Lage verm deutschen Publikum V o r a u s s c tz e n. Denn wenn jede Maßnahme der Regierung einfach durch Unverstand einiger Unbelehrbarer gefährdet werden könne, wohin würde das am Ende noch führen?
„Und dabei ist das deutsche Volk nicht einmal am schlechte sten daran. Andere Völker nehmen heute für nationale Ziele sogar Kriege von ganz bestimmtem Ausgange auf sich. Wollen wir unsere tägliche Lebenshaltung durch diese Völker beschämen lassen? Ich meine, der Nationalsozialismus ist nicht gekommen, um sich an anderen Völkern ein Beispiel zu nehmen, sondern um der Welt ein Beispiel zu geben!" (Ungeheurer Jubel- sturm.) Lebensmitteleinfuhr schaffe keine Arbeit, sondern k o st e G e l d. Als der Nationalsozialismus an die Macht gekommen sei, habe Deutschland für 2'/- Milliarden Marl Lebensrnittel einführen müssen. Diese Summe sei mittlerweile durch die agrarpolitischen Maßnahmen der Regie- rung bis auf eine Milliarde heruntergeschraubt und der ersparte Betrag für Zwecke der Arbeitsbeschaffung frei- gemacht worden. Sei das nicht auch eine Leistung?
Der Minister kam dann noch auf die Judenfrage zu sprechen. Wenn diese Frage in Nürnberg einer Lösung zugeführt worden sei, so müsse der Staat verlangen, daß nicht jeder nach Belieben diese Frage seiner eigenen Meinung entsprechend zu l ö s e n v e r s u ch e.
Mit einem Sieg Heil auf den Führer, die Bewegung, die Armee und das deutsche Volk schloß der Minister seine Rede, die immer und immer wieder vom Beifall der Massen unterbrochen wurde und in stürmischem Jubel . ansklang.
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Disziplin!
Disziplin ist das mindeste, was die Regierung von uns heute verlangen kann. Das Volk soll sich immer darüber im klaren sein, daß wir dank dem verlorenen Krieg und der Mißwirtschaft der marxistischen Zeit arm sind. Aber es soll sich stets vor Augen halten, daß der nationalsozialistische Staat immer noch für das Volk gesorgt hat. Wenn einmal nicht alles gleich so da ist, wie es sich der einzelne wünscht und wie er es gewöhnt ist, dann mag er daran denken, daß bis zur Machtübernahme durch Adolf Hitler fast sieben Millionen Menschen arbeitslos waren. Die haben größere Not g-ehabt! Die wissen, was es heißt, wenn nicht nur Butter, sondern vor allem das Brot fehlt. Der Staat Adolf Hitlers hat in einer gewaltigen Arbeitsschlacht die Zahl der Arbeitslosen bis aus 1% Millionen herabgedrückt. Ist das etwa keine Großtat? Sollten sich nicht die Volksgenossen schämen, die heute wegen einer vorübergehenden Lebensmittelknappheit gleich den Hals aufreißen und schimpfen und murren? Sich sattessen, wenn der liebe Gott einem den Überfluß in den Hals wachsen läßt, ist keine Kunst. Aber einmal den Riemen enger schnüren, wenn es nicht so reichlich da ist, das erst ist ein Beweis von Disziplin und S e l b st - beherrschung und Gemeinschaftsgei st.
Es ist leicht, das Wort vom Gemeinnutz stets auf den Lippen zu führen, der vor Eigennutz geht. Aber erst d i e Tat beweist, ob dieses Lippenbekenntnis auch ein Herzensbekenntnis ist. Und der Gemeinnutz fordert von uns allen, daß wir mit Würde und Anstand einmal eine vorübergehende Knappheit mit in den Kauf nehmen, weil wir es uns nicht leisten können, unsere kostbaren Devisen, die wir für Rohstoffe dringend brauchen, für die Lebensmitteleinfuhr Hinauszuwersen. Das wäre Verrat an den Arbeitslosen und denen, die eben erst wieder Arbeit und Brot bekommen haben. Gewiß, wir könnten ihnen mit Schweinen und Butter aus dem Ausland den Magen füllen, aber sie würden dafür wieder ihre Arbeitsstellen verlieren, weil wir dann die für die Rohstoffeinfuhr zurückgelegten Devisen zur Lebensmitteleinfuhr verschwenden.
