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Kirchenglocken wandern.

Bestimmung der beiden neuen Glocken. Dreifach werden die Kirchenglocken ihren Sinn erfüllen und ihrer Gemeinde Künder sein: Als Dankesglocken, als Toten­glock e n, und als Betglocken. Der Tag dieser Elocken- weihe wird ein Markstein in der Fuldaer protestantischen Geschichte sein und, wer nicht duinpf und stumm geworden ist, der hört aus diesem Geschehen etwas heraus von der großen Güte und der Gnade des Herrn. Wir wollen über die Glocken hinweg die Augen gen Himmel richten und Gott danken für dieses Geschenk, das wir hüten wollen, wie ein Heiligtum. Hell werden sie erklingen, wenn sie an ledem siebenten Tag der Woche die Gläubigen zur Andacht rufen, dumpf und traurig werden sie als Tote Würfen den Men­schen künden, daß alles eitel und vergänglich ist, aber wie­der froh und weit ins Fuldaer Land hinein werden sie als Dankesglocken von dem glückhaften Geschehen im jungen nationalsozialistischen Deutschland eine beredte Sprache sprechen. Lob und Dank war der Grundton dieser Weihe­stunde, Lob und Dank wird auch die Sprache unserer neuen Glocken in der Lutherkirche sein.

Ein' feste Burg ist unser Gott", so klang es nach _ den Worten Pfarrer Ottos über den Platz. Was der protestan­tischen Gemeinde Fuldas seit Wochen und Monaten Suchen und Sehnen war, es ist an diesem Nachmittag und zu dieser Stunde Wahrheit und Wirklichkeit geworden. Noch sind sie stumm, die Glocken, bald aber werden sie sprechen. Eine Sprache, die wir gut verstehen werden, denn wir haben in Fulda ein gutes Gehör für diese Sprache, die nun bald aus zwei Türmen unserer Stadt an unser Ohr und in unser Herz dringen wird. B. H.

Zweieinhalb Jahre Zuchthaus!

Die Verhandlung gegen den wegen schweren Diebstahls im Rückfall angeklagten Reisenden Hermann Die. aus Kaltennordheim begann mit der Verlesung seiner Vor­strafen. Diese Vorstrafen von insgesamt mehr als drei Jahren Gefängnis warfen ein nicht gerade günstiges Licht auf die Person des Hoteldiebs Die. Wenn das Gericht daher am Schluß der Verhandlung zu einer sehr harten Verurteilung kam, so mag das Register der umfangreichen Vorstrafen vor allent dieses Urteil in seinem gnzen Um­fang und in seiner ganzen Schärfe wesentlich beeinflußt haben.

Der Angeklagte war nach den glaubhaften Aussagen der Zeugen im Mai dieses Jahres in Fulda gewesen und hatte gleichzeitig im Hotel Kurfürsten und in der Wind­mühle ein Zimmer gemietet. Das Zimmer im Kurfürsten hat er während der Nacht nicht benutzt, dafür aber am nächsten Morgen dort gefrühstückt und seine Rechnung be­zahlt. In der Windmühle hat er geschlafen, und sich im übrigen auch in dem Hotelrestaurant aufgehalten. Früh­morgens wurde Tie. hier angetroffen, wie er aus dem Zimmer einer zum Hause gehörigen jungen Dame kam. Später wurden die Behälter in diesem Raum geöffnet und durchwühlt vorgefunden.

Im Kurfürsten hatte er sich ebenfalls in dem Teil, der für das Personal bestimmt ist, verdächtig gemacht. Später wurden von dem Hausdiener 42 Mark und von einem Hausmädchen 24 Mark vermißt. Der Verdacht konnte sich selbstverständlich nur auf den Angeklagten lenken. Seine Verhaftung erfolgte im August dieses Jahres im Hotel zum goldenen Karpfen, wo er sich unter einem falschen Namen eingetragen hatte und außerdem ebenfalls ein merkwürdig starkes Interesse für die Räume des Perso­nals an den Tag legte. Bei seiner Vernehmung durch die Kriminalpolizei konnten dann alle geladenen Zeugen die Person des Die. als diejenige bezeichnen, welche an den betreffenden Tagen in den Hotels stark verdächtig auf­gefallen war.

Im Laufe der gestrigen Verhandlung wiederholten alle Zeugen ihre Aussagen. Die Schuld des Angeklagten, der im übrigen auf verlorenem Posten leugnete, was zu leugnen war, stand nach diesen Aussagen einwandfrei fest. Der Staatsanwalt beantragte drei Jahre Zuchthaus und sprach dem Angeklagten alle mildernden Umstände ab. Das Gericht schloß sich diesem Antrag zum sehr großen Teil an und verurteilte Die. wegen fortgesetzten schweren Dieb­stahls im Rückfall unter Versagung mildernder Umstände zu 2L> Jahren Zuchthaus. Die erlittene Untersuchungs­haft wurde Die. zwar angerechnet, dagegen wurde wegen bestehenden Fluchtverdachtes der Haftbefehl aufrecht er­halten.

