Nr. 234
12. Jahrgang
Fuldaer Anzeiger
Montag, 7. Oktober 1935
^adt und Land
^tterausßch^n für morgen:
^^^^ Ausgabeort Frankfurt
am «°âch Frühnebel, sonst im wesentlichen freundliches und trockenes Wetter.
„Lotse an Bord".
ssine äußerst humorvolle und bühnenwirksame Auffüh- bietet das Frankfurter Künstlertheater für Rhein Main mit der Aufführung des Lustspiels „Lotse an fnon Ferdinand Oesau) am Mittwoch, den 9. Ser 1935, Beginn: 20.15 Uhr, im Stadtsaal.
* Ferdinand Oesau hat mit seiner reizenden Fischer- , Lotse an Bord" ein wundervoll natürliches und , stiiml'ichès Werk geschrieben, das herzlich und mit allem Willen um eine sichere Bühnenwirkung ein Stück nieder- ^utchen Fischerlebens zeigt mit all seiner Fröhlichkeit “ h AomÄ, aber auch mit einem leisen Anklang an den ffnist des Lebens. Inmitten dieser Handlung steht die prächtige Figur der Trina Fattholt, jenes „Lotsen an Lord" die weise und gütig, schlau und mit freundlichem iininor das Steuer im Haushalt des jung verheirateten bèin Butendoerp herumreißt, um ihre Kinder, um Glück Liebe des jungen Paares vor Unheil zu bewahren. Neben dieser köstlich gezeichneten Figur der „bösen Schwie- âermutter", die aber das Herz auf dem rechten Fleck hat iiiib zu helfen versteht, wenn es nottut, stehen noch einige hervorragend gelungene Typen, nicht zuletzt die des Best- Wnnes Peter Fley und seiner Rieke Stulp.
Tas Lustspiel, das eines großen. Erfolges gewiß ist, iflüht voll Laune und Leben — hier wußte ein wirklicher Wodiendichter niederdeutsche Menschen in Art und Un- B wahr und echt zu zeichnen. „Lotse an Bord" gelangt unter der Spielleitung von Fritz Richard W e r k h ä u s e r in einem freundlichen Bühnenbild Paul Schönkes zur Darstellung.
Deutsche Arbeitsfront!
Tag des Kurhefs. Handwerks am 20. Oktober in Kassel.
Die Mitglieder der RBE. 18 (Handwerk) Meister, Geselle und Lehrling beteiligen sich geschlossen an dem Aufmarsch in Kassel. Wir wollen beweisen durch Treue, Opfer- bereitschaft und Disziplin, daß wir marschieren, wenn der Ruf an uns ergeht. Der Fahrpreis beträgt 3,70 Rm. ab Fulda und zurück, von den Zubringerstrecken wird 60 % Fahrpreisermäßigung gegen Vorzeigen der Sonderzugkarte gewährt.
Meldungen bis spätestens 7. Oktober nur an den Ortsgruppenamtsleiter der zuständigen Ortsgruppe der W.-Hago bezw feinen Beauftragten. Fahrplan wird noch bekannt gegeben, darum bitten wir auch oie weiteren Bekanntmachungen in den Zeitungen an dieser Stelle zu beachten. Zugverbindung nach Rückkehr wird ermöglicht.
Die Deutsche Arbeitsfront RBG. 18 Handwerk.
Die Kreisamtsleitung NS.-Hago.
Rechtsberatung der DAF.
Die Gaurechtsberatungsstelle der Deutschen Arbeits- Ilont Kurhessen hat im Gau weitere Sprechstunden eingerichtet. Neben den bereits bestehenden fliegenden Sprech- Ilimden werden ab Mitte Oktober weitere Ortschaften wie lolgt betreut:
Fm Bereich der Rechtsberatungsstelle Fulda: Hosenfeld Kl. Fulda), Tann (Kr. Fulda), Flieden (Kr. Fulda), Mogenlüder (Kr. Fulda), Poppenhausen (Kr. Fulda), E'ttthld (Kr. Hünfeld).
Nähere Auskunft über Ort und Zeit erteilen die Kreis- Mltungen der DAF- bzw. die örtlich zuständigen Rechtsberatungsstellen. Sp.
â^z^ ^ Stäfa*.
