„. 235^ l2. Jahrgang
Fuldaer Anzeiger
Dienstag, 8. Oktober 1935
Stadt und Land ^usfidilenfür morgen■
»^tttbericht^b Reichswetterdienstes, Ausgabeort Frankfurt
^ ^"'meiLntlichen noch Fortdauer der freundlichen WU- doch vielfach Frühnebelbildung.
Die Blätter fallen...
Mes Wehren gegen die Tatsache, daß der Herbst Einzug gehalten hat, nützt uns nichts. Die steigen- Morgennebel über nassen Wiesen, die Kühle des Abends und das von den Bäumen wirbelnde Laub erteilen einen stummen und doch beredten Anschauungsunter- riM daß es Herbst geworden ist. Wohl versucht die Maler- Wlette herbstlicher Gärten uns zu täuschen; aber die Gedanken an graue Nebeltage, kahle Bäume und rieselnden «eaen kommen immer wieder. Die Vögel haben Abschied kommen; das Lied der gefiederten Sänger ist verklungen. Still liegen die Felder, über die der krächzende Schrei der Dohlen erklingt.
Die Blätter fallen ... Der Wind zerrt an den Zweigen und wirbelt den sommerlichen Schmuck der Bäume zur Erde. Zuerst waren es nur ein paar Blätter. Aber Tag für Tag verfärbt sich das Laub mehr. Immer mehr ver° Minden die grünen Stellen, und dann leuchtet es nur noch gelb, rot und braun. Und der Wind entkleidet die Baume ihres Blätterkleides. Straßen und Wege verschwinden unter der Blätterdecke, und die Jungen toben durch das raschelnde Laub. Sie sammeln die Kastanien, die frei von ihrem Stachelpanzer blinkend im Grase liegen. ?ie Drachen steigen in die Herbstsonne. Das welke, ster- Mde Laub unter unseren Füßen mahnt uns an Sterben mb Pergehen. Aber dem folgt die Auferstehung. In die Hatten des Vergehens fallen auch wieder die Strahlen des kommenden Lebens.
Der Oberbürgermeister teilt uns mit:
Am Mittwoch nachmittag hält das Fuldaer
Bataillon des Infanterie-Regiments Kassel, das etwa seit einem Jahr in dem Barackenlager am
Wlvschlö'gchen eine Unterkunft gefunden hatte, seinen
Einzug in die fertiggestellte neue Infanterie-
Kaserne in der Petersberger Straße. Das Bataillon
wird um 14.30 Uhr vom Barackenlager abmarschieren und seinen Weg über den Heinrich-von-Bibra-Platz, Schloß- straße, Friedrichstraße, Marktstraße, Schweinemarkt, Petersberger Straße nehmen. Gegen 15 Uhr trifft das
Bataillon in der Kaserne ein. Dort übernimmt der Kommandeur des Bataillons, Oberstleutnant von Bothmar, in feierlicher Form den Neubau. Die Bevölkerung wird gebeten, ihre Teilnahme an dieser Veranstaltung durch Beflaggung der Häuser zu bekunden.
Handwerker!
Haft Du Deine Meldung zum Tag des kurhessischen Handwerks am 20. Oktober in Kassel schon abgegeben?
Warum willst Du fehlen?
Belft uns helfen!
Wenn jeder opfert, ist jedem geholfen!
Aufrufe des Wlnterhilfswerks des deutschen Volkes 1935/36 sowie der Verbände der freien Wohlfahrtspflege „Innere Mission", „Caritas" und „Deutsches Rotes Kreuz" zur Beteiligung an den Lebensmittelsammlungen für das Winterhtlfswerk.
WHW. 1935/36.
Das „Winterhilfswerk" nimmt auch in diesem Jahre den Kampf gegen Hunger und Kälte auf. Als einleitende Maßnahmen werden die Lebensmittelsammlungen für das Winterhilfswerk schon jetzt durchgeführt. Die bisher üblichen Herbstsammlungen der Anstalten und Einrichtungen der konfessionellen Verbände und des Deutschen Roten Kreuzes finden dagegen in diesem Jahre nicht statt. Dafür erfolgt die Versorgung in den Anstalten und Einrichtungen im Rahmen des Winterhilfswerkes des deutschen Volkes.
Gemeinschaftsgefühl und Opferwilligkeit werden auch in diesem Jahre den Erfolg des Winterhilfswerkes sicherstellen.
Hilgenfeldt,
Reichsbeauftragter für das WHW.
„Innere Mission".
Die Deutsche evangelische Kirche ist von den Tagen Luthers her stets Helferin im Kampf der Deutschen Ration gegen Rot und Armut gewesen.