Mag die Moralpauke, die Dr. Goebbels in Halle gehalten hat, denen in den Ohren klingen, die murren und schimpfen. Erst der ist ein guter Deutscher und ein Nationalsozialist, der auch einmal sich einzuschränken versteht, wenn es die Zeit und die Verhältnisse erfordern! Das sei besonders den Hausfrauen gesagt, die schon wieder anfangen zu hamstern.
Errichtung der ersten deutschen Alilitär- musikschule.
Seit der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht ist der Bedarf an militärmusikalischem Nachwuchs stark gestiegen. Da die bisherigen Ausbildungstätten wie Lehrlingskapellen usw. für die gesteigerten Ansprüche nicht ausreichen, und da ferner ein kulturelles Interesse dafür besteht, die künstlerischen Leistungen der von jeher bedeutungsvollen deutschen Militärmusik ständig zu verbessern, begründet die Reichsmusikkammer im Einvernehmen mit dem Reichskriegsminister die erste öffentliche Militärmusikschule in Bückeburg.
Die Mittel werden mit Unterstützung der Schaum- burg-Lippischen Landesregierung durch eine gemeinnützige Stiftung von Kreis und Stadt Bückeburg aufgebracht, die Anstalt wird in Form eines Internats unter Leitung des Städtischen Musikschuldirektors Kapellmeister Paul Gerhard Scholz in der ehemals fürstlichen Musikschule errichtet.
Keine Fackeln bei nächtlicher Spalierbildung.
Der Adjutant des Führers teilt mit: Es wird darauf ytngewiesen und befohlen, daß bei nächtlichen Spalierbildungen die Aufstellung mit Fackeln wegen der damit verbundenen Feuersgefahr streng verboten ist.
Die Beflaggung der Kirchengebünde.
Der R e ichs m i n i st e r d e s I n n e r n hat im Einvernehmen mtt dem Reichsminister für die kirchlichen An- gelegenherten auf Grund des Artikels 4 des Reichsslaaaen- gesetzes vom 15. September 1935 folgendes bestimmt:
Wenn gemäß meinem Erlaß über Anordnungen zur Beflaggung der Drenstgebäude vom 8. Juni 1935 (Reichs- mmisterialblatt S. 545) die öffentlichen Gebäude all- gemem zu beflaggen sind, so sind auch die Kirchen- g e b a u d e und kirchlichen Dienstgebäude allein mit ^"teichs» und Nationalflagge zu beflaggen. Wollen die Kirchen aus a n d e r e m Anlaß flüggem so können sie die Kirchensahnen zeigen.
Italienischer Vormarsch aus drei Fronten.
Schwere und blutige Kämpfe um Adua.
Die Kricgseteigmsse in Ostasrika nehmen ihren Forr gang. Die Meldungen über den Vormarsch der Italiener und die ersten Kampfhandlungen sind sehr widersprechend. Jedoch stellt sich nach den Berichten aus englischer Quelle die Lage etwa folgendermaßen dar:
Die italienischen Streitkräfte stoßen an zwei Fronten vor. I m N erben in Richtung Adua und i m O st e n in der Provinz Danakil. An beiden Fronten sind heftige und verlustreiche Kämpfe entstanden. Die Italiener sind mehrfach auf st a r k e n abessinischen W i d e r st a n d gestoßen, der ihren B o r m a r s ch verlangsamt. Hinzu kommen große G e l ä n d e s ch w ^e- r i g k e i t e n und Überfälle aus dem Hinterhalt, die den Italienern schwere Verluste gebracht haben.
An der Ostfront richtet sich der italienische Vorstoß aus die Eisenbahnlinie Addis A b e b a—D s ch i b u t i. Der Besitz dieser Linie ist das strategische Hauptziel der italienischen Offensive in der Provinz Danakil.
Im Landstrich A g a m e, an der Nordfront, waren am Freitag schwere Kämpfe im Gange, über die Einzelheiten fehlen, da die Nachrichtenübermittlung langsam und schlecht ist. Die Italiener versuchen, wie es heißt, mit Tanks und Infanterie zwischen Adua und A k s u m durchzustotzen.
Kampf um ein Heiligtum.
Matt glaubt nicht, daß Adua ohne harten Kamps fallen wird. Nach den letzten Nachrichten stehen 40 000 bis 50 000 abessinische Soldaten in der Stadt und ihrer Umgebung. 20 Kilometer von Adua befinden sich die Ruinen der Stadt Aksum mit den Gräbern der frühesten abessinischen Herrscher. Die Abessinier betrachten sie als heilig und werden sie nicht ohne schweren Kampf preisgeben. Jenseits des Marebflusses gibt es keine Wege im europäischen Sinne, und die italienischen Truppen werden 16 Kilometer lang auf Gebirgspsaden bis zu einer Höhe von 1 000 Meter marschieren müssen.