Neues Theater:
„Polizei a u t o 99".
in w $amPf zwischen Polizei und Verbrechertum wird >j,7-menka mit den modernsten Mitteln geführt. Der âeigt eine tolle Verbrecherjagd, wie sie in Amerika ™UI 'n der Filmromantik lebt. Die Organi- Verlegung sdienstes Wird in einem Ausschnitt $ gezeigt, im übrigen bietet der Film nichts rmenenswertes. -u-
Werbt Freunde fürs Theater.
neuen ^- W die NS.-Kulturgemeinde am Beginn einer Muck °»?'.^it, der dritten nach der nationalsozialistischen das f^^iuug. Und wie in den Vorjahren, so soll auch arbeit Spieljahr wieder der kulturellen Ausbauja d^,«?'dmet, sein. Gerade in der Kunst offenbart sich Zeit is v rietst sinnfällig und unverkennbar für alle Nittl^i,, besonders die Kunst der Bühne ist berufen, Leben« 7 t • Trägerin des geistigen und kulturellen im Erm»s Deshalb darf der Theaterbesuch für alle zumal den Stehenden keine Geldfrage mehr sein, Seme m Fulda durch niedrigste Eintrittspreise dafür Theaterlwk^" lft daß sich niemand mehr den Genuß des ^iibnenmS^ zu versagen braucht. Das Erlebnis des N ein ”65 lE und muß allen Volksgenossen zugäng-
^IMJW»?
Unionen , Montag, den 7. Oktober: Eurgp^benter: ^e Werft zum grauen Hecht. Ne$ sVeft^ Wenn die Musik nicht wär. er-. Polizeiauto 99.
Union,Dienstag, 8. Oktober: wegen dem Hund.
!cues Ih^t^^ Schatten der Unterwelt. c- Polizeiauto 99.
Erntedank im Fuldaland.
Feierstunde in Fulda.
Früh schon neigt sich am Sonnabend, am Vorabend des Erntedanktages, die Dunkelheit über die Stadt. Im Laufe des Nachmittags hat sich das innere Stadtbild zum Erntedankfest feierlich gewandelt. Grüne Häuserfassaden, wehende Fahnen und festlich geschmückte Schaufenster lassen erkennen, daß auch die Fuldaer Bevölkerung bereit ist, ihrer Verbundenheit mit der Landbevölkerung Ausdruck zu geben.
Gegen 8 Uhr hat sich der Domplatz mit den aufmarschierten Gliederungen der Partei und vielen Volksgenossen gefüllt. Hell angestrahlt, steht vor dem aufgebauten Podium der Erntebaum. Die Sprechchöre leuchten im Licht der Scheinwerfer braun und weiß, und weit strahlt über dem ganzen ein leuchtendes Hakenkreuz in die Nacht.
Nach dem Einmarsch der Fahnen leitet die Kapelle des Artillerie-Regiments Fulda die Weihestunde ein. „Wir sind die Männer vom Bauernstand", so klingt es anschließend aus 300 jungen Kehlen über den Platz. Dann steht unser Landrat, Gauleiter-Stellvertreter Dr. Burkhardt vor demm Mikrophon und spricht zu den versammelten Volksgenossen:
Deutsche Männer und deutsche Frauen!
Wenn in früheren Jahren wirklich einmal etwas wie ein Fest des ganzen deutschen Volkes gefeiert werden sollte, dann ging man fast immer über das, was man Volk nannte, mit mitleidigem Lächeln zur Tagesordnung über. Heute hat sich das von Grund auf geändert. Sie alle, die Sie hier auf dem Domplatz angetreten sind, kann ich begrüßen als einen Ausschnitt der im Dritten Reich geborenen Volksgemeinschaft.
Früher hörten wir immer wieder den Städter sagen, was geht mich der Bauer an, die Hauptsache für mich ist, daß Butter, Eier, Fleisch und Kartoffeln nicht teurer werden. Und der Bauer wiederum machte sich keine Gedanken über den Städter. Heute ist das Dank der national
Und am Sonntag:
Bei den ^ßönbauern zu Gast.
In der ehemals zum Notstandsgebiet erklärten Rhön hat sich im Laufe der letzten Jahre vieles zum Guten gewendet. Unter den Bauern, bei denen vor gar nicht allzulanger Zeit der Gerichtvollzieher noch ständiger Gast war, denen das kaum gesäte Korn schon vom Halm weg gepfändet wurde, hat wieder ein gesunder Optimismus und eine bessere Stimmung Einzug gehalten. Sie haben heute wieder das Gefühl, freie Bauern'auf freier Scholle zu sein, und mit diesem Gefühl wieder die Lust und die Liebe zu ihrer schweren Arbeit gefunden.
Es war daher kein Wunder, wenn an dem diesjährigen Erntedanktag ihre Augen heller leuchteten als in den vergangenen Jahren, wenn sie bereit waren, in diesem Jahre das Erntedankfest wirklich als ein Freudenfest zu begehen.