Zu Beginn des „Winterhilfswerks des deutschen Volkes 1935/36“ fordern wir deshalb das ganze evangelische Deutschland aus, sich mit Freudigkeit, Kraft und Opfern für das Gelingen dieses vom Führer eingeleiteten großen Hilsswerkes einzusetzen.
Aus der Verbundenheit der Deutschen evangelischen Kirche mit dem Volk heraus verzichten die Anstalten und Einrichtungen der Inneren Mission in diesem Jahre aus die eigene Durchführung der bisher üblichen Herbstsammlungen. Sie stellen damit ihre tätige Mitarbeit zur Linderung der Not in den Dienst des „Winterhilsswerkes des deutschen Volkes". Die Betreuung in den Anstalten und Einrichtungen übernimmt dafür das WHW. im Rahmen der früheren Herbstsammlungen.
Für das Winterhilfswerk zu opfern ist aber sittliche und nationale Pflicht eines jeden Deutschen. Die evangelischen Christen fühlen sich aus der Solidarität des Glaubens heraus hierzu in erster Linie berufen.
Wir bitten deshalb alle Gemeinden, Mitglieder und Vertreter der Deutschen evangelischen Kirche, dem Winter- Hilfswerk des deutschen Volkes 1935/36 ihr Opfer zu bringen und dabei der Mahnung des Apostels eingedenk zu sein
„Einer trage des andern Last, so werde Ihr das Gesetz Christi erfüllen."
Zentralausschuß für die Innere Mission der Deutschen evangelischen Kirche: Frick, Präsident.
„Caritas".
Wieder rüstet das deutsche Volk, in einem gemeinsamen, großen Werke der Not des kommenden Winters zu begegnen.
Das „Winterhilfswerk des deutschen Volkes" hat von Anbeginn aus fortdauernd steigender innerer Kraft heraus sein Aufgabengebiet mehr und mehr erweitert. Millionen Volksgenossen sind betreut worden. Die wirtschaftliche Notlage großer Volkskreise wurde damit fühlbar erleichtert und das innere Lebensgefühl dieser Mitmenschen gesteigert.
Millionen Volksgenossen erwarten auch in diesem Jahre wieder den Auftakt der segensreichen Tätigkeit des Winterhilfswerkes. Höchste Verpflichtung aller ist es deshalb, sich in die Front derer einzureihen, die es sich freudig zur Aufgabe gemacht haben, das Gelingen dieses einzigartigen Werkes der Menschenliebe zu sichern. Der Deutsche Caritas- verband folgt gerne dem Ruf des Führers zur verantwortlichen Mitarbeit am Winterhilfswerk. Der Deutsche Cari- tasverband wird daher in diesem Jahre die bisher üblichen Herbstsammlungen für seine Anstalten und Einrichtungen nicht selbst durchführen. Dafür erfolgt die Versorgung in den Anstalten und Einrichtungen vereinbarungsgemäß im Rahmen dieses großen Werks.
Es gilt, durch tatkräftige Unterstützung des WHW. zahlreiche Volksgenossen, die unverschuldet Not leiden, vor dem Schlimmsten zu bewahren.
Wir bitten deshalb alle Caritas st eilen und unsere Mitglieder und Freunde in Deutschland, das „Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1935/36“ tatkräftig zu unterstützen, insbesondere bei den Lebensmittelsammlungen zu opfern.
Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes Dr. Kreutz.
„Deutsches Notes Kreuz".
Das „Winterhilfswerk des deutschen Volkes" wird bald wieder seinen Ruf an die ganze Nation richten.
Das Deutsche Rote Kreuz siht es als seine Ehrenpflicht an, wiederum alle Kräfte für das große Gemeinschaftswerk einzusetzen. Seine Anstalten und Einrichtungen werden deshalb in diesem Jahre die bisher üblichen Herbstsammlungen nicht selbst durchführen. Die Naturaliensammlungen werden ausschließlich dem Winterhilfswerk überlassen. Die Einrichtungen des Deutschen Roten Kreuzes in allen Teilen des Reiches werden dafür vom Winterhilfswerk im Rahmen der früheren Herbstsammlungen bedacht.
Eine selbstverständliche Pflicht aller Männer und Frauen im Deutschen Roten Kreuz ist es also, für die Sammlungen des Winterhilfswerkes nach besten Kräften zu opfern und Verständnis dafür zu wecken, welchen großen, gemeinsamen Aufgaben die Spende des einzelnen Volksgenossen von seinem Ertrag aus Garten, Feld und Wald zu dienen hat. Auch die Hilfe bei der Einsammlung und Beförderung der gespendeten Lebensmittel ist ein wichtiger Dienst am gemeinsamen Werk, den auch die Jugend leisten kann.