Nach englischen Blättermeldungen aus Addis Abeba haben die K ä m p s e um den B e s i tz d e r alten Festung Adua aus beiden Seiten schwere Verluste gebracht. Obwohl die Italiener auch ihre schwere Artillerie sprechen ließen, haben doch die italienischen Bombenslieger den Abessiniern die Hauptverluste zugesügt. Die abessinischen Truppen sollen einen g e • ordneten Rückzug in Richtung Aksum angetreten haben. über der nordabessinischen Grenzprovinz Tigre haben italienische Flieger in der Landessprache abgesaßte Flugblätter abgeworfen, in denen die eingeborene Bevölkerung ausgesordert wird, zwischen der Annahme der italienischen Freundschaft und dem Tode die Wahl zu treffen. Die Bewohner von Tigre werden aufgefordert, sich von dem abessinischen Kaiser zu trennen und unter italienischem Schutz einen eigenen Stammesherrscher zu wählen.
Fliegerangriff ans das Hauptquartier des abessinischen Kronprinzen.
Reuter zufolge ist in Addis Abeba ein Telegramm aus Harrar eingetroffen, daß auch an der südlichen Front in der Provinz Ogaden am Freitagmorgen schwere Kämpfe stattgefunden haben. Die Abessinier sollen2000 Tote und viele Verwundete verloren haben. Im Gebiet von Agame vor Adua haben nach englischen Meldungen die abessinischen Truppen unter Ras Seyyum einen Rückschlag bei Agame erlitten. „Star" meldet aus Addis Abeba, daß die Abessinier voraussichtlich die Schlacht um Adua nicht bis zur Entscheidung kämpfen werden, sondern daß sie Befehl erhalten haben, sich vor dem italienischen Vormarsch langsam zurückzuziehen.
Nach einer weiteren Reutermeldung aus Diredaua sind italienische Kriegsflugzeuge von Mussalli nach Dessie, dem Hauptquartier des abessinischen Kronprinzen, unterwegs. Sie belegen die Strecke mit Bomben. Die Angehörigen des Danakil-Stammes, der in diesem Gebiet ansässig ist, seien vom Schrecken ergriffen, da sie zum erstenmal in ihrem Leben Flugzeuge sehen.
Erster italienischer Heeresbericht.
Der erste amtliche Heeresbericht, der von dem italienischen Propagandaministerium am Freitag ausgegeben wurde, gibt zu, daß Armee-, Schwarzhemden- und Eingeborenendivisionen am 3. Oktober die Grenze im Norden von Abessinien überschritten haben, um, wie es heißt, „die unmittelbar bevorstehende abessinische Bedrohung zurückzuschlagen". Nach diesem Bericht haben sich die italienischen Marschkolonnen durchschnittlich 20 Kilometer von der Grenze entfernt und keinen großen Widerstand vor den Abessiniern gehabt. Die Bevölkerung habe die italienischen Truppen am Eingang ihrer Behausungen erwartet nnd weiße Fahnen geschwenkt. Die italienische Truppenintendanz habe sofort eine Verteilung von Lebensmitteln für die Bevölkerung, die sich in einem Zustande äußersten Elends befände, vorgenommen. Die Luftstreitkräfte hätten drei taktische Erkundungsflüge vorgenommen. Zwei Bombengeschwader, die einem heftigen Infanterie- und Artilleriefeuer ausgesetzt gewesen seien, hätten bewaffnete abessinische Streitkräfte umAduaundAdigrat bombardiert. Der Vormarsch sei auf der ganzen Linie weitergetragen worden; der Heeresbericht schließt mit einem Telegramm des italienischen Oberbefehlshabers, Generals de Bono, folgenden Wortlautes: „Der Geist der Truppen ist ausgezeichnet."
Addis Adeba schützt sich gegen Bombenangriff.