Dies jedenfalls war der äußere Eindruck, der sich dem Städter am Sonntag auf dem Land und besonders in der Rhön bot. Und es mögen nicht wenig gewesen sein, die am Erntedanktag aus der Stadt hinaus zu den Brüdern und Schwestern auf das Land gewandert waren. Aus Fulda allein starteten am Sonntagmittag 70 Kraftwagen, die in ihrem festlichen Schmuck dem Rhönbauer die Verbundenheit der Stadt mit dem Land beweisen wollten.
Unter der Führung von Landrat Dr. Burkhardt wurde zunächst Neuhof aufgesucht, wo sich auf dem Festplatz der größte Teil der Einwohner zur Kundgebung versammelt hatte. Nach einem kurzen Besuch in Flieden ging die Fahrt weiter in die hohe Rhön nach Gersfeld.
Aus der Festwiese tauchten die Fuldaer Gäste schnell unter und sehr bald waren Bauer und Städter nicht mehr zu unterscheiden. Bunt geschmückte Erntedankwagen und Bauern und Bäuerinnen in ihren schönen Trachten waren aus der näheren Umgebung nach Gersfeld gekommen, um hier das Freudenfest mitzuerleben. Wohin man hörte, wohin man sah, überall lachende Augen, überall festfrohe Menschen: Der Bauer in der Rhön hat wieder Mut und mit diesem Mut in die Zukunft zu einer bescheidenen Fröhlichkeit zurückgefunden.
Nach einem längeren Aufenthalt ging's dann weiter an der Wasserkuppe vorbei, vorüber an den freundlich winkenden Bewohnern von Wüstensachsen nach Hilders, Wendershausen und Tann. Ueberall liegen an den Straßen die Materialien für den neuen Straßenbau zur kommenden Olympiade, teilweise haben die ehemals
Fuldaer Volksgenossen, seid ', eingedenk der großen Ueberlieferung der alten Kulturstadt Fulda. Unterstützt die allen Volksgenossen dienende Kulturarbeit der NS.- Kulturgemeinde, denn das Werk, das wir begonnen haben, kann nur vollendet werden durch die tätige Mithilfe und Mitarbeit aller.
Darum ergeht an die Fuldaer Bevölkerung der Ruf nnd die Bitte: W e r b t F r e u n d e des Theaters! Werdet Dauerbesucher durch das Eingehen eines Abonnements bei der Theaterabteilung der NS.-Kulturge- meinde Ick Ermangelung eines eigenen Theaters werden genau wie in den früheren Jahren wieder Gastspiele guter auswärtiger Theater in diesem Winter hier stattsinden. Auf jeden einzelnen kommt es an, und keiner schließe sich aus. Jedermann reihe sich ein in die große Gemeinschaft. Bekenntnis zum Theater ist Bekenntnis zur deutschen Kultur und zum deutschen Volk.
Am Mittwoch, 9. Oktober, beginnt die diesjährige Spielzeit mit der Aufführung der Fischerkomödie „Lotse an Bor d". Diese Aufführung ist als W e r b e v e r a n - staltung gedacht. Deshalb werden in diesem Fall für alle ausnahmsweise nur die Abonnementspreise erhoben. Ueberzeuge sich jeder von dem hohen künstlerischen Stand unseres alten Rhein-Mainischen Künstler-Theaters Frankfurt a. M.
Abonnementsanmeldungen werden im Vorverkauf am Dienstag, 8. und Mittwoch, 9. Oktober, in der Zeit von 8 30—12 und von 13—17 Uhr an der Theaterkasse im Stadtsaal entgegengenommen.
sozialistischen Aufklärungsarbeit anders geworden. Und besonders in diesem Jahre haben wir alle viel Grund, dem Bauer dankbar zu sein und ihm Anerkennung zu zollen. Für jeden Zentner Butter, für jedes Ei und für jeden Zentner Korn, der dem Boden abgerungen werden konnte, sind ausländische Zahlungsmittel, sind Devisen gespart worden, die wiederum zum Segen des deutschen Arbeiters und Unternehmers zum Einkauf von Rohstoffen verwendet werden konnten. Wenn der Führer heute dem Deutschen Reich seine Wehrhoheit wiedergeben konnte, so nur deshalb, weil das Bauerntum wieder gesundet ist. Ein Volk aber, das in sich einig ist und das erkannt hat, daß ein Volksgenosse mit dem anderen auf Gedeih und Verderben verbunden ist, ein solches Volk ist berufen, sich auch die Sterne vom Himmel zu holen.
Ein solches Volk wollen wir werden, und, daß wir aus dem Wege dazu sind, dafür soll das Erntedankfest des gesamten deutschen Volkes Zeuge sein.
