erwek- Anj-^, ^en Gästen eine Stunde geistiger tes geben. Sie darf kein gesuch- bb m??^b^âeln, sondern nur Dinge, den "liches Interesse rechtfertigen, in «,? »«-rund Reiten. Sie l°ll nicht 5 Östreich zu erscheinen, es gibt lvollen^^/^âeres, als geistreich sein dnk, /^. Frauen. Nie darf sie vergessen, hastiafoi/^^Frau ist, und bei aller Ernst- Cbarmn ^" Redeführung wird ihr der Uni ^ ihre Fraulichkeit den Reiz geistj Erhaltung erhöhen. - Neben der nicht mird sie auch die leibliche Steubes -en' Sie muß die ästhetische .btt dèn°V"^^ schön gedeckten Tisch ken- oest'ejg/.ouuber des Kerzenschimmers, das Vein i-ebensgefühl, das ein edler tn uns auslöst und die Anregung
der Nerven durch ein gutzusammengestelltes Mahl. Wenn sie Geist und Körper sorgsam pflegt, das ist keine Frage der Mittel, sondern der inneren Kultur, trägt sie dazu bei, den Lebensstandard unseres Volkes zu erhöhen.
Was ist nur mit dem Kinde los?
Viele Mütter sind unglücklich darüber daß Bübchen oder Mädi absolut nicht essen wollen, ständig an Appetitlosigkeit leiden und auch durch Leckerbissen nicht zum Esten zu verleiten sind. Man sucht dann gewöhnlich einen Arzt auf, der irgend ein Kräftigungsmittel verschreibt, um es nichts zu einer Unterernährung kommen zu lassen. Aber dem wirklichen Grund der Appetitlosigkeit kommt man nicht näher. Der Grund ist fast in allen Fällen Ueber- fütterung. Die Mutter meint es so gut mit ihrem Kind und macht es aus Unwissenheit und Mangel an Erfahrung falsch. (Beweis hierfür ist, daß in kinderreichen Familien, wo keins besonders zum Essen genötigt wird, und wo der kindliche Neid auf das, was der Andere hat, seine Rolle spielt, niemals jemand an Appetitlosigkeit leidet.) Die junge Mutter stopft zuerst alles in das Kino hinein, was es nur irgend aufnimmt und bedenkt nicht, daß der kleine Körper gar nicht in der Lage ist, die ihm zugeführten Stoffe zu verarbeiten. Es stellt sich nach kurzer Zeit schlechtes Allgemeinbefinden und Appetitlosigkeit ein. Wird das Kind nun besonders zum Esten genötigt und merkt, das man es in dieser Hinsicht sehr wichtig nimmt, sagt es bestimmt schon aus Trotz oder weil es sich wichtig fühlt, nein, und ißt erst recht nicht. Hier ist nur mit genauer Kenntnis der kindlichen Psyche etwas zu erreichen. Es wird den Müttern zwar etwas roh und gewalttätig erscheinen, aber es gibt wirklich nur ein Mittel: das Kind richtig aushunger zu lasten, es niemals zum Esten aufzufordern und ihm im Ganzen den Brotkorb etwas höher zu hängen. Wenn das Kind nach einigen Tagen richtig Hunger verspürt, kommt es ganz von selbst und fordert sich etwas zum Esten. Man sei dann sehr sparsam mit den zugeteilten Portionen, damit immer ein leichtes Hungergefühl vorhanden ist und stelle den ganzen Vorgang vielleicht so hin, daß man sich allgemein einschränken muß, so daß die täglichen Mahlzeiten zu einer Kostbarkeit werden. Es gibt kein Kind, welches dann nicht seine Appetitlosigkeit verliert. Voraussetzung bei diesem Experiment ist allerdings, daß das Kind nicht wirklich krank ist.
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Schöne Wäsche — die Freude jeder Frau
Wir haben heute nicht mehr dutzendweise Hemden und Beinkleider gebündelt im Schranke liegen, alle gleich im Schnitt, im Languettenstich, in der Stickerei. Um der heutigen Mode gerecht zu werden, braucht man bedeutend weniger. Unser luftgewöhnter Körper lehnt ein Zuviel ab.
Die Mode liebt zur Zeit farbige und geblümte Wäschestoffe Sehr hübsch sind geblümte Unterkleider, mit farbigen Paspeln abgesetzt und farbigen Schulterbändern versehen. Meist find die Unterkleider im Prinzeß-Schnitt. Sie schmiegen sich an den Körper an und machen infolgedessen nicht unnötig dick.