Darüber hinaus ergeht an unsere Freunde und alle deutschen Volksgenossen der alte Werberuf des Deutschen Roten Kreuzes:
„Helft uns helfen!
Ihr dient damit dem Werk des Führers!"
Der Stelloertr. Präsident des Deutschen Roten Kreuzes:
Dr. H o ch e i s e n, Obergruppenführer.
Gruß des Gauleiters
zur Reichstagung der DAF. in Kassel.
Zu ihrer dritten Reichstagung grüße ich die in Kassel versammelten Presse- und Propagandawalter der Deutschen Arbeitsfront! Die DAF. hat als die Vereinigung aller schaffenden Deutschen die hohe und schöne Aufgabe, in der nationalsozialistischen Weltanschauung begrün- dete Volksgemeinschaft zu verwirklichen und mit wahrhaft »ationalfoziLlistischem Denken das ganze Volk zu durchsingen. Wahrhafte Propaganda aber bedeutet die Ge- ßaltung des sittlichen Lebenswillens des Volkes. Deshalb betrachte ich es als besonders glücklich, daß gerade Kassel,
Hauptstadt des Gaues Kurhessen im Herzen Deutsch- lairds, die Propagandisten der Arbeitsfront in seinen Kauern beherbergen darf, und wünsche der Tagung einen vollen Erfolg für die Sache unseres Führers.
Heil Hitler!
gez. Weinrich, Gauleiter und Preußischer Staatsrat.
15178 Erbhöfe in Kurhessen.
In der „Deutschen Justiz" vom 13. September d. J. gibt Ministerialrat im Reichsjustizministerium Dr. Hopp eine Uebersicht über den Stand der Arbeiten an der Erbhoze- rolle. Danach ist im ersten Halbjahr 1935 in sämtlichen Bezirken ein erheblicher Fortschritt zu verzeichnen. Im Oberlandesgerichtsbezirk Kassel ist als dem ersten und einzigen der Oberlandesgerichtsbezirke des Deutschen Reiches die Auswertung der Gemeindeverzeichnisse schon vollständig abgeschlossen, indem bei sämtlichen der in die Gemeindeverzeichnisse eingestellten 20 370 Höfen von den Vorsitzenden der 60 Anerbengerichte die Entscheidung über die Erbhof- eigenfchaften getroffen worden ist, und zwar dahin, daß 15 794 Höfe als eintragungsfähig befunden wurden.
Wegen mangelnder Bauernfähigkeit, insbesondere mangels Ehrbarkeit, Wirtschaftsfähigkeit, Reichsangehörrgkett und Deutschblütigkeit des Hofeigentümrs, ist bei zwölf Höfen die Aufnahme in das gerchtliche Verzeichnis abgelehnt worden; diese Höfe werden mit dem Ueber gang in das Eigentum einer bauernfähigen Person Erbhöfe. 4317 Höfe sind als zur Zeit nicht eintragungsfähig befunden
worden, z. B. wegen Miteigentums mehrerer Personen; auch diese Höfe, die in einer besonderen Liste geführt und unter ständiger Beobachtung gehalten werden, werden Erbhöfe, sobald der Hinderungsgrund weggefallen ist. In 1955 Fällen ist gegen die Aufnahme bezw. Richtaufnahme in das gerichtliche Verzeichnis Einspruch eingelegt worden; in 1065 Fällen wurde dem Einspruch stattgegeben und in 649 wurde er zurückgewiesen; nur in 22 Fällen ist über den Einspruch noch zu entscheiden. In die Erbhöferolle eingetragen und damit endgültig als Erbhof anerkannt waren am 1. Juli 1935 im Oberlandesgerichtsbezirk Kassel 15178 Erbhöfe, das sind 96 Prozent der in das gerichtliche Verzeichnis aufgenommenen Höfe.
Im Deutschen Reiche sind insgesamt 954 451 Höfe in das Gemeindeverzeichnis und davon bis zum 1. Juli 1935 703 769 in das gerichtliche Verzeichnis aufgenommen worden; nur bei 15 519 war bis dahin über diese Aufnahme noch nicht entschieden. Wegen mangelnder Bauernfähigkeit wurde die Aufnahme abgelehnt in 2594 Fällen, während 235 657 Höfe als zur Zeit nicht eintragungsfähig befunden
Generalversammlung vom
Haus- und Grundbesitzer-Verein.