Von der täglichen Arbeit für das Brot, von der Arbeit und der täglichen Ernte, spricht der Sprechchor der Jugend im Verein mit einer Abteilung des Artillerie-Regiments dann eine beredte Sprache. Klar und eindringlich schallt der Ruf der Jugend über den Platz weit in die Stadt hinein. Und in die Herzen aller Volksgenossen dringen die Worte von der Schicksals- und Arbeitsgemeinschaft des deutschen Volkes, die auch dieser Feier des Dankes ihren unverkennbaren Stempel aufdrückt.
Ein unvergeßlich schöner Augenblick, als unter den Klängen des Horst-Wessel-Liedes im Schein der vielen Scheinwerfer und im Lichtstrahl des großen Hakenkreuzes das Banner des Dritten Reiches am Mast hochgeht. Tausendfach strecken rief} die Hände zum stillen Gruß und bekunden die Liebe zum Führer und Vaterland ebenso wie die Verbundenheit mit dem deutschen Bauer, der uns Städtern das tägliche Brot in harter Arbeit seinem Boden abringt.
Mit einem Sieg Heil auf Führer und Volk und den Liedern des neuen Deutschlands findet die Feierstunde als Auftakt zum Erntedanktag ihren Abschluß.
sprichwörtlich schlechten Straßen schon eine neue Decke erhalten. Der Bau jedenfalls ist an allen Stellen hundertprozentig in Angriff genommen, und viele Volksgenossen sind auch auf diesem Wege wieder in Arbeit und Brot gebracht.
Ueber die lange Wagenkolonne hat sich inzwischen die Nacht gesenkt, das herbstlich schön gefärbte Bild zu beiden Seiten der Straße hellt wieder aus im Licht der unendlich vielen Scheinwerfer. Gegen die Windschutzscheiben peitscht ein trüber, dauerhafter Herbstregen, der in der Rhön so-
Gebt uns, damit wir helfen können!
Erste Pfundsammlung für das WHW. 1935z36.
Am Mittwoch, den 9. und Donnerstag, den 10. Oktober d. J. wird in dem Stadt- und Landkreis Fulda die erste Pfundsammlung zugunsten des WHW. 1935/36 durchgeführt. In der Stadt F, uda wird die Sammlung durch Die NS.-Frauenschaft, i m Landkreis durch die WHW.-Dienststellen in Verbindung mit den NS.- Frauenschaften vor^enommen. Alle Geber wollen die gespendeten Sachen in die von jedem Sammler mitgeführter Liste eintragen.
Wir sammeln alles, was uns an Lebensmitteln in Pfundtüten und Päckchen gegeben wird. Also: Mehl, Gries, Reis, Nudeln, Gerste, Graupen, Zucker,Kaffee,Wurst,Speck,Fett usw. Wer aber mehr als ein Pfund schenken kann, dem sind wir besonders dankbar. Bei der großen Zahl der Hilfsbedürftigen werden auch große Mengen benötigt.
Spendet! Weifet niemanden ab! Denn es geht um Großes, für Volk und Vaterland und
„das Vaterland darf jedes Opfer fordern!"
bald nicht wieder aufzuhören pflegt. Die Fahrt wird in den frühen Abendstunden in Wendershausen abgebrochen, wo mit Sing und Sang, mit fröhlichen Liedern und Tanz nach zünftiger Dorfmusik in den Dorfgastwirtschaftcn noch lange gefeiert wurde.
Mancher Bauer mag manchen Städter an diesân Tage des Erntedanks besser kennengelernt und verstanden haben, das Band zwischen der Stadt und dem Land ist fester geschlungen worden, die Volksgemeinschaft hat auch dem Erntedankfest 1935 in der Rhön ihren unverkennbaren Stempel aufgedrückt. Wir alle — Bauern und Städter — werden auf diesem Weg der Zusammengehörigkeit weiter marschieren, weil wir längst schon wissen, daß wir auf Gedeih und Berderben zusammen gehören zum Wohle des gesamten, geliebten Vaterlandes.
Einbruchsdiebstahl. .
Wie schon vor etwa vierzehn Tagen berichtet, wurde aus einer hiesigen Färberei ein Treibriemen gestohlen. Der Eigentümer hatte sich, um seinen Betrieb aufrecht erhalten zu können, einen neuen Treibriemen beschafft, dieses Mal kennzeichnete er den neubeschafften Treibriemen, indem er vor der Aufmontierung ein bestimmtes Merkmal auf demselben anbrachte. Nachdem die Maschinenanlage wieder einige Tage im Betrieb war, mußte der Eigentümer wiederum feststellen, daß der Treibriemen gestohlen war.
Bei den sofort eingeleiteten kriminalpolizeilichen Ermittlungen wurde festgestellt, daß im letzteren Falle der Täter ein Stück Mauer in unmittelbarer Nähe der Antriebsmaschrn e gewaltsam herausgebrochen und iben Treibriemen durch die