Vorbereitungen für die Olympiade auf der Wasserkuppe.

Für den Bau der geplanten Reichsstraße nach der Was- ferkuppe sind jetzt die Vorbereitungen in Angriff genom­men worden, nachdem vor einigen Tagen nochmals eine eingehende Besichtigung des Straßengeländes durch höhere Staatsbeamte stattgesunden hat. Die Reichsstraße führt von Vacha aus durch das Ulstertal über Geisa Tann Hilders Wüstenfüchsen zur Mas­se r k u pp e und weiter nach Bischofsheim. Ueberall werden jetzt bereits die Absteckungen für die Straßenlinie und die Feststellungen für die Höhenlage vorgenommen. Bei der Neuanlage der Reichsstraße wird zugleich auch die berüchtigte Todeskurve bei Buttlar beseitigt. Auf der Wasserkuppe selbst sind auch schon die Arbeiten zur Erweiterung des Parkplatzes in Angriff genommen wor­den. Die Arbeiten sollen so beschleunigt durchgeführt wer­den, daß sie bis zum Beginn der Olympiade beendet sind. In Bischofsheim mündet die Straße in die Reichsstraße Erfurt Eisenach Meiningen Nürnberg ein.

Ausgabe von Sonntagsrückfahrkarten für die Kurhesienfchau.

Die Reichsbahndirektion Kassel wird zur Kurhessenschau Sonntagsrückfahrkarten nach Kassel und Niederzwehren von allen Bahnhöfen im Umkreis unter 150 Tarifkilo­metern mit folgender Geltungsdauer ausgeben lassen:

1) Von Sonnabend, den 12. Oktober 1935, 0 Uhr, bis Montag, den 14. Oktober 1935, 12 Uhr.

2) Am Mittwoch, den 16. Oktober 1935, von 0 bis 24 Uhr.

3) Von Sonnabend, den 19. Oktober 1935, 0 Uhr, bis Montag, den 21. Oktober 1935, 12 Uhr.

Die Rückfahrt muß vor Ablauf des jeweiligen Zeit­raumes angetreten sein. Es besteht damit für jedermann in Kurhessen und darüber hinaus die Gelegen­heit, die Fahrt nach Kassel zum Besuch der Kurhessen­schau mit einer Fahrpreisermäßigung von 33% Prozent vorzunehmen.

Was der Staat braucht, sind einfache Menschen; Freisprechungsfeier der Kaufmannslehrlinge.

Die diesjährige Kaufmannsgehilfenprüfung fand Mon­tag, den 30. Sept., ihren Abschluß mit der Freisprechungs­feier in den Räumen des Heimes der Deutschen Arbeits­front. Nach einleitenden Worten des Vorsitzenden des örtlichen Organisationsausschusses und Begrüßung der er­schienenen Gäste erfolgte die Freisprechung der Prüflinge durch den Fabrikanten Franz Weber. Er führte in einer längeren, von allen Anwesenden mit größtem In­teresse verfolgten Ansprache u. a. etwa folgendes aus:

Die nationalsozialistische Revolution in ihrem Streben, die Persönlichkeit und Verantwortung des Einzelnen im Rahmen der Gemeinschaftsarbeit zum Wohle des Volkes wieder voll zur Geltung zu bringen, verlange aus diesem Grunde auch von den jungen Kaufleuten nach Abschluß der Lehre einen Beweis ihres Könnens. Wenn er heute Ge­legenheit hätte, den aus der Lehre kommenden jungen Kaufleuten den Kaufmannsgehilfenbrief zum Zeichen der Lossprechung zu überreichen, so tue er dies deshalb beson­ders gern, weil sie sich vorher einer Prüfung unterziehen mußten, die ihnen Anspruch auf Fortentwicklung in ihrem kaufmännischen Beruf gäbe.

Der Redner dankte allen, welche den jungen Gehilfen

Eröffnung der Rerchsautobahnftra^e

DarmftsrdtMannheim Heidelberg

Mannheim, 3. Okt. Auf Anordnung des Generalinspek­tors für das deutsche Straßenwesen, Dr. ing. Todt, wurde am Donnerstag vormittag die in genau zweijähriger Bau­zeit fertiggestellte gesamte Strecke FrankfurtDarmstadt MannheimHeidelberg dem öffentlichen Verkehr über­geben. Damit ist die durchgehende 85 km lange Verbin­dung der beiden Grenzstädte Frankfurt und Mannheim hergestellt. Sämtliche Anfahrtstellen tragen heute Flag­gen- und Blumenschmuck. Besonders hergerichtet wurde für den heutigen Tag das größte Bauwerk dieser Strecke, die 400 m lange Neckarbrücke, die in sechs mächtigen Bogen die Reichsautobahn über den Neckar und Neckarkanal und das angrenzende Vorflutgelände führt. An der Einfahrt in Mannheim versammelten sich am Donnerstag zahlreiche Ehrengäste der Partei und des Staates, an ihrer Spitze der badische Gauleiter und Reichsstatthalter Wagner. Ober­baudirektor Würfel von der Obersten Bauleitung Frank­furt begrüßte die Gäste und gab einen kurzen Ueberblick über die Arbeiten der letzten zwei Jahre.