Begrüßung der zahlreich Erschienenen berichtete ^„NchBtsfiihrer über die Hauptreferate der Zentralner- in Königsberg vom 2.-4. August 1935. W T wurde durch die Referenten mit Nachdruck zum gebracht, daß der Hausbesitzer als Wirtschafts- Bedeutung einer pfleglichen Handlung leinöl “^ der anderen Seite müßte sich der Hausbesitzer bem>u,?^chlen Aufgaben im nationalsozialistischen Staat sein LDas Ziel kann heute wie zu jeder Zeit nur lebe Bautätigkeit so in Funktion zu setzen, daß in B 1 Aeichshilfe finanzierte Bautätigkeit allmählich wegzall kommen sann.
WoU> &wM^ <$MA*?
Dienstag, 8. Oktober: EuropÄfÄ^.' Alles wegen dem Hund. Achtspiele: Schatten der Unterwelt. Theater: Polizeiauto 99.
Union^T. Mittwoch, 9. Oktober: Eurova^Ä^.' Alles wegen dein Hund. Neiles Achsipwle: Schatten der Unterwelt. dtadtinAeater: Polizeiauto 99.
• 8.1a Uhr „Lotse an Bord '.
Anschließend behandelte der Geschäftsführer die Haupt- bestimmungen der Hauszinssteuerverordnungen, soweit sie die Ermäßigung der Hauszinssteuer mit Wirkung vom 1 April 1935 entweder durch tatsächlichen Nachlaß oder auf dem Umwege über die Zurverfügungstellung von Ge- meindeumschuldungsanleihe betreffen. Er machte darauf aufmerksam, daß alle Hausbesitzer mit Hauszinsstener unter 200 Mark pro Jahr, d. h. unter 16,67 Mark monatlich die Hauszinssteuer mit Wirkung vom 1. April 1935 effektiv hm 25 Prozent ermäßigt bekommen haben.
Im weiteren Verlauf wurde noch auf die Schulung der Lufkschutzhauswarte hingewiesen: für diese Schulung wird vom Reichsluftschutzbund Ortsgruppe Fulda von den Hausbesitzern ein Betrag von 2 Mark bzw. 3,50 Mark pro Jahr aboerlangt. Es wird den Hausbesitzern dringend empfohlen, dem Reichsluftschutzbund sich als Mitglied anzuschließen, im übrigen sollen die Hausbesitzer, welche nicht dazu in der Lage sind, diesen Betrag zu bezahlen, sich an ihre Mieter wenden, damit dieselben ihnen die Hälfte des Beitrages zurllckvergüten.
Weiter wurde noch auf die Zinsermäßigung aufmerksam gemacht, welche am 1. Oktober akut wird. Diejenigen Bankinstitute, welche unter die Zinssenkung fallen, ermäßigen mit Wirkung vom 1. Oktober ab die Zinsen auf 4,5 Prozent pro Jahr.
Mitteilungen der NS.-Dienststellen.
NS.-Frauenschaft, Stadtkreis Fulda.
Es finden von jetzt ab regelmäßig Singabende statt. Diese Singabende sind für die gesamte Frauenschaft (nicht Chor). Ich erwarte, daß, an diesen Abenden jede Ortsgruppe vollzählig da ist. Die ersten Abende sind wie folgt festgesetzt: Heute, 8 Oktober, Ortsgruppe West 8 Uhr Bürgerverein. 9. Oktober Ortsgruppe Ost 8 Uhr Biirgerver- èin. 18. Oktober Ortsgruppe Süd 8 Uhr Bürgeroeein. 21. Oktober Ortsgruppe Nord 8 Uhr BUrgeroerein. Weitere Anweisungen ergehen durch den Leiter der gesamten Singkreise. Deutsche Frau, lerne wieder singen!
Die Kreisfrauenschaftsleiterin.
*
NS.-Lehrerbund.
Alle Lehrer, die in der Angelegenheit „Schicksalsbuch des deutschen Volkes" mit dem Buchverlag Heimig im Rechtsstreit stehen, bittet der Leiter des Kreisrechtsamtes am Mittwoch, 9. Oktober, 3 Uhr nachmittags, zu einer Besprechung in das Evangelische Gemeindehaus Fulda. Wer nicht selbst erscheinen kann, möge einen Kollegen bevollmächtigen.
Der Kreisamtsleiter.
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Achtung VDM.k Mädelgruppe 4/167.
Heute, Dienstag, den 8. Oktober 1935, haben wir um 20 Uhr Gruppenabend im HJ.-Heim, Frankfurter Straße.
Die Führerin der Gruppe 4/167.