In Addis Abeba, der abessinischen Hauptstadt, befürchtet man einen Bombenangriff italienischer Flugzeuge. Es wurde eine ganze Reihe von Flugabwehrgeschützen in Stellung gebracht, die die italienischen Flugzeuge vor Erreichen der Hauptstadt abfangen sollen. Während die abessinische Bevölkerung gefaßt den Ereignissen entgegensteht, ist die europäische Kolonie sehr nervös geworden. Besonders die Frauen der Europäer sollen die Fassung völlig verloren haben. Die Ausländer in Addis Abeba haben meist in den Gesandtschaftsgebäuden, die über bombensichere Keller verfügen, Schutz gesucht. Große
Fahnen flattern von den Dächern der diplomaM Vertretungen, um gegebenenfalls italienischen Bowv fliegern das fremde Hoheitsgebiet anzuzeigen und , Bombenabwürfen auf die Gesandtschaftsgebäude warnen. Die Abessinier dagegen sind von einem wab^ Kriegstaumel erfaßt. Dem Kaiser werden stürmn* Treuckuudaebunaen daraebracht.
Adua erneut bombardiert Londoner Kriegsberichte.
London, 5. Oktober
Ueber die Lage auf dem abessinischen KriegsschauM lagen am Freitag in London zum Teil widersprechen Meldungen vor. Während in früheren Berichten bereits von einem Fall Adnas gesprochen worden war, beiaqi eine am Freitag nachmittag aus Addis Abeba eingetrot fene Reuternachricht, daß die Stadt erneut aus de, Luft bombardiert worden sei. Bei Dieser Mgn soll ein italienisches Flugzeug abgeschossen worden sein Während die unter Ras Soyoum stechenden abessinischen Truppen bei Adua noch Widerstand zu leisten scheinen rückt westlich von Adna in der Richtung von Agordat eine Streitmacht von 12 000 Mann unter Ras Ayenu bot Die Vorhut dieser Armee hat angeblich die Grenze boii Eritrea überschritten und einige italienische Vorposten unschädlich gemacht. Wie Reuter weiter meldet, sollen Somali und italienische Eingeborenentruppen zu den abessinischen Streitkräften übergelaufen sein.
Nach Berichten der englischen Blätter greifen die Italiener zur Zeit an d r ei v e r s ch i e d e n e n S t e lIen mit starkem Truppenaufgebot an. Der Hauptstoß scheint von Nord-Eritrea aus auf Adua geführt zu werden. Sie zweite Angriffshandlung ist südlich von Eritrea am Berge Mussa Ali im Gange, während der dritte Frontabschnitt sich in der Provinz Ogaden in der Nähe der Ortjchast
Ihm ist der Schutz der Europäer in Addis Abeba anvertraut.
Die Stadt Addis Abeba erwartet stündlich einen Bombenangriff der Italiener. Die Gesandtschaften haben M Hauser durch riesige Fahnen als ausländisches Ee n gekennzeichnet. Dem Gouverneur von Addis Abe Vitwded Makonnen, wurde als Stadtkoinman. dant der Schutz der Europäer in Abessiniens Haup M anvertraut. (Scherl-Bilderdienst — M.)
Ual-Aat befindet, wo im November vorigen Jahres in italienisch-abessinische Zwischenfall stattfand, der den gangspunkt des ganzen Konfliktes bildete. , in
Zu den Berichten über eine abessimsche Nieder g der nördlichen Provinz Agami meldet der ,,Vl« , sich die abessinischen Streitkräfte in südöstlicher e t J nach Makale, von italienischen Truppen verfolgt, o ziehen. Einer Reutermeldung aus Addis Abeva o '^ sind am Freitag vormittag fünf abessinische nach den verschiedenen Frontabschnitten abges^ führen Waffen sowie Befehle an die abeffmw . ■ führet mit sich.
Adigrat non den ttaWtien traooenbeB
Rom, 5. Okto
Bei hiesigen amtlichen Stellen ist die Nacyncy $^ gangen, daß die italienischen Truppen Adlgr besetzt haben. Bei Adua leisten die ubestmii - .. ^ Pen lebhaften Widerstand. Die Umgebung, d > .^^ litärisch als ein vollkommen organisiertes „och Zentrum zu betrachten. Amtliche Berlustzisteri ! aus. t
Gegenüber den im Ausland umgehenden e » ^Md- den italienischerseits alle Vorbehalte g^wa ) - Appell heitszustand und Stimmung der itauenii) bereits seien vorzüglich. Zu den Nachrichten "der t^liemE auch von So malt land aus begonnener ^M- Vormarsch konnte am Freitag abend nog) Bestätigung gegeben werden. Sie sind a
Dementiert worden. ___-
Im deutschen Bauern grüßen wir unser V