Reichsstatthalter Wagner fuhr dann als erster auf die neue Strecke in der Richtung nach Heidelberg. Eine lange Reihe weiterer Wagen schloß sich ihm an. Die Teil­

Letzte Nachrichten.

AbgeschNMâ HMdè<

Italien gegen die Kriegsgrcucl-Peopaganda.

Rom, 4. Okt. (Funkmeldung.) In seinemabge- fchnittene Hände" überschriebenen heutigen Leitartikel ver­wahrt sich derMessaggero" mit aller Entschiedenheit gegen Greuel-Märchen, die jetzt bereits gegen Italien durch die antiitalienische und antifaschistische Presse in Umlauf ge­setzt werden und die typisch englischer Prägung seien.

In Diesem Zusammenhang erinnert das Blatt an die Greuelmärchen bei Weltkriegsbeginn, besonders an die abgefchnittenen Hände belgischer Kinder und nimmt hierbei die Kriegsgreuelpropaganda, der sich auch Italien anschloß, in aller Form zurück, wenn es schreibt:

Wir kennen ^etzt diese Lugenmittel, die vor 20 Jahren die ganze Welt, Italien nicht ausgeschlossen, zu täuschen suchten, die sick heute aber als das offenbart haben, was sie wirklich sind, nämlich als unwürdige Anschläge gegen die Wahrhaftigkeit. Vor 20 Jahren sprach man von den abgeschlagenen Händen der belgischen Kinder, die da barbarisch von Deutschen verstümmelt wur­den. Heute spricht man von Frauen und Kindern, die von Italienern getötet wurden.

Niemand vor und nach dem Krieg hat jedoch ein ein­ziges Opfer dieser Barbareien gefunden, um derentwegen die Gefühle der ganzen Welt mobilisiert wurden. Heute versucht man das gleiche Spiel mit Italien beim ersten Anzeichen der Feindseligkeiteir zu treiben. Es ist jedoch nicht glaubhaft, daß die Weltmeinung noch einmal auf diese Täuschungen hineinfällt.

Das Blatt verwahrt sich besonders gegen die Falsch­meldung, daß ein abessinisches Rot-Kreuz-Lazarett in Adna von italienischen Flugzeugen bombardiert worden sei, und verweist darauf, daß es in ganz Abessinien über­haupt keine derartigen Hospitäler gibt.

Familienanzeigen

der evangelischen Kirchengemeinde Fulda.

Taufen: Karin Elisabeth Franziska Fenge, geb. 14. Juli 1935, get. 28. September 1935, Tochter des Ludwig Hermann Heinrich Fenge, Stabsleiter der Kreisbauern­schaft, und dessen Ehefrau Elisabeth Luise Anna Pauline geb. Schad, Horas, Fuldaer Weg 210. Egon Herbert Ludovici, geb. 23. September 1935, get. 29. September 1935, Sohn des August Jean Ludovici, Reisender, und dessen Ehefrau Emmy geb. Bördner, Fulda, Leipziger Straße 134. Adolf Ludwig Merten und Emmy Elisabeth Merten, geb. 9. August 1935, get. 2. Oktober 1935, Zwil­lingskinder des Walter Merten, Melkermeister, und dessen Ehefrau Dorothea geb. Finis, Maberzell. Trauu n - gen: Erhard Josef Mohr, Kaufmann, wohnhaft Fulda,

Alleinverkauf: G^bp. FiPohnapfe^ Marktstraße 6.

Wegbereiter waren, den Eltern, Lehrherren, Arbeit raden und den Lehrkräften der Fachschule und lenke s Gehilfen dringend ans Herz, auch ihrerseits Weqbes-u der weiter Heranwachsenden Generationen zu w Ihre eigentliche Prüf- und Lernzeit würde erst komm Gehen Sie als verantwortungsbewußte, klar benW Menschen, einfach und unkompliziert durchs Leben £, der Redner, und es wird Ihnen auf diese Weise inW sein, später in selbständiger Position auch die größte antwortung zu tragen.