Auch bei den Hemdhosen achtet man darauf, daß sie sich der Figur anpaffen. Hâu-
Herbstmodenschau
Das Hauptinteresse der Mode gilt im Moment den Mänteln. Man bekommt wunderschöne Dinge zu sehen. Schwarz ist die bevorzugte Farbe für die Zwischensaison. Die Mäntel sind mit Breitschwanz, Persianer, Hermelin oder einem Silberfuchs geschmückt und sind ganz schlank gearbeitet, werden weit übereinandergeschlagen und gestatten, daß man sich in sie hineinwickelt. Dazu trägt man je nach dem Charakter des Mantels den sportlicheren Chasseur- oder den anspruchsvollen Marquisenhut. Schleier sind erlaubt und werden sehr viel getragen. Auch Straußenfedern, ohne die fast kein Hut zu sehen ist, sind sehr beliebt. — Das morgendliche Sportkleidchen hat nach wie vor seinen Charakter behalten, den runden Bubikragen aus Rips, die tief eingelegte Rockfalte und den Ledergürtel.
Die Nachmittagskleider sind dreiviertel lang, auch hier besonders viel schwarz, aber oft von einem Farbfleck belebt. Ihre Kostbarkeit besteht hauptsächlich in der komplizierten Arbeit. Man sieht sehr viel Viesen und kunstvolle Ausarbeitungen. Die Hüfte wird ein wenig betont. Die Taille sitzt an ihrer natürlichen Stelle. Das große Nachmittagskleid für Tees oder besondere Veranstaltung ist knöchellang, hat oft halblange weitfallende Aermel, aber eleganter in der Linie ist für diese Art Kleider der schlanke Aermel, der lang herunterfällt. Als Material steht man sehr viel Samt, stumpfe, schwere Seiden und Georgettes. — Kleine Capes sind in die neue Saison mit hinübergenommen, sie sind auch wirklich besonders kleidsam und lasten die Trägerin jugendlich erscheinen. — Die Abendkleider zeigen sehr großen Stil. Sie find lang, werden erst an den Knien weit, machen schlank und groß. Der Rückenausschnitt ist tief. Als Neuheit trägt man dazu Ketten aus dem gleichen Material, das man zu graziösen Blumen verarbeitet hat. — Handschuhe werden zu jedem Kleid getragen, von hauchdünnem Tüll, bis zum Schwedenhandschuh hat man die Wahl.
Wie bekämpft man Husten?
Der Arzt unterscheidet 100 verschiedene Arten Husten. Für den Laien genügt die Unterscheidung von Reizhusten, der keinen Auswurf erzeugt, und feuchtem Husten. Beide sind Folgeerscheinungen von Erkrankungen der Atmungsorgane, aber ihre Behandlung ist wesentlich verschieden. Trockener Husten wird mit heißen Getränken bekämpft, feuchter Husten soll Getränke möglichst vermeiden und soll nicht durch
fig find Unterkleider und Hemdhosen aus dem gleichen Material.
Von Nachthemden kann man eigentlich nicht mehr sprechen. Wir tragen nur noch Nachtkleider. Die Kleidermode hat sich auch hier auf den Geschmack übertragen. Gepunktet und geblümt, mit großen runden
Kragen oder kleinen Spitzenpasten, sind der Phantasie und dem Hang zur Garnie- ruiw keine Schranken gesetzt.
Wäsche selbst zu nähen, macht viel Freude und ist zugleich von nützlichem Wert. Und wenn wir mitten bei der Handarbeit sind, soll es uns nicht darauf ankommen, einige Hohlsäume anzubringen oder ein paar bunte Blumen einzusticken oder aber eine ganze Paste mit dicken hellblauen Punkten zu besäen.
unnötiges Oeffnen des Mundes verschlimmert werden. Man muß also eine Weile den Mund geschlossen halten, nachdem ein Anfall vorüber ist. Um keine Ansammlung von Schleim in den Lungen zu erzeugen, ist es gut, wenn der Patient, falls er im Bett liegt, täglich ein wenig aufgerichtet wird. Ist der Husten mit Fieber verbunden, muß sehr leichte Kost gereicht werden. Der Kranke darf eher Hunger empfinden, als Ekel vor den Speisen. Die Luft im Krankenzimmer muß rein sein, zu diesem Zweck werden die Fenster häufig geöffnet. Dabei wird der Kranke vor Zugluft gehütet und muß sorgfältig zugedeckt werden. Die alten guten Druftwickel tun auch heute noch ihre Dienste. Die moderne Medizin greift sogar recht häufig zu den erprobten Hausmitteln zurück. Erfolgen die Hustenanfälle so stark und zahlreich, daß der Patient sehr geschwächt wird, dürfen hustenstillende Narkotikas verabreicht werden. Hierzu muß aber der Arzt sein Einverständnis erklären, da jeder Mensch anders darauf reagiert.
Rechtskurse des Alltags
Rund um die Butter
Von besonderem Jntereste sind die verschiedenartigen gesetzlichen Bestimmungen, die über den Verkehr mit Butter und deren Ersatzstoffe erlassen sind.
Wenn die Hausfrau ihre Butter kauft, hat sie naturgemäß ein Jntereste daran, volles Gewicht zu erhalten. Es ist Vorschrift, daß Butter in ungesalzenem Zustande nicht mehr als 18 und gesalzene Butter nicht mehr als 16 Eewichtsteile Master enthalten darf, wenn sie gewerbsmäßig verkauft werden soll. Der Händler hat die Verpflichtung, sich durch Schmelzproben davon zu überzeugen, daß der Wastergehalt nicht hoher als zulästig ist.
Streng zu unterscheiden sind auch Koch- und Tafelbutter. Durch Polizeioerordnungen ist bestimmt, daß bei Tafel- oder Kochbutter, die in Umhüllungen, also in fertigen Packungen verkauft werden, diese Umhüllungen auf der äußeren Seite die unverwischbare und gut leserliche Auf. schrift „Kochbutter" oder „Tafelbutter" tragen müssen. Beide, Koch- und Tafel, butter, sind im Verkauf streng voneinander zu scheiden^ denn das Publikum erwartet naturgemäß bei der Tafelbutter eine erstklassige, als Brotaufstrich zu verwendende Ware zu erhalten, während Kochbutter bekanntermaßen eine Butter von geringerer Güte ist. Tafelbutter, die durch langes Lagern gelitten hat, darf als solche nicht mehr verkauft werden, sondern höchstens als Kochbutter.
Jede Hausfrau weiß, daß unter Gras- butter eine andere Qualität wie Stall« butter zu verstehen ist. Es ist deshalb gesetzlich verboten, der Stallbutter durch künstliche Färbung das Aussehen von Erasbutter zu geben und diese etwa als solche zu verkaufen.
Die Wachstuchpflege
In Haushaltungen mit Kindern sowie in der Küche spielt das Wachstuch eine er- hebliche Rolle. Es wird daher sicher die Frauen interessieren, daß sie die Lebensdauer dieser Decken und Tücher wesentlich erhöhen können, wenn sie sie niemals mit scharfen Mitteln, als da sind, Soda, scharfe Seife und alkalihaltige Waschmittel sowie mit Sand reinigen. Ein mildes Eeisen- waster und von Zeit zu Zeit eine Glanzauffrischung mit ein paar Löffeln Milch find die beste Pflege.
Delikate Fischgerichte
Schleien in saurer Sahne
Man legt einige Portionsschleien, nachdem sie gut gereinigt sind, in nicht zu viel kaltes Salzwasser und gibt sie mit Zwiebeln und einem guten Stück Butter aufs Feuer. Wenn die Fische gar sind, nimmt man sie heraus und macht aus der Brühe mit einer Hellen Mehlschwitze eine nicht zu dünne Soße, die man mit Kapern, Zitronensaft und saurer Sahne abschmeckt. Vor dem Anrichten verquirlt man zwei Eigelb daran und gibt die Soße über die Fische.
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Forellen werden gewaschen, ausgenommen, abgetrocknet und gesalzen, in einen Topf gelegt und vollkommen mit Rotwein bedeckt. Nach Geschmack kann man einige Gewürze, wie Lorbeerblatt, Muskatblüte und Rosmarin barangeben. Man läßt die Forellen sehr langsam garziehen, damit sie nicht zerfallen. Sind sie weich, nimmt man die Fische heraus, und bindet die Soße mit einem Stück in Mehl eingerollter frischer Butter, läßt noch eine Weile kochen und gibt sie über die Forellen.
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Gegrillter Räucheraal.
Man schneidet mittelstarken Räucheraal in Portionsstücke und legt sie ungefähr t0 Minuten u' den Grill Sie sind eine Delikateste und eignen sich auch als Zugabe für feine Gemüse wie Spargel, Champignons usw.