Der Redner schloß mit den Worten: Zeigen Sie deutsche Kaufleute besonders auch Fleiß und Stetigkeit , mal gerade in der heutigen Zeit der Kausmannsstand der vertreten sein ..muß, durch ehrlich denkende, strebende und volksverbundene Menschen, dann wird « felsohne Ihrem Schaffen auch der Erfolg nicht uetinnt bleiben. 1

besten

Hierauf händigte Herr Weber den Prüflingen mit besten Wünschen für ihren Lebensweg die KaufmaN-. gehilfenbriefe aus. Mit einem dreifachen Sieg Hei; den Führer und Reichskanzler schloß die eindrucksvoll Feier.

nehmer der Eröffnungsfahrt fuhren dann bis zur EiMiiii- dung in das festlich geschmückte Heidelberg und von dort wieder zurück nach Mannheim in das Schloß-Museum in dem am Donnerstag vormittag eine Ausstellung Urpfad zur Reichsautobahn" eröffnet wurde.

Bereits am Donnerstag erster Schnellommöusverkch auf der neuen Autobahnstrecke.

Frankfurt a. M., 3. Okt. Am Donnerstag, zur seL Zeit, da die neue Autobahnstrecke DarmstadtMannhea- Heidelberg dem Verkehr übergeben wurde, fuhr der m Schnellomnibus der Reichsbahn am Frankfurter Haup bahnhof ab und eröffnete damit auch den regelmäßigen, durchgehenden Schnell - Omnibusverkehr Frankfurt/Main- Mannheim bezw. Frankfurt a. M. Heidelberg. In flotter Fahrt ging es in den bequemen Stromlinienwagen zunächst nach Mannheim und von hier nach Heidelberg, vorbei an den fahnengeschmückten Einfahrtstellen der neu eröffneten Straße. Diese erste Fahrt zeigte, daß die bereits plan­mäßig festgesetzten Fahrzeiten ohne weiteres einzuhalten sind.

Die Gründe sür das italienische Vorgehen

Ein Aufruf de Vonos.

Rom, 4. Okt. (Funkmeldung.) Wie die Agentur Ste­fani aus Asmara meldet, hat der Oberkommandierende der italienischen Truppen in Ostafrika, General de Bono, einen Aufruf an die Bevölkerung erlassen, in dem er er­klärte, die italienischen Soldaten und die Schwarzhemden seien gekommen und andere würden noch kommen, um die Bevölkerung gegen die Provokateure zu verteidigen. Gene­ral de Bono teilte weiter mit,

er habe den Truppen befohlen, den Mareb zu überschreiten, die Gebiete und Untertanen Italiens vor den Schäden des Krieges zu bewahren und um dex Bevölkerung vom Tigre und anderer Gebiete, die das Eingreifen Italiens verlangt hätten, Hilfe zu bringen.

Dr. Goebbels über die Lebensmittelsrage

150 000 deutsche Volksgenossen waren am Donnerstag nachmittag auf dem Halleschen Thingplatz zusammengekoW men um Reichsminister Dr. Goebbels zu hören. In seiner Rede nahm der Minister Stellung zu der teilweisen Knap heit an Lebensmitteln, die augenblicklich besteht. Er klärte unter anderem, daß die Versorgung Deutschlands s Brot, Kartoffeln, Rind-, Kalb- und Hammelfleisch, Eiern, Zucker und vielen andern Lebensmitteln vollständig sichergestellt sei und wies darauf hin, daß es besser war > eine vorübergehende Butterknappheit in Kauf zu nehmen, und dafür die so gesparten Devisen zur R oh st off ein- fuhr und damit zur Arbeitsbeschaffung zu ver­werten. Er wies ferner darauf hin, daß in der nächse" Zeit eine Entspannung der Lage eintreten würde, und so- mit kein Grund zur Besorgnis vorläge. Mit einem SE Heil schloß er seine immer wieder vom Beifall der unterbrochene Rede.

Adalbertstr. 26, und Gertrud Hahn, Fulda, BauguM b getraut am 28. September 1935. Karl Adam W ' Spengler, Fulda, Rhönstr. 15, und Ida Böhm, Schweinemarkt 4, getraut am 28. September Beerdigung : Anna Eva Köhler geb. , 19. September 1857, gest. 28. September 193a- Oktober 1935, Ehefrau des Georg Wilhelm Hemrick ler, Landeskulturobersekretär i. R., Fulda, Horajer ;

Evangelische Militärgemeinde Fulda.

Trauungen: Karl Heinrich Löwel, _ wohnhaft Fulda, Kaserne, und Anna Maria M » $ Fulda, Artilleriestr. 16, getraut am 28. Septemt - Johannes Dietrich Friedrich Grube, Dffrzler delsmarine, wohnhaft Elsfleth a. d. Weser, uno Hildegard Reitz, Fulda, Adolf-Hitler-Platz 14, 29. September